Archiv des Autors: glamourdick

BETZI

Trotz rush hour am Freitag zwischen 13 und 14h hat schon die Fahrt etwas Beruhigendes, wenn es Richtung Schlachtensee geht. Irgendwann fährt man dann nur noch durch Allen wie unter grünen Dächern, die Sonne blitzt hindurch wie bei Boys in the Sand und es ist eine ganz andere Geräuschkulisse als sonstwo in Berlin. Im Schatten alter Bäume sitzen wir im Garten und es ist ein bisschen wie im Roman. Richtig gut kennen wir uns (eigentlich) (noch) nicht, aber auf einer anderen Ebene ist da tiefstes Vertrauen und eine Wertschätzung wie die, die man einem besten Freund gegenüber hat.
„Als ich Dich das erste Mal gesehen habe, da wusste ich, dass wir mal Freunde werden. Das war wie ein Verknallen, nur eben freundschaftlich.“
Und mir ging es ganz genau so. Das sind die raren und wertvollen Momente im Leben. Zwei Menschen, die sich etwas zu sagen haben und einander nichts erklären müssen. Und genau so ist sie im Roman gelandet, der Name etwas geändert, und ich hab sie in die Riege meiner Superhelden gestellt. Im Epilog, bzw in diesem Fall in der Zugabe, heißt ja nicht umsonst Oper der Phantome, da hab ich meinen Lieblingsblogtext umgearbeitet – die Figur, die da durchs winterliche Berlin läuft ist auf dem Weg zu ihr. Dass sie unterwegs einen Engel trifft, ist da eigentlich nur etwas Beigesteuertes, denn der echte Engel wohnt da im Haus am See.

HOLIDAYGLAM

Am Montag früh das Skailight und den E. verabschiedet und überlegt, was zu tun. Entscheidung war nicht schwierig. Rumschlunzen. Abgesehen von einem ausgiebigen Spaziergang auf der Suche nach perfekten Schrippen oder vergleichbaren Backstücken – Katie´s Blue Cat war geschlossen, die Bäckerei daneben, so eine mit 70er Schriftzug in Bäckergelb, die bis vor ein paar Jahren noch authentisch war, dann schloss, wird jetzt zum 1.7. gentrifiziert neu eröffnet, half mir also gestern nichts, ich also zurück auf die Wiener in die Bäckerei, in der ich die Fatima aus Peter Fox´ Lied vermute. Gestern arbeitete sie aber gar nicht. Die Schrippen waren dennoch gut. Dann den aufgeschobenen Wohnungsputz absolviert, mehrere Fotobände durchblättert, geschlafen, eine Doku über Frankenstein angeschaut, danach Frankenstein. Der Karloff macht das unglaublich zart. Beeindruckend. So beeindruckend, dass mir nie die ziemliche geile Schnitte aufgefallen ist, die den Victor (im Film heißter Henry) Frankenstein spielt. Colin Clive. Was wohl aus dem geworden ist – nicht mehr viel. Starb im Alter von 37 Jahren. Sehr auf schwule Komponenten geachtet, die Besetzung war ganz sicher eine, die Jagd auf Boris K. selbstverständlich auch. Am Abend dann noch The Impossible. Dolle geweint. Sehr sehr starker Film, wider Erwarten. Könnse sich anschaun.

Was anderes – sollte jemand von Ihnen in den letzten 30 Stunden kommentiert haben und sich hier nicht veröffentlich sehen – ich hatte 140 Spam-Kommentare und konnte nicht alle einzeln durchgehen. Ich hatte ja zu schlunzen. WordPresss hält mehr Kommentare für Spam, als es sind. Aber besser so, als den ganzen Spam-Dreck hier auf der schönen Seite zu haben.

BIRTHDAY WEEKEND

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Die Geburtstagslaune setzt ein, als am Vortag desselben das Patenkind mit Boyfriend eintrifft. Ich marschiere mit den beiden durch den Trendkiez und tatsächlich kommt sogar die Sonne raus und macht die Stadt süß und duftig. Wir frühstücken in der Brezel-Company – das Frühstück ist so ausgezeichnet wie das Gebäck. Am Abend triff das Skailight mit Boyfriend ein und wir dinnieren zu 5t bei Rocco. Als ich die Bedienung sieze lacht das Skailight sehr, aber ich kenn den Typ nicht und er war arg distanziert. Als ich bezahle fragt er aus Eigenantrieb „Stimmt das so?“, das ist irgendwie die falsche Reihenfolge, aber sei´s drum. Ich geh ja nicht wegen der schlechten Bedienung essen, und meistens erledigt sich sowas von selbst. Dann gilt es, unter 5en einen gemeinsamen Nenner-Film zu finden, also „Some like it hot“. Mehr denn je fällt mir auf, dass Marilyn eigentlich immer ein eigener Film für sich ist – ein Spektakel, um das herum agiert wird, als sei sie etwas ganz Normales. Das kann eigentlich nur sie und das macht sie zur tatsächlich größten Ikone des amerikanischen und überhaupt allen Filmes. Um Mitternacht wird angestoßen.

Am Samstag Baumarkt, denn der Sturm hat den Zitronenbaum vom Balkon gefegt und den Blumentopf zerschmettert – praktischerweise aber auf den Balkon, nicht die Straße, bzw. auf einen Passanten, aber wer geht auch bei einem so blöden Regensturm vor meinem Haus lang?. Bauhaus am Samstag ist ja oft Cruising, aber dieses Mal beschränkt sich der zwischenmenschliche Austausch auf ein Gespräch mit dem Ur-Neukoellner Paar hinter mir in der Schlange, das mir wärmstens ein Produkt empfiehlt, das ungemein effektiver sei als Molto*fill, das ich trotzdem kaufe, weil es sich so männlich anfühlt, Molto*fill im Haus zu haben (ich besitze tatsächlich drei Schubladen mit Heimwerkerbedarf aus einer früheren Wohn-Gemeinschaft, hätten sie nicht gedacht, ist aber so). Supermarkt, dann Einkäufe nach oben und schnitzeln, schnipseln, schälen, garen, unterbrochen kurz, als ich versehentlich eine halbe Mühle schwarze Pefferkörner in die zuzubereitende Kartoffelsuppe befördere. In nur 20 Minuten haben wir aber alle bis auf eines bergen können. In der Sekunde, in der es 18 Uhr schlägt, erscheinen tatsächlich die ersten Gäste. Die Agentin mit Boyfriend, dann Familie, erste Blogger (andere sind noch bei Frau Engl) – Herr Schneck mit der Gudi, Kolleginnen und Kollegen, Ex-Roomie mit dem wunderbaren C., die Lieblingsmitbewohnerin von vor ein paar Jahren, Autorenfreund Herr Elbel mit Gattin, eine Freundin aus München, die spontan angerufen hat, Frau Casino (mit einer entrückend göttlichen Himbeer-Tiramisu), Frau Koma mit Grafen und köstlichen Bouletten, Herr Strike mit Hearty, die Lieblingsdänin, die amerikanische Nachbarin, erstmals die Neuberlinerin Frau Kelm, Matze-Baby, La Nina. Trotz ürgsem Wetter können wir den Balkon nutzen und es kommt zu Familienzusammenführungen und weiteren zwischenmenschlichen Erstbegegnugen, Wiedersehen, Kennenlernen, Essen, Gesang und Tanz, viel Lächeln und Lachen, ein paar Tränen und festen Umarmungen und am Ende der Nacht, als es gerade hell werden will, schau ich mit der Lieblingsdänin noch etwas Marilyn und schlafe ein.

Sonntag wird aufgeräumt, aber bevor ich ernsthaft putzen kann, fällt mir die Flasche Champagner ein, die mir Ex-Roomie mitgebracht hat, die ich mit dem Sakilight und E. köpfe. So startet es sich gut in den Tag, auch wenn es sich etwas Monroe-esk anfühlt, die Medikamente mit Champagner einzunehmen. Was soll´s. Wir schieben das Putzen für einen späteren Zeitpunkt auf und schauen stattdesssen Lana-Banana bei Kunststücken zu, als die amerikanische Nachbarin spontan vorbeischaut und ihre Labradordame dabei hat. Die amerikanische Nachbarin bringt auch freundlicherweise das Patenkind zum Zug und das Skailight besorgt zunächst Leckeres von Barcomi´s, der E., zu späterem Zeitpunkt, ebenfalls köstliches Dinner aus dem Amrit. Wir schauen ca 12 Folgen French and Saunders (courtesy of Strike´s Birthday-present-Kiste) und heute tut mir vom vielen Lachen der Hals weh. Es war so schön. Und ich sage nochmal DANKE for making this weekend so very special!

Die Gäste sind abgereist, die nächsten treffen morgen ein, und ich mach mir einen schönen Tag, an dem es draußen ruhig grau sein darf, weil ich so viele Farben in mir trage, thanks to such wonderful friends and family! Eine Wohnung voll mit Pfingstrosen ist nicht der schlechteste Ort, einen griesigen Montag zu verbringen. Aber jetzt fang ich doch mal an, zu putzen.

HELLO DOLLYGLAM

Scheint eine Tradition zu werden, neben der Lieblingsdänin einzuschlafen, während etwas mit Marilyn im TV läuft und es draußen hell wird. Es war wieder einmal eine dieser magischen Frühsommernäche, in der alles stimmte. Alle meine Babies unbd Angels um mich (einige waren entschuldigt anderswo), genug Wein in der Badewanne, Essen, dass dieses Mal so gut schmeckte, dass nichts mehr übrig blieb (und es war ausreichend vorhanden!), Tanzen, Singen, Sehen und Wiedersehen. Neuzugänge und Klassiker. Angesprungen werden, Tränen, Mohn, Rosen, ein Orangenbaum. Aber am Wichtigsten: diese Melange meines erweiterten Ichs – diese wunderbaren Juwelen von Menschen, die ich Freunde und Familie nennen darf. Mir geht das Herz auf wie eine Blüte, wenn ich sehe, dass es unter denen klickt, die ich einander aus genau diesem Grund vorstelle. Und jetzt ein Sonntagmorgen mit Dolly Parton. Und noch nen Kaffee und ich hoff ich find noch ne Ibuprofen. What a magic lovely night, thank you my lovelies!

EMOTING 2.0

Emoticons. Manchmal bin ich überfordert. Mein favourite:

:-=

Das Nosferaticon, kennse ja schon.

Aber was heißt

:-*

(Ich lese das als „Ich küsse Deinen starfish von links.)

HOLIDAY!

Die Reichenberger lang und festgestellt, dass ich nicht im Stechschritt schreiten brauch und downgeslowt. Hab´s ja nicht eilig. Glühbirnen, 3 Euro det Stück, was ne Frechheit. Im Leseglück reingeschaut und Buch bestellt, kurzer Plausch, weiter zu Katie´s Blue Cat, eines dieser köstlichen Chutney-Pastries, dann Auto geholt und zum Hoffmann – Partydrinks kaufen. Parkplatz direkt vorm Haus. Jetzt John Barrowman, der sich versiert durch Musicalmelodien knödelt. Fehlt eigentlich nur ne lachsfarbene Rose und ne Tafelkerze. Und nachher kommt der Mann, der immer das richtige sagt und tut. Meinetwegen dürfte es sogar regnen.

Madonna – Rain from Max Giudice on Vimeo.

Und – hach! Schaunsemal wie Madges Augenfarbe mit dem Layout hier harmoniert!