Lieber wäre mir gewesen, sie hätte nochmal Krystle entführt oder ihren Mafia-Ex um die Ecke gebracht. Ich will nicht, dass SammyJo Amanda sich in Alison verwandelt. Dr. Peter Burns, tun Sie was!
Archiv des Autors: glamourdick
FICKEN 4000
Die nachtfarbene Zigarettenhose, schwarzes Hemd, das anthrazitfarbene Beerdigungs-Sakko mit den krassen Schultern, die klobigen Schuhe, die elektrisch blaue Tasche und Lancôme-Schwarz auf den Augen, nur leicht glitzernd. Romy-Schneider-Gedächtnis-Haare, so, dass sogar der schwarze Ansatz funktioniert. Das Outfit, in dem man um 2.00 Uhr morgens am Fickschuppen vorbei geht, weil es eine Schande wäre, im Dunkeln. Auf einem roten Billiardtisch müsste man sich ficken lassen. „Miles away“ in den Ohren. Ein Typ mit weißer Schiebermütze kommt mir entgegen, langsamer als ich, vermutlich Jay Brannan im Ohr. Wir gehen aneinander vorbei und ich denke, „im Film wäre jetzt der Moment, sich umzudrehen und er tut dasselbe“, dreh mich also um, sehe, wie er sich zu mir umdreht, seine Haustür aufschließt, und grinse, gehe weiter, always love you more, miles away. Wer hat schon einen roten Billiardtisch in der Urbanstraße?
GLAMOURDICK

Statt der bräunenden Bodylotion versehentlich eine bräunende Bodylotion mit Glitzerpartikeln gekauft.
DAS GLAMPERIUM SCHLÄGT ZURÜCK
„Since we last had sex I really wanted to go out and buy your books. You know, to get to know you better.“
„How sweet of you. But you wouldn´t be able to read them, papi.“
„Why??“
„They´re written in German.“
„In German?? Oh.“
Ich meine, ich mochte ihn wirklich, aber lebte schon sehr in seiner eigenen Welt.
!I LOVE TICKETS!

Oct 19 Hamburg Prinzenbar
Oct 20 Berlin Roter Salon
Oct 21 Köln Studio 672
Oct 22 Stockholm Kägelbanan
Oct 26 Paris La Reine Blanche
FRAU LAROUSSE HEARTS MY BLOG
Das finde ich gut! Merci, Mlle. Larousse.
Jetzt soll ich also mindestens sieben weitere Blogs gleichermaßen ehren, die dann wiederum weiter mit dem Stöckchen usw. usw. Das Blöde nur: mir fallen drei Blogger ein, die unter meinen Glorreichen Sieben wären, die bei der Weitergabe passen würden. Aus Faulheit, weil sie gerade anderweitig beschäftig sind, pausieren, oder weil sie eh nur das eigene Blog lesen. In allen Fällen ist gerade das Leben dazwischen gekommen, bei meiner Lieblingsbloggerinim positiven Sinn, bei meinem Lieblingsblogger in Gestalt eines Schicksalsschlags.
Aber dann gibt es noch ein paar hochgeschätzte Kollegen, die mehr oder weniger kontinuierlich und verlässlich im Internet veröffentlichen, und ohne deren Beiträge meine morgendliche Lesereise ärmer wäre.
Mein Lucky Star, Herr Strike selbstverständlich. Oder die messerscharf formulierende schnörkelfreie Frau Fragmente. Den besten Witz in der Blogwelt hat die Frau, die mir das größte Geschenk gemacht hat, das man mir machen kann, wenn man berücksichtigt, dass ich keine Gebärmutter habe: Die Schwadroneuse, die mir das größte Geschenk gemacht hat, das man mir machen kann, wenn man berücksichtigt, dass ich keine Gebärmutter habe, aber ich darf nicht verraten was. Kein Tag vergeht, ohne dass ich nachlese, was bei Frau Koma und Herrn Twiggster so geschehen ist. Letzterer wird in Kürze zur Berliner Bloggeria stoßen. Es wurde aber auch Zeit, dass er die Provinz verlässt. Ganz doll ins Herz geschlossen habe ich auch noch den Tod Spango, der zur Zeit zuviel arbeitet und zu wenig schreibt. Der ist der nächste, den ich mir in Berlin wünsche. Und unvollständig wäre diese Liste ohne das Schnittchen und die Schreibkraft Airen.
Und die anderen auf der Blogrolle sind auch schön, sonst wären sie ja nicht verlinkt.
GLAMOUROID
Du möchtest die Sonnenbrille aufsetzen, weil die Nacht auf der Friedrichstraße so hell ist. Lärmend stapftst Du durch den Tunnel, der sich als Bürgersteig ausgibt, aber es passt im Grunde immer nur ein einzelner Bürger längs hinein, man schubbert aneinander, wenn man jemandem begegnet, es ist ein Burgsteig, kein Bürgersteig. Aber eh ja nur ein Bautunnel. Du riechst nach Zigaretten, Red Bull und Michael Kors-Parfum. So stinkt man gegen die Stadt an. Wo ist ein Geldautomat, wenn man ihn braucht oder ein Kreditkartentaxi? Warum ist Ladenschluss, aber bei Dussmann einfach zu hell? In einem ausgeleuchteten Foyer sitzt ein Hund zu Werbezwecken, er sieht lebensecht aus, täuschend, dann regt er sich und es ist tatsächlich ein Hund, er gehört zu einem Mann, der Geld aus der Wand zieht. Dass Thomas Dörflein tot ist, ist irgendwie auch nicht akzeptabel, wer das anders sieht ist ein Schwein. „Ich versuche, mir die Welt zu erklären, als ob zwischen den Punkten Linien wären“ singt sie in die Ohren, mehr ins rechte, im linken sitzt der Ohrstöpsel immer so schlecht. Im Werbebild an der Wand spiegelt sich dein Haaransatz. Das würde schon nicht mehr als „Ansatz nachfärben“ durchgehen. Manche Leute haben kürzere Haare und müssen auch voll zahlen. Manche Leute müssen lügen, anderen gelingt es, mit der Wahrheit zu verschleiern. Als ob zwischen den Punkten keine Linien wären. Du weißt es wieder mal besser und was nützt es Dir? Siehste.
„It´s not the side effects of the cocaine – I´m thinking that it must be love“. Ja, Drogen wären jetzt das richtige. Diese Strecke zugedröhnt viel einfacher. Lidschatten das mindeste. Dem einen oder anderen Touri einen Schubser mit der Tasche geben, wenn der Burgsteig wieder mal zu eng ist. Aber mit Geld in der geballten Faust rufst Du Dir ein Taxi, ohne die Kopfhörer raus zu nehmen. Zu Hause angekommen stellst Du fest, dass alles teurer wird, nur Taxifahren nicht. Und Kaffee. Aber froh macht Dich das auch nicht.
UM ES MIT SANDRA ZU SAGEN „I´LL NEVER BE MARIA MAGDALENA“ oder LIEBE C.,
was ich gesehen habe war sehr sehr schön, aber ich bin in der pause raus weil die ganzen vergangenheitszombies im publikum mich in eine zwangsläufige zukunftsstimmung gebracht haben, weil sie mich in eine vergangenheitsrevue zerrten und ich keine lust mehr hatte auf noch irgendeinen verstorbenen, der mich fragt, was ich so mache und wie gut ich aussehe. sah ich gar nicht. ich war ungeschminkt und kam direkt vom arbeiten. i was not glam. und solche events sollte ich nur mit lidschatten besuchen. wieder was gelernt. und hab mich scheiße gefühlt angesichts der ganzen toten und wurde selber ganz moribund, nachdem ich auch noch ein halbes getränk auf mich verschüttet hatte.
ich würde mir gern demnächst die zweite hälfte anschauen, wenn mehr lebende im publikum sind, wenn es nach nivea riecht, nach milch und sperma von mittzwanzigerinnen und nicht nach bauchnabelfusseln der kleinkunst, wenn es lollekt und bollekt und nicht bioleckt.
hätte dich gern ans herz gedrückt und persönlich danke gesagt, aber ich konnte nach der pause den fahrstuhl zum schafott nicht mehr besteigen, nachdem ich bekesslert und bewinterlet und befischert wurde.
see you soon!
g.
I hope I´ll never be Sandra either and why does it feel, als ob ich mit Hilfe von Youtube nun mein Blog geschändet habe? Ich muss da mal was gegen setzen:
Edit. bzw. Antwort:
i vastoi
nur das es nicht nach noch wat schlimmeren riecht kann ich nisch garantieren, aba ein tickit un amore.
mach disch keine sorgen aba gar keine. sach mir.
kussen
dein olli frost
EHER KRYPTISCH FÜR DEN ARMEN LESER oder GLAMMY, WENN DU DAS SPÄTER LIEST UND ES ZU KRYPTISCH IST UND DU GAR NICHT MEHR WEISST, WAS HINTER DIESEM EINTRAG STECKT – CHECK YOUR THEATER TICKETS oder, essentially, und das ist die hauptüberschrift: LEARNING BY DOING
REISEN MIT MEINEN TANTEN 2

Sie erkennt auch die anderen. Nur die böse L. und Tante E. nicht, die waren zum Zeitpunkt der Vetreibung aber auch noch nicht geboren. Was aus Michael geworden ist, als die Familie fort war, wollen die Schwestern von ihr wissen. Er sei noch eine Weile in der Gegend geblieben, aber dann nach Zabrze gegangen oder nach Kattowitz, sie weiß es nicht genau. Ein wilder Junge sei er gewesen, immer mit den Falschen unterwegs, er habe sich immer behauptet. Meine Tante W. und ihre nächstjüngere Schwester, meine Lieblingstante, tauschen einen schwer deutbaren Blick aus. Meine Lieblingstante hat ihren Bruder geliebt, verehrt. Er hat sie stolz vorgeführt als seine Lieblingsschwester, es war ein besonders inniges Verhältnis gewesen und jetzt, wo sie der Kowalczyk zuhört und sich an ihre Kindheit erinnert laufen auch ihr die Tränen, aber sie sagt nichts. Welches das Haus sei, fragt meine Mutter und die hutzelige Alte deutet auf die mittlere der drei Ruinen. Auf dem Weg zum Haus laufen jetzt bei allen Schwestern und den beiden Cousinen die Tränen. Die dazugehörigen Männer trotten dazugehörig betreten.
Es ist warm, es duftet nach Land. Das Gras der Wiese reicht uns bis an die Schultern. Das Haus hat keine Tür mehr, die Fenster sind ohne Scheiben, kein Hausstein, wir müssen klettern. Ein alter Kachelofen ist fast vollständig auseinander genommen, die Bodendielen an vielen Stellen herausgerissen.
„Da hinten muss ein kleiner Keller sein, wie ein Schrank in der Erde.“ Und da ist er auch noch. Jetzt sind wir zu zwölft in der Ruine mit den winzigen Zimmerchen, der morschen Treppe. Laufen uns in den Weg. Kameras blitzen, es riecht nach Moder und Verfall. Es ist deutlich kälter als draußen. Ich gehe hinaus, meine Mutter geht an mir vorbei, zu den Apfelbäumen. Ich folge ihr, nehme sie in den Arm und sie weint. Als sie sich etwas erholt hat pflücken wir Äpfel. Sie schmecken einzigartig. Wie nie ein Apfel zuvor.
Ich mache ein Foto von diesen versprengten Gestalten in der polnischen Wallachei an einem Spätsommertag des Jahres 2004. Wenn es schwarzweiß wäre, dann würde es an einen Bergmann-Film erinnern.
Mein Onkel H. macht wieder Witze über die Polen. Die ganze Fahrt lang. Erst nach Auschwitz hält er mal ein paar Stunden das Maul. Tante W. und ihre Cousine L. haben es nicht ausgehalten. Sie haben nach einer halben Stunde kopfschüttelnd das Gelände verlassen und sich in den Bus gesetzt. Dass wir Auschwitz besuchen war für mich Bedingung gewesen. Kaum einer der Familie wollte dort hin – ein Shopping-Tag in Krakau wäre doch viel schöner. Ich lasse mich auf einen Kompromiss ein. Wenn wir schon Auschwitz besuchen, dann möchte Onkel P., der Heuchler und Gatte der bösen L. gefälligst auch nach Tschenstochau und dort in der Kathedrale die „Schwarze Madonna“ besuchen. Auschwitz, wie kann es anders – schockiert uns, berührt uns und bringt uns zum Verstummen. Tante Wanda ist fassungslos, dass man sie so etwas ausgesetzt hat. Dabei war das andere viel schlimmer für sie, und wird noch in den Schatten gestellt werden von dem, was sie erwartet. Ich bin der Schuldige. „Wie der Führer uns behandelt hat, NEIN!“ und meint nicht Hitler sondern den Führer der Auschwitz-Besichtigung. „Nur weil wir Deutsche sind, als ob wir was dafür können!“ Ich möchte ihr eine knallen, tue es aber nicht. Die Böse L. setzt sich zu ihr und legt ihr den Arm um die Schulter. Onkel H. macht den Mund auf aber ich stoppe ihn: „Nein, von Dir wollen wir jetzt NICHTS hören.“ Ich glaube, ihm ist noch nie der Mund verboten worden, ich hätte es einfach schon früher versuchen sollen, denn es klappt einwandfrei.
Im Nieselregen fahren wir weiter nach Zabrze, wo wir eine aufregende Verabredung haben. Mit meinen polnischen Cousins und Cousinen, die ich noch nie gesehen habe. Wir treffen uns am Bahnhof und die Familienähnlichkeit schockiert mich. Gemeinsam besuchen wir das Grab meines Onkel Michael. Da stehen wir nun, die Polen am Kopfende des Grabes, die Deutschen am Fußende. Und wir können ohne Dolmetscher kaum ein Wort wechseln, aber unsere Übersetzerin macht klar, dass die polnische Verwandtschaft uns in ihrer Wohnung zum Essen erwartet.
„Nein“, sagt Tante Wanda. „Da gehe ich nicht mit.“
„Was ist denn jetzt los?“ möchte ich wissen.
„Da könnt Ihr Euch auf den Kopf stellen, das Haus betrete ich nicht.“
„Aber Wanda!“
Doch da macht sie schon auf dem Absatz kehrt und setzt sich in den Bus. Ich bin fassungslos.
„Was hat sie denn jetzt???“
So öffnet sich eine Schublade mit dem Aufschrift Familiengeheimnisse.
„Der Michael hat die Wanda immer geärgert und aufgezogen, die mochten sich nicht.“
„Der hat sie geradezu gequält.“
„Das war doch nur Spaß!“
„Nein, das war wirklich nicht schön.“
„Aber der Michael ist tot. Das sind seine Kinder. Und selbst wenn. Das war vor mehr als sechzig Jahren!“
„Die Wanda kannst Du zu nichts zwingen“, sagt ihr Mann, der es wissen muss. Onkel P. der Heuchler nimmt Wanda in Schutz.
„Na dann essen wir halt irgendwo anders.“
„Ja. Hm.“
„Okay.“
„Ja, wenn die Wanda partout nicht will, was soll man machen?“
Das is der Moment, wo ich entgleise.
„Sagt mal, TICKT ihr noch ganz richtig? Wir sind von Verwandten in ihr Haus eingeladen und Ihr wollt sie beleidigen? Weshalb sind wir überhaupt hier? Es ging doch um Familie?“
„Ja, wenn die Wanda partout nicht will, was soll man machen?“ Der Heuchler.
„Das kann ich Dir sagen. Sie im Bus sitzen lassen.“ Und plötzlich werde ich sogar resolut:
„So. Wer mit mir zur Cousine Essen gehen möchte hebt die Hand. Wer nicht mit will bleibt im Bus oder wir holen ihn nachher am Bahnhof ab.
Und so kam es, dass die Wanda überstimmt wurde und die ganze Familie bei der polnischen Verwandtschaft einkehrte
Die Scham. Die SCHAM. Als wir in der Wohnung der polnischen Verwandtschaft ankommen, sind wir gefloort. Essen Essen Essen. In jedem Raum Buffet. Hierfür haben 4 Menschen tagelang in der Küche gestanden. Beim Gedanken, sie wären ohne uns in die Wohnung zurückgekommen zerreißt es mich innerlich und ich werfe Wanda einen Blick voller Hass zu. Wanda, im Gruppenzwang überstimmt, sitzt auf der Kante eines Sessels und wiegt den Oberkörper hin und her. Das könnte man jetzt für eine literarische Garnitur in diesem Bericht halten, aber es entspricht traurigerweise der Wahrheit. Und ihr laufen die Tränen. Nicht vor Rührung, sondern vor Demütigung. Ihr Arsch sitzt auf dem Sessel des seit 60 Jahren gehassten und längst verstorbenen Bruders. Wie konnte es dazu nur kommen?
Bei der Schwarzen Madonna kriechen die Betenden rückwärts aus dem Andachtsraum.
Bereits auf der Rückfahrt beginnt sich die Familiendynamik zu ändern. Während meine Cousine und ich vergeblich versuchen, Sektgläser zum Mund zu führen, bei 80 kmh auf einer von Schlaglöchern übersäten Autbahn, haben sich die Böse L. und der Heuchler P. ganz der Betreuung der entehrten Wanda gewidmet. Mit soviel Einsatz wie die Kriecher bei der Schwarzen Madonna. Dem H. sind die Sprüche wohl ausgegangen, auch ihn beobachte ich dabei, wie er mit leerem Blick aus dem Busfenster schaut. Die Eindrücke der vergangenen Tage sind gewaltig. Dass die Reise ein Wundenquetschen wird, damit hat keiner gerechnet. Jeder geht auf seine Art damit um.
2008. Die zersprengte Familie hat sich Dank des Trips in die Vergangenheit ein weiteres Mal auseinander bewegt. Wanda kann nicht vergessen, nicht verzeihen. Sie ist zu dumm, um zu verarbeiten. Die Böse L. findet in ihrer Schwester viel Nährstoff für das eigene Vitriol und intrigiert wo sie nur kann. Keiner hat mehr Vertrauen zueinander, alle versuchen den Schein zu wahren, aber plötzlich meiden die Schwestern Familienfeste, rufen sich nicht mehr an. Zur Strafe dafür, dass meine Mutter mich auf die Welt gebracht hat, „vergisst“ Wanda, ihr zum Geburtstag zu gratulieren. Viele kleine albernen Fiesheiten kennzeichnen von nun an das Auseinanderleben. Der Zusammenhalt, der Jahre lang existierte, ist fort und wird auch nicht zurück kehren. Wenn jemand 60 Jahre lang hassen kann, dann wird er die nächten 20 Jahre auch nicht mehr begreifen.
Die Bilder dieser Reise sind für mich noch sehr präsent. Ich schmecke noch den Apfel, den ich auf der Wiese vorm Haus gegessen habe. Die Eindrücke von Auschwitz sind allgegenwärtig geblieben wie Staub. Das Wohnzimmer der polnischen Cousine, die Essensgerüche. Ich sehe meine Lieblingstante und meine Mutter um Fassung ringen, vor der Ruine, die für sie die Idee eines Familienidylls war, das es vermutlich nie gegeben hat, das aber defintiv mit der Vertreibung und dem Leben als Unterprivilegierte im Westen ein Ende gefunden hat. Das Geburtshaus in Scherben zu sehen verlangt einem etwas ab.
Man kann vergessen. Man kann verdrängen und leugnen. Auch sich selbst. Aber es gibt immer irgendwo eine Frau Kowalczyk, die dabei war und die sich erinnert. Darauf muss man gefasst sein. Und wenn man das nicht aushalten kann, dann muss man die Vergangenheit ruhen lassen.
