Käufern eines Ipods bietet Apple drei Monate lang kostenfrei ein einmaliges telefonisches Trouble-Shooting an. Ich wundere mich, dass ich so schnell jemanden ans Telefon bekomme, denn die Gravis-Ipod-Line ist seit zwei Tagen dauerbesetzt. Der freundliche Apple-Supporter kann mir leider auch nicht helfen. Ich soll an einen Hot Spot gehen, und schauen ob ich dort Netz-Zugriff bekomme. Ich verstehe, dass der Pod-Support so einfach zu erreichen ist – er ist unfähig und das hat sich herumgesprochen.
Das Problem mit der IP-Adresse meines Routers könne mein Telefonanbieter klären, Sie wissen was jetzt kommt. Die Telefonate mit Alice. Habe ich erwähnt, dass zwischenzeitlich auch noch mein MacBook-Zugriff aufs Netz ausfiel? Nein? Dann ist es jetzt geschehen. Nach 12 Minuten kostenpflichtiger Wartescheife der erste Ansprechpartner. Das Problem, er kling als sitze er in einer Ananas-Büchse samt Ananas und Ananaszuckerwasser. Nach drei Minuten „WAS? KÖNNEN SIE DAS BITTE WIEDERHOLEN?!“ haben wir schon mal das erste Problem im Griff. Er persönlich könne mir nicht helfen und verbindet mich mit der Technik. 8 Minuten Warteschleife. Der nächste Ananastaucher in einer benachbarten Büchse. Haben Sie schon mal eine Netzwerk-Neukonfiguration unter Zuckerwasser gemacht? „WAS? NEIN? – PROBIEREN SIE´S MAL AUS!!“. 15 Minuten klicken, Häkchen setzen, man wundert sich, dass das Netz je funktionierte, denn die neuen Einstellungen kommen einem revolutionär vor. Nach dem 27. „WAS?“ meinerseits und noch bevor die Konfiguration abgeschlossen ist, habe ich den Call-Agenten verschlissen. Er legt auf. Ich schreie im Gästezimmer die Pflanzen an, weil ich nicht will, dass mein MacBook mich so sieht. Greife zittrig erneut zum Telefon. Diesmal werde ich nach 11 Minuten verbunden. Eine freundliche Alice, einwandfrei zu verstehen. Wir konfigurieren. Neue Revolution. 20 Minuten und ein Modem-Reset später habe ich wieder Internetzugriff. Vom MacBook zumindest. Dann fällt mir ein, dass mein ursprüngliches Problem ja der Touchy war. Ich bitte die freundliche Alice um die IP-adresse des Routers, sie gibt mir eine, die ich bereits erfolglos aufzurufen versucht hatte und eine weitere. Ich wünsche ihr einen schönen Feirabend, bedanke mich ausschweifend für ihre Freundlichkeit, ihr Wissen und ihre Geduld. Dann geben ich die zweite IP erwartungsfroh ein und siehe – ich bekomme eine Fehlermeldung. Die Seite kann nicht aufgerufen werden. Eigentlich egal, denn mein Touchy akzeptiert mein Alice-Kennwort nicht mehr, das bis gestern tadellos funktionierte.
Eigentlich wollte ich doch nur ein Gerät, mit dem ich Musik hören und surfen kann. Schick in einem Café sitzen und mit zwei Fingern neueste Blogeinträge großziehen, hier und da einen Kommentar abgeben, oder, wenn ich mal zu faul bin, das Bett zu verlassen, auf dem Ipod meine Mails checken. Stattdessen lese ich in Foren die Berichte gleichermaßen Verzweifelter und verbringe einen Abend im Gespräch mit Ananastauchern.
