Archiv des Autors: glamourdick

PUNKTEN

So, nach ner Woche ohne Satzzeichen geht auch die Matrix wieder. Ich scheue mich ja immer, so Tasten zu drücken wie „Alle Daten löschen“ – but it did the trick, und alles, was noch da sein soll, ist auch noch da! Next up – die ca 120 bei Itunes gekauften Songs, die der neue Mac angeblich nicht wiedergeben darf, vom alten Mac in die Dropbox und von dort ins neue Itunes. Wofür so graue Vormittage eben gut sind. Und die Ruhe, die ich dabei bewahre – yay!

SCHWULER MIT GLAM

„Hast Du Lust mit ins Konzerthaus zu kommen – das Staatsballett macht eine Hommage ans Ballets Russes, mit Ausschnitten aus Balletten von Fokin und Nijinsky.“

Da stutzte ich und befand, ich kann gar nicht schwuler texten, doch dann fügte ich hinzu

„Ich krieg Steuerkarten.“

DOWNTON ABBEY 3

Und dann kam doch alles wieder anders und statt Konditorn und empfangen flugs Downton Abbey 3 zu Ende geschaut. Wie richtig die alles machten wurde spätestens klar, als ich versehentlich in diese Adlon-Serie reinzappte, die wohl als Beschäftigungsmaßnamhe für alle deutschen Schauspieler, die Sie kennen oder deren Namen Sie gerade nicht parat haben herhalten muss. Sie glauben der Berliner Flughafen sei eine Katastrophe? Schauen Sie die Adlons. Fernsehbilder von einer unaussprechlichen versucht-und-nicht-gekonnt-„Ästhetik“. Ausgeleuchtete Falten schlecht operierter Knallchargen. Platt sich breitmachender stumpfer Pathos. Die Briten hingegen – leichtfüßig, edel, elegant, herzergreifend. Herrlich, wie die Thomas vs O´Brien-Storyline aufgelöst wird! Mein Herz blutete für den Chauffeur. Matthew Crawley, wie er sich durchsetzt und die Zukunft einläutet. Eyecandy (Alfred!)und Heartwarmer. So geht Fernsehen.

Und so nicht:

IT GETS BETTER

Dass die Saison vorbei ist hat man am Freitag fast nicht gemerkt, aber das lag an erkrankten Mitarbeitern, nicht am Arbeitsaufkommen. Dass sie vorbei ist merke ich spätestens daran, dass ich mit einem Mal wieder soziale Kontakte wahrnehme und überlege, wen ich zu lange nicht gesehen habe. Ich schrecke nicht einmal davor zurück, mich nach der Arbeit auf ein Bier zu treffen, Sonntags zu konditorn und am Abend noch Ex-Roomie und seinen entzückenden Boyfriend zu treffen. Ich habe wieder Kapazität, Sie können also alle wieder anrufen, ich geh auch ran.

DOGTOOTH

Meine Freundin Montgomery, die ich liebevoll Monti nennen darf, hatte mal wieder einen Filmtipp für mich. Sie und ihre Freundin Kiki hatten „Dogtooth“ angeschaut und sich gefragt, wer wohl auch auf so eine kranke Scheiße stehen würde. Glammy, da waren sie sich einig. Und so studierte ich den Trailer, befand ihn als außerordentlich kranke Scheiße und bestellt die DVD immediately. Gestern sah ich dann den Film mit dem neuen Bekannten M., und stand ein bisschen unter Erklärnot. Ich schob alles auf Monti. Aber so richtig schlecht gefallen hat der Film uns dann auch wieder nicht, es war der klassische Fall von „die besten Szenen sind alle komplett schon im Trailer verbraten“. Schauen Sie also mal einen der kränksten Trailer der Filmgeschichte, und danach haben Sie eigentlich schon alles gesehen, was es zu sehen gibt. Ich hatte mich so sehr auf jede Menge Katzenszenen gefreut.

Trailer:

http://www.youtube.com/watch?v=3E3QzWSSV64

RÜCKBLICK/ VORSCHAU

Eigentlich wollte ich keinen Jahresrückblick schreiben, weil soviele finstere Erinnerungen hochkamen – allen voran natürlich die unaushaltbare Angst-Phase, aber dann wieder gab es Highlights – das eigene Buch in der Hand zu halten, ein paar liebevolle Rezensionen zu lesen und die Verrisse auszuhalten und wegzustecken.

Wenn einen die Angst im Griff hat, dann bleibt nicht viel Zeit für andere emotionale Aufgaben. Die Angst vor der Angst hat mich fast permanent beherrscht, erst seit ein paar Monaten und dank der Medikamente ist sie – nicht weg, aber in den Hintergrund getreten. Ich lebe ein weitestgehend normales Leben, Pharma-Industrie sei Dank. Keine Panikattacken seit wir die richtige Dosierung gefunden haben.

Das Ashby-Sequel bestimmte die erste Jahreshälfte. Vormittags schreiben, danach arbeiten, aber es war keine Quälerei, ich war gern mit meinen Figuren in Berlin unterwegs. Bevor ich allerdings mit einem dritten Teil beginne, beschäftigt mich das Projekt, das in so viele Richtungen gehen kann, dass es schwer ist, einen Anfang zu finden. Aber ich lese mich in die Materie ein. Es geht darum, Gutes zu tun. Einen Hebel anzusetzen. Und ist natürlich von dem Erlebnis Panikstörung geprägt. Kein Erfahrung ist so schlecht, als dass man nicht einen Nutzen aus ihr ziehen kann – so mein Großvater MetalDick. Der Mann wusste bescheid.

Nach der Jahresendfeierei setzt immer so unmittelbar und gnadenlos der Berliner Januar ein, der in seiner Scheußlichkeit nur vom Berliner Februar getoppt wird. Aber es hilft, sich auf die bevorstehenden Frühlings- und Sommermonate vorzufreuen und dieses Jahr, endlich, auf den Frankfurter Buchherbst. Zuvor noch die Arbeit am lektorierten Skript, eine der angenehmsten Arbeitsphasen. Also, ich bin ziemlich bereit für 2013. Und jetzt besinne ich mich auf die Vorfreude auf vier weitere Stunden Jessica Lange in diesem Januar in „American Horror Story – Asylum“.

LET´S TALK ABOUT KEVIN

If it wasn´t for Mister Strike, wäre mir dieses Meisterstück glatt entgangen, dabei passt es so ausgezeichnet in den Themenbereich, der mich jetzt seit einiger Zeit beschäftigt. In „Let´s talk about Kevin“ wird mit verschiedenen Zeitebenen kunstvoll jongliert. Wir erleben die Geschichte einer Kleinstadtfamilie in facettenartigen Abschnitten und die ist in ihrer Simplizität und Folgerichtigkeit barbarisch und eigentlich unerträglich. Der Trailer vermag leider kaum die Stimmung des gesamten Films einzufangen, aber schon nach wenigen Minuten ist man drin in dieser wirklich einzigartig gelungenen cineastischen Komposition. Und, Sie merken, bislang habe ich fast „nur“ vom Schnitt gesprochen. Die Besetzung der überforderten Mutter mit Tilda Swinton ist herausragend. Das gleiche muss man von allen drei Darstellern des Problemkinds Kevin sagen. Allen voran Ezra Miller – eine Inkarnation des Bösen, wie es sie zuvor im Film noch nicht gegeben hat. Wie seine Mutter möchte man nichts mehr, als dass er endlich ein guter Junge werden möchte, er ist doch eigentlich mitunter ein Engel. Oder? Am Ende ist es ein Film über Liebe, aber alles andere als ein Liebesfilm. Und einer über Aufmerksamkeit. Kevin hat sie. Der Film verdient sie. Ein Gedicht.