…gibt´s natürlich auch, nur fällt einem meist kein Beispiel ein.
Archiv des Autors: glamourdick
IMMER WENN DU DENKST DIE WELT IST SCHLECHT DANN HAST DU RECHT und das ist ja das schöne daran, dass man sich darauf verlassen kann*

Wenn einem noch nicht mal mitten drin, sondern schon nach einer Stunde auf einmal und zunächst recht unerklärlich die gute Laune abhanden kommt. Man feiert sonst ja gerne. Zumal in einem Raum mit 30 Bekannten. Und eigentlich bauchgefühlstechnisch schon vorm Öffnen des Buffets verschwinden möchte, aber das nicht tut, weil, man kennt sich, die Laune kann noch kommen, man hat es früher schon erlebt.
Und man forciert und tut, was einem sonst Freude macht, aber die Freude ist so gequetscht wie das Lächeln, das einem nicht abgenommen wird. Kollegen auf Party sind wie Neutronen unter Beobachtung. Sie verhalten sich anders. Der nette Geduldige spielt auf einmal Xanthippe, die Spröde tanzt bauchfrei, die Nichtraucher rauchen. Und eigentlich erst tags darauf, nachdem man von Tante Lilli** und Tante Wanda*** geträumt hat, weiß man, was da passiert ist. Eine neue Programmierung. Vorsicht vor Parties. Die letzten endeten nämlich immer unschön. Instinktiv richtig bin ich dann vor dem Ende der Party gegangen, so konnte es kein Böses nehmen. Aber lieber wäre mir, wieder unbeschwert feiern zu können, denn wie bescheuert ist es, beschwert zu feiern?
* nicht Buddha sondern Michael von der Heide
** eine reizende Frau, wenn man sie auf seiner Seite hat, das Böse in Person, wenn nicht.
*** die mich seit diesem Sommer vor ein paar Jahren hasst, weil sie mit nach Auschwitz musste, und danach auch noch die Kinder ihres verhassten Bruders besuchen, weil ich das so durchgesetzt hatte. Der Polentrip mit der Großfamilie muss auch irgendwann noch mal gebloggt werden.

9.12.07: neue Tasse eingeweiht. Aus der trank schon Ur-Uropa Dick. Vermutlich nicht weißen, sondern schwarzen Tee und, ganz Schmiedemeister, vermutlich mit nem Schuss Korn.
DOOF & GRÄSSLICH
Der Spot läuft und ich denke die ganze Zeit – wann kommt endlich die Auflösung?, wannn steht da endlich „D&G for H&M“, aber das steht da nicht, die meinen es wirklich ernst, mit einer Imitation einer Imitation, die toter ist als Gianni Versace.
In eine äußerst schlecht gekleidete Zeit hineingeboren, hätte ich niemals damit gerechnet, dass Friedrichshainer Studenten mehr SOS* haben als mein Lieblings-Desigern-Duo. Aber als ich in meiner Jugend gut gekleidete Menschen schmerzlich vermisste, da war auch noch nicht dran zu denken, dass der Blick der Welt sich je nach Ost-Berlin richten würde, in modischen Belangen. 20 Jahre und es hat sich doch einiges getan.
*sense of style
EARLY INDUSTRIAL oder WHEN COLORS WERE STILL TECHNI
Eines der ersten Großstadtlieder. Mädchen, schick frisiert, benutzt öffentliches Verkehrsmittel und lässt sich von Fremdem ansprechen. Beachten Sie Tempo und Wucht des Liedes, höchstpoetisch eine Straßenbahn imitierend.
Das bekomen Sie hier. Und jetzt, das ganze in bunt und mit echtem Mädchen.
(Zoom in ca 2 minutes if you want to avoid Zuckerschock and start with the Judy-part.)
MY ´HOOD oder WHERE HAPPY LITTLE BLUEBIRDS FLY

Das ist eine so perfekte Verschmelzung von Regenbogen und Zauberschuhen, dass mein Herz überfließt. Das haben die doch extra gemacht, weil sie wussten, dass meine Rufus/Judy-CD in der Post ist, womit der Motiv-Schmelze noch eine religiöse Meta-Ebene hinzugefügt wird und man praktisch gar nicht in den „Golden Compass“ gehen, sondern sich einfach nur lange genug diese schöne Daguerrotypie anschauen muss. Wenn Sie nun dreimal mit den Hacken klacken, dann sind Sie in einem Parallel-Universum. Viel Vergnügen!
Hinweis für Rufisten: die englische CD-Fassung hat als Bonus Track „Get happy“. Und ohne „Get happy“ ist es ja wohl keine vernünftige Judy-Hommage.
„UND DANN DRÜCK ICH STOPP UND ALLES IST WEG ODER WAS?“
2007 wird bei mir als das Jahr der Wiederkehrer in die Geschichte eingehen. Die ältesten Freunde sind auf einmal wieder da, zwei weitere, mit denen lange Funkstille war, haben sich wieder gerührt und ich habe mich darüber gefreut. I don´t believe in „forgive and forget“, dazu bin ich im vergessen zu schlecht, aber einen Brast über Gebühr zu nähren, ist nicht besonders gesund, man zersetzt sich mit sowas. Es gibt Verletzungen, die schwer wiegen und es gibt Verletzungen, die man nur als Verletzung empfindet, weil man gerade ein schwerwiegendes Problem mit dem eigenen Selbstwert hat. Absolut nicht zu verniedlichen und ich bin darüber alles andere als erhaben. Für diejenigen, die sich abgewendet haben, sind doppelt so viele wiedergekehrt und einige neue dazugekommen (die virtuellen nicht mitgezählt), und man muss schon eine geile Sau sein, wenn man Freundschaften hat, die, mit Unterbrechungen, bis zum Zeitpunkt des Sprießens der ersten Achselhaare zurückreichen. Irgendwas mach ich also ziemlich richtig.
„It is the friends that you can call at sing at 4am that matter.“ (Marlene Dietrich). Maggie und Michi, last Saturday.
A TALENT TO A MUSE
Für mein wunderschönes Patenkind immerin mal eine EP hinterlassen zu können „Lieder für Deinen Onkel“. Hat auch nicht jeder. Außer beispielsweise Frankie. Bislang allerdings nur ne Single. Kann ja aber noch werden. Er hat ja auch noch gar kein Patenkind, soweit ich weiß.
ONE MORE REASON FOR LOVING RUFUS
Du bist 13 und Deine Mutter kriegt einen Pflaumensturz bei Deinem Coming out. Schreit, greift zum Whisky, will Dich ins Internat schicken. Du bist 30something und trittst in der ausverkauften Carnegie Hall, dem Pariser Olympia und dem London Palladium auf. Und Deine Mutter sitzt am Klavier ud begleitet Dich zu „Somewhere over the Rainbow“. Made me cry, too. Den zweiten Akt von „Rufus does Judy“ wird emotional und musikalisch so schnell niemand toppen.World´s greatest entertainment. Außer vielleicht Rufus. Hat er schon. Mit eigenem Material. Esst Eure Herzen auf, Kopisten.
NORTHERN SUNDAY
Der Regen prasselt gegen die Fenster, dass es eine Freude ist, eine Glaswand zwischen sich und der Außenwelt zu haben. Zu Zimtkaffee die letzten Kapitel des ersten Kompass-Bandes. Heroische Eisbären, böswillige Hexen, ein übler Verrat, alles im Glanz des funkelnden Nordlichts. Wunderschön. Dann kommt die amerikanische Nachbarin vorbei mit einem Adentsgeschenk, dass dreimal das Allsehende Auge beinhaltet, aber nicht frischblutrot, sondern in der Farbe meiner Lieblingsrose – Northern Lights indeed. Surrounded by veil of Diamond Dust that looks – like – SNOW.

Als ich das Buch fertig gelesen habe merke ich, dass ich Kate Bush zu unrecht kritisiert habe. Das Lied „Lyra“ passt, genau so wie es ist.
Und heute ist dann mit erfreulicher Post zu rechnen. „Rufus Rufus Rufus does Judy Judy Judy“. Die DVD. Anmeldungen für heute Abend werden ab sofort telefonisch entgegen genommen.
WENN DU MICH SUCHT WIRST DU MICH FINDEN oder GESTERN AUF DEM MOND
6 Stunden Powershopping mit der Glamutter, dann meine allererste Sportlehrerin getroffen (damals hatte ich eine 1). Sie ist immer noch wunderschön und duftet und am liebsten würde ich sie in den Arm nehmen. Das Schicksal hatte eine Unverschämtheit nach der anderen für sie im Ärmel. Mehr als dreißig Jahre und 40 Millionen Sportschüler später erinnert sie sich an meine diversen Sportverletzungen und spricht mich auf die Meningitis an, die ich mit 9 hatte. Den Krebs, das tödlich verunglückte Kind, den überkommenen Alkoholismus sieht man ihr nicht an. Sie hat immer noch die längsten Wimpern der Welt, schön schwarz getuscht. Und diesen Duft.
Unerwarteter Anruf 1: Längeres Gespräch über Formen von Angst und Psychosomatik. Ungewollt gerührt, berührt, I missed her and I´m glad, she´s back, kind of. Eigentlich erschöpft und in Sofastimmung; beschließe, die Housewarmingparty nicht mehr zu besuchen, auf die ich mich eigentlich gefreut habe. Die amerikanische Nachbarin berichtet euphorisch vom Rufus im RBB-Sendesaal und ich freu mich für sie, dass auch sie eine Sternstunde hatte. Unerwarteter Anruf 2, ob ich bei Rufus und wie es war will der deutschsprachige Lieblingssänger wissen. Und er habe die Demo der neuen CD im Gepäck. Stunde später liegen wir auf dem Bett mit Rotwein und hören und wieder hat er etwas wunderschönes fabriziert und entzückt höre ich und dann gehen wir doch noch zur Housewarmingparty und plötzlich ist es 4 und wir drehen ein Musikvideo, und ich muss erst fragen, ob ich das hier posten darf. Vorerst ein Vorgeschmack. (Das folgende Lied ist schön, aber lange nicht so gut wie der Rest der CD. Aber schöner als das Meiste, was es so gibt.)