Archiv des Autors: glamourdick

LADA GAGA, RENAULT D´AMOUR, FORD MEMBRAN, MERCEDES SOLAT, FIAT KOALA, (FIAT KIWI 4 NEW ZEALAND)

Zwei Tage in perfekter Gesellschaft auf dem Wasser. An der Idylle gibt es nichts zu ruckeln, außer, dass es in dieser Saison weder eine Edelgard- noch eine Frost-Sichtung gab und auch kein einziger Schwan sich zeigte. In die Sonne hinein projizierten wir neue Automdelle.

Et ce soir. Meet me at the Huxley´s tonight.

Edit. Es war nicht für alle ein idyllischer Sommertag. Very sad news.

IN VERA VERITAS, PET!

Gestern sowohl den runden Geburtstag der Frost, sowie das Mitarbeiterfest der Oper der Phantome verpasst, obwohl es luftlinienmäßig quasi schnurstracks vom Café Keese zur Komischen Oper einmal der 17.Juni gewesen und dann schwupps durchs Brandenburg Gate gewesen wäre. Aber nach dem Bürotag klebte ich und wollte mich in diesem Zustand niemandem zumuten.
Home alone eine Folge Vera mit der einzigartigen Brenda Blethyn. Die Serie hat Spielfilmlänge und leider nur 4 Folgen pro Staffel und ich erhoffe mir von Staffel 3, dass Vera ein bisschen mehr Privatleben bekommt, ist schon sehr krimilastig, aber so ist das bei Krimis, außer in Dänemark und Schweden und bei Engrenages. Brenda jedenfalls spielt Veras komplette Biografie in ihrer Mimik und Körpersprache. Ihre Stärke, ihre Sturheit, ihre Einsamkeit, Verletztheit, ihr Alter, ihre Entschlossenheit, ihre Trauer und ihr Trotz. Dass Frauen wie ihr Parts wie dieser geschrieben werden spricht für diese Welt. Aber, wie gesagt, in Staffel 3 noch etwas mehr Raum für sie.

Trailer for Vera – the ITV Series from Pan Macmillan on Vimeo.

Ihr zu zu schauen ist ein bisschen, like watching me Mom, luv.

THE ACCURSED

Nach so etwa 80 Seiten kriegt die Oates die Kurve, mittlerweile liest es sich ganz angenehm. Es kommen ein paar Erzählperspektiven, die Spaß machen (Mrs Burr, bspweise, die bettlägerige Intrigantin, die das Leben verweigert und auf die Blavatsky-Geisterwelt steht, und die vermutlich als Jungfrau sterben wird, wegen eines Vorfalls auf der Hochzeitsreise…). Dann noch der vampireske Neuzugang in Princeton und das Geistermädchen mit dem Strick um den Hals. Horror-Elemente, die sich so geben, als existiere keine moderne und postmoderne Horror-Kultur. Petit Guignol, um mal einen Begriff zu etablieren, falls dies nicht schon jemand anders tat, ich googel jetzt nicht. Was ich vor ein paar Tagen sagte – dass sie Egan usw. nicht zur Kenntnis genommen hat – ich relativiere. Der Perspektivenwechsel ist schon sehr zeitgemäß. Aber dennoch nostalgiert sie, das Erzähltempo ist eine Herausforderung, wird immer wieder gebremst. Das ist ein bisschen wie Edging – nicht mein Ding. Wenn ich kommen will, will ich kommen.

THE REALLY GREAT GATSBY

Und gestern – endlich – The Great Gatsby. Was ich vermutete. Ein Bilderrausch, in den ich eintauchte und glückselig waberte. Ein FILM. Von einem Regisseur mit VorstellungsKRAFT. Baz Luhrmann dreht nicht einfach Filme, er gestaltet Bilderwelten. 3D ist für ihn erfunden worden. Ganz anders als bei meinen anderen beiden 3D-Erfahrungen hat hier die Methode ihren Meister gefunden. All das, was man von Lurhmann gewohnt/verwöhnt ist – Opulenz, Überschreitung, Überzeichnung, Bilderfluss – hat hier endlich seine perfekte Form gefunden, die Bilder ziehen den Betrachter hinein, die Musik konterkariert nicht etwa – ein Gangster-Rap ist tatsächlich die adäquate musikalische Illustration. Das ist die vordere Ebene. Die Meta-Ebene – der Gatsby-Stoff, in dem alles um Fake geht – wird hier gleichermaßen bedient. 3D ist Fake, wir sind nicht im Film drin, es sind nur gestaltete Bilder. Daisy Buchanan ist nicht weich und die Große Liebe, sie ist so Fake wie Getz/Gatsby selbst (ich verstehe jetzt, warum Luhrmann Carey Mulligan besetzt hat – Blake Lively, die ich viel lieber mag, hat eine zu edle Härte für diese Daisy). Aber auch wenn all der Prunk und Putz nur Fassade ist – Gott, was macht es Spaß ihn sich anzuschauen, und auf dieser Ebene dockt man an Gatsby an, der sich sein Xanadu/San Simeon erbaut hat, um die größte Sehnsucht zu stillen – Daisy, in der Bucht gegenüber, zurück zu bekommen.

Was die Erzählung so großartig macht, das vergaß ich gestern, Lucky – die Sprache. Die Geschichte wäre keine literarische Sensation gewesen, wäre da nicht F. Scott Fitzgeralds einzigartige Sprache.

So we beat on, boats against the current, borne back ceaselessly into the past.

Der bewegendste Moment – die letzte Einstellung. Das Boot, das auf das Grüne Licht zusteuert, aber von der Strömung zurückgehalten wird und rückwärts zu fahren scheint – der Vergangenheit zu. Luhrmanns Filmsprache hat das perfekte Bild für einen der schönsten Sätze der amerikanischen Literatur gefunden.

Und ich vergaß bislang zu erwähnen, was den Mr. Gatsby so fucking great macht:

_gatsby

FLOCKIG LESEN

Schreibt die Oates doch tatsächlich (sinngemäß) – auf den folgenden Seiten bekommen Sie vertiefende Informationen über die beiden (ennervierend langweiligen) soeben vorgestellten Charaktere. Diese Informationen sind nicht handlungsvorantreibend, sie dienen wirklich nur der Vertiefung. Sie können die Passage überspringen und mit dem folgenden Kapitel fortfahren.

Gesagt, getan.

30.6.13

Eigentlich wollte ich nach Filmmuseum und Jungs-zum-Bahnhof-bringen direkt zurück zum Potsdamer Platz, um den Gatsby anzuschauen, aber dann war ich so randvoll mit Geschichten, dass ich das verschob. Stattdessen tranquility und am Abend Bette Davis in Now, Voyager, dem Ur-Format für alles, was im ZDF sonntags um 20.15 Uhr läuft. Trotzdem immer wieder schön.

DER HAKEN MIT DEM KRAKEN

TUT-Tickets abgeholt, Familie in Empfang genommen, zurück nach Hause, den neuen Roman von J.C.Oates angefangen und ich glaube, mein Leben ist mittlerweile zu kurz für Romane, in denen eine Unterhaltung zweier Universitätspräsidenten über gefühlte 60 Seiten ausgewälzt wird. Dann Familienlunch bei Rocco, danach mit Neffen und dessen französischen Cousin ins Kino – World War Z in 3D. Nach Tim Burtons Alice mein zweiter Film in 3D und die guten Schockmomente sind wirklich nur der Technik geschuldet, wenn ein Zombie knapp an einem vorbei hüpft oder auf einmal ein Hubschrauber überm Kinosaal schwebt. Diese Wow-Momente reißen einen dann aber auch gleich aus dem Film raus, was bei diesem Film jetzt nicht so wild ist, man kann sich ja denken, was kommt. Immerhin macht es große Freude, mal wieder Brad Pitt zu sehen. Fest beschlossen, den Gatsby auf alle Fälle noch im Kino anzuschauen, denn da geht es ja um das Boom und WOW und barocke Opulenz und jetzt bin ich ja 3D-gewöhnt und sehr neugierig, wie ein Genie wie Baz Luhrmann die Technik für sich nutzt und allen mal zeigt, wie das geht.
Danach ein Cocktail Bei Billy – wie üblich „Love in the afternoon“. Jetzt ist auch der Patenonkel des Cousins des französischen Neffen dabei und der kommt gerade aus einer anderen Welt als wir und berichtet über Statistiken, Relationen und Korrelationen und warum es am Potsdamer Platz manchmal so stinkt: der Wasserverbrauch ist niedriger als zum Zeitpunkt der Schätzung, die Rohre zu breit, und so muss mitunter sogar mit Trinkwasser nachgespült werden. Ich mag ihn eigentlich sehr, aber thematisch könnten wir gerade nicht weiter auseinander sein und ich ermatte zunehmend, bin allerdings auch seit 6 auf den Beinen. Nach einer S-Portion Leberkäs mit Bratkartoffeln und Spiegelei im Spätzle-Express (die eher als M-L daherkommt) ziehen wir durch 36 weiter, dann die Friedelstraße runter, wo ein Etablissement mit dem Namen „Weincafé“ meine Aufmerksamkeit gefunden hat. Da sich aber auch hier die Unsitte breitgemacht hat, dass Wein in 0,1 Gläsern ausgeschenkt wird (Haaaallllooooo, wir sind in Kreuzberg!), trinke ich einen Cidre, die anderen Bier und Schokolade und Cortado. Hier sind die Gesprächsthemen dann lebensnaher. Wie man mit 16 so drauf ist erfahren wir aus erster Hand. Ich kann mich noch sehr gut erinnern. Es ist noch nicht mal 23h aber ich bin platt. Die -Jungs eigentlich auch, aber der Patenonkel noch nicht. „Wär das okay, wenn ich noch mit zu Dir komme, Glam?“
„Sure.“ Innerlich so eher (Ach nööööö.)
Dann richte ich den Balkon für die Gäste her, distributiere Cola und Wasser und muss mich entschuldigen. Ich bin nicht mehr auf Sendung und auch der Empfang ist gestört. Ich denk, Mensch, die Jungs wollen doch sicher auch mal für sich sein und nicht ständig in anstrengende Gespräch verwickelt werden, aber das kann ich unschwer diskret in deren Anwesenheit rüberbringen und man will ja auch ein guter Gastgeber sein, aber um die Präsenz auf dem Balkon drück ich mich und entschuldige mich aufrichtig mit Fatigue.

Während ich schreibe, sitzen die Jungs in der Küche und Frühstücken und quatschen endlich mal, wie 16jährige das eben untereinander tun. Im Traum war ich in einem Zombie-artigen Zustand, weil ich die falschen Pillen genommen hatte, machte einen Spaziergang in Berlin, das am Meer lag und wo plötzlich die Flut zu weit zurückgegangen war, so dass es einem Traumfreund unmöglich gemacht wurde, mit seiner Boots-Spedition einen Kraken nach Wannsee zu transportieren.