Endlich! Hat jemand die deutsche Fassung für mich?
Archiv des Autors: glamourdick
CLANG CLANG CLANG WENT THE HEART
„Dass ein Vater den neugeborenen Sohn seiner Tochter für tot erklärt und ihn in ein Waisenhaus steckt, so etwas würde heute wohl keine Behörde mehr mitmachen.“
SPON.
Richtig. in Deutschland würde man diese Geschichte nicht erzählen können. Zumal die Deutschen pfiffig sind und ja in der Regel eine Tiefkühltruhe im Keller haben. Da spart man sich nämlich den Behördengang. Dann wäre der Film allerdings auch nach 5 Minuten vorbei. Aber meinetwegen könnte man die restlichen 85 Minuten die Kamera einfach Jonathan Rhys Meyers Gesicht und Körper abtasten lassen.
Haben wollen.
GEILE SAU
I´LL BE YOUR MIRROR oder GLAM BEKOMMT EINEN POETISCHEN ANTRAG
„I wish I could sniff the fresh snow out off your authentic bellybutton.“
Ich mag Menschen, die etwas von kreativer Freizeitgestaltung verstehen. Und verfüge über einen dieser trichterförmigen bellybuttons, ein echtes Fusselparadies.
KNOWING HIM, KNOWING HER
Die Erlebnisse, von denen man berichtet, wenn die Beziehung gerade am Vorbeigehen ist. Was man sich zuvor schämte zu erzählen, weil man nicht wollte, dass die Freunde den Lover hassen. Obwohl er es verdient hätte. Hat.
Was man nicht alles tut, um eine Beziehung zu haben. Was man nicht alles tut, um sie am Leben zu halten, selbst wenn sie nur noch weh tut.
Sometimes it´s great being single. Even if it means writing cue cards while the friend´s on the phone with the asshole.
„NO – DON´T LET HIM COME HOME.“
„DON´T DISCUSS: HE CHEATED ON YOU.“
„HIS FEELINGS DON´T MATTER NOW.“
„OF COURSE HE´S SORRY. HE BETTER BE.“
„IT´S NOT UP TO HIM TO CRITICIZE YOU – HE´S THE ASSHOLE.“
KREUZBERGER NÄCHTE
6.14 Uhr
Sony Ericsson: „YOU CAN GO OUUUUUUT DANCING AND I WRITE ABOUT YOU DANCING WITHOUT YOU AND I SHED A TEAR – BETWEEN MY LEGS-„
Klack. Klackklack.
6.17 Uhr
„Halllo? Halloo?? Sie haben gerade bei uns angerufen, was wollen Sie, was ist los?!?!“
Blick in Raum aus krustigen Augen. Anders als sonst. Dunkel, aber Plastikweihnachtsbaumbrenntvergessenauszuschalten. Sensoren sagen „Temperaturproblem“. Warm. Schlafzimmer Glam nachts warm falsch. Heizkörper 1: 0, korrekt, Heizkörper 2: 5, arghkeinwunder.
„Hallo? Halloo??“
„“Ja Fuck wer spricht denn da?!“
„Bist Du das Glam?“(sagt Nachnamen von Glamschwester.)
„Glamschwester?“
„Yeah“
„Fuck, da bin ich wohl beim Wecker ausschalten auf Wiederwahl gekommen. Sorry. Alles klar?“
„Yeah, Arschloch. Bisschen früh.“
„Sorry. Die R. klingelte gestern und ich musste ihr Schloss auswechseln*, wegen ihrem Typen, weil der sie ausnutzt, und dann haben wir noch geredet und Rufus gehört bis grad vor – argh- ner Stunde. Is schon bald 7, oder? Hab ich Euch aufgeweckt?“
„Nee, gehtso. Müssen eh gleich raus. Dann werd mal wach, asshole.“
„Fuck you too, sister. Und grüß die Kids. Sachma wegen Weihnachten – wär der Simpsons-Film was für Finn?“
„Der hasst die Simpsons.“
„Ach.“
„Dir auch schönen Tach.“
Husten aus dem Gästezimmer, weil ich mir gerade die erste Zigarette angesteckt habe.
*Einmal Eisbärensohn, immer Eisbärensohn.
IT´S PARALLEL LINES THAT WILL NEVER MEET
Zu viel Beschäftigung mit Paralleluniversen. Wenn der Traum eines dieser Universen ist, dann war das alles ziemlich dreist letzte Nacht im Nebenleben. Aber auch wieder ganz klassisch. Dass man jemandem den Rücken eincremt – okay – kurze Arme. Aber den Bauch? Aber ich will mich nicht beschweren, es war schön. Wenn dann nicht dieses Unwetter angebrochen wäre, das alle Häuser zerstört hat. Und die Ersatzwohnung war zwar schön, aber doch recht baufällig.
ZIEH MICH BITTE AUS
Das erste Gespräch des Abends ist mit einer Frau, die ich sehr gerne habe. Aber heute findet sie alles, was mir gefällt, schlecht. Ganz ausgesprochen. Empört fast. Wie kann ich nur diese oder jene Meinung haben, wo sie doch ganz klar unzutreffend, gar falsch ist. Die nächste Gesprächspartnerin, die ich sogar noch lieber mag, bringt mich ungewollt, ahnungslos und ohne böse Absicht auf ein Thema, das jeden runterziehen würde. Es hat mit Liebe zu tun. Das dritte Gespräch, auch sehr wohlwollend, eingangs, führt gesprächspartnerinnenseits zu der leidenschaftlichen Feststellung, dass ich Besseres verdient habe als mein augenblickliches Leben, bei meinen Fähigkeiten, meinem Wissen, meiner Ausstrahlung, und prompt stelle ich fest, wie beschissen mein Leben sein muss, wenn selbst Außenstehende oder Randnutzer dieses meines Lebens es so fehlgeleitet und verunglückt finden. Und als die vierte Dame sich zu mir setzt, da hängen die Mundwinkel schon auf der Tischkante und sie fragt besorgt, was mit mir los sei. In einem Musical käme jetzt der Moment wo ich „Zieh mich nicht runter, zieh mich lieber aus und fahr mit mir hinaus“ singen würde. Ist aber kein Musical, also setz ich mich einfach in ein Taxi.
Es erinnerte an die Zeit, als ich 16jährig, renitent und bösartig, mit meinen Freunden „krankmachen“ spielte. Wir suchten uns auf dem Schulhof jemanden aus, den wir nicht ausstehen konnten, und über den Tag verteilt ging einer von uns zu ihr (meistens war es eine „Sie“, ganz häufig Maike S.) und sagten etwas wie: „Geht´s Dir heut nicht so gut – Du siehst ein bisschen krank aus.“ Funktionierte auch immer.
Außerdem sprach mich niemand auf mein wirklich schönes Hemd an, aber alle auf den Lidschatten. Vielleicht sollte ich mehr Männergespräche führen. Über Autos und Titten, die einem nicht gehören und so.
…DASS MAN SICH DARAUF VERLASSEN KANN
Michael von der Heide.
NICOLE HAT MAL WIEDER ALLES RICHTIG GEMACHT
Da ich nur ungefähr einmal im Jahr ins Kino gehe, trifft mich das Format des Films immer unvorbereitet. Alles so groß. Das hat zur Folge, dass so große Bilder erst einmal von so einem kleinen Schädel verdaut werden müssen, bevor ich mich äußern kann. Der Kompass nun also. Eine hervorragende werktreue Adaption, die eigentlich nichts zu wünschen übrig lässt, wenn man das Buch gelesen hat. Kino-Perfektion. Wenn man etwas wie „Harry Potter“ oder „Den Herrn der Ringe“ erwartet, dann wird man enttäuscht. Die Dark Materials sind ein klassischer Quest-Roman. Die Heldin schleudert es von Erlebnis zu Erlebnis, die Erfüllung ihrer Aufgabe bleibt auf dem holprigen Weg ans Ziel aber eher auf der Strecke. Harry Potters Welt ist liebevoll und filigran entworfen, überbordend und skurril bevölkert, hält desweiteren genug Feelgood-Momente bereit. Lyras Odyssee ist, wenn auch nicht düster, so doch härter, weitaus weniger kindgerecht. Das Production Design macht diese Welt aber auch kälter, prächtiger und glamouröser, und so kann man die Besetzung der Mrs Coulter mit Nicole Kidman auch als Production Design bezeichnen. And what a gorgeous malicious stunningly beautiful product we have here. Ich verneige mich tief. Kidman ist atemberaubend. Es gibt wohl kaum ein zeitgenössisches Gesicht, das man ständig meterhoch vor sich sehen möchte, wenn, dann ist es ihres. Nicole Kidman, unkaputtbares Porzellan, Messinghaar, ihr Körper wie geschaffen für die Roben und Kostüme der 30er. Glitzerhüllen, pelzbesetzte Revers, Seide aus Wasserfällen. Die göttliche Verschmelzung aus Dornröschen und Malefiz. Fleischgewordene Disney-Hexe; Gold-Marlene, Silber-Garbo aber mit einem Element Süße – Tuberosen. Gardenien. Allein die Szene, in der sie ihren Daemon böse von sich schubst, um ihn dann ans Herz zu drücken und zu liebkosen – man bedenke, dass die Frau das mit einer grünen Socke spielen musste bevor der goldene Affe in den Film montiert wurde – in der Tat GROSSES Kino und ich hasse es eigentlich, zu sagen „großes Kino“. Ebenfalls herausragend Dakota Blue Richards. Erst nach dem Film wird einem bewusst, dass Sie die meiste Zeit mit Partnern spielte, die am Computer entstanden sind und was für eine Leistung das war, denn im Film wirkt das Zusammenspiel echt und natürlich. Und was sie Eisbären angeht – man möchte sofort den Zoo stürmen und Knut befreien.
Großes Kino, ja, aber ein Lieblingsfilm wird der Kompass für mich trotzdem nicht. So schön die Kälte und Härte anzuschauen sind – zu Herzen geht die Geschichte nicht. Die Putzigkeit der Kinder-Dämone reicht nicht, um ein bisschen Wärme zu zaubern. Die kindlichen Protagonisten sind der kranken religiösen Welt ausgeliefert und eigentlich gibt es für sie keine Hoffnung. Aber wenn Sie Nicole Kidman glitzern sehen, die Kälte klirren fühlen und einen Tauchgang in Daniel Craigs Gletschersee-Augen veranstalten möchten, dann auf in den Goldenen Kompass!