Archiv des Autors: glamourdick

GRISELDIS KUSANKE-WALTON

Kaum, dass Gudrun Imelda Kusanke sich am Tegernsee eingelebt hat, hat sie ihre Schwester Griseldis aus Peru einfliegen lassen, wo diese eine erfolgreiche Karriere als Double von Jennifer Rush und Ute Lemper sowie Mann und sieben SOS-Kinderdorfkinder hinter sich lässt.

(Mein Handy ist ne Filmkamera, ich werd waaahnsinnig!!)

Währenddessen am Tegernsee.

Gudrun telefoniert mit Schuermi. So geht das stundenlang.

EVERY TOM, DICK OR HARRY?

Ja. Auch die Mansion zählt zu den Durchschnittshaushalten, denen die Post morgen das Buch vorbeibringen wird. Auch Glam liest Harry. Glams Schwester liest Harry. Glams Nichte sowie Glams beste Freunde. Alle Zeitschriften schreiben über Harry. Wenn nicht über Harry, dann über seinen Darsteller. Man kann sich auch nicht durch die Boulevardmagazine zappen, ohne Harryberichterstattung. Ist das schlecht, peinlich, übertrieben? Nein. Es ist berührend, dass es solche Literatur gibt, dass Kinder und Erwachsene weltweit fiebern, endlich das letzte Buch aufzuschlagen. Außerdem ist es bezeichnend, dass die Fiktion die Nachrichten bestimmt, was sie ja eigentlich schon immer tat, insbesondere wenn es um politische Berichterstattung geht, aber nun auch mal richtig – die Welt hat einen Kulturhelden, das muss man mal sacken lassen. Die einzige literarische Figur mit so einem Ausmaß an Faszinosum ist vielleicht Scarlettund dann kommt erst mal ganz lange gar nichts, wenn man Jesus nicht ins Spiel bringen will, dessen Biographie ja auch noch sehr gut verkauft, nur dass sie keiner freiwillig durchliest.
Morgen öffnet sich das letzte Kapitel. Einen literarischenErfolg wie diesen gab es noch nie und wird es auch eine Weile nicht mehr geben. Um so ärgerlicher, dass es in Frau Rowlings wild bevölkerter Parallelwelt, die mindestens eine Generation von Schulkindern prägt und/oder prägen wird, zwar viel Skurrilles und Abwegiges gibt, aber nicht einen einzigen homosexuellen Zauberschüler. Ich glaube, dass es so manchen schwulen Schüler gibt, der sich gestärkt fühlen würde, wenn ihm in einem der wichtigsten modernen Klassiker der Jugendliteratur ein Identifikationsangebot gestiftet würde.
Then again – Harry wird ausgegrenzt von seiner Familie, von den Mitschülern, einige Lehrer arbeiten gegen ihn und über ihm liegt ein düsterer Fluch. Vielleicht stirbt er ja nicht, sondern küsst Lord Voldemort und erweckt so einen schönen, mächtigen Prinzen. Dann reiten die beiden auf einem geflügelten Einhorn in den Sonnenuntergang, Hermione macht eine eigene Zauberschule auf und Ron – wen interessiert es eigentlich, was aus Ron wird?

UUUUUUUUUUUUUUU AHA

Also, der Telefonanlagenwartungsbeauftragte hatte was. Auf so eine frische, feine Art. So jemand, dem man beim Sonntagsausflug auf der Havel über den Weg läuft. Und der vermutlich einen Hund hat. Ich tippe auf einen Labradormischling. Und er roch gut. Und als er sich streckte, da lüpfte sich das T-Shirt, bei dem es sich selbstverständlich um ein Poloshirt handelte, und diese zwei Zentimeter Haut nördlich des Gürtels, die man dann zu sehen bekommt, aber ich will jetzt nicht schwelgen, jedenfalls fängt der Tag recht gut an, so mal.

COUPLAND KNUTSCHT MIT GAIMAN

„Perhaps you can´t pray to a God who treats all equally. Perhaps then prayer becomes a redundant idea. If God loves all people equally, presumably one should not have to remind him to care? (…) What if the success of prayer actually reveals something about the power of thought?“

Auf dem Büchertisch liegen gesehen. In die Hand genommen, weil fasziniert vom Cover (Kein Verlagslogo drauf!). Erstaunt, dass Verlag den -man muss wohl sagen- Buchbauch (also gegenüber dem Rücken), sowie Buchkopf und Fuß samtschwarz eingefärbt hat. All diese Extrakosten… Rückseitig eine Kaufempfehlung von Douglas C. Gekauft, ich bin da ja simpel. Wenn Douglas meint…. Angefangen zu lesen. Angetan. Kurzer Ausflug in die Quantentheorie, immer noch angetan. Dann innerhalb der Fiktion die Ankündigung, dass da jetzt wohl eine Erzählperspektive kommen wird, die mich vermutlich überfordert, abturnt. Dann kommt diese Perspektive und ich liege platt auf dem Rücken und stampfe mitte Beene. Fan.Tas.Tisch. Unglaublich. Magisch. Betörend und auf einmal in einem Tempo, dass mir schwindelig wird. Dark. Dirty. Daemonic.

mr_y

Eine Literaturdozentin macht die Entdeckung ihres Lebens: das verschollen geglaubte Buch „The End of Mr. Y“, auf dem angeblich ein Fluch liegt. Der Roman (ist es wirklich nur ein Roman?) befasst sich mit einem Gedankenexperiment, das den Protagonisten in eine vierte (oder 5.?, 6., 7.?) Dimension transportiert. Und es liefert das Rezept für dieses Experiment gleich mit. Aber da wäre ja noch der Fluch… Und der ehemalige Priester, der der Protagonistin so vertraut erscheint…

VERFALL oder JUST ANOTHER CASE OF URBAN GOTHICA

Sitzt man also brav in der Hollywoodschaukel, das Macbook auf dem Schoß, schreibt über Monsterwelse und auf einmal erklingt ein ziemlich lautes, aber noch nicht ganz infernalisches Scheppernsplitternklirren von der Straße her. Das Fiese bei derlei Geräuschen ist ja, dass sie meist äußerst hörbar sind, aber oft genug die erzeugende Quelle sich beharrlich dem Blickfeld entzieht, was ganz sicher auch mit der Bauweise der Terrasse zu tun hat, denn anstatt balkonartig gerade abzuschließen, erstreckt sich noch ein kleiner Rest Restdach, der es mir unmöglich macht, zielgenau auf den Bürgersteig zu spucken.
Dennoch – die Neugier siegt und ich beuge mich über die Brüstung. Ich habe insofern Glück, als dass sich der Lärmverschulder auf der anderen Straßenseite befindet. Am Haus gegenüber, direkt über der Hofeinfahrt, ist auf einer Fläche von ca 3 Quadratmetern die gekachelte Fassade abgeplatzt und hat sich zum Sterben auf den Gehweg geworfen. Und schau mir das Haus mal genau an und warum ist mir noch nie aufgefallen, dass die gesamte Front, die sich über drei Hausnummern erstreckt, gekachelt ist?

HERZENTÖTER

Gerade wenn man über das kleine fernsehspiel gemeckert und gemotzt hat, zappt man unbedarft durchs Programm, bleibt beim „Debut im Ersten“ hängen und entdeckt ein Juwel, das die GEZ-Gebühren der vergangenen Jahre sowas von Wert ist. Katja Flint, selten so witzig und unverkrampft inszeniert als trinkfeste Diva, landet im Rücksitz eines Wagens, von dem sie eigentlich glaubte, es handele sich um ihre Limousine. Der Fahrer (sweet: Xaver Hutter) ist jedoch ein Autodieb, der seinen letzten Coup vor der Existenzgründung in Neuseeland plante und nun die Russenmafia am Hacken hat. Der Wagen bleibt im Spreewald liegen und die beiden schlagen sich so durch. Katja trinkt die Dorfbevölkerung untern Tisch, Kobja, der Autodieb, erliegt dem rustikalen Charisma einer dörfischen Pilotin. Mehr muss man zur Handlung nicht sagen – vermutlich läuft der Film demnächst in den Dritten*. Nicht verpassen! Skurril, bunt, 105 Minuten besten brandenburgischen Entertainments.

copyright: rbb, j. vietinghoff, j.huber
(Keine trägt Petrol wie sie: Katja, die einzige deutsche Schauspiel-Diva. Mehr schöne Rollen für Katja, bitte.)
Photo: © rbb/ J. Vietinghoff, J. gruber

Official site.

*Wer´s empfangen kann, nächster Sendetermin: Freitag, 20. Juli 2007
20.15-21.55 Festival (ARD digital)

DUFTBLOGGEN

gardenia

Schwer, dramatisch, durchdringend. Schwüüüüüüüüüül. Dangereux. Wie etwas aus einem Märchen. Poisonous. Eine Blüte – Du kommst. Zwei Blüten – Du vergehst.

UND IMMER NOCH MEHR FISCH-CONTENT

Was Kitty da an Land gezogen hat…

„Seit jeher erzählt man sich in Zehlendorf von Dackeln, die nie wieder auftauchten.
(…)
Zu den Welsen sagt Susanne Jürgensen noch: „Es ist nie der Letzte, den man da rausholt.“ Ein schöner Satz, wenn man auf der Wiese am Schlachtensee sitzt und den badenden Kindern zuschaut, unter deren Füßen die „verbliebenen Kollegen“ nun mehr Platz zum Weiterwachsen haben. Drei Meter und 150 Kilo sind drin, sagen Experten. Wobei „drin“ vielleicht sogar wörtlich zu nehmen ist: In den 80ern hat ein Fischer einen 2,5-Meter-Wels aus der Krummen Lanke geholt. Mit Netz. Er hat ihn wieder freigelassen, damit jemand wie Aulich ihn angeln kann. Es ist noch niemandem gelungen.“

QuAlle.

Samstag Prinzenbad, anyone? (Noooooooooooot. Das ist wie mit der Mondlandung – diese Fotos sind gestellt, damit nicht zuviele Leute dort hinwollen.)

C´EST LE VENT… ou 37°2 LE MATIN

Das, was hier durch die Wohnung geht. Wunderschön, unglaublich, es berührt mich, ich wehe. WIND!!!
In diesem Zusammenhang fällt mir ein, dass es höchste Zeit wird, „Betty Blue“ mal wieder anzuschauen. Wider Erwarten funktioniert der nämlich immer noch. A masterpiece. Schade, dass das mit Béatrice Dalles Karriere irgendwie nix Vernünftiges geworden ist.

Betty

Ja, ich weiß, dass sie die letzten 20 Jahre gut beschäftigt war, aber eine Rolle wie Betty kriegt man eben nur einmal, vielleicht zweimal.