Archiv des Autors: glamourdick

GLAM GIVES HEAD

Als ob gerade mein Hirn operiert wird, oben links, ohne Narkose. Seit gestern. Der einmal-im-Jahr-dann-aber-mindestends-drei-Tage-Kopfschmerz. Kam gestern, fühlt sich auch heute noch bei mir wohl. Er ist es auch nicht anders gewohnt. Mein Dank an die Pharmaindustrie für i+buprofen 400. Zumindest stundenweise lässt er sich zupinseln.

ARMER ELVIS

„Seinen ersten Verlust erfährt er schon früh: Sein Zwillingsbruder stirbt bei der Geburt.“

Nein, das war nicht „Leute heute“ oder „Brisant“ sondern „Kulturzeit“ auf 3sat.

R.I.P. NY ASTORIA

Wrap it up and charge it
that´s my favorite phrase,
How lucky can you get?
When I see the chauffer think I’ll give him a raise
How lucky can you get?

Weekends in the country – with a Baron, of course
With a wardrobe to boast Mrs Astor´s pet horse!
Making merry music with the one that I love-
We´re a perfect duet!
Gee how lucky can you get?

(Kander/Ebb)

ONE FOR THE ROAD

„Zuletzt hat sie im Keller gehaust, alle Möbel waren schon bei ihrer Schwester, kein Mensch weiß, warum sie zu der ziehen wollte, aber sie konnte sich dann doch nicht vom Haus losreißen. Um 11.00 ist die Trauerfeier und danach wird die Leiche überführt. Ich kann das gar nicht verstehen, dass sie nicht hier beerdigt wird. Sie kam doch von hier. Und als wir noch jung waren, da hat sie mal gesagt, wenn ich tot bin, dann bringt mir man nen Cognak ans Grab. Das kann ich doch jetzt gar nicht machen.“

AMERICAN DAD

Arthur Miller, zweifelsohne einer der bedeutsamsten Dramatiker der Staaten, wenn auch nur für ca zwei Stücke, bekam, so las ich soeben in der amerikanischen Vanity Fair, im Jahr 1966 mit seiner dritten Ehefrau Inge Morath einen Sohn, den er in seiner Autobiografie „Timebends“ gänzlich verschweigt, von dem selbst Freunde und Bekannte nichts wussten, was damit zu tun haben mag, dass der Junge am Down-Syndrom litt. So wurde er kurzerhand in eine Anstalt gegeben und seine Existenz, so gut es eben ging, verdrängt. Miller hatte Zeit seines Lebens so gut wie gar keinen Kontakt zu diesem Kind. Und das obwohl er einige Jahre lang mit einer Waise verheiratet war und eine Ahnung gehabt haben müsste, wie es ist, ohne Eltern aufzuwachsen:

„There are hints in Timebends that Miller was struggling with his guilt about Daniel. He wrote at length about his own father’s abandonment by his parents, and said that Marilyn Monroe, who was raised in a foster home, taught him to spot an orphan in a crowded room, to recognize in his or her eyes „the bottomless loneliness that no parented person can really know.“ He repeatedly addressed the subject of denial. „Man is what man is,“ he wrote, „nature’s denial machine.“

Source

Danny Miller geht es offenbar gut. Er wurde von seinem Vater im Testament gleichberechtigt mit seinen anderen Geschwistern behandelt. Von seinem Erbe muss nun allerdings das Geld für seine Ausbildungszeit zurückgezahlt werden:

„By leaving the money directly to Daniel, Miller made him too wealthy to receive government assistance—and left the Miller estate open to being hit up by the state of Connecticut for everything it had spent on Daniel’s care over the years. Which is exactly what happened. Shortly after the will was filed, Connecticut’s Department of Administrative Services „issued one reimbursement claim to Danny Miller,“ according to the estate’s lawyer, for a „portion of his care when he was a minor.“ That claim, the attorney says, is now in the process of being settled.“

2000 STUNDEN

Einfach nur so im Auto. Die neu runtergeladene Platte, von der Du die Tracklist nicht kennst, läuft und begeistert, und Du bist ganz warm und Schmetterlingsmäßig und dann wirft sie Dir den Knüppel ins Genick, es ist vorbei. Und ganz alte Befindlichkeiten, die eigentlich gar nicht an die Tagesordnung gehören, es ist vorbei, kommen hoch – nee – wirbeln Dir wie ne Killerwelle über alle atmenden Organe. Es ist vorbei, es ist vorbye bye Junimond. Und dann bleibt Dir nichts, als rechts ranzufahren (in diesem Falle links), weil Dir die Tränen in einer Hitze übers Gesicht rennen, dass du vermutlich Deine Augenfarbe einbüßt und ab sofort als „aschgrau“ angeben werden musst.