Archiv des Autors: glamourdick
FXXXING HILAROUS
Ben Affleck. Schade. Ich wollte an zweiter Stelle gern den Xtube-Clip verlinken, in dem Ben XXXt. Aber den hat man geXXXt.
UND, JA, ICH HABE EIN GEWISSEN
Das von außen können Sie sich verkneifen.
HUUUUUUUUUUUUUIIIIIIIIIIIIIII
Also diese opiatigen Schmerztropfen von der OP vor 3 Jahren (oder waren´s 4? Oder 5?) in Kombi mit dem Angebots-Fetzer-Merlot…..
CIRCUS MAXIMUS oder JEEPERS CREEPERS, WHERE DID YOU GET THOSE PEEPERS

(Libby, „Jonesy“ and Rita Mae. And can´t you just see tell how much I love Libby?!)
Is there anything as creepy as a clown? And anything as seedy as a circus? Erstere befürchtet man in diesem besonderen Wanderzirkus vergeblich, doch der Zirkus, um den es hier geht, is about as seedy sleazy as they come. Er ist als habe Angela Carter ihn sich ausgedacht. Düster. Verschlagen. Hungrig. Magisch. Hier könnte ihre Romanheldin Fevvers mal untertauchen, zwischendurch, zwecks Erdung. Und mit dem Mutter-Töchter-Team die Titten schaukeln, um sich anschließend hinterm Zelt meistbietend oder auch breitflächig zu verschachern. Neben den opulenten Burlesque-Ladies haben wir noch den blinden Wahrsager, die Kartenleserin, die nur prophezeien kann, weil ihre stumme, querschnittsgelähmte Mutter ihr telepathisch vorsagt. Den zwergwüchsigen Manager, der ebenfalls Sprachrohrfunktion erfüllt – denn der Zirkusbesitzer ist (zunächst) unsichtbar. Die Schlangenbeschwörerin mit dem starken Sohn, Lila, die bärtige Dame, der lädierte und unglaublich verliebenswürdige „Jonesy“. In diese kaputte Truppe verschlägt es den entflohenen Häftling Ben Hawkins. Sein Verbrechen ist nicht sein einziges Geheimnis. In welchem Verhältnis steht Hawkins zu dem unergründlichen Prediger Justin Crowe (what a name!) und seiner „Schwester“ Iris? And what´s on their hidden agenda?
Es geht um den Kampf von Gut und Böse. Es geht um das Ende der Welt. Es geht um die Depression, denn in dieser spielt „Carnivale“, die HBO-Serie, die ich ihnen hiermit dringlich zum Kauf anempfehle. „Die Früchte des Zorns“ treffen auf „Twin Peaks“, so hat es mal jemand recht treffend beschrieben.
„Carnivale“ hat es leider nur auf zwei Staffeln gebracht. Zu teuer. Man drehte mit Spielfilm-Budget. Und für den Massengeschack ist die Serie zu düster, zu beunruhigend, zu sehr das Gegenteil von Feelgood-Entertainment. God, I LOVE it. Die erste Staffel schaute ich mir in 2 Tagen an. Ich stellte fest, dass es sich mit einer Folge „Carnivale“ so verhält wie mit einer Stunde Therapie: man braucht eine Woche, um sie zu verarbeiten. Die Staffel zwei gebe ich mir wohldosiert: maximal 2 Folgen am Stück.
A VERY GOOD WIZARD AND A VERY DEAR FRIEND*
„Nights at the Circus“ müsste ich eigentlich auch mal wieder lesen. Das Buch hat mich mein ganzes Anglistik-Studium lang begleitet und ich erinnere mich, mit meiner Lieblingsdozentin in der U-Bahn gestanden zu sein, sie – mit Tränen in den Augen den Tod Angela Carters verkündend. Mit dem Zusatz „Warum hat es nicht die Murdoch treffen können? Die hat doch wirklich genug geschrieben.“

Ganz schlimm, zu sinnieren, was Angela noch alles hätte schreiben können, at the height of her powers, doch dann kam der Tod in Gestalt von Krebs.
Leser: lest Angela Carter! „Nights at the Circus“ und „Wise Children“ sind Pflicht. So full of wonders, charm, darkness and light, magic and surrealism.
Hoppla. Jetzt hab ich mich grad selbst bewegt und muss ne Träne abtupfen. Manche Leute dürfen einfach nicht sterben, finde ich. Und was kann man schöneres zu jemandem sagen als das, was Tracey Thorne einmal sang: „I hope you never die…“
„Carter is a poet of the urban jungle, as well as of the wild wood where we find danger, and the haunted palaces of love where vampires lurk. There is a vividness in her work that comes from the enthusiasm with which her characters face life and its sensations; it is also a construct, a made artifice based on the premise that all these places are aspects of the mind as well as the backdrop for the body’s perils and pleasures. (…)
Angela Carter is dead and lives in her readers’ sense of her work as a bundle of gifts she left to boobytrap our memories. The body of work she produced is constantly present as a cabinet of bright curiosities. It is also a perpetual source of righteous thinking, free of shabby managerial orthodoxies, and anarchic in its scorn of the powerful and cruel and thoughtless. We need constantly to read and reread her.“
(Roz Kaveney in TimeOut, London, 2006)
*Salman Rushdie in seinem Nachruf auf Angela Carter: „WITH Angela Carter’s death English literature has lost its high sorceress, its benevolent witch-queen, a burlesque artist of genius and antic grace. (…) Deprived of the Fairy Queen, we cannot find the magic that would heal us. Nor do we wish to be healed, just yet. We sit gazing into the huge hole her death has left, and, as we gaze into the crater of our loss, we remember.“
(S.R., The New York Times, 8.März 1992)
CLAM BROTHER
Kürzlich die Berliner Zeitung durchgeblättert, oder war´s der Tagesspiegel? Egal, jedenfalls bei einem Interview hängen geblieben, das jetzt mal auch egal war; aber fasziniert, im dritten Jahrtausend, in dem wir uns befinden, einen Familienstad zu lesen, der mich dann doch überraschte: „ledig“ stand da. Und vielleicht war ich aucH einfach nicht da, als der Begriff „ledig“ einen Bedeutungswandel erfuhr und zum Synonym für „lesbisch“ wurde. Ich musste mich jedenfalls kurz in die Rolle der Geliebten versetzen und mitfühlte. Es gibt ja öffentliche Personen, die haben so ein albernes Problem mit der eigenen Sexualität, dass man meinen könnte, sie haben gar keine. Bei Familenstand sollten die dann ruhig angeben „nicht vorhanden“. Interessanterweise zieht sich dieses Leugnen der eigenen Sexualität als thematischer rosa Faden durch ihr öffentliches Bild. Wenn Sie also mal jemanden sehen, bei dem Sie so gar nicht an Ficken denken, der oder die unerlöst und etwas besorgt wirkt – then Dear, you´re most probably looking at a wahrscheinlich ziemlich frustrierte Klemmschwester.
GLAM.AT
Es freut mich, dass ich jetzt auch hier zu lesen bin, aber schöner noch wär´s ja, wenn man diesbezüglich vorab informiert würde und nicht einfach so drüber stolpert. Man ist ja nicht nur eine Textmaschine sondern ein Fleisch und ein Blut mit Ego und einer Anlage zum Stolz, wo sich freut über jede freundliche Mail mit froher Kunde.
Aber Danke, Datum und Danke, Don.
AUF DICH WERFEN KANN

Ich seh sie vor mir: graublonde Zopfmädchen und schuppige Spangenträger, wie sie ihre Plastikschalstühle mit den Chrombeinen übers Linoleum schleifen, einen Kreis bilden, „Komm bau ein Haus, das uns beschützt, pflanz einen Baum der Schatten wirft“ singen, mit gestützter Stimme, einige noch im Stimmbruch, an der verstimmten Gitarre begleitet von der Referendarin Madleen-Jaklin Kotzkow-Zottenkübel und dann reden sie über den Tod und über den Herrn und seinen Sohn und darüber, dass die Werbefläche vorm Gotteshaus unvermietet ist, wenn das mal kein Wink Gottes usw., und dann hat sich die Konfirmandenfreizeit ja gelohnt, wenn man mit so nem pfiffigen Slogan zurückkehrt! Amen!
(Und die Leute regen sich über Kopftücher auf. Kopftücher!)
HAUPTSACHE BLOND
Ich erkenne ja eine Friseuse meines Vertrauens daran, dass sie zu mir sagt, dass meine Naturfarbe schießlich auch eine Art Blond sei. Ein ganz ganz dunkles Dunkelblond, aber zweifelsohne Blond. Hat ja kaum mehr Rotpigmente als Pippi Langstrumpf. So eine Art Finsterschwarzblond quasi. Auf diese Weise ermöglicht sie es, dass wir alle Warnhinweise des L´Oréalschen Chefhaarfarbenwissenschaftlers ignorien und eine Farbe verwenden können, die für mittelblonde bis aschblonde Ausgangshaare die besten Resultate garantiert. Wir lassen´s einfach etwas länger einwirken. Und dann massiert sie nach 245 Minuten Einwirkzeit die Ansätze nochmal so richtig durch. Und wenn ich danach eine Woche lang abends eine Heilsalben-Kur mache, dann ist auch nach vierzehn Tagen schon fast sämtlicher Schorf auf der Kopfhaut abgeheilt, beinahe.
Indes: Anita Loos wusste schon damals, Blond sein ist keine Frage der Haarfarbe und deklarierte die fabuleuxe Louise Brooks als Blondeste aller.
Flamboyant Flappers…Und natürlich mit Bob!