Archiv des Autors: glamourdick

FROLLEIN STERBEN

diana

Mademoiselle Mourir
Mademoiselle Mourir
La terre, elle va tourner
Sans votre sourire
Sourire mélancholique
Comme c´était tragique

Princesse paresseuse
Déesse déclassé
Débutante débile
Féline, folie, fragile
La plus belle bulimic

Frollein Sterben
Frollein Sterben
Hinterlässt zwei junge Erben
Frollein Sterben
Frollein Sterben
Wirst nicht mehr lebendig werden

Lady Die
Lady Die
Lady Die Dead Death
On a street in Paris
You´re breathing your last breath
The planet keeps revolving
Your mysteries don´t need solving
The Queen has bowed her head.

Bild-38-

WENN ICH AUF IHRE EMAIL NICHT ANTWORTE…

…dann müssen Sie sich nichts dabei denken. Ist nicht persönlich gemeint. Ich weiß nämlich gar nicht, ob Sie mir eine Email geschrieben haben. AOL lässt mich nicht an meinen Account. AOL ist nämlich von Alice verschluckt worden. Und da die ja mit ihrem Todeskampf beschäftigt ist, spuckt sie meine Mails nicht aus. Aber macht ja nix. Das Telefon geht ja momentan.

GLAM RETTET DIE KINDER

Ab Samstag dürfen Jugendliche unter 18 nicht mehr in der Öffentlichkeit rauchen, sagt Maggie gerade. Man wird mich also demnächst auf Neukoellner Spielplätzen und in Buswartehäuschen lungern sehen. Raus mit der Kippe! Aber flott. Und jetzt gibst Du dem Onkel die Schachtel, zackich! Kiosk war gestern.

PRAKTIZIERTER SEXISMUS

Schlimmer noch als männliche Messies sind, ist diese bestimmte Art Frau, die auf eine Art messy ist, wie es sonst nur Männer sind. Ihre Messiness steht häufig in Verbindung mit einem wahnhaft-gigantischen Ego und Augenringen, mit trockenem Haar und vehementer Ignoranz. Anstelle des männlichens die-Klospülung-zu-betätigen-Vergessens tritt im weiblichen Fall das Blutspritzer-auf-der-Toilettenbrille-zurücklassen. Dies könnte man als Achtlosigkeit interpretieren, doch handelt es sich um Fälle von egomanen Selbstverweisen, selbst in Gestalt von Sekreten und Müll. Schuppen würden gut zu dieser Spezies passen, aber Schuppen sind bei Frauen ausgestorben, oder? Diese Art Frau verwendet, wenn überhaupt, zu hellen Lippenstift. So, jetzt könnt Ihr mich bei Alice Schwarzer verpetzen.

FUCK YOU

Dass die schöne Cinque-Pelzbesatzjacke bei der Geburtstagsparty weggestohlen wurde ist ja irgendwie, wenn auch schmerzlich, zu verkraften, aber dass sich die Donnie-Darko-Director´s-cut-DVD, die zweite Donnie Darko-DVD in meinem Besitz wohlgemerkt, sich unabgemeldet verabchschiedet hat, nach 4 Tagen in meinem Besitz, das kann ich mir nur mit einem Wurmloch erklären.

Edit.
Die DVD fand sich im vom Blitzschlag getroffenen ehemaligen DVD-Player. Aber die schicke Jacke ist nach wie vor fort. Hm. Was nun aber, wenn der ausrangierte DVD-Player ein Portal ist?

HURE DES SATANS oder DAS ENDE DER MUSCHITRILOGIE

vpunkt

45 Minuten in Warteschleifen. Nach erfolgter Rekonfigurierung mithilfe der freundlichen Telfefondienstleistungsmitarbeiterin funktioniert nicht einmal mehr das nachbarliche Netz. Diagnose Hardwarefehler. Anderthalb Stunden durch die Stadt – z ä h fließender Verkehr), zu Gravis hin und zurück. Diagnose: Alice-Diagnose falsch, es liegt kein Hardware-Fehler vor. Eigentlich erfreulich, aber nicht in diesem Zusammenhang. Nächster Alice-Anruf, zweite Warteschleife, dritter Anruf. „Bitte haben Sie noch einen Augenblick Geduld.“ Nein. Hab ich nicht. Ich hatte innerhalb der letzten 6 Wochen nur 4 Wochen lang einen funktionierenden Telfonanschluss, ich bin da etwas angespannt. Dann ein freundlicher Sachbearbeiter: „Ja, es liegt seit gestern Abend eine Störung vor, wir wissen noch nicht, wann Sie wieder Zugriff aufs Netz haben werden.“ Ich werde etwas ungehalten. So ungehalten, dass meine Bitte um eine Weiterverbindung zu einem Beschwerdemedium das erste Mal Ernst genommen wird. „Wir verbinden Sie gleich mit einem unserer Mitarbeiter. Bitte haben Sie noch einen Augenblick Geduld. Ihre vermutliche Wartezeit beträgt zur Zeit über 5 Minuten.“

Ich frage mich, ob die zusammenbrechenden Leitungen nicht schon die Folgen der Hacker-Rache eines ehemaligen Alice-Kunden sind. Und warum funktioniert mein Email-Account seit heute nicht mehr?

Sie soll bluten, die V-Punkt, die elende Sau, sie soll sich mit ihren Spaghettiträgern aufknüpfen während man ihr ein ungefettetes Modem in den Arsch schiebt. Sie soll bluten, sie soll brennen, sie soll einen zähfließenden Tod sterben, die Elende.

Und ab jetzt geht´s hier gewaltarm und sexfrei weiter. Bis auf weiteres.

TITTENINFERNO PART DEUX oder MATSCH MORE MUSCHI

Die Hot Shots-Reportageseiten: überblätterbar. Wichtiger: S.60/61, stressgeplagte spanische Manager (nicht wirklich die Coupé-Zielgruppe) dürfen mit dem Vorschlaghammer ein Hotel kaputthauen. Dann, endlich, wieder Titten. Große. Also solche, die vorne herabhängen, anstelle sich entgegenzuwölben. Titten in freier Wildbahn unter dem Motto „Wild Ludern in der Natur“. Auf 11 Fotos. Auch Marit aus Lübeck trägt Schmalspur-Strichcode und Glam denkt über eine Intimrasur nach, verwirft aber sofort den Gedanken, denn es gilt die nächsten zwei Seiten zu überspringen – Sport wieder. S. 70/71 Anno 70/71 – eine Reminiszenz an die Schulmädchenreportagenfilme. Ein sehr süßer Typ mit Friedrichshainer Frisur steht im Wasser (für meine Fälle einen Arsch breit zu tief) und öffnet die Arme für eine Frau mit großem Busch. Die Bildunterschrift weist dem süßen Typen die Identität von Sascha Hehn zu. Ja, wir sahen alle schon mal besser aus. Nun endlich, das, was der Coupé-Mann von Welt, wie eingangs schon geschildert, vor Freude in die Hände klatschen lässt: eine Doppelseite mit Matsch unter der Überschrift „Matschfest“. „Das Tolle (am Matschfest) ist: einmal im Jahr darf man sich auch als Erwachsener mal so richtig einsauen.“ Ich denke, der Coupé-Leser macht diese Erfahrung durchaus häufiger.
Jetzt aber richtig!, scheinen sich die Macher des Magazins gedacht zu haben, denn auf den Seiten 74 und 75 präsentieren sie etwas mit Namen Annina, was man wirklich als Busenwunder beschreiben kann. Muss. Die Frau hat so große Teile, dass sie einen Teil davon noch ihrer Lippe abgeben musste. „Ich mache Annina zur neuen Gina Wild,“ so ihr „Manager“ (gab es dafür nicht eine andere Berufsbezeichnung?), „Sie soll weltweit Karriere machen“. Ja. Genau. Wie die Gina Wild auch. Annina hat keinen Strichcode, nur einen kleinen Bürzel. Vielleicht hat aber auch beim Rasieren das Telefon geklingelt und der Fotograf sein Ankommen für sofort angekündigt, was das unfertige Make up und die glänzende Stirn erklären, wenn auch nicht entschuldigen würde.
76/77: Bräute schmieren sich Kuchen in die Fresse. Nein, kein despektierlicher Begriff für Damen aus meinem Munde – es sind echte Bräute, mit Schleier und allem Zick und Zack.
78/79: „Taining für den Ernstfall“. Männer in Uniform in einem Trainingscamp, wo sie mal so richtig die Sau rauslassen können. (Wieder Schmiererei, diesmal mit Kunstblut). Auch Kriegsveteranen mit appen Beinen finden hier noch einen Job. Als Attrappe. Die Amis wieder…
KULTURHINWEIS. Ich fass es nicht. Eine Bühneninszenierung wird auf ZWEI Seiten präsentiert. (Für die arme zerrissene Sau gab es nur eine viertel Seite!). „Bühnenekstase“. Ein paar meiner Lieblingsadjektive: Lasziv (wie ein Zäpfchen einzuführen). Pikant (wie Ochsenschwanzbrühe). Barbusig (wie strapsmäusig). Erotisch (wie ein Couchtisch). Ach so, es geht um das Fressspektakel „Belle et fou“, was soviel heist wie „Glocken und Doofe“.
Weiter mit Testosteron. Blutverschmierte Boxer. Langsam erhärtet sich mein Verdacht, dass man mit einem Coupé-Leser besser nicht zum Mud-Wrestling gehen sollte – oder irgendwo anders hin, wo sich zwei Männer die Körper aneinanderreiben, es wird blutig enden. Oder matschig. Oder man bekommt eine Torte ins Gesicht.

Festhalten, denn auf den folgenden Seiten wird zwischen den Zeilen ausgesprochen, was wir doch alle schon seit Jahren denken. Dass nämlich Nicole Kidman, „Australiens geilster Filmstar“, eine wirklich geile Sau ist (Sie sollten sehen, wie meine Finger zittern, während ich diese Worte mit Bezug auf die von mir verehrte Filmkünstlerin und den traumschönen Vorzeigefall von Grazie und Glamour, Anmut und Stil verwende.) „Hüllenlos zum Erolg“ versammelt alle Nacktszenen, die Nicole je gedreht hat. Alle 3.
Weiter gehts auf gewohntem Niveau. Susann, 21, aus Gelsenkrichen macht sich für 150 euro nackig. Normalerweise müsste sie für die gleiche Summe sechs mal blasen, also macht das durchaus Sinn. Susann hat gar keine Schamhaare, sondern einfach nur eine Spalte da, wo bei Männern der Schwanz hängt.

Ich spurte weiter. Filmempfehlungen: Masters of Desaster (ein Film über die Coupé-Redaktion), Fantastic Four (Debbie does Dallas, Denver, Dortmund und Darmstadt), Transporters (LKWs im Schlamm), Krieg der Raubtiere im Fluch des Blutdursts (Periode am Mondo-Lesbo-Pornoset).
Ich überspringe, ich kann nicht mehr – ein Mädchen auf einem Billiardtisch hält sich die Hand vor die Muschi (damit die nächste Kugel drinnen bleibt??). Die CARTOONSEITE. Die „Eis am Stiel“-DVD wird vorgestellt, dann noch eine ganzseitige Reklame für „Selbst ist der Mann“ – ohne Scheiß! Aber es ist kein Magazin für den ansprucharmen Wichser, sondern ein „Do it yourself-Magazin“ der anderen Art, in dem u.a. der „Urlaub im Garten“ propagiert wird, und wo vorgeführt wird wie man Regale aufwerten kann. So. Das war´s. Reicht mir ein Herrengedeck und dann geh ich an meinem Auto schrauben. Das vorne Brüste hat. Und hinten. In der Mitte und sogar Brüste auf dem Rücken. Je suis coupé.

TITTEN, REIFEN, BACKENKNEIFEN oder SOFTPORno

Coupé ist ein Coupé, wenn es oben offen ist und wird meist von Glatzköpfen benutzt, wobei man nicht weiß, ob das Coupé die Glatze erzeugt oder, andersrum, der Haarausfall die Automobil-Auswahl beeinflusst, dann wäre die Bedingung vermutlich genetisch, oder so. Ein Coupé im Magazinformat ist ein Druckerzeugnis für den anspruchsarmen Wichser. Ich habe nie begriffen, warum Männer Geld für sogenannte Soft“erotik“ ausgeben, wenn sie für dasselbe Geld (oder mittlerweile auch gratis) richtigen Porno bekommen können. Es hat möglicherweise etwas mit Homophobie (also der Angst vor dem gleichen Geschlecht) zu tun, denn im Softprintbereich werden hauptsächlich Damen alleine abgebildet. So wurde mir schmerzlich bewusst dass das Durcharbeiten des Blattes eine Herausforderung an meine Sehgewohnheiten werden würde. Männer sieht man im Coupé hauptsächlich im Fußballdress (S.44), im Schlamm (S. 4/5), im Auto (S.56) oder im Auto im Schlamm (S.72). Die Kombi Auto/Schlamm/Fußballdress (mir fällt das Wort Triscaux gerade nicht ein) fehlt.
Was das fahrende Coupé mit dem Hautgegenstand der Bildberichterstattung im Druck-Coupé verbindet ist das oben Ohne. Frauen in allen Stadien der Silikonzfuhr heben ihre Arme über den Kopf, präsentieren glattrasierte Achselhöhlen, die ganz unmuschimäßig retuschiert sind und heben so ihre Bazookas, das sie sich dem Betrachter geradezu entgegenbewegen. Das Angebot dieser Art von Fotografie ist ausschweifend und dennoch sind die Macher des Magazins nicht geizig mit weitere Tipps und Tricks: „Mehr heiße Pics dieser Knallermädels finden Sie, wenn Sie den Namen Ihrer Favoritin bei einer Suchmaschine eingeben“. Ich sehe vor mir Hundertschaften von Coupélesern, die in die Karsdtadt-Technik-Abteilung drängen und genau so eine Suchmaschine erwerben wollen, ähnlich wie das unidentifizierte Spice-Girl, das im Unterhaltungselektronik-Geschäft ein Internet kaufen wollte.
Auf den Seiten 13-15 präsentiert sich das Cover-Girl Sandra „ne heiße Fracht!“ ohne Textilien auf einem Boot, von dem man nicht viel sieht, es könnte auch ein Lastwagen-Coupé sein, jedenfalls präsentiert sich Sandra textilfrei. Brüste im Stehen, Brüste im Sitzen, Brüste im Liegen, Brüste im Bücken. Für jeden Brüstefreund ist etwas dabei. Sandra ist blond, nur direkt am Haaransatz nicht, da ist sie duster, aber das Problem kennt Glam und verzeiht. Untenrum hat Sandra sich das Schamhaar auf eine Breite ihres dunklen Haaransatzes rasiert. Es wirkt wie eine Art Strichcode und lenkt den Blick südwärts, dahin, wo Coupé Halt macht. Keine Muschi. Puh!

Weiter mit Reportagen: chinesische Hausmittel, die tote Tiere beinhalten; „Arme Sau aus Protest zerrissen“ auf dem dazugehörigen Bild zerren zwei Parteien an dem armen Schwein; „Tarnen und Täuschen“ usw. Gefolgt von Fußball. Erst auf Seite 24 geht es weiter mit den „Lecker Häppchen“. „Scharfe Girls“ mit gepixelter, da offenstehender Muschi „machen Lust auf mehr“. Coupé behauptet zu erklären „wie und warum“ die sogenannten TV-Sexy-Clips entstehen. Die Frage nach dem „warum“ bleibt indes unbeantwortet.
Seiten 26 udn 27 zeigen lesbische Polizeigewalt, festgehalten in einem spanischen Überwachungsvideo. Bevor auf den Seiten 30 und 31 die Folgen des Zyklons „Gonu“ bildlich dargestellt werden, kann der Betrachter die Naturgewalten des „Glamourgirls“ Gemma beobachten. 32/33: putzige Tiere. 34/35 nackte Urlauberinnen am Strand, von Spannern fotografiert. 36/37: fastnackte Frauen beschmieren sich mit Farbe.

Ich überspringe ein paar Seiten. Auf Seite 40 erregt sich mein Gemüt: ein gutgebauter Flitzer fliegt Arsch in die Kamera übers Fußballfeld. Meine persönliche Abneigung dem Fußball gegenüber erklärt sich übrigens damit, dass ich wochenlang Fußball-Fernsehen anschaute, weil ich der Annahme war, die Flitzer gehörten dazu. Daher meine Enttäuschung. Okay, ich bin gewappnet, die nächsten Seiten durchzuhalten. Männer in Sportdress, wie sie sich beim Sport verletzen. Fast alle besitzen noch ihr Haupthaar, ich denke, das ist eine Schadenfreude-Einlage für den glatzköpfigen Leser. Schnell hinweg über ein Double von Britney (stell Dir vor Du bist Britneys Double, ohmygod, besser nicht.) Nackige Fahrradfahrer. Ich zähle vier Schwänze! Autos, Motorräder, Sportdresse. Autos Autos Autos. Trikot. Auto Autos. Gipfelfest. Ich habe die halbe Zeitschrift hinter mir.
Give me a break! Morgen geht´s weiter. (Oder nicht.)

GLAMOUR HORROR

Glamour Horror
Won´t leave it alone
I don´t know –
Is this the right thing to do?

Ich mag, wie sie* den Stuhl wirft, den Tänzer mit der Maske und die ektoplasmischen Skizzen von gleichzeitiger Anwesenheit in multiplen Universen. Und die Dimension, die dieses Lied skizziert – dass nämlich ein berechtigter Zweifel ein Horrorfilm sein kann. Aber eben in der Hammer Horror Tradition, nicht so mit abgefetzten Gliedmaßen und eingedrückten Augen – eher mit einem grauschläfigen Minirock-jagenden Vampir. Grusel. Grusel steht zu Zweifel wie Horror zu Angst. Blutige Cousinen.

* Und wenn ich noch mehr Vergleiche mit Feist und dieser Siobhan Dingsda höre, breche ich Euch auf das Paparazzi, um es mit Gaiman und Pratchett auszudrücken.