
…hatten wir während des Konzerts Gelegenheit, mit Barbra Streisands Doppelgängerin Gudrun Imelda Kusanke zu sprechen.
Glam: „Gudrun – wann fiel Ihnen eigentlich zum ersten Mal diese wirklich frappierende Ähnlichkeit mit Barbra Streisand auf?“
Gudrun: „Das war schon auf dem Schulhof. Ich hatte es deswegen nicht immer leicht.“

Glam: „Das kann ich mir vorstellen. Wie sind Sie zu Ihrem verantwortungsvollen Job gekommen und wie fühlt es sich an, sich als Barbra Streisand auszugeben, damit die zu Hause auch mal die Beine hochlegen kann und trotzdem im Gespräch bleibt?“
Gudrun: „Ich glaube, Barbra hat sich für mich entschieden, weil ich mir nicht zu schade bin, auch mal die Fenster zu putzen oder den Tisch abzuräumen. Und ich finde es toll, wenn mir in der Öffentlichkeit soviel Bewunderung entgegengebracht wird.“

Glam: „Gudrun, was haben Sie eigentlich gearbeitet, bevor sie den Dienst bei Frau Streisand aufnahmen?“
Gudrun: „Ich war Double für Angela Lansbury und Elke Sommer und dann kurz für Maria Schell, aber ich bin mit der Frau Schell nicht gut klargekommen. Dann hatte ich einen Kiosk aber ich hab morgens immer so Probleme mit dem Blutdruck, das ging dann auch nicht lange gut.“
Glam: „Was ist Ihre liebste Erinnerung an die Zusammenarbeit mit Barbra?“
Gudrun: „Die Aufnahmen mit Barry Gibb wahrscheinlich. Und die Regie bei „Yentl“.“
Glam: „Sie singen auch manchmal anstelle Barbras?!“
Gudrun: „Die Barbra ist halt eine Perfektionistin, die legt auf sowas wert. Da könnte sich ja sonst auch wirklich jede bewerben…“
Glam: „Das mag sein. Wie kommen sie mit Barbras ständigem Gewichtswechsel klar?“

Gudrun: „Da muss man selbstverständlich am Ball bleiben, aber ich hab da so meine Tricks und Kniffe.“
Glam: „Stichwort plastische Chirurgie!“
Gudrun: „Käme für mich nicht in Frage. Wer soll denn das bezahlen…“
Glam: „Barbra?“
Gudrun: „Fließt doch alles Geld in die Stiftung.“
Glam: „Wie lange werden Sie wohl noch für Barbra tätig sein.“
Gudrun: „Nu ja. Wir sind halt beide schon nicht mehr die Jüngsten.“
Glam: „Gibt es einen Wunsch, den Sie hegen – etwas, das Sie als Barbra-Streisand-Double gerne noch erleben würden?“
Gudrun: „Also ein Konzert auf der Insel Mainau, vielleicht. Da müssen Sie mal zur Blüte hin – sowas haben Sie noch nicht gesehen! Und dass ich bald ein eigenes Zimmer bekomme und nicht immer auf dem Sofa schlafen muss. Die Streisand schläft doch so unruhig und ständig latscht sie nachts durch´s Wohnzimmer, da kriegt man doch keine Auge bei zu.“

Glam: „Liebe Gudrun, ich bedanke mich für das spannende und vor allem auch aufschlussreiche Gespräch!“
Gudrun: „Ach – da doch nich für… Ich muss jetzt auch wieder. Gleich kommt „Somewhere“.
Glam: „Eine Frage noch, interessiert mich jetzt privat – Ihr Lieblingslied?“
Gudrun (ohne zu zögern): „You don´t bring me flowers.“
Glam (verständnisvoll nickend): „Da können Sie ja wohl sicher ein Lied von singen!“
Archiv des Autors: glamourdick
GET READY FOR GUDRUN…

NO MERCY oder APROPOS TIERSCHUTZ
In der freien Natur bloggen ist gar nicht so idyllisch, wenn man alle Nase lang (ja, immer noch ist Berlin im Streisand-Fieber) diese fiesen Giganto-Ameisen, teils beflügelt, klatschen muss und sich der Duft des Schmetterlingsbaumes mit dem des Ameisenkillersprays mischt. Das Spray ist ein slow killer. Deshalb finde ich das Klatschen gnädiger. Wenn man in solchem Zusammenhang überhaupt von Gnade sprechen kann.
So, jetzt muss ich aber mal weitermachen und mein Gudrun-Interview transkribieren.
SIND DA NICHT DIE TIERSCHÜTZER IM KARRÉE GESPRUNGEN GESTERN ABEND???
„In eleganter, tief ausgeschnittener schwarzer Robbe bot Streisand dann alles, was ihre sensationelle Karriere ausmacht: Balladen und Swing, Big Band und Filmmusik, Musical- und Broadway-Songs. „
www.vanityfair.de
What´s next? Gepaspelte Pinguine? Plissierte Ponys?
Ich wollte da eigentlich direkt kommentieren, aber vanityfair.de hat die wohl umständlichste Kommentierfunktion, die man sich vorstellen kann.
Und nicht vergessen —- Gudrun kommt!
HOW LUCKY CAN YOU GET oder UNEASY LISTENING
Hello Gorgeous – diese Anrede hörst Du sicherlich öfter. Vielleicht in letzter Zeit nicht mehr ganz so oft. In meinem Geburtstjahr standst Du im Central Park auf der Bühne in Kleidern wie Schmetterlinge, mit Lidschatten, wie ihn zuvor noch niemand wagte. Der Vortrag Deiner Lieder war einwandfrei. Der Humor in den Zwischentexten noch sehr geprägt vom langjährigen Aufmerksamkeit erregen in kleinen Jazz-Clubs. Alles an dir war Frisch Frech und unsagbar Funny und so ist es auch kein Wunder, dass Du für Dein Filmdebut auch prompt den Oscar bekamst – hello again, Gorgeous!
(Gorgeous indeed – das Finale fon „Funny Girl“.)
Du warst uanaufhaltbar und topptest die Album-Charts jahrzehntelang. Erfandest Dich neu als Hippiemädchen, als Discoweib, Broadway-Lady und letztendlich als politisch überkorrekte egomane Demokratin. Dein Ego war schon immer groß, so groß, dass jemand wie Madonna neben Dir bescheiden wirkt. Was Madonna in den 90ern gelang, das hattest Du schon Anfang der 70er: total control over your carreer. Darüberhinaus hattest Du noch viel mehr – gesangliches und schauspielerisches Talent. Eine Image-Inflation hattest Du aus diesem Grund nicht nötig und konntest es Dir leisten mehrere Jahre lang mit Minipli durch die langen langen Gänge Deiner Villen zu marschieren. Dann und wann drehtest Du mal wieder einen Film und häufig waren das richtig gute Filme. „Yentl“ – so cheesy sich die Geschichte erstmal anhört – „Yentl“ ist ein Meisterwerk und es ist eine Schande, dass man Dich als Regisseurin nicht mit einem Oscar gewürdigt hat. Deine Performances in „Nuts“ und „Prince of the Tides“ gleichermaßen bewegend. In „Meet the Fockers“ hast Du bewiesen, dass Du noch Humor hast und Selbstironie (anders kann ich mir die Minipli jedenfalls nicht erklären).
Zeitgleich mit Deinem Comeback als Live-Performerin Anfang der 90er wurde jedoch Deine Musik immer beliebiger, pathetischer, oprah-winfrey-mäßiger. Geistloser Kitsch, an jeder Ecke noch ne Geige und noch ne Harfe und ein Elfenchor mit Triangeln. Da konnte ich nicht mehr mit und hörte mir lieber die Originalfassungen von Liedern an, die Du mit Wucht und Überladung in die Kitschhölle gesungen hast. „Schön“ singen kannst Du. Aber die Welt ist nicht Bambi. Ich verdanke es Dir, dass ich Performer wie Judy und Bernadette entdecken durfte – nur konnte ich Dich danach nicht mehr ernst nehmen.
Ich finde es ja schön, dass Du nach wie vor erfolgreich bist. Das sei dir gegönnt. Aber als ich die Preise für Deine Konzertkarten erfuhr, da wurde mir schlecht. Diese Preise sprechen für ein überblähtes Selbstbild. Helge Timmerberg stand mal in einem Hilton-Hotel vor der Minibar und betrachtete eine Whiskyflasche. Dann dachte er sich „Ich will nicht, dass Paris an mir auch nur einen Lippenstift verdient“ und entschied sich gegen den Whisky. So geht´s mir heute mit Dir. Barbra, danke dafür, dass Du mit Deiner Karriere bewiesen hast, das man Gorgeous sein kann, ohne eine klassische Schönheit zu sein. Dass man weit kommen kann als jüdisches Mädchen mit großer Nase. Du warst ein großes Vorbild. But not any longer, Dear. „You´re — cellophane“.
(Breathtaking performance, great hair, awesome wet-look satin robe. Wartet bis zur dritten Strophe. Dieses Lied ist der einzige Grund, sich „Funny Lady“, das uncharmante Sequel zu „Funny Girl“ anzuschauen.)
(Schlimmer geht immer: Barbra hat sich eine Wimmer-Boje an die Seite geholt und sich mit David Hasselhoff, einer unidentifizierten Blondine und einem LKW-Fahrer um einen Flügel geschart. Ihre Brille ist bestimmt von Donna Karan. Ich empfehle, das Volume etwas runterzuschrauben, da die beiden singenden Legenden bei der Textzeile „Tell him“ eine Frequenz treffen, die Kate Bush in „Experiment 4“ beschrieben hat: „A sound that could kill someone“.)
ALL THE THINGS I COULD DO…
Ich hänge ja an meinem Geld. Nicht insofern, dass ich es nicht ausgebe, im Gegenteil. Aber doch immer lieber für schöne Dinge wie Bücher, DVDs, guten Wein und Kleidung. Ich zittere, wenn ich einmal im Monat meinen Tan-Block hervorkrame und mich bei meiner Bank einlogge. Und weil ich so ungern zittere, schiebe ich diesen Tag immer ein wenig vor mir her. Heute morgen habe ich mich selbst überrumpelt und noch vorm Bloglesen die Bank angeklickt. Festgestellt, dass mich die Untenrum-Branche gerade so saniert hat, dass ich mal wieder eine schwarze Zahl am Ende der Umsatzanzeigenliste vorweisen konnte. Historischer Moment. Ruckzuck KSK-Dauerauftrag geändert, Miete überwiesen – sogar inklusive einer albernen Restmietschuld. Und danach fühlte ich mich ein klitzekleines bisschen besser, weil es der Anstand gebietet, seine Rechnungen zu begleichen, aber hauptsächlich aus Erleichterung, dass ich mich jetzt die nächsten 4 Wochen nicht mit meinem Konto befassen muss, das sich nun natürlich wieder mit Lippenstiftroter Zahl präsentiert. Vielleicht sollte ich doch zur Streisand gehen, ich brauche eine Mäzenatin.
STAIRWAY TO HEAVEN
Dieses Jahr schon zweimal über den Egoschatten gesprungen, um zu kondolieren. Beide Male nicht bereut, weil, das gebietet der Anstand. Man wird glammer und weiser.
ACH WISSEN SIE WAS,…
… lesen Sie doch heute einfach mal in der Rubrik „Schnee vom vergangenen Jahr“. Sind nämlich zwei sehr schöne Texte gewesen, heute vor einem Jahr.
WEISSER SCHIMMEL?
Gießt man sich seinen Morgentee ein und der Blick wandert die Wand empor und bleibt an etwas haften, das dort, an den Dachbalken, nicht hingehört, dort aber zweifelsfrei und fast kess haftet. Etwas Weißes von der Größe eines 2-Euro-Stückes. Was ein wenig an eine Muschel erinnert – so die klassische Shell-Öl-Muschel. Es ist, wie der Tee schon andeutete, vormittags, kurz nach Aufstehen. Und Glam wird übel. Man müsste es entfernen. Dann würde man identifizieren können, um was es sich handelt, das da, anderthalb Meter Luftlinie vom Morgentee entfernt, den Dachbalken besiedelt. Dann würde man es aber berühren müssen und will man eigentlich wissen, was für eine Konsistenz das Wesen aus dem All da am Dachbalken hat? Nein. Kei. Nes. Falls. Es wird einem flau und schlecht. Ekel macht sich breit. Man setzt sich erst einmal und nippt am Tee. Der Ekel macht sich breiter. Ein Horrorbild entsteht vorm inneren Auge und man rast durchs Arbeitszimmer, um zu kontrollieren, ob sich das Wesen aus dem All hinterhältig auch auf der Rückseite des Dachbalkens ausgebreitet hat, dort vermutlich schon seit Wochen eine Kolonie gründet, die die Decke emporwandert und den Angriff auf Kreuzberg feinsinnig strategisch ausarbeitet. Puuuh. Keine Alien-Pods auf der Rückseite. Aber man kann jetzt nicht mehr ruhig dasitzen, während der Feind einen von seitlich hinten beobachtet. Resolut durchstreift man die Küche auf der Suche nach einem geeigneten Entsorgungsmechanismus. Plastiktüte? Nein – man will nicht nur eine dünne Lage Plastik zwischen Finger und Alien. Luftpolstertasche! Schon besser! Stülpt das Polster, so dass es eine Tasche bildet. Führt Hand in Tasche. Jetzt bloß nicht zögern!, wischt das Alien, das sich innen als Schwarzwälderkirschfarben entpuppt, vom Dachbalken. Unterdrückt Brechreiz. Entsorgt im Mülleimer. Und hat immer noch keinen Schimmer, um was es sich da handelt und starrt fassunsglos auf die Spur der Verwüstung, die das Monstrum zurücklässt.

DOPPELKNICK
