Archiv des Autors: glamourdick

„INDIAN SUMMER DOROTHY PARKER“…

…lautete heute eine Suchanfrage. Wenn ich mich rechts entsinne ging das so:

In youth it was a way I had
To do my best to please
To change with every passing lad
T suit his theories

But now I know the things I know
And do the things I do
And if you do not like me so
To hell, my love, with you.

SWEENEY GLAM oder GOD BLESS THE CHILD

Mein Patenkind wird gemobbt. Und ich will ihr gern helfen, aber weiß nicht, was ich ihr raten soll. Verprügel ihn! Vergelte gleiches mit Gleichem. Ich hab mir sein Internetprofil angeschaut auf der Suche nach wunden Punkten. Hab mir überlegt, ihr toughe Sprüche in unanständigen Worten zu verraten. Mich erinnert, selbst immer still geblieben zu sein, mich nicht gewehrt zu haben. Falsch, ganz falsch. Wenn Du so verfährst, dann bist Du schnell der Freak für alle. Das macht keinen Spaß, da hast du schlimmstenfalls Dein ganzes Leben mit zu tun.

Schauen wir so „Sweeney Todd“ und sie sagt
„Das ist schon merkwürdig. Eigentlich sind die beiden ja böse und trotzdem mag man sie.“
Ich drücke den Pausenknopf auf der Fernbedienung.
„Ja – weil man weiß, warum er böse ist. Man versteht ihn. Aber trotzdem handelt er nicht richtig. Eigentlich will er doch den Richter umbringen. Und nicht all die anderen. So ist es mit dem Spacko, der Dich mobben will auch. Wahrscheinlich hat er beschissene Eltern, die ihn drangsalieren, aber gegen seine Eltern kann er nichts unternehmen und deshalb sucht er sich ein anderes Opfer.“
„Hm.“
„Der ärgert Dich jetzt, weil Du größer bist als die anderen Mädchen. Wahrscheinlich ist er neidisch, dass er nen Kopf kleiner ist als Du.“
„Ja, aber was soll ich jetzt machen?“
„Du machst es schon richtig. Hohe Schuhe kaufen. Noch größer sein. Was Dich von den anderen unterscheidet, ist was Dich heraushebt. Dich besonders macht. Genau das musst Du akzentuieren. Bald geht´s nicht mehr darum, wie die anderen zu sein, sondern eigen. Du selbst.“

Später sitzen wir vor ihrem Computer. Ihr Bildschirmfoto: Meryl Streep.

„Und wenn Du weinen musst, weil der Mikropimmelidiot, dessen Eltern vermutlich Geschwister waren was Böses sagst, dann mach es. Geh in Dein Zimmer und weine. Bloß zeig ihm Deine Tränen nicht, dann hat er Dich in der Tasche. Und danach hörst Du bitte „Dancing Queen“ und denkst daran, dass Deine Lieblingsschauspielerin erfogreich ist, weil sie nie der Norm entsprach. Aber Jessica Lange ist trotzdem besser, nur singen kann sie nicht. Und wenn Du Dich ausgeheult hast, und dann mit „Dancing Queen“ wieder stark gemacht hast, dann werde wütend. Und wenn Du es selber nicht schaffst, den Wichser zusammen zu falten, dann ruf an. Dann knöpf ich mir das Arschloch vor. Ich bin Dein Patenonkel, das ist ja das Mindeste was ich tun kann.“

(Ca. 1 minute 24 seconds into the trailer.)

THE LAST SILVER RIDE

Ich hatte ja noch nen fast halbvollen Tank und in den ländlichen Blauen Seiten ein paar interessante Infos entdeckt, wie man sich so verhält, sexuell akquirierend auf dem Land, wo es nicht an jeder Ecke ein Homo-Etablissement gibt. Cruising areas. Erste Freilufterfahrungen hatte ich vor ein paar Jahren an der Seenplatte gesammelt und man hatte mich überzeugt, dass casual sex draußen im Hellen ne dolle Sache ist. mit knackigen Dänen oder gierigen Vertretern in der Weite der Natur rumzumachen war ein spannendes Erlebnis. Ich fragte mich bis gestern, warum ich nie wieder darauf zurück gegriffen hatte. Aber erst mal wollte ich das Terrain checken, blieb im Auto sitzen und beobachtete.

Anders als an der Seenplatte waren die alleinstehenden Männer, die aus ihren Autos stiegen, sich umschauten und dann in die Büsche spazierten eher alt und hässlich. Sie fuhren Firmenwagen verschiedenster Berufsgruppen. Im Schnitt benötigten sie für ihre Verrichtungen 15 – 20 Minuten. Länger dauerte es, wenn sich Kleinfamilien auf dem Autobahnparkplatz zur Reisevesper breitmachten. Dann war der Rückweg abgesperrt. Ich meine, wenn sie nicht enttarnt wwerden wollten könnten sie einfach auf den Zustand der öffentlichen Parkplatztoilette hinweisen und so tun, als erledigten sie ihr Geschäft lieber im Busch, als auf einer stinkigen Toilette, aber da gab es wohl doch eine gewisse Hemmung. Angesichts des Angebots jedenfalls erlosch mein interesse und ich fuhr wieder zurück. Wenn die Mittagszeit vielleicht ein ungünstig gewählter Moment war, in dem die Auswahl spärlich war, dann sollte ich vielleicht zum klassischen Arbeitsschluss nach 16h noch einmal wiederkehren.

Gedacht getan. Weniger Autos, keine Familien. In die Büsche dringt ein Rauschen, ähnlich wie in Es Cavallet, nur ist es nicht das Meer, sondern die Autobahn. Schönes Wetter, die Sonne knallt in die Büsche, ich flaniere und tue, als täte ich sonst nichts anderes und keine 3 Minuten später schält sich ein attraktiver, wenn auch schlecht frisierter Endzwanziger aus dem Grün wie ein Pegasus in einer Harry Potter-Verfilmung. 25 Minuten später sitze ich im Auto und hole das Handy aus dem Handyschuhfach.

„Herr Dick, Das Rote ist soweit“, berichtet die Stimme des Autohändlers/KFZ-Mechanikers von der Mailbox.

Und so war die letzte Fahrt im Silbernen eine Ficktour. Bevor er seine letzte Ruhe fand, schenkte er mir noch ein Freilufterlebnis. Drei Kippen gab ich ihm mit auf die letzte Reise, denn so ganz von mir befreit wollte ich ihn nicht ziehen lassen.

Danke, Silberling. Du sahst sehr sexy aus, da auf dem Autobahnparkplatz, neben den langweiligen Firmenwagen mit dem niedrigen Spritverbrauch. Thanks for letting me ride you all these years. And I´ll never forget: Objects in mirrors are closer than they appear.

DAS ROTE

(Zunächst einmal: nur weil ich mal ein Wochenende weg bin ist das kein Grund für twoday.net, sich auch zu verabschieden.)

Der Rote ist ein Hausfrauenauto und auch nicht mehr die Jüngste. Ihre Schenkel sind gepflegt und weisen keine Anzeichen von Rost auf. Es muss sein bisheriges Dasein in einer Garage gefristet haben und ihm ist anzumerken, dass sie keine biografischen Höhe- oder Tiefpunkte erlebt hat. Mein Silbener hat schon einiges hinter sich: Diebstahl, Hundehaare, blinder Vandalismus (Tritte, Antennenabknickattacken), gezielte Brutalität (aufgestochene Reifen), ein Smack auf dem linken Auge, Fummelei, Knutscherei. Die Pornoqueen hat ihn gelobt:
„Der heizt aber gut!“
„Ja, hat ja auch viel mehr PS als der davor.“
„Nein. Ich meine die Heizung funktioniert gut.“

Im Roten gibt es eine Getränkeabstellmodul für Schnabeltassen und hinten keine Aschenbecher. Das Radio zeigt keine Frequenzen an, also kann ich meinen Ipod nicht einpegeln. Das Rot ist das Rot einer Sauerkirsche. Nicht Jungle Red oder New York von Chanel. Harzer Sauerkrische.

Aus dem Kofferraum des Silbernen berge ich: ein Boot, 5 Paddel, mehrere Paddelersatzteile, die erfahrungsgemäß irgendwann Sinn machen könnten, 2 Luftpumpen, Eine Tüte mit CDs, die ich verkaufen wollte und nie losgeworden bin (Sheryl Crowe anyone?), diverse Musikcassetten, noch aus dem Vorgänger des silbernen Kofferraumes. Dasselbe gilt für eine kaputte Kuchenplatte. Der schwarze Pulli, den ich so lange gesucht habe. Ein Krokodil und eine defekte rote Luftmatratze. (Oder war die noch heil, Lucky? Ich hab sie jedenfalls weggeschmissen.)

Probefahrt. Ich hör ja gar nichts. Kein Scheppern, keine sonores Brummen. Keine Flapper-Elfen mit Perlenketten in kurzen Röcken mit so Fadenkunst unten bis Kniehöhe wie Marilyn in der „Running wild“-Sequenz.

Hm.

Ich fühle mich dem Silbernen gegenüber trotzdem schändlich. Und wasche ihn eigenhändig. Er ist überrascht. Und wird misstrauisch. So sauber war er noch nie, und langsam dämmert ihm, dass seine 114 Pferde sich jetzt bald auf den Weg zum Schlachter begeben müssen. Aber er hätte seinen Auspuff wirklich besser in Schuss halten können, ganz zu schweigen von den Bremsklötzen.

Ist doch wahr, Mann.

Nein – Autos müssen fahren. Nicht schön sein, nicht teuer, nicht mal sauber. Ich habe keinerlei emotionale Bindung an so Metallkonstrukte. Kein bisschen. Das wäre ja auch total bescheuert.

GLAM VORFREUT SICH…

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Foto: Benno Kraehahn

Und nicht nur darüber, dass Kraehahn mal wieder ein geiles Foto vorlegt (das überrascht nicht, der Mann ist einfach sehr sehr gut.) Nein, wegen der Abgebildeten, und dass sie demnächst… Demnächst dazu mehr.

U-BAHN STEHT NICHT ZUR DEBATTE

Meinen Autohändler/KFZ-Mechaniker und mich verbindet folgende lapidare Einsicht: Autos sind Transportmittel, nicht mehr, nicht weniger. Ein Auto muss nicht sauber sein, es muss nicht schön oder teuer sein. Fahren muss es.
„Ich könnte auch Rasenmäher verkaufen. Oder Badewannen. Sind halt Autos geworden.“

Mein Autohändler/KFZ-Mechaniker steht so unter dem silbernen Asiaten, den ich einem Filmstoffverkauf vor einem paar Jahren verdanke. Schaut nach oben. Der Auspuff ist komplett hinüber, die Bremsklötze ebenfalls. Dann ist ein Tragwinkel (?) ausgeschlagen (?), daher kommt vermutlich das Geräusch, als schlüge jemand mit einer Perlenkette gegen das rechte Unten vom Auto. Sie sehen – mein umfangreiches Vokabular endet vor allem, was mit Mechanik von Auto zu tun hat. (Ich hatte darauf gehofft, dass das seltsame Geräusch eben wirklich von einer Elfe verursacht wird, die irgendwelche Rituale mit einer Perlenkette am rechten Unten vom Auto durchführt.) Desweiteren hat der Silberne nur noch TÜV bis Dezember.
„Was würde es kosten, ihn durch den TÜV zu kriegen?!“
„´N Tausender.“

Mein Autohändler/KFZ-Mechaniker ist ein Held der pragmatischen Reparatur: Wenn ich in Berlin einen Reparaturkostenvoranschlag von 1500,- Euro eingeholt hatte, fuhr ich schnurstracks in seine Land-Werkstatt, wo das Problem meist für unter 200,- Euro behoben werden konnte. Statt neuer Ersatzteile verwendet er gebrauchte (mein Wagen ist 14 und braucht keinen neuen KAT mehr) und statt eines neuen Auspuffs kann man den alten halt einfach schweißen. Man liftet schließlich auch keine 90jährige. Diesmal sieht es ernst aus.
„Können sie den Auspuff nicht nochmal schweißen?“
„Nochmal? Beim besten Willen nicht.“

Traurig schaut mich der Silberne an, verdreckt wie er da zwischen all den sauberen, geplegten Garagen-Gebrauchtwagen steht. Seine cellulitischen Kotflügel zittern ein wenig.

„Haben Sie denn vielleicht was anderes für mich da?“

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„OBJECTS IN MIRROR ARE CLOSER THAN THEY APPEAR“ Über diesen Satz konnte ich auf langen Autobahnfahrten unendlich sinnieren.

THE GLIZZ OF IT ALL oder MAKING AN EXIT WITH THE USUAL FLAIR

„Ms. Taylor is fine. The rumours which began in England about her health are dramatic, overstated and untrue. Her hospital visit was precautionary. She will be returning home shortly. At present, she is surrounded by family, friends and fabulous jewels.“
(imdb.com)

So eine Nachricht kann es auch nur über Liz geben. Und man weiß, bei aller Liebe – die Klunker würde sie jederzeit gegen nen Lastwagenfahrer eintauschen. Liz, altes Haus – erhol Dich. Und falls nicht – setz ne Krone auf, wenn Du Dich auf den Weg zu Deinem Dick machst!


(Ja, auch Liz kann nicht wirklich singen. Trotzdem schön.)


(Wer nicht singen kann muss heulen.)

But this is Liz too: bringing the rhyme to „tough“ and „love“:

So – ich bin jetzt mal paar Tage ohne Netz und wünsch Euch ein zauberhaftes Wochenende! Und Liz gute Besserung!

THIS WOMAN´S WORK

Dear Kate Bush,

thank you for the church bells on „The Sensual World“, thanks for the laughter and the birdsounds on „Aerial“, thanks for exquisite compositions and overwhelmingly beautiful lyrics. Thanks for being courageous and different. For being daring and unique. For the talent to glamourize and to hold back. For Diamond Dust and Diamond Nights. For Hounds of Love and windy wiley moors. The cutest Sugar Kane Ukulele Dance ever. Could be in a dream, but you make it real and you make it sublime. 30 years of groundbreaking gorgeousness, loveliness, sweetness, drama, glamour, wit and elegance. Your heart IS filled with summer. Happy 50th birthday and Thank You for the Soundtrack of my Life.
Love always,

Glammy

(Who, when he was 10, copied the „e“ you used in the handwritten lyrics on „Lionheart“ and writes it like that to this day.)