Archiv des Autors: glamourdick
VORSATZ
Knapp ein Jahr nach dem Tod von Kameron nahm sich sein Vater Kevin, der sich als Advokat von Bullying-Opfern hervor getan hatte, das Leben. Bullying wird nicht einfach enden. Es muss beendet WERDEN.
http://newyork.cbslocal.com/2012/01/10/n-y-anti-bullying-crusader-takes-his-own-life-near-anniversary-of-sons-death/
JUNGER SCHWEDE
Gestern so ein Tag, an dem ich mal wieder feststellen konnte, wie gut verwurzelt ich bin, in meinem Freundeskreis. Mit den Besten an einem Tisch, eigentlich fehlt nur die amerikanische Nachbarin, aber schau – bei der brennt noch Licht und wir haben noch ne Flasche Prosecco. Und auch heute beim Einkauf – alle paar Meter bekannte Gesichter, niemand, der nicht Bier oder Wein oder Sekt schleppt. Gedankenexperiment – wie wäre das, wenn das täglich so aussehen würde?
Dann die Menschen, die man nicht so oft sieht, weil sie ganz woanders wohnen, Messages auf Facebook und in der Post, ganz analog – Postkarten von Menschen, die sich tatsächlich extra Briefmarken gekauft haben.
Ganz neue Menschen auf den Blauen Seiten. Symathiebekundungen per Message, aber auch ein Übernachtungsgast. Kaum ist der weg, braucht ein junger Schwede Hilfe, und wenn es was ist, was mit der schlichten zur-Verfügungstellung meines Glieds umzusetzen ist – who am I to say no. Heißt ja nicht umsonst Glamourdick hier.
COMMANDER OF THE BRITISH EMPIRE
Kate Bush.
OFFICER OF THE BRITISH EMPIRE
Ewan McGregor.
Ich wäre gern bei der Verleihung anwesend. Und könnte mich gar nicht enstcheiden, mit wem ich lieber nach Hause ginge. Oh, England, my Lionheart…
UND SONST SO

Weihnachten als Fest der Besinnung – nur so kann ich mir erklären, dass es alte Flammen, die längst vom Markt sind, um Heiligabend rum immer auf die Blauen Seiten verschlägt und veranlasst, mich zu kontaktieren. Es waren ein paar schöne Gespräche.
Eigentlich hatte ich vorgehabt, einen Selbstversuch zu dokumentieren und einen hämischen Beitrag über Helene Fischers Weihnachts-Show zu verfassen. Der Beitrag musste ausfallen, weil ich mich recht gut unterhalten fühlte, stellen Sie sich vor! Ihre rezessionseskapistischen Romanzen-Schlager mag ich nach wie vor nicht leiden, aber im internationalen Vergleich schnitt sie bei den Musical-Nummern und ein paar Poprock-Versuchen absolut ordentlich ab. Freilich hätte ich als Regisseur mich dazwischen geworfen ein wenig auf Distanz geachtete und sie keineswegs so nah an David Garrett herangelassen, aber sooo schlimm war es nun auch nicht, immerhin habe ich es fast drei Stunden ausgehalten, wenn man eine Pinkelpause abzieht. Helene kann was. so ist es, ob man will oder nicht. Florian auf die Bühne zu holen war selbst ihr zu abgeschmackt, auch dafür meine Hochachtung. Ebenso für den schwulen Politiker, der unter Echtnamen bei den Romeos surft und sich freundlich für meine dafür ausgesprochene Hochachtung bedankte. Bundesliga voran!
Mein Lieblingsschweizer spielt gerade Theater: den Teufel, no less, und jedesmal, wenn er ein Rollenbild postet, zucke ich etwas zusammen. „It´s like looking into a mirror“ kommentierte ich. Und heute schreibt er mir, dass dieser Eindruck nicht einseitig ist. „Als ich mich das erste Mal in der Maske sah, musste ich natürlich sofort an dich denken!!! Hat was, oder?“ Ja, es hat.
Jetzt auf in den letzten Arbeitstag dieses Jahres!
WALKING IN THE STEVIE WONDERLAND oder TURN ON THE RADIO UNTIL THE SPEAKERS BLOW!!
Vierter Tag in Niedersachsen und währenddessen vermutlich die selbe Anzahl Kilos zugelegt. In Radio Niedersachsen laufen sämtliche Fassungen von Weihnachtsliedern, die alle gar nicht mal soooo schlimm sind. Nur ein bisschen. Vorgetragen von den Leuten, die so zu Helene und Florian ins Fernsehen gehen. Auch sehr beliebt „We are the world“, auch wenn’s gar kein Weihnachtslied ist, sondern eine Art Selbstliedeslied amerikanischer Gesangstars der 80er. Gestern wollte mir jemand ernsthaft vekaufen, dass Florian und Helene ein Paar seinen. Sie merken schon, hier wird gerade eine neue Obsession geboren, wenn schon kein Heiland. Andererseits würde es die neuen kerligen Anteile von Florian erklären. Helenen hat ihm möglicherweise so ein Einblend-Seminar zum Geburtstag geschenkt, oder zum Namenstag oder einfach so, weil’s an der Zeit war. Ich hoffe, sie lässt die Finger von David Garrett. So. jetzt sollte ich mich vielleicht in meine elfgrüne Hose zwängen, und, Sie werden es nicht glauben, aber stimmt trotzdem – auf Radio Niedersachsen singt ein Kinderchor (und es muss wohl Rolf Zukowski sein, der kürzlich AUCH bei Florian war, Sie sehen – hier verschmilzt alles, selbst derv Schnee ist weg), also singt der Kinderchor „Macht euch bereit – bald schon ist Weihnacht!“ Und eben sagt der Moderator wirklich „erdverwachsen“, kein Scheiß. Ha ha und im Anschluss an einen botswanischen Weihnachtsgruß aus der Rubrik „Weihnachtsgrüße in allen Sprachen“ – Sie ahnen es – Stevie WONDER. (Er auch quasi Afrikaner/ Fest der Wunder: passt. Ich will auch zu Radio Niedersachsen!!! „Alte Säue, neue Ideen – präsentiert von DJ Dickie!“ (Ich würd dafür auch Platt lernen!)
(Typos courtesy of die Matrix.)
EISEN IM FEUER
Ein Film aus dem Mittelfrühwerk Ryan Goslings, deutscher Titel, well, „Solitude“ aka „State of Mind“, in dem dieser Ausnahmeschauspieler schon eingangs den autistischen Bruder seiner Exfreundin mit zwanzig Messerstichen tötet. Passend, wenn man sich gerade mit Täterstudien befasst. Der Film reist dann ab, wie es dazu kommen konnte und natürlich entpuppt es sich nicht als stumpfer Hassmord sondern die verwirrte (?) Tat eines geistig nicht voll funktionierenden Teenagers. Sehenswert. Fragen aufwerfend.
Danach ist mir weiter nach Ryan Gosling, aber bei beiden Filmen, die ich dabei habe, verlangt der Mac, dass ich den Regional-Code wechsele, was ich nur 5 mal darf, also sitze ich da ohne Film und betrachte mit einem Rollercoaster-Gefühl „Das Winterfest mit 1000 Lichtern und einem frisch überarbeiteten Florian Silbereisen“, jetzt in Brünett und manchmal fast kerlig in der Diktion. Doch immer wieder suppt der gewohnte Schleim durch, durchsetzt die Fernsehballettkulisse und suppt wie Eiter aus dem Bildschirm. Buschikos verwehrt sich Senta Berger des Schleim-Tsunamis und man fragt sich, wie sie wohl am Heiligabend für diesen TV-Ausstecher beim Verhoeven/Berger-Clan sich wird hänseln lassen müssen. Aber das sind ja auch alles arbeitende Künstler und die ARD zahlt vernünftig und, mei, was glaubts wer’s Weihnachtsessn b’zahlt hod, Ihr Schlaumeier, gell?! Und recht hat’s, die Gerdi Senta mit dem scharfen „s“. Der überall gleichzeitig anwesende David Garrett zückt die Geicke und schließt beim Geicken verzügt die Augen – vielleicht auch, weil er das Publikum nicht wahrhaben möchte. Dachten Sie unvorstellbarerweise „Wow – der Garrett!, dann mach Dich auf was gefasst“- ganz recht, denn auch der Rieu geickt für uns daheim. Da sprühen dieFunken aus dem Bonbon-Ballett, das sein Taffeta-Orchester darstellt. Kristina Bach, mach ich mich auf Wiki schlau, singt und schreibt u.a. für Helene Fischer, die nicht dabei sein konnte, weil sie ihre eigene verdammte Show of Horrors hat, für‘ s Erste, no less, und auch David Garrett wird zweifellos an Bord sein bei dieser spektakulären Show-Explosion, wie man sie sich auch nur von einem weißrussischen Allround-Talent der Magnitude der Helene erwarten kann. Deutschland! Deine Superschtars! Und wir dachten mal, vor 30 Jahren, mit Ute Lemper hätten wir bereits den Zenith überschritten und wieder rein in die Gosse getreten , in die sich, so werden wir in einem traurigen Einspieler erinnert, dieses Jahr auch Margot Werner geworfen hat, direkt aus dem Krankenbett. Na ja, irgendwo muss man den Anfang wieder machen. Als der Spuk vorbei war stieß ich aus „Jetzt bitte was mit Mord und Totschlag und appe Beine!“ Und ganz ironiefrei und auch im eigenen Interesse reichte mir meine Mutter die Fernsehzeitung – „Musst Du mal schauen, ob noch was kommt.“
UND AUS DEM NIEDERSÄCHSISCHEN RADIO ERKLINGT…
Lokale Winter-Neonazi-Party mangels Beteiligung abgesagt. Die sind wohl gestern alle beim Weltuntergang hops gegangen oder hatten die Kalenderblätter ab 22.12. schon wohlwissend herausgerissen. Pfiffig, diese niedersäschsischen Neonazis! Sie irren nun wohl schon seit Stunden über die Äcker, sturmfest und erdverwachsen, und vielleicht stapfen sie noch immer ziellos, wenn übermorgen das Christkind vom Weihnachtsmarkt nach Hause in den Stall kommt.
21.12.2012
„Um wieviel Uhr is Weltuntergang?“
„Ich weiß nicht.“
„Ich glaub, ich wasch trotzdem Haare.“
GLAM DUBOIS
Ich merk das immer im Winter, wenn ich länger als drei Tage verreise. Socken. Ich kauf doch ständig welche. Wo gehen sie hin? Ich nenne es Strumpfung. (Ich trage ja schon die Socken von Fremden, so weit ist es mit mir. I have not always relied on the socks of strangers.) Und beim Sockensuchen ein verloren geglaubtes kompliziertes Oberteil gefunden! So. Falls wir uns weltuntergangstechnisch nicht mehr sehen – machen Sie´s jut. Gönnse sich noch was. Ansonsten und überhaupt – Frohes Fest!