Das Nichtrauchanleitungsbuch von Carr finde ich übrigens völlig überbewertet. Mir ist in Erinnerung, dass er ständig von der inneren Bestie spricht, der Rauchgier also, und ich kann mir nicht vorstellen, dass es gesund ist, eine kleine schwarze Bestie im eigenen Körper zu visualisieren. Dann hätte man sich den Krebs ebenso gut mit dem Rauchen holen können. Was mir hilft:
– es gibt kaum etwas, das durch tiefes Durchatmen nicht ein klitzekleinwenig erträglicher wird.
– ans Geld denken
– dass sich mein Zahnfleisch ungeräuchert schon nach einem Tag besser anfühlt.
– dass ich für das Oralerleben keine Alternative suche, wie Kaugummis oder Mohrrüben oder so. (Außer Blasen).
– dass ich etwas so Irrationales wie das Rauchen, das ich immerhin 25 Jahre getan habe, durch eine Entscheidung einfach sein lassen kann. Jeden Tag, den ich das durchhalte, bin ich ein Gewinner. Was ich da noch alles für Entscheidungen treffen könnte…
– ich denke an meine Tante L. Ich hatte mich immer gefragt, weshalb ihr Mund irgendwann so eingefallen wirkte. Das kann schon mal passieren, dass das Zahnfleisch schwindet und die Dritten bei einer Schwerstraucherin dann etwas anders sitzen als das normale Gebiss.
– dass es für mich absolute höchste Zeit war. Ich meine, wenn selbst Amy Winehouse in Rehab geht…
Und wenn ich jetzt dieses Ziehen spüre, das dem Anzünden einer Genusszigarette vorausgeht, dann stelle ich mir Tinker Bell vor, wie sie mit dem Arsch wackelt, um Aufmerksamkeit zu gewinnen, und dann geb ich ihr einen Klapps auf die Finger und atme tief durch.




