Archiv des Autors: glamourdick

GONE oder WAS MACHTE DER MANN DA MIT AMANDA?

Könnse kucken. Klassische Hitchcock-Prämisse: „Keiner glaubt mir!“ Die kleine Seyfried spielt das solide. Darüberhinaus ist es einfach ein ästhetisches Vergnügen, ihr in die weit aufgerissenen Augen zu schauen. Production-Design im klassischen 10er blaugraugrün, aber hier effektiv eingesetzt, es ist eine kalte Welt.

„ME BEFORE YOU“ BY JOJO MOYES

Seit längerer Zeit hole ich mir meine Buchempfehlungen immer öfter auf Deadline.com, wo dann eine Meldung erscheint, wenn die Filmrechte des Buches verkauft wurden. Das funktionierte im Falle der Hunger Games-Trilogie, danach bei dem erstklassigen „Rules of Civility“ (- im Deutschen „Eine Frage der Höflichkeit“ mit dem lahmarschigsten Cover ever. Können Sie trotzdem kaufen.) Und vor ein paar Tagen meldete Deadline, die Filmrechte an „Me before you“ seien verkauft. Für die Handlung hat Deadline selten mehr als einen Oneliner, aber dieser fällt meist knackig genug aus, um Interesse zu wecken.

Tags darauf – Amazon hatte Hermes die Zustellung überlassen, nicht der langsamen DHL) packte ich also ein Päckchen aus und das Chicklit-Cover schockierte mich derart in seinen Rosé-Tönen, dass ich das Buch unter ein anderes legte, damit die Kollegen im Büro mich nicht für ein Buchmädchen halten sollten.

Zur Geschichte, Lou, eine 26jährige Kellnerin verliert Job und geht zum Arbeitsamt. Nach Eskapaden in einer Geflügelfabrik und dem Vorschlag, es doch als Pole-Dancerin zu versuchen, nimmt sie das dritte Angebot an. Eine Art Personal Assistant für Will Traynor, einen 36jährigen wohlhabenden querschnittsgelähmten Ex-Businessmann. Dessen üble Laune ob seiner Bewegungsunfähigkeit (früher sehr aktiv, ist er seit einem Autounfall gelähmt) bringt Zweifel auf, ob sie wirklich ein halbes Jahr in diesem Job zubringen möchte. Natürlich kommt alles anders. Die beiden spielen sich ein. Aus einer Nutzgemeinschaft wird eine Freundschaft, die Einfluss hat auf alle anderen sozialen Kontakte der beiden. Bis Lou eines Tages erfährt, aus welchen Grund ihre Stelle befristet ist.

Was sich nach tränenrühriger Chicklit anhört, ist leider so gut geschrieben und konzipiert, dass es schwer fällt, das Buch aus der Hand zu legen. Klar – diese Kombi leicht unsicheres Mädchen aus der Arbeiterschicht und welterfahrener Zyniker ist schon etwas abgenutzt, aber um ins Banale abzudriften sind beide Figuren zu glaubwürdig gezeichnet. Beider Innenleben wird glaubwürdig nachvollziehbar, und in dem Maße, wie sich die Figuren annähern, stürzt man in das Buch hinein – in meinem Falle, ob man will oder nicht. Und ich wollte nicht. Und so kam es, dass Glam sich beim Lesen einer Art Liebesroman ertappte und jede damit verbrachte Minute absolut wonnevoll genoss.

LOVE LETTER oder BEEEEEENSTOCK!!

Kitty und Strike. Weil die auf mich aufpassen. Eigentlich hatte ich Kittys Party abgesagt, aber das fühlte sich mit einem Mal ganz ganz fürchterlich falsch an und so tuschte ich die Augen und Luckys rotes Mobil wartete schon. Alkohol und Psychopharmaka zusammen ist so ne Sache. Das blöde – momentan mag ich beide. Und muss sehr aufpassen, wann ich in eine Phase rutsche, wo ich mich besser schnellstmöglich ins Bett lege. Und so verabschiedete ich mich auf der Party mehrmals, nur um festzustellen, dass ich doch eigentlich lieber bliebe. Und blieb. Weil ich mich sicher fühlte. Und Strike auf mich aufpasste. Und wenn ich in ein komisches Koma gefallen wär, wär ich in den richtigen Händen gewesen. Happier als auf Miss Komas Party fühle ich mich nur auf meinen eigenen. Nee, stimmt nicht. Gestern war sogar besser als meine Parties. Weil die Koma die perfekte Gastgeberin ist. Nur von ihrem Kräuterquark lass ich erfahrungsgemäß die Finger, der entpuppte sich vor ein paar Jahren mal als mit Hering. Aber das ist auch der einzige Kritikpunkt, dass die Speisen nicht mit Namen versehen sind. Everything else was a blast. Natürlich auch wegen der Anwesenheit meiner liebsten Bog-Ladies.

Wieder daheim musste ich noch unbedingt kurz in „Some like it hot“ reinschauen, was Marilyn angeht habe ich aufgehört, meine compulsiveness zu hinterfragen. Vielleicht musste auf die beste Party einfach der beste Film folgen.

Unglaublich, wie der sich gehalten hat. Dann traf ich noch auf den blauen Seiten die Krawallkatze, mit der bald mal ein Date ansteht. Also alles gut! Und Tony Curtis küsst wie Hitler, Allegra, nur, dass Du´s weißt. Dann ging ich schlafen. Hierbei pfiff ich.

IM SCHLAF

Die meisten Sachen geschehen zur Zeit im Schlaf. Wandeln mal ausgenommen (auch das, wie üblich – ich wandle eben, sei´s drum) sind meine Träume derzeit Action-Szenarios. Erdbeben in Berlin, höllische Familienstreits. Letzte Nacht wurde der Zug, in dem ich fuhr, von einem Selbstmordattentäter aufgesucht. Er hatte aber schlecht geplant, ich hätte einfach abhauen können, fand mich dann aber mit ihm knutschend auf Ibiza bei einer Hochzeitsfeier wieder. Musste zwar dringend meinen Rückflug erwischen, wusste aber nicht wohin mit meinem Gepäck – es war soviel – und dann fiel mir ein, dass ich ja den braunen Anzug tragen wollte, nicht den grauen. Ich hab das Gefühl, ich hab den Flug noch bekommen, oder hätte, wäre ich nicht aufgewacht.

Was die Träume gemein haben – ich steh den Horror durch. Mit Gelassenheit. Auch die anderthalb Stunden Warten beim Psychiater. Als der mich dann kurz nach 20 Uhr an die Tür bringt – seine Sprechstundenhilfe macht um 19 Uhr Feierabend – steht vor der Tür der Patient, der vor mir dran war.
„Unten ist abgeschlossen.“
„Da müssen Sie nur den Hebel ziehen.“
„Ich dachte, das löst vielleicht nen Alarm aus.“
Unten, nach dem Enthebeln frag ich ihn „Und wann hattest Du Deinen Termin?
„Um sechs.“
„Ich um halb sechs. Aber ich hab vorher angerufen und sie hat gesagt, es reicht wenn ich gegen halb sieben da bin.“
„Da müssen wieder paar krasse Fälle reingekommen sein!“
„Ja. Aber dafür mag ich den. Der nimmt sich wirklich Zeit.“
Und vor der Tür trennen sich unsere Weg und wir stiefeln in die Nacht und in den Nieselregen.

MORE THAN AN ISSUE

Erste Textdarstellung für die Gute Sache geschrieben. Wahrscheinlich lag´s am Tauwetter und Harvey Milk. Was bislang ein vager Plan war, liegt nun als Textdokument vor und auch der weitere Verlauf zeichnet sich ab.

Hatten Sie „Milk“ verpasst? Nachholen.

HIERBEI PFIFF ER.

So ein Winterwochenende, wo es eigentlich zu kalt ist um rauszugehen und so bleibt man einfach drinnen. Noch einmal das Asylum-Finale, ein bisschen „Hart of Dixie“ als Seelenberieselung, dann fällt mir ein, dass es noch einige Kästner-Romane gibt, die ich nicht gelesen habe, die sich aber in meinem Besitz befinden und ich entscheide mich für „Drei Männer im Schnee“ und es ist, als ob man einen Diamantring findet, von dem man nicht wusste, dass man ihn besitzt. Eine Screwball-Comedy in deutscher Sprache, mit drei Männern in den Hauptrollen, wow, das geht! Diese einzigartige Wohlfühlstimmung, die Kästner hinbekommen hat, wenn er nicht bitter und voller Gram war. Der Spirit, der auch in seinen Erzählungen für Jugendliche schimmert. Einer der schönsten Sätze in deutscher Sprache – siehe oben.

Am Sonntag dient das Thermometer nicht mehr als Ausrede und so stapfe ich zum Strike, Devendra im Ohr, lasse mich blondieren und stapfe blond zurück. Am Blond kann es nicht liegen, dass ich viele anerkennende und fragende Blicke bekomme – ich trage eine Mütze. In der Wohnung dann, als ich die Kopfhörer abnehme, erfahre ich den wahren Grund. Ich hatte den Ipod auf laut gestellt.

AHS ASYLUM FINALE (Spoilers, aber nur ganz zarte.)

Während „Continuum“ eine Art Übergangs-Episode schien, war „Madness ends“ ein adäquater Abschied für AHS-Asylum. Ein Finale mit Finesse statt Fulminanz. Eigentlich gehören die beiden Folgen zusammen angeschaut, weil sich ihre Klangfarbe von den Vorfolgen abhebt. Obwohl noch einige horrible Dinge geschehen, tritt die gnadenlose Finsternis einiger Folgen in den Hintergrund, wir werden mit warmen 50ies-Technicolor Farben für unsere Ausdauer belohnt. AHS hat uns mehrfach durch die Hölle geschickt, aber irgendwann schließt auch Briarcliff. Die (Er-)Lösung, die Kit für Jude fand – mir liefen die Tränen. Der Bogen, den die Autoren für Lana entwickelt haben – wow. Und Kit – ich bin jetzt noch mehr in ihn verknallt als letzte Season in Tate. Sehr sehr glücklich, dass Langie, Paulson und Peters wieder dabei sein werden, wenn´s im Herbst weitergeht mit Langie als GlamourCat!

NOT THE FUCKING CONCIERGE

Dass mein Name ganz oben links als erster auf der Türklingelliste steht ist insofern logisch, als dass ich auch ganz oben links wohne, aber es hat auch zur Folge, dass jeder, der keinen Schlüssel hat und trotzdem irgendwie rein will, immer erst mal bei mir klingelt. Früher ging ich dann an die Sprechanlage und sagte Sachen wie „Dass mein Name ganz oben links als erster auf der Türklingelliste steht ist insofern logisch, als dass ich auch ganz oben links wohne, aber es hat auch zur Folge, dass jeder, der keinen Schlüssel hat und trotzdem irgendwie rein will, immer erst mal bei mir klingelt. Klingeln Sie gefälligst woanders.“ Mittlerweile antworte ich nicht mehr auf Türklingeln, es sei denn ich erwarte Besuch oder eine Lieferung, was unwahrscheinlich ist, da ich eigentlich alle Bestellungen in die Firma kommen lasse. Wer mich wirklich spontan besuchen möchte kann ja auf dem Handy anrufen. Anders als alle anderen Fremdklingler würde ein Paketzusteller nie darauf kommen, bei jemandem im Dachgeschoss zu klingeln, um Pakete für nicht anwesende Nachbarn abzugeben. Das ist deshalb gut, weil solche Pakete ein echter Zeitstehler sind. Zunächst die Absender-Adresse überprüfen und schauen, welcher Erotik-Shop sich hinter dem diskreten Namen verbirgt. Dann durch Schütteln und Fallenlassen ermitteln, was genau sich im Paket befindet. Schnell ist ein Vormittag rum. Heute um 7 wurde ich überrumpelt. Das ist eine Zeit, wo man nur aus Notgründen irgendwo klingelt. Dieser Kiez ist ja sehr lebendig und nicht ganz ungefährlich. Das Klingeln um 7 jedenfalls löste eine Neugier in mir aus.
„Tach´chen, Winterdienst. Wir sind hier, den Hof zu räumen.“
Und aus Mitleid mit den armen Herren, die um 7 Uhr bei Fremden klingeln um im Schneetreiben den Hof zu räumen, hab ich die glatt reingelassen. Es bleibt aber eine Ausnahme.

TOBI OR NOT TOBI

Gästezimmer ummöbliert. Statt eines lichtdurchfluteten Schlafplatzes (im Sommer, dank Ost-Ausrichtung, eine Herausforderung) gibt es jetzt eine russische, baumbeschattete Schlafecke, für die noch ein Nachtlicht fehlt. Flohmarkt, anyone?
Unter dem Bett mehrere Feuerzeuge, eine fast volle Packung Tabak, einzelne Filter, Kronkorken, Sektkorken, Centmünzen und Kondom-Umverpackungen – alles deutet auf ein ausgewogenes, glückliches Leben. Ausgenommen der Piss-Fleck auf der Matratze, Kalle Blomquist zu verdanken, der in anderer Funktion die Mansion und dieses Blog schon einmal besucht hatte, many many midnights ago.

Am Abend kommt der neue Bekannte zu Besuch, wir reden über Herzen und Haare, unter anderem, dann „Crimes of the Heart“. Schöner Tag.