Archiv des Autors: glamourdick

GLAM UND DAS PARTYLUDER

– Sssssooooo. Glääämuhhhr. Chmuss dir ma was erzäääähln. Isdo nämmi so: Wir ham hier – das Paradies. Auf Erden. Paradies. Paradies. Auf Ähhhhrdänn. Und weisstu was morgen is? Nein, weißtu nich. Is doch so. Weisstu welche Familjen abberufänn wern, auch von den Guten? Nein. Hastu nämmi keeeeeeinerlei Einfluss. Kannpassiern stehstu aufer Brücke zur falschen Zeit undann wars das. Plotsch. Paradies. Auf Ärdänn. Dankbar mussma sein. Kannsse ganich mit früh genuch mitanfang.

– Inge – Mänsch lassma den Glämmer.

-Ja wenn das so is dannpros
Jawenndassoisdannpros
Jawenndassoisliebaglämma
Jawenndassoisdannpros

(und jetzt kommt mein Lieblingspart, wo ein Dutzend 58- bis 72jährige ins Falsett kletterT und Ingrid Steeger wie einen alten Mann klingen lässt.)

PPPrrrroooooooooooossssss!!!!!

45 YEARS AGO TODAY, SOMETHING VERY VERY UGLY HAPPENED

MM_hat

This beautiful Lady was killed and a myth was born. She still shines brighter than any star since, and will continue to do so as cinema´s most glamorous Goddess, touching, traumatic and tragic. Ein Planet, der solche Schönheit zulässt, kann nicht vollständig böse sein. Aber so ein hinterhältiger Planet, wie er nun mal ist, hat er diese Schönheit auch wieder weggenommen. Immerhin in einer Zeit, in der Ton- und Bildaufnahmen möglich waren, so dass das Bild von Marilyn noch lange lange bei uns bleiben wird. Ich ziehe meinen Hut vor der blondesten aller Blonden. Marilyn ist heilig.

Gerne würde ich den Text unterlegen mit Kate Bush´s sphärischer Darbietung von „Candle in the wind“, aber die gibt´s nicht bei Youtube.

Das obige Bild können Sie hier käuflich erwerben (womit die Verwendung des Bildes auf dieser Seite als Gratiswerbung und nicht als Copyright-Verletzung zu betrachten ist) und ich hoffe, dass nicht die leichenverhökernde Agentur CMG daran verdient, sondern der Fotograf, der es aufgenommen hat, bzw. dessen Erben.

AND NOT ONE OF THE ELEMENTS THAT YOU CAN LIGHT YOUR CIGAR ON

Den Bloggern fiele nichts mehr ein, bloggt ein Blogger und verlinkt als Beispiel meinen gestrigen Beitrag und die von mir so geschätzten 500Beine, was mich ehrt, zählen die Beine doch zum Besten, sind vielleicht sogar das Beste, was es blogliterarisch so gibt. Ich kann nicht für die Beine schreiben, aber Ihnen, liebe Leser und Mitblogger beruhigend mitteilen, dass mir schon noch das eine oder andere Bloggenswerte einfällt und wahrscheinlich auch in Zukunft noch einfallen wird. Nur, dass es selbst bei so mitteilungsbedürftigen Menschen wie mir vorkommt, dass sie mit ihren gegenwärtigen Projekten soviel zu tun haben, dass das Reisen durch Bloghausen in den Hintergrund tritt. Es gibt für Buchstaben auch andere Verwertung als hier zu erscheinen. Und selbstverständlich neben dem 2.0 auch noch ein Leben in 3D, das gelebt werden will.
Und auch, wenn zweifelsohne irgendwann dieser Blog einmal geschlossen wird, so ist damit nicht in den nächsten Tagen oder Wochen zu rechnen, ich habe nämlich gerade meine 15 Euro an die Knallgrauen entrichtet.

Dennoch kann ich all jenen, die in meinem gestrigen Beitrag das Ende des Einfallsreichtums der Blogwelt sehen, empfehlen einfach mal ein bisschen zu stöbern, es gibt einiges zu entdecken, Sie müssen sich nicht an meinem Leben delektieren, es gibt noch viele viele andere da draußen, die mit dem Alphabet jonglieren können.

(Memo: Mit 500Beinen mal ein Bier trinken gehen, zwecks herzhaft Lachen.)

GLAM PRÄSENTIERT SEINE HAUSTIERE

Das Schöne am Junigeburtstag: Rosengeschenke. So denke ich jeden Tag an Frau Fragmente, die mir die farbschönste Rose überhaupt geschenkt hat. Von Pink über Rosé, Mauve, Lachs bis Orange. Und kaum ist sie ausgeblüht, fängt sie wieder von vorne an!

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Das ist die Lucky-Rose vom Vorjahr, sie blüht von Mai bis November und zwar üppig.

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Was ich immer noch suche: die lachsrosane Rose meiner Kindheit, die so stark duftete, dass sie Gardenien olfaktorisch übertünchen konnte. Nicht nur sah sie wunderschön aus und verbreitete den Duft, den ich heute mit Nostalgie gleichsetze – kandiert schmeckte die Blüte auch noch köstlich!

Und, wo das jetzt ein seltsamer Beitrag ist, überlege ich, auf dieser Seite ein Strickblog zu eröffnen. Oder was mit Basteln. Mal schauen.

GLAM LÄSST DIE SEELE BAUMELN oder PARALLELUNIVERSEN…

… sind gerade großes Thema. In der letzten Monaten immerhin 2 Romane gelesen, in denen die Protagonisten den Schlüssel für eine andere Dimension besitzen: „Lisey´s Story“ und „The End of Mr. Y“. Dann war da noch die Folge „Nip/Tuck“, in der Joely Richardson in einem Paralleluniversum ihr Leben an der Seite des anderen Chirurgen erlebt – die „what if“-Variante.
Ich war gestern in einer fantastischen Wohnung in Mitte, die, wegen Gefängnisaufenthalt der Vormieter spontan ab sofort und zu äußerst günstigen Konditionen zu vermieten war. So dass ich zuschlagen musste. Da die Wohnung recht groß ist, beziehe ich sie mit einem mir (noch recht) unbekannten jungen Mann, der (ich weiß, das bedeutet gar nichts) einen recht guten Eindruck macht. Das ist so eine Wohnung – Du schaust aus dem Fenster und siehst überall Möglichkeiten. Ein spontanes Glück, eine Opportunity, und das Adrenalin britzelt vor Aufregung und weil man sich selber so überrumpelt hat, mit seinem Entschluss. Dann ein komisches Gefühl, etwas reißt einen auf den Boden der Tatsachen. Man wird wach und denkt an den Kontostand. Öffnet die Augen und sieht Wände, die mal wieder geweißt werden müssten. Aber es ist diese Art von Wachzustand, die sehr manipulativ ist und so stelle ich mir ein Blatt Papier mit einem großen schwarzen Punkt vor, konzentriere mich darauf und bin zackig zurück in meiner parallel existenten Mittewohnung. Und schaue mich dort etwas genauer um, es kann nicht schaden, denn dies ist offenbar die Wohnung, die meine Seele mir vorschlägt, mein Gedankenraum. Ich glaube an die Wirkmacht von Gefühlen und Gedanken. Die träumende, schlafende Seele verhält sich vermutlich baumelnd: wie ein (correct me if I´m wrong) Proton, das sich im Atom wellenartig bewegt, bzw. zeitgleich an mehreren Orten ist. Erst der Blick aufs Proton, also eine Bewusstwerdung von außen, bindet es in eine Position. Das Erwachen.

Mein Lieblingssatz aus Harry 7: „Of course it is happening inside your head, Harry, but why on earth should that mean it is not real?“

OLD AGE AIN´T NO PLACE FOR SISSIES

„schnell suchte ich mir ein abteil, in dem nur junge menschen saßen. bin gerne von der waschbrettbäuchigen jugend umgeben. das macht fit. und depressiv“,
schreibt Herr Twiggs und es stellt sich ein gewisser Wiedererkennungseffekt ein. Die ganze Woche rattert er schon in mir, der Text zum Thema Altern. Statistisch betrachtet habe ich möglicherweise meine Lebensmitte gerade erreicht, aber es fällt mir manchmal schwer, mir vorzustellen, wie es mir Peter Pan so in 5 bis 10, geschweigen denn 20 bis 40 Jahren gehen wird. Ob es wild weitergehen wird oder ob ich mich irgendwann geschlagen gebe und die Zahlen, die mein Alter bestimmen, akzeptiere. Immerhin bin ich so weit (und es schmerzt), zu akzeptieren, dass mir diese Zigarettenhosen nicht stehen und dass eine asymmetrische Frisur etwas de trop wäre. Und ich finde sie fantastisch, die Frisuren und die Hosen, ich schau sie mir so gern an, aber selber tragen wäre ein No No. Hinzu kommt noch, das sagte ich bereits vor einiger Zeit, dass mir die aktuellen Mittzwanziger so gut gefallen, im Gegensatz zu den Mittzwanzigern, die es gab, als ich Mitte 20 war. Und noch eine ganz seltsame Entwicklung: meine liebsten Pornos (d.h. Internet-Amateurpornos) zeigen Männer, die aussehen wie ich vor zehn, fuffzehn Jahren. Das ist ein bisschen Peter-Berlinesque. Retard-Narzissmus? Oder versöhne ich mich mit meinem inneren Mittzwanziger?(Mein Leben ging irgendwie erst mit 30 so richtig los.)
Die Beschäftigung mit dem Altern wird nicht einfacher, wenn man sich die zweite Staffel „Nip/Tuck“ in Überdosierung gibt.
„Age has its advantages“, sagt darin die obercoole Famke Janssen, „but with youth you get to touch the future“. Ich bin nicht mehr Bestandteil einer „Jugend“kultur, fühle mich ihr aber näher als dem Mainstream oder den ganz gesetzt Lebenden, die es ja weltweit in großen Zahlen gibt. Ich mag, wie die Kids ein Outfit aus der Mülltonne zaubern können, ich mag ihre verpeilten Wohnungen, ich mag sogar, wie sie ihre Bierflaschen über die Schlesische tragen. Sie sind ein wenig Grey Gardens, nur dass bei ihnen noch Wachstumshormone ausgeschüttet werden. Rein biologisch betrachtet könnte ich ihr Vater sein, aber dann würde ich sie anbrüllen, sie mögen doch ihr Zimmer aufräumen und ihnen einen Schein in die Hand drücken, damit sie sich was Vernünftiges anzuziehen kaufen. (Die Kohle würden sie natürlich für Softdrogen ausgeben.) Kismet.

„Age isn´t a curse, it´s a privilege“, sagt ein Schönheitschirurg (oder war es seine Schwiegermutter?) in Nip/Tuck. Und, ja – das Leben an sich ist ein Geschenk. Das „Jungbleiben“ nicht nur etwas, was unsere Kultur uns per Werbung aufoktroyiert, sondern vielleicht auch etwas, das wir so lang wie möglich aufrecht erhalten müssen. Jedem Neuanfängler (zu denen ich mich auch zähle, auch wenn es ein besonders langgezogener Neuanfang ist) empfehle ich, sich an etwas Neuem zu inspirieren, nicht an den und dem Alten fest zu kleben. Touching the future, im geistigen Sinne.
Dennoch werde ich der Jugend nicht nachrennen (weder so, noch so). Wenn ich Ihnen irgendwann über den Weg laufe und Ihr erster Gedanke betreffs meines Outfits lautet „Pathetisch!!“, dann sagen Sie mir das, dann kann ich kurz nach Hause gehen und noch eins drauflegen, denn überzogen pathetisch ist schon wieder Exzentrisch, und nicht etwa ist Essen der Sex des Alters, sondern Exzentrizität die Jugend des Spätsommers, des Herbstes und selbst des Lebenswinters. Altern? Touché.

X-GIRL AT THE CIRCUS

peta-famke

Adorable Famke Janssen. Ich seh das Bild, denke Blond und weiß, mit wem man „Nights at the Circus“ verfilmen sollte. „Nights at the Circus“? Qu´est-ce que c´est?? Ein Buch, das ich dringendst nochmal lesen muss, und das ich auch jedem und jeder ans Herz legen möchte, der oder die sich für Magischen Realismus interessiert. Angela Carter, die leider viel zu früh verstorbene Autorin, ist nämlich Godmother des Genres.

Jahrhundertwende 1899/1900. Ein amerikanischer Journalist bekommt den Auftrag, das Rätsel um die vermeintlich (?) geflügelte Trapezartistin Fevvers zu lösen. Er interviewt die üppige Cockney-Blondine und verfällt ihr. (Ging mir beim Lesen genauso). Und weil ich ja berühmt bin für meine Inhaltsangaben, in denen so wenig Handlung wie möglich vorweg genommen wird, nur soviel – der Roman ist opulent, wuchtig, die Sprache feinsinnig und doch dionysisch satt, der Geist dahinter schlichtweg WEISE. Die Stimmung schwankt von höllisch-düster bis hilarious und nach dem letzten Satz ist man mit der Welt versöhnt.
Als ich von Angela Carters Tod erfuhr, und das war in der Ubahn, musste ich weinen. Der Überbringerin der Nachricht, meiner damaligen Dozentin, ging es nicht anders. „Warum hat es nicht die Murdoch getroffen, die ist doch schon viel älter?“ hat sie mich gefragt. Salman Rushdie schrieb Angelas Nachruf unter der Überschrift „A very good Wizard, a very Dear Friend“ in der New York Times.

Mehr von Famke J., wenn auch nur indirekt, gbit´s hier morgen.

ALICE LEBT HIER NICHT MEHR LANG

Nach ein paar Tagen mit schwer gestörtem Telefon wäre es doch ganz nett, wenn sich an diesem Status etwas ändert, zumal ich Harry 7 fast durch habe . Nachdem der erste Besuch eines Telecom(!)-Technikers keine Veränderung brachte, ruft nun also Glam bei Alice an, um mal nachzuhaken und einen neuen Termin auszumachen:
Alice: „Ich kann ihnen keinen neuen Termin geben, da der aktuelle Auftrag noch in Bearbeitung ist.“
Glam: „Dann nehmen Sie doch bitte meine heutige Störungsmeldung zum Anlass, einen neuen Termin für eine neue Störung zu machen – sonst zieht sich das doch wieder Tage lang hin.“
Alice: „Das geht nicht, denn der Auftrag ist im Moment in Bearbeitung und in einer Ablage, wo er nicht bearbeitet wird.“
Glam „Sie sagten also gerade, der Auftrag ist in Bearbeitung in einer Ablage, wo er nicht bearbeitet wird.“
Alice: „Ja, genau.“
Glam: „Haben Sie schon mal von der Herzkönigin gehört?“

alice