Pomuschi. Ich sag´s nochmal: Pomuschi. Klingt zugegebenermaßen nicht so hart wie Arschvotze. Aber geht beides nicht. Wo kommen wir denn da hin? Als nächstes inserieren sie noch ihre Popo-Mumu.
Miau!
Archiv des Autors: glamourdick
AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAARGH! oder THERE AIN´T NO HOLLA BACK
Leute, die „Holla, die Waldfee!“ sagen. Oder „zum Bleistift“. Oder „sag ich jetzt einfach mal so…“ (oft gefolgt von einem „…, nu?!“)
In der Regel verklemmt-verkniffene Arschgesichter, die sich frech, hip und jung vorkommen wollen. Wie kommen sie bloß darauf??? Für ein selbst hervorgebrachtes „Supi“ kneif ich mir zur Strafe einmal in den Po. Bei Stift und Fee sollte es einen Tritt in die Eier geben. Und „sag ich jetzt mal einfach so“-Sagern muss man entgegnen: „Einfach so, ja? Einfach so. Sie meinen das also nur so einfach so. So einfach einfach so!? Einfach so sagen Sie das. So so, EINFACH. SO!“ Holla!
NUR SO INTERNES BLA BLA VERÄUSSERT
Es rumpelte, es pumpelte und das Badezimmerfenster war versucht, es der Birke gleichzumachen und sich zwecks Tapetenwechsel auf den Weg zu machen. Und trotzdem schlief ich einen erholsamen, ruhigen, langen Schlaf.
Heute morgen dann der Blick auf die Terrassen-Brüstung. Schock. Es stehen nur noch zwei Blumenkästen darauf. Dann fällt mir ein, meinen Blick auf den Boden zu senken. Ich hatte sie ja vorsorglich runter gestellt.
Seit zwei Tagen so ein Ziehen im Innern, als ob sich eine Episode herausschält. Tapfer hab ich der zwieblischen Episode erklärt, sie solle sich einen anderen Wirt suchen zum Sprießen. Heute bitte ich sie wieder darum und stelle fest, dass mir ein Kontrastprogramm fehlt. Ein bisschen mit den Hanteln rumturnen ist es nicht. Hab ich probiert. Reicht nicht. Vielleicht liegt aber auch alles daran, dass mein Körper das überdosierte Nikotin vermisst. Ich habe das Rauchen um 50% runter reduziert. Bei jeder Zigarette, die ich an die Lippen führe, frag ich mich „muss die jetzt wirklich sein?“ und vetröste die Kippe dann mit „später, Baby!“. Geht ganz gut. Als solches. Reicht aber nicht.
ENTWARNUNG
Soprans Sohn ist zurück.
GLAM ON DRUGS
Das Kleine F bittet auf seiner Seite um die schönsten Drogenerlebnisse der Blogger und da schau ich auf die Uhr und stelle fest, dass im Grunde letztes Jahr mein 10jähriges Drogenjubiläum gewesen
ist, was die sogenannten harten und Partydrogen anbelangt. Und ich hab´s verpasst. Und obwohl mir wunderschöne Erlebnisse in Verbindung mit Drogeneinnahme einfallen (Sex, Party, Kuscheln auf E, die reizende Nacht mit L. und F., aus der noch ein ganzer Tag wurde), sind die erinnerungswürdigen die, die kein wirkliches Happy End hatten.
Garantiert:
Koksdepri. 1-7 Tage nach der Einnahme das Gefühl großer Niedergeschlagenheit. Gibt es auch nach E und Speed. Oft in Verbindung mit Schweißausbrüchen, Zittern. Eine Nacht Euphorie gegen mindestens einen Tag ohne jede Power, mit Augenringen, Traurigkeit und fiesem Hangover. Angstzustände, die sich gewaschen haben.
Desweiteren: Diverse Folgen von Selbstüberschätzung:
– in neuen Schuhen einen Koksabend feiern und dann drei Tage nicht laufen können, weil wegen der Schmerzunempfindlichkeit nicht bemerkt wurde, dass die Füße bluten. Beide. Stark.
– „Ja, ich probiere das mal, obwohl ich keine Ahnung von der Wirkung habe.“ 24 Stunden Trip ist die Wirkung. Kann schön sein. Muss aber nicht.
-“ Ja, ich probiere das mal, obwohl ich keine Ahnung von der Wirkung habe.“ Ohnmacht. Beim Aufwachern 20 Stunden später ist der Typ weg. Weitere 24 Stunden werden kotzend verbracht, mit Schmerzen am ganzen Körper und unglaublichem Hunger und Durst, den man wegen der Dauerkotzerei nicht bedienen kann.
– Das wirkt noch gar nicht, gib mir nochmal was. Zwei Stunden bewegungsunfähig mit Visionen. Now you know why they call it special K!
– Ich könnte noch einen Liter Wasser! (Und kotzt auf die Tanzfläche. Nein, das ist nicht mir passiert, das war ein Freund.)
– Aussetzer. Wenn man sich am nächsten Morgen gar nicht erklären kann, woher die blauen Flecken/ der Mann neben einem/ die Beißspuren überhaupt kommen. Wo bin ich? Wer bin ich? War ich das wirklich??
– Ach, ich rauch noch eine Zigarette vorm Einschlafen. Und am nächsten Tag Ikea einen Dankesbrief schreiben wegen der Unentflammbarkeit ihrer Matratzen.
Don´t get me wrong. Nichts gegen Drogen. Aber Maßlosigkeit geht ab einem gewissen Alter nicht mehr. Hat in Verbindung mit Drogen keinerlei Glamour.
THE WILLING SUSPENSION OF DISBELIEF

Passiert (in den letzten Jahren) selten genug, dass ich ein Buch ein zweites Mal lese, aber:
„Coldheart Canyon, my new novel, is action packed, and it’s filled with strangeness and violence and love affairs and romance and bizarre sex, and ghosts and all that. Did I mention the bizarre sex? But all this happens to characters that I think you believe in, you care for. You may even be surprised that you care for them. Some of them are real pigs, but you end up caring for them because I’ve taken a lot of time to build up their back-stories and their lives, the texture of their lives.“
(Clive Barker)
In dem Buch geht es ja eigentlich um ein Spukhaus, deshalb passt die Passage, in der vom Tod des Hundes des Erzählers berichtet wird überhaupt nicht hinein. Und trotzdem ist es eine der besten Passagen, die Barker je geschrieben hat. Und von daher gehört sie schon doch hinein. Zumal der fantastischen Ebene eine hyper-realistische vorgesetzt wird. Gefühlvoll, plastisch – genau so plastisch, wie er später mit allerlei Spuk, Horror, Sex und Terror auffährt. Er zieht einen in die Handlung hinein, so dass man das Übernatürliche nicht mehr hinterfragt oder analysieren möchte. Er benutzt es ganz luxuriös.
Clive Barker ist überbordend over the top. Und ein glamouröserer Horror-Roman als „Coldheart Canyon“ ist unvorstellbar.
Das Übernatürliche wird ja sonst eher als Ausdruck der Absurdität von Lebenswirklichkeit verwendet. Ich glaube für Barker ist das Übernatürliche ein Glamfest. Oder ein Fuckfest. Aber das schließt sich ja nicht aus. Very Versace, in a way.
GLAMUSEMENT, ALS SOLCHES
Hohles dunkles Lachen. Bei jeder Scheiß-Gelegenheit. Alles ist lustig. Ungeachtet der Uhrzeit. Schon voll auf Zack, kaum 9. Bis es mal eins aufs Maul gibt, glamourös.
SCHLUMMERFUNKTION, PER SE
Das sind genau die neun Minuten, die ich mich dann am Tag gehetzt fühle. Aber das Wort ist schön. Und das Gefühl, so sanft in den Schlaf zurück zu rutschen, die Wegdämmerwelle reiten bis es dann wieder klingelt. Ich experimentere jetzt schon so lange mit Wecktönen, aber habe noch keinen gefunden, der nicht mit Dauer an Brutalität gewinnt. Selbst der jetzige, der mich an den Klingelton erinnert zu dem mir nur einfiel „ein Engel erigiert“, als ich ihn das erste Mal hörte. Im Grunde ist ja der Neunminüter ein früh in den Tag platzierter power nap. Und das Wort power nap ist eine grässliche Formulierung für etwas so Schönes wie den Schlaf. Obwohl ich im Schlaf viele Dinge mache: schubsen, treten, telefonieren, manchmal mit den Zähnen knirschen, erlebe ich ihn beim Aufwachen als absoult stressfreie Zone. Ich halte mich da sehr gerne auf. Manchmal sogar in Alpträumen. Diese Art von der man wach wird, wo man froh ist aus dem Traum raus zu sein, wissend, man kann noch eine Runde drehen, das nächste Mal ohne den Alp. Vielleicht habe ich deshalb so eine Wertschätzung für Horror-Literatur. (Just re-reading „Coldheart Canyon“ and loving it, again.)
Ich glaube das Konstrukt Paradies oder Himmel, also Nachleben als solches*, existiert, weil nach dem Wachsein der Traum kommt. Wenn der Mensch nicht träumen würde, dann könnte er sich auch mit einem Ende als Ende abfinden, am Ende. Als solches.
* ich will ja jetzt häufiger „als solches“ verwenden.
UNDESERVED
Das einzig Gute, was mir zu Meryl Streeps Prada-Golden Globe einfällt: dass Anette Benign ihn nicht bekommen hat. Der Klopper is natürlich Helen Mirren, die für die beste weibliche Hauptolle in einem Drama (The Queen) und einer Mini-Serie (Elizabeth, I) gewonnen hat. Und alles mit ein bisschen verkniffen kucken!
Noch ein nerviger Alter: Mr Yunioshi himself, Mickey Rooney, behauptet, er habe Marilyn Monroes Namen kreiert. Das hat er schon einmal behauptet, aber damals hat keiner zugehört. Heute ist er mit der Geschichte immerhin bei imdb.com gelandet. Recherchiert heutztage eigentlich noch irgendein Journalist bevor er seinen Müll disht? Marilyn-Anekdoten, dargeboten von ehemaligen Filmtätigen, sind ein Zeichen von Altersdemenz. Das galt schon für Marilyns „beste Freundin“ Shelley Winters. Seltsamerweise gibt es nicht ein einzges Foto, das die beiden Freundinnen gemeinsam zeigt.
GLAM AND THE KINDNESS OF STRANGERS
Ich mag ja Sturm, vielleicht, weil mir noch nie ein Ast auf den Kopf gefallen ist. Also kann man ja mal einen Sonntagnachmittags-Spaziergang machen, schön über den 17. Juni, Türklinkenstände bestaunen. So wehen Frankie und ich durch die unschöne Ernst-Reuter-Architektur, bis wir vor einem prestigereichen Ladengeschäft aufschlagen. Hier bringt man Wohnstätten für Zaunkönige und Vogelfutter in Klinikgrößen an den Mann oder die Frau. Wer wohl so viele Vögel hat?
„Es ist ja unmöglich- früher, als das Haus noch Efeuspalier hatte, da lebten hier unzählige Sperlinge. Dann haben sie den Efeu entfernt und die Vögel verscheucht. Als ob die sich da in den Beton eingraben würden! Dabei hab ich immer so gern in den Himmel geschaut, morgens als erstes.“
Frankie trinkt einen Schluck Hobby-Autismus aus seiner extra dafür mitgeführten Thermosflasche und ignoriert die Alte, wie sich das für ein vernünftiges Stadtkind gehört, dem frühzeitig beigebracht wurde, nicht mit Fremden zu reden, aber ich gebe der korallrot-getönten Trenchcoat-Trägerin Recht und plausche ein wenig. Ich komme ja vom Dorf, da macht man das so an Sonntagnachmittagen. Sie genießt´s, findet den Absprung sogar fast noch rechtzeitig, um nicht als verzweifelt zu gelten und wird von einem nassforschen Windhauch in ihre Renterwohnung fortgeweht. Frankie schaut mich an, als ob ich den Verstand verloren habe. „Es gibt Fremde, deren Geschlechtsorgane ich ungefragt in den Mund genommen habe. Da kann man ja wohl mal mit ner alten Frau über Sperlinge reden.“