Seit Jahren lass ich kein gutes Wort an ihr (na ja, kann man so auch nicht sagen – ich betone immer wieder, wie gut sie einmal war), und man könnte mir zum Vorwurf machen, dass ich alles glaube, was ich in der Klatschpresse lese und meine Wahrnehmung deshalb verzerrt ist. Dass ich ungerecht bin. Dass ich einen Groll hege, den ich hier pflege. Dass Madonna in Wirklichkeit eine ganz tolle Frau ist, die nie abgehoben ist, ein großes Herz hat und auch mal schwarze Babies kauft und die dank 10 Litern Kabbalah-Wasser täglich und 16 Stunden Yoga am Tag wundersam jung geblieben ist, sich ihrer alten Hände aber keineswegs schämt. Und die natürlich jede Note live singt und dabei noch mit den Glocken schlackert dem Arsch wackelt. Die so biegsam und geschmeidig ist, dass sie, wenn sie wollte, sich den Kopf mit der vagina dentata abbeißen könnte. Eine Frau also, bei der Ostheoporose und Cellulitis einfach keine Chance haben. Bei der Freie Radikale freiwillig Reißaus nehmen. Aus religiöser Ehrfurcht.
Als ich letztes Jahr Tickets für Barbra Streisand geschenkt bekam, da sträubte ich mich erfolgreich. Ich wollte partout nicht dabei sein, wenn eine in die Jahre gekommene Diva Fahrstuhlmusik draußen macht und ihre Fans vor Begeisterung mit ihren Knicklichtern popeln. Eine Einladung zu Celine Dion blieb dann, Gott ist gnädig, aus.
Aber am Donnerstag Mrs Ritchie für umme? So quasi als Betriebsausflug? Da bin ich dabei. Allein schon wegen des Britney-Videos. (Ich meine, ist es Humanitarismus oder Hohn, eine psychisch Kranke aus ihrer Zelle vor die Kamera zu zerren, aber frage man das bitte auch mal alle Veranstalter von Amy Winehouse.) Ich werde am Freitag berichten. Ja, ich gebe Esther eine Chance. Wenn nichts Aufregenderes dazwischen kommt.
(The Clip that didn´t make it. Als sie den zurückzog konnte ich sie nicht mehr ernst nehmen.)