Archiv des Autors: glamourdick
DER MANN, DER ZUVIEL WUSSTE or IS IT THE MEDICATION? oder AUS DER UHR TROPFEN SEKUNDEN
Ich mag nichts Neues schreiben. Freitags liest ja eh keiner. Geschweige denn schreiben. Die andern meine ich. Ich lass mich normalerweise von den Namen von Tagen nicht beeinflussen. Egal. Andere freitags: Da sitzen die Blogger in ihren Büros und hypnotisieren die Uhr, bis sie sie bei 13 oder 14 haben. Mächtige Menschen, Blogger. Und man kann ihnen nicht einfach so abverlangen, dass sie endlich mal was erleben, damit sie ihre Seiten füllen können. Es ist ja oft schöner, wenn das Leben nicht ins Fiktionale abdriftet sondern vor sich hinplitscht wie ein undichter Wasserhahn. Und außerdem verlangt es einiges an geistigem Einsatz, die Sache mit dem Uhren hypnotisieren. (Gleich danach kommt Löffel würgen.) Klar, dass man dann Schreiburlaub nimmt.
Es gibt eine Geschichte, die würde ich jetzt glatt schreiben, aber habe ich schon. Und da fällt mir Tamara de Lempicka ein, wie sie alt, irgendwo in – was weiß ich – Mexico – rumhängt und ihre alten Bilder nachmalt. Das ist beides, wie wenn Hitchcock Regie geführt hätte beim Remake von „The Birds“. Geht nicht. Macht man nicht.
Und auch wenn es sich klar liest: Lassen Sie sich ruhig täuschen. Ich habe heute mal einen Kryptischen.
„FANG BANG“
Sex mit mehreren Vampiren.
NAMES NAMES NAMES
Gestern über Suchbegriff gelacht: eukalyptische Reiter. Draufgeklickt und festgestellt, dass der von mir war. Endlich mal schneller als Douglas Coupland! Dann festgestellt, dass der doch nicht von mir war, sondern vom Burnster. Ehre wem Ehre gebührt. Zum Beispiel auch Ines Schreiber. Die kennen meine Neuleser bestimmt nicht, deshalb lesen Sie mal die hyperrealistische Saga von einer die auszog.
Wegen Ines kamen Lucky und ich dann wieder auf die Namen, die wir uns geben würden, wenn wir nochmal gemeinsam auf eine Travestiebühne gingen (was, zugegeben, viel zu selten stattgefunden hat. Einmal um genau zu sein.) Lucky: Elli Teer. Sachbearbeiterin für Sonderwünsche und special arrangements. Glam: Rita Lin*. Beschwerden und Reklamationen. Früher haben Lucky und ich gerne Reime auf Fische gemacht. Aber irgendwann hat man alles durch, was auf Rochen geht. Dann kamen die poetischen Frauennamen. Wilma Preise. Ellen Lang**. Gestern kam mir der Killername überhaupt, der Name, den eine Mutterkreuzträgerin tragen sollte, mit schütterem Zopp, einmal um den Schädel gewickelt, Damenundherren, Mütze ab – meet Meta Stase.
*copyright unclear
** courtesy of Skailight
ZUCKERSCHOCK
Ich hatte mal einen Freund, der hatte einen Hund. Und es war so ein hyperverkuschelter Sonntagnachmittag auf dem Sofa, da lagen wir so rum, nach Zimt und Vanille duftend, Haschpralinen naschend und sagten einander liebe Worte, flochten uns Zöpfe, knutschten miteinander und kraulten den Hund, und im Fernsehen muss sowas gelaufen sein wie „Steel Magnolias“ oder „Pretty Woman“ oder so, jedenfalls rappelte sich der Hund irgendwann auf, sprang vom Sofa, schaute uns angewidert an und bellte. Einmal. Und mein Freund, der sonst nicht so wahnsinnig schlagfertig war, sagte: „Sweetie overkill“. Mussten wir lachen. Alle drei.
GLAM GOES REUTERS
Hatte ich eigentlich schon erwähnt, dass ich am Sonntag einer einbeinigen rumänischen Windschutzscheibenputzerin alle Sextapes der letzten drei Päpste für 12 Euro abgekaufthabe? Ja, gehen sie mal ruhig wieder über den Türkenmarkt! Aber weil mir die katholische Kirche so ein Anliegen ist, werde ich sie in meinem Bankschließfach versenken.
SO FULL OF MYSELF
Angefangen, das eigene Blog durchzulesen. Bis September 2006 gekommen. Ein Beitrag mehr und ich hätte mich vom Balkon gekotzt.
MARILYN MONROE´S FAVOURITE POET oder BROTHERS AND SISTERS
Gestern den ganzen Tag nichts anderes gemacht, als zwei Blogs komplett durchzulesen. Zwei ganz verschiedene und doch irgendwie verwandte Wesen. Zwei Menschen, die auf unterschiedliche Art und Weise mit sich hadern und dem Leben etwas abringen. Spielerisch und manchmal kämpferisch. Trotzig, resigniert, entschlossen und manchmal zweifelnd. In allem perfektionistisch – vor allem im Anspruch an sich selbst.
Nichts ahnend schaue ich dann eine Episode „Brothers & Sisters“ und höre einen Satz, den ich im Jahr 1987 mit Bleistift unterstrichen habe. Einen Satz aus Marilyns Lieblingsbuch.
(Bitte nach 17 Sekunden Ton wegmachen oder ausstellen, die Musik ist grausam.)
„Auch zu lieben ist gut: denn Liebe ist schwer. Liebhaben von Mensch zu Mensch: Das ist vielleicht das Schwerste, was uns aufgegeben ist, das Äußerste, die letzte Probe und Prüfung, die Arbeit, für die alle andere Arbeit nur Vorbereitung ist.“
(Rilke, „Briefe an einen jungen Dichter“)
Und ich glaube, diese Erkenntnis wirklich zu begreifen, das haben wir gemeinsam. Mit Marilyn. Und Rilke. Die beiden kennen sich nicht, sind aber verlinkt. Wie Marilyn. Und Rilke.
CHARITY HOPE VALENTINE
Eine ganz andere Energie. Seit ungefähr einer Woche. Luxuriöse Begegnungen jeden Tag. Genau wie das Horoskop schon sagte – ich treffe Leute und wir versetzen uns in Schwingungen. Sei es auch nur, dass ich einem fremden Reisenden mein Gästezimmer spendiere. (Das ist wahrscheinlich eine Spätfolge von „Into the Wild“. ) Mit G. ein Gespräch über Charities – keiner kann man trauen. Um so schöner, dass wir alle unsere eigenen Charities veranstalten können und uns das sogar auch selbst reich macht. Texte ins Netz stellen für umsonst. Die Wohnung öffnen und von den Geschichten der Reisenden profitieren. Durch Gespräche mit Lange-nicht gesehenen oder Fremden sich selber in der Welt platzieren, das innerlich Schwebende verankern.
VERRÜCKE oder LEWD WIG
