…aber war langweilig, weil sie die ganze Zeit nur eine Leiche im fortschreitenden Stadium der Verwesung durch die Gegend geschoben haben. Was wohl mal ein Schlagersänger gewesen war. Graue Emin Promin Demenz. Zuschauen, wie sich die Leichenflecken ausbilden hat wenig Charme.
Archiv des Autors: glamourdick
DER GLAMPOD
… kam uns beim Betrachten von „Far from Heave“ der Gedanke, eine Karriere als Podcaster zu machen, bzw zwei. Denn wir wären wirklich hervorragende Kommentarsprecher unserer Lieblingsfilme und noch bessere von Filmen wie Alexander oder The Wiz. Es macht jedenfalls große Freude, mit Frankie Filme zu kommentieren und wenn wir nicht immer so lautstarke Lebensmittel dabei konsumieren würden, dann wären wir also beinahe unter die podcaster gegangen, aber wir gehören zu den Menschen, die nur schwer auf Genussmittel verzichten können, also bleibt der Welt der downloadbare DVD-Kommentar von Frankie und Glam erspart. Blame it on wasabi crust. Außerdem wird man nach der zweiten Flasche Wein den Schauspielern gegenüber oft etwas respektlos. Und das, wo wir eine große Wertschätzung für Julianne Moore haben.
EASY DOES IT
Melly gefällt mir. Melly aus Marzahn. Neulich sagte sie zu Easy, der Table-Dancerin mit den schlimmen Extensions „So wie Du da liegst siehst Du aus wie eine Hafennutte.“ Und es stimmte. Easy trug nur einen schwarzen Pulli, einen Slip und lag nacktbeinig auf einer schmuddeligen Matratze. Jetzt weint Easy seit zwei Tagen und heult sich bei allen Mitbewohnern aus. Sie will klarstellen, dass sie keine Hafennutte ist, sondern eine Tabledancerin. Melly hat Probleme mit ihrem Busen, weshalb man sie häufig unter der Dusche oder in der Wanne sieht, meistens, wenn die Matchglocken läuten. Wahrscheinlich sitzt jemand aus Easys Verwandtschaft an den Big-Brother-Match-Glocken. Easy Brüste sind zum Teil aus Silikon, Mellys sind kleiner, aber echt. Melly hat auch das hübschere Gesicht. Mir gefällt Melly.
HARZ 3SAT
„Eine einsame Balz.“ Die markante Sprecherstimme legt nach einer prägnanten Pause nach dem „Eine“ die volle Betonung auf die erste Silbe von „einsame“. Dann fährt er fort. „Der Hahn wird wohl keine Henne mehr finden.“
Gestern eine TV-Doku auf 3Sat über die Landschaft des Harzes. Ich hab mich da sehr wiederentdeckt. In dem Auerhahn, der trotz Auswilderung einfach keinen Fuß im Harz mehr fassen will. Und auch von drei Luchsbabies blieb nachher nur eines am Leben. Im August diesen Jahres werde ich genau so lange in Berlin gelebt haben wie zuvor im Harz. Ab September 08 darf ick dann wohl offiziell berlinern.
MAN WIRD ALT WIE NE KUH UND LERNT IMMER NOCH DAZU
Erlebnisnuance: Antipathie abfertigend
Gebärde: von sich Glieder abschleudern
Sprache: hart
(Aus: Wilfried Hammacher: „Die Grundelemente der Schauspielkunst nach Rudolf Steiner in ihrem methodischen Ausbau, Band 1“ erschienen in der Reihe „Wege des Sprachgenius“, Verlag am Goetheanum, CH-Dornach 2005.)
Aus der vermutlich nicht fortzusetzenden Reihe „Was die Kollegen so lesen“, begründet am 10.1.2008 in Berlin-Kreuzberg (61) und draußen friert´s, aber die Sonne scheint.
Edit: Noch ´n Highlight:
Kurze knorrige knochige Knaben
Knicken manchem Männchen
Manchmal manchen Knorpel
(Quelle, siehe oben, ohne Scheiß.)
LES VIEUX SACS oder so
La divine Ludivine, most gorgeous of all Tinker Bells, beteuert im Spiegel-Interview, dass es sich im aktuellen Chabrol-Film bei der Liebe zwischen der knackigen Ludivine und einem 60jährigen Alter Ego des überbewertesten aller französischen Regisseure um wahre Liebe handelt. Das ist es, was ich an französischen Filmen nie ausstehen konnte: die zwanghafte Paarung alter Säcke mit tollen Frauen. Michel Piccoli oder auch (noch schlimmer) Serrault, ein gealterter Trintignant, ein fetter Ellen Dellen. Aber immer ne stark geschminkte unterfütterte Mieze an der Seite. Und Hollywood wird als Illusionsfabrik bezeichnet, da muss man doch nur mal ins Nachbarland schauen. Das hat mich schon bei 90% aller französischen Romy-Filme angekotzt. Das Konzept ist so labberig wie Altmännerhoden Krisselklöten die typisch deutsche patriarchalische Paarung Alter Kommissar-Junger Kommissar. Ich will junge schöne Franzosen sehen und nicht Rentner mit Schauspieldiplom, die Frauen wie Dreck behandeln. Wenn junge schöne Franzosen französische (oder auch österreichische oder exilbritische) Frauen wie Dreck behandeln, dann kann ich als Zuschauer vielleicht sogar nachvollziehen, dass die Frau darunter leidet und vermutlich irgend etwas dramatisches tut., aber am Ende stirbt sie meist einfach. Argh. Französische Filme. Jetzt wollt ich fast sagen Betty Blue ist die Ausnahme, aber die stirbt nicht nur, die reißt sich vorher noch ein Auge aus. Doppel-Argh. Aber immerhin war Jean Hugues Anglade nicht Michel Piccorault. Und hatte ein augesprochen schönes Glied. Trotzdem. You get my drift.
IMITATION OF LIFE – sprecht das mal aus, das fühlt sich so gut auf der lippe an

Erst gab es ihn lange Zeit gar nicht, dann nur in der Criterion Collection für $ 40,00. Jetzt schmeißen sie ihn für EUR 7,- auf den Markt: „All that heaven allows“*** in dem Jane Wyman eine Vorstadtwitwe spielt, die sich in den Gärtner Landschaftsarchitekten Rock Hudson verliebt und so nicht nur die Vorstadt sondern auch die eigene Familie gegen sich aufbringt. Klassisches farbenprächtiges Melodram von Douglas Sirk. Dies allein hätte meinen Tag gemacht, aber es kommt noch besser: IMITATION OF LIFE, bestes aller Meldramen evah, Kitsch Deluxe mit Schluchzgarantie ebenfalls ab nächster Woche für unter 10 EUR bei Amazon. Hier gibt Lana Turner die alleinerziehnde Mutter heller Hautfarbe, die eine alleinerziehende Mutter dunkler Hautfarbe kennenlernt.Wie sich das gehört, macht die Helle Karriere als Filmstar und die Dunkle ihr den Haushalt. Die dunkle Tochter ist von einer Milchkaffeefärbung, die sie als Helle durchgehen lässt, was sie ausnutzt, um sich von ihrer Mutti abzunabeln. Aber als ihre Mutti stirbt, da wirft sie sich noch einmal auf den Sarg und Mahalia Jackson singt dazu eine fromme Melodei. Jetzt habe ich zwar ausnahmsweise verraten, wie der Film endet, aber die Freude habe ich Euch nicht verdorben. Beide Meisterwerke bestechen durch geradlinig-konsequent humorbefreite Drehbücher, prächtig inszeniertes Technicolor, konzentriertes Hollywood-Spiel. Glamour, Dahlings, with a capital „G“. Der Titel IMITATION OF LIFE ist für mich der wohlklingendste aller Zeiten, so wie BECAUSE IT IS BITTER AND BECAUSE IT´S MY HEART (Joyce Carol Oates), der beste aller Romantitel ist.
Und John Gavin? Wie konnte der knackige Schönling meiner Hollywood-Aufmerksamkeit so lange entgehen? Gavin war das As im Ärmel, das man plante zu ziehen, sobald Rock Hudson einem Skandal zum Opfer fiele. Da das aber erst sehr spät geschah, ging John Gavin in die Politik (leider für Reagan). Mehr Gavin in „Midnight Lace“ als Retter Doris Days und in der Anfangssequenz von „Psycho“, wo er Janet Leighs Lover spielt. Oben ohne, wenn ich mich recht erinnere.

***Handlung kommt Euch bekannt vor? Todd Haynes dreht vor wenigen Jahren seine Hommage „Far from Heaven“ mit Julianne moore, deren Gärtner, Dennis Haysbert, von dunkler Hautfarbe und deren Gatte Dennis Quaid homophil veranlagt ist. Auch schön! und von „Angst essen Seele auf“ ganz zu schweigen. Brigitte Mira als Janme Wyman. Fassbinder wieder…
CONGRATS NIC!
Wenn sie die Golden Globes Gala absagen, was bedeutet das für die Oscars??? Das klingt alles, als habe man in Hollywood „Release the Stars“ mit „Between my legs“ verschmolzen und die Starpocalypse nimmt nun ihren Lauf. Old Hollywood is over, that´s true. Da doch aber bei Preisveranstaltungen auch die Arbeit der Autoren gewürdigt wird, sollte es möglich sein, die Veranstaltungen zu retten. Lasst Euch gefälligst etwas einfallen. Kann doch nicht so schwer sein.
Sciento-Suri bekommt Konkurrenz aus dem katholischen Lager: Nicole ist schwanger und mus sich deshalb eine Weile aus der Öffentlichkeit zurückziehen. Botox und Babybauch geht nicht zusammen. Vermutlich werden wir sie in neun Monaten wiedersehen – gertenschlank und frisch getackert. Aber Nicole darf das. Ich möchte ihr Gesicht nicht altern sehen. Früher musste man sich für diesen Effekt jung das Leben nehmen, heute braucht man ein paar gute Ärzte um bis 45 als 32 durchzugehen. Ich habe absolut gar nichts gegen diese Entwicklung einzuwenden.
DRAMA, BABY
Für einen dynamischen Spaziergang im Trab empfehle ich „Carmensita“ von Devendra. Da hat sogar das Blitzeis Ehrfurcht und man kommt schnell und energisch an den Zielort. And the Schneepiste becomes a catwalk.
GLAM IN CHICAGO
Die Träume der vergangenen Woche hatten es in sich. Da war einer so entzückend, dass ich gar nicht mehr aufwachen wollte. Hatte was mit Devendra und einem gemeinsamen Kind zu tun. Ich war jedenfalls einen Tag darauf noch ganz Teenager-mäßig verknallt und wollte unbedingt mit Devendra eine Familie gründen und ethnische Kinder aus Neukoelln adoptieren.
Aber dann die anderen Familienträume, die alle am Ort der Glamschen Kindheit stattfanden und auf beunruhigende Weise den urbanen Berufsalltag aufs Land verlagerten. Dreharbeiten auf dem Grundstück, mit dem Horror-Regisseur. Es kam jemand um´s Leben. Und letzte Nacht sollte ich in einem Zelt im Garten in „Chicago“ auftreten, kam aber zu spät und hatte meinen schwarzen Versace-Anzug überm Ärmel, der für die Rolle der Velma gar nicht passend war und ich mag doch Roxys Lieder viel lieber… Ich hatte zuviel Zeit mit meinen Haaren verbracht, aber die waren einwandfrei. Jetblack und glossy, und wer mich kennt weiß, dass die good hair days sehr sehr rar sind. Es stimmte schon, ich war zu spät und der Vorwurf völlig berechtigt. Aber dass ausgerechnet ein Arbeitgeber aus grauer Vorzeit in meinem Garten so mit mir umspringt, und das auch noch vor Publikum…
Immerhin bin ich ganz gut in Traumanalyse und weiß wo´s herkommt. Das hat man also vom Briefe aufmachen. Ich weiß schon, warum ich das so lange vor mir herschiebe.