Erster Urlaubstag, wach schon vor 7 – Donnerstagskonditionierung. Aber bei solcher Morgensonne absolut sensationell. Dazu singt Lady Belinda mit ein bisschen Eurotrash-Disco am Anfang zwar, aber das darf eine Frau, zu der ein Baum, den sie umarmen wollte, einst sprach „don´t touch me“ und die Opium schon rektal ausprobiert hat. Glam hearts Carlisle und freut sich aufrichtig über Sun. Jetzt liegen ein paar Tage vor mir, die so richtig yummie sind und um 8 mit der Bijou-Fassung von Dorian Gray begannen (Info für Kenner und Mitwissende – nicht Bijou Brigidde). Heute schon drei Geburtstagsgrüße verschickt, es ist diese Zeit des Jahres, die echt teuer ist, weil ich alle Nase lang The perks of being a wallflower, Beautiful Ruins, Eleanor Rigby Geburtstagsgeschenke kaufen muss. Aber sie ist mir teuer. Früghlingskinder. Gemini.
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DER ANDERE ABER GEHT UND KLAGT oder ZÄHE BIESTER
Ein Friedensangebot ein Jahr zu spät. Frieden, wo eigentlich kein Krieg war, nur Kinderei. „Frieden“ war wohl tatsächlich so gemeint, wobei ein „Sorry“ besser angebracht gewesen wäre. „Truce“ hätte ich anbieten könne, um der Harmonie im Freundeskreis willen, aber ich bin kein Kriegsschauplatz. Wenn jemand einen Fick über einen Freund stellt, dann ist das keine Freundschaft. Es war nicht das erste Mal, aber das Letzte. Ein Jahr, da radiert sich etwas aus.
(Betriebsanleitung: Es wäre nicht mein Blog, wenn ich das Thema vermiede. Aber es besteht über diesen Beitrag hinaus kein diesbezüglicher Gesprächsbedarf. Danke.)
SUMMERING
Normalerweise klappt das immer ganz wunderbar – um den Geburtstag rum Urlaub nehmen, viele Gäste haben, zwei bis drei Tage feiern und möglichst viel Zeit auf dem See in Rudeln rudern. Dieses Jahr könnte es zumindest mit dem See problematisch werden. Aber was soll´s, wenn ausgerechnet am ersten Urlaubstag der Mann, der immer das richtige sagt und tut frei hat und wir es uns wetterunabhängig gutgehen lassen können. Und wenn das Wetter nächste Woche mies bleibt, vielleicht schieb ich den Urlaub einfach ne Runde weiter. (Thanks, Lucky!) Jetzt müssen nur noch die australischen Badehosen pünktlich kommen. Burgunder und fire engine red. (Und wieder habe ich die Farbe nicht auf das Boot abgestimmt. Alles ist immer noch optimierbar, ist das nicht wundervoll?!)
NEO
Und gestern, als ich auf dem Weg in die Lausi bin, im Auto (schon wieder vergessen, wo ichs abgestellt habe, weil ich nur diesen einen Satz im Kopf hatte), halt dieser eine Satz im Kopf, der der Anfang von etwas sein könnte. Der andere Satz, der mit dem Turmzimmer, der hatte seinerzeit einen Roman hintendran. So ähnlich wie beim Kapitel 1 von Ashby House, kam da eine Vignette angeschossen und floss aus mir raus, es war die reine Freude. Mal schauen, ob´s bei der Kurzform bleibt, oder ob ich noch was Größeres damit anstelle. (Und gerade, wo ich mir unter meinem Namen einen Namen als Horror-Autor mache, finde ich, dieses Projekt sollte ich unter dem Pseudonym Neo Barock schreiben.)
OMG. 8.
HEROES
Gerade pünktlich – das Taxi ist gerufen, die Augen sind smoky mit ein bisschen schwarzem Glitzer – kommt die Nachricht aus Montreal – „Ich vermisse Dich.“ Von dem Mann, der mich über die Jahre zu den extremsten Gefühls- und Hormonaufwallungen gebracht hat und der sich aber auch seit einem Jahr nicht mehr gemeldet hat. Ich könnte nicht sagen, dass ich ihn gerade akut vermisse, aber fehlen tut er mir schon, generell. Sein Drama, das immer ansteckend war (, ist, und bleiben wird), sein Kuss, die Art, wie er sich in einen hineingrätscht, um komplett alle Aufmerksamkeit zu haben, sein Intelligenz die an den Wahn grenzt, sein free-love-spirit, sein fetter Schwanz, den er so generös einsetzt wie seine Worte, und die (und den) in vielen Sprachen. Ihn zu lieben setzt größtmögliche Toleranz voraus, aber irgendwie war ich an dem Punkt angekommen, als ich ihn mal versehentlich in einem Pornofilm wiedersah. XYZtube ist halt das neue Facebook, sagte ich mir. Und ich bin ja selber ne Schlampe, nur dass ich mich noch nicht auf XYZtube gefunden habe, aber auszuschließen ist es nicht, was weiß ich, was Leute mit privaten Sexclips tun. Seine immerhin waren professionell. Aber selbst dort war seine absolute Hingabe zu erkennen. Ein Mann, der sein Drama meinem entgegensetzen kann, George und Martha – aber als Hippies, also jemand, in all seinem ADHS, der einen Platz in meinem Herzen hat. Dabei wollte ich dieses Jahr ganz geerdet aufs Autorenfest gehen, letztes Jahr hielt mich die Phobie ab, das Jahr davor endete eine Sommerliebelei, ein emotionaler Event also. Das Taxi ist da und wir texten ein bisschen, ich versuche, ihn zu stabilisieren, mit den Mitteln, die ich habe – Du bist hier immer willkommen, ich drück Dich, und dann bin ich schon mit etwas feuchten Augen in Schöneberg. Das Fest findet dieses Jahr nicht in dem feinen Haus an meinem geliebten See statt, bei der wunderbaren B., in die ich mich schon beim ersten Kennenlernen verknallt habe und trotzdem sehen wir uns nur bei diesem Fest, was sich von nun an ändern wird. Denn heute ist sie nicht die Gastgeberin. Und ich mach die Tür auf und da ist sie, dieses Mal als Gast, und der Abend könnte nicht besser werden, denn wir haben endlich mal Zeit zu reden und im Gespräch wird klar, dass meine Instinkte, sie für einen Weltklasse-Menschen zu halten, goldrichtig waren. Außerdem nimmt sie mir nicht übel, dass ich sie in der Oper der Phantome besetzt habe, sondern hat erkannt, dass ich meine Superhelden in dem Buch zu Superhelden gemacht habe und fühlt sich geehrt. Und ich mich geschmeichelt. Und so bekommt der Abend seine nicht enden wollende Grundstimmung – Berlin ist meine Berliner Freunde. Ein fellow-Author begrüßt mich als Glam – seit meinem Meltdown letztes Jahr liest er das Blog sehr gern, ich sag – „Das ist ja super, weil da viele abgesprungen sind, es wurde denen zu echt“, und dann geh ich mit seiner schwedischen Freundin S. zum Buffet, das, wie immer, der Hammer ist. Die Lili, die in meinem Roman unfairerweise Angie heißt, kümmert sich um alles, und in der Küche rede ich mit meiner hochgradig fantastischen und wunderschönen Agentin. Als es nicht schöner werden kann, verabschiede ich mich. Stelle fest, dass ich um die Ecke von meinem lieben Freund M. bin und ruf ihn an. „Kann ich Dich zurückrufen?“ „Of course“. Aber dann sitz ich schon im zweiten Taxi des Abends. „By the way – darf ich Ihnen sagen, dass sie heute schon der zweite Taxifahrer mit einem massiv geilen Super-Fahrstil sind? So Klotzen statt kleckern. Dominanz auf der Straße zeigen. Das gefällt mir! So fahr ich selbst!“ Und der brettert stolz weiter und bringt einen Vampir mit einem splatternden Pfützenwasserschwall zum Schmelzen. „Oh, das ist schade, dass wir uns verpasst haben. Aber bist Du zu Hause, dann käm ich nochmal vorbei.“ Und dann kommt der M., ich koche ihm Kaffee und trinke selbst Chardonnay auf Eis, und es wird ein Gespräch, wie ganz früher, als wir erstmals Freunde waren, mit dem added bonus, dass wir miteinander mittlerweile sowas von frei sprechen könne, Skandale, Tabus, Schamgrenzenniederreißung, und als der M. geht und ich den Abend Revue passieren lasse, da spür ich mich, wo ich bin und als es gerade ein ganz ganz wohliges Gefühl wird, da bricht der Regen durch das Schlafzimmerdach und ergießt sich niagaresk auf den Teppich und ich steh, kuck, und lach mich tot.
SHAMELESS
Donnerstags hab ich ja immer früh frei, aber, nachdem ich auf der Urbanstraße beinahe einen Vampir überfahren hatte – die sind wirklich nicht tageslichttauglich – war mir nach Ruhe und das Aufregendste des Tages war, dass ich Lebensmittel im Netto und nicht im Penny gekauft habe. Und der fucking Netto hat Knorrs Mac&Cheese nicht mehr, also war´s umsonst. Im Notizbook stand noch „Bierhain wg Cit.Pr“, aber die schicken mir das Rezept freundlicherweise per Post.(Der heißt nicht wirklich Bierhain, aber so ähnlich.) Aus einem Nachmittagsschlaf erwachte ich um 1, schaute Half Nelson*** zu Ende. Lohnte sich. Gosling, dieser Schurke, hach. Old habits die hard, so klickte ich mich ein wenig durch Gayromeo und fühlt mich ein bisschen schuldig, und weil ich einfach nicht müde wurde – Shameless*. Das machte mich dann so richtig wach. Also mit der Gießkanne auf den Balkon und geschaut, ob wieder Vampire gegen die Hauswand pinkeln, aber war nichts. Nach Konsultation des Notizbuchs erstand ich dann noch dies und kann Ihnen empfehlen das auch zu tun und es nicht über Clipgrab zu stehelen. Ich möchte, dass es Belinda gut geht.
Belinda Carlisle – Sun (official video) – Video Dailymotion.
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HAPPY 80TH, YOU GLAMOURCAT, YOU!
„Flamboyant in her personal life and in roles she pursues, Collins continues to act in theatre, film and television in a career that has spanned more than 60 years*.“
WIKI
And wasn´t she, like, the first frenemy?! Joanie, I salute ya! (And no one else has been in their sister´s movies and they were called The Bitch and The Stud. What sisterhood!)
*7 decades, actually.
VAMPIRES AND MERMAIDS
Am Dienstag dann klingelt das Telefon und es ist Couchie Lee.
„Glammy, is it possibly that I stay with you for another night?“
Of course it is. Turns out, dass die Couch bei den neuen Gastgebern den Namen nicht verdient und der Partner des Gastgebers dieses ganze Einquartieren von praktisch-Fremden ziemlich fragdwürdig findet und irritiert auf die Siegessäule schaut, in der diverse Partys und Events mit Kuli eingekringelt sind.
„Who circled these?“ Mit hochgezogener Augenbraue, versteht sich. Yuck. Gays judging gays.
„I´m glad you´re back. You set a record. You´re the first guest who comes back twice during one stay.“
„Do you know, the night we got stuck in Lucky´s elevator was the most fun night I had on this trip?!“
„Talking about it – do you remember me buying milk at the Späti?“
„Yes, milk and chocolate. You gave some to the people on the street.“
„Ah. And then wasn´t there…?“
„That, you mean. Oh yeah.“
(whispering)“Vampires…“
Magic Mike vorm Schlafen gehen. Erstaunlich und angenehm überraschend anders, als der Trailer vermuten lässt. Dennoch:
Die Körper sind natürlich massiv, aber nix gegen die Blicke von Matthew Bomer und Alex Pettyfer. SWEEEET. Und ist von Soderbergh, stellnse sich mal vor.
Wieder wird im Freundeskreis von Vampirattacken auf Touristen mitten in Berlin berichtet. Eine amerikanische Bekannte ruft entsetzt mit der Neuigkeit an, dass die Komische Oper im Herbst Rusalka bringt. Sie warnt mich eindringlich vor dem Besuch, hält sich aber bedeckt mit dem Grund, warum.
20.5.12
Eigentlich hatte ich vorgehabt, mit der Lieblingsdänin zur „Alten Liebe“ zu fahren, es ist Spargelzeit und die „Alte Liebe“ berücksichtigt dies, und im Frühling gibt es kaum etwas Schöneres, als an der Havel entlang zu spazieren und dann gutbürgerlich auf dem Fluss Spargel zu essen. Aber das mindset war nicht so. Jennifer Egan klang im Kopf noch nach und irgendwie war´s in Glam Gardens frühlingshaft genug. Nach etwas Hugging verabschiedete ich Couchie Lee und verbrachte die nächsten Stunden mit Nachmittagsschlaf und Vorfreude, bis der Mann, der immer das richtige sagt und tut vorbeikam und das richtige sagte und tat.
Vor dem Einschlafen noch ein bisschen Night and the City geschaut, ein Jessica Lange blind spot, ein Film, an dem ich jahrelang vorgeigeschrappt bin. Zu recht, wie ich jetzt feststelle. Auch wenn es ein Vergnügen ist, Jessica zu zu schauen, wie sie die toughe Bar-Lady gibt – De Niro nervt und die Geschichte ist banal langweilig. Heute vielleicht besser noch einmal Paperboy (da nervt nur John Cusack).