Archiv des Autors: glamourdick

HERE COMES CAPTAIN JACK oder BRITISH, BUT SEXY

Smart, sexy, mit einem Sinn für dramatische Outfits, und nicht zuletzt untot – meet Jack Harkness, Leiter der Sondereinheit „Torchwood“, die sich im beschaulichen Cardiff um einen kleinen Riss in der Zeit kümmert, der Großbritannien Zeitreisende und illegal einreisende Außerirdische beschert und, zum Ende der Staffel 1, die Welt massiv aus den Fugen hebt. Die wundervoll geschriebene BBC-Serie ist von einer Fulminanz, dass einem eine einzelne Folge wie ein kompletter Spielfilm vorkommt. Und, was Capain Jack von anderen patriarchalisch strukturierten Serien-Helden unterscheidet, der Superhero ist schwul.
Doch auch seine Truppe ist nicht ohne. Die urbritisch dreistfreche Gwen, frisch aus dem Polizeidienst geschieden, die nerdige Toshiko (Saffies beste Freundin Sarah („Titicaca“) aus AbFab), der triebige Doktor Owen und der mysteriöse Ianto, der Captain Jack geradezu liebevoll umsorgt. Mit dieser Crew korrigiert Jack den korrekten zeitlichen Ablauf des Weltgeschehens, stoppt Aliens mit Fischköppen und reist durch die Zeit. Mit Humor, Drama, Sex und Klasse. Endlich wieder eine britische Serie, die herausragt und zweifelsohne das beste SciFi-TV seit Mulder und Scully sich in der X-Files-Folge „Bad Blood“ so grandios selbst persiflierten.

Buy it!

ICH HABE EINEN HUND GEKÜSST

Funy, wollte ich gerade schreiben, aber es fällt wohl eher in die Rubrik „lustig, aber nicht zum Lachen“. Jetzt habe ich nämlich gerade ein paar Sachen, die ich schon lange aufgeschoben habe mit Daten Versehen (u.a. teeth & taxes), lege mich ruhigen Gewissens zum Schlafen und im Traum besuchen mich die verdrängten Hassgefühle des letzten Jahres. Die böse L. und ihr Mann, der fette Heuchler, besuchen den gleichen Supermarkt wie ich. Der fette Heuchler schiebt sich in seinem labbrigen Jogginganzug an der Schlange vor der Kasse vorbei, er hat nur paar Tafeln Schokolade, geht ganz schnell, und mit einem Mal hat er einen Herzstillstand und fällt tot um, crasht mit dem Schädel vornüber ins Kühlregal, in einem unglaublichen Joyce-Carol-Oates-Horror-Slapstick. Dann kommen ein paar Sequenzen, wie ich meiner Mutter und meinen Tanten davon berichte, aber sie haben´s schon gehört und die böse L. ist auf einmal da, will sich von mir mit einem Kuss verabschieden und ich denke – weiche von mir Satan, und gebe ihr einen Kuss auf die Wange, mmerhin hat sie ihren Mann gerade verloren., aber richtig fühlt es sich nicht an.

Damit nicht genug besucht mich ein guter Freund, es ist aber auch noch anderer Besuch da, der gerade gehen will und der gute Freund schließt sich den Gehenden an, was in mir ein unglaubliches Gefühl von Verlassenheit und Wut auslöst. Dann schreie ich rum und lege die Wohnung in Fetzen (das spielt auch noch in der Wohnung, in der ich meine schlimmsten Beziehungsstreits hatte). Dann reißt mein Auge auf und ich werde wach, weil der Riss in meiner Hornhaut rechts wieder aufgegangen ist.

Mein Unterbewusstsein stellt sich also gerade neuen Themen, auf die ich genau so wenig Lust habe wie eine Zahnoperation und eine Steuernachzahlung. Aber auch hier wird sich ein Plan finden. Vielleicht fang ich mit nem Termin beim Augenarzt an.

ALARMING SCHÖNEBERG SHOP WINDOW

alarm

„Und die Ausbildung zur Schaufensterfachjestalterin, die ha ick denn abjebrochen, weil mir die Acrülnäjel immer abjebrochen sind, wenn ick die kleenen Zahlenplättchen in die schwarzen Preisauszeichnungsleisten reinjefriemlet hab. Dit muss jetzte immer der Schorse machen, da lass ick die Finger von. Du jlobst doch nich, dit wa een Wecker mehr verkoofen würden, nur weil da n Stück Borke mit Kerzen druff in Fenster liecht oder n Bild von ner jlücklichen Familje. Ick hab noch ne Flasche Rüttgers Club hinten. Sollnwa aufmachen?“

(Kelly-Sabrina Kruse, 34, betreibt mit ihrem Ehemann Georg die Wecker-Boutique „TickTack“ in der Ansberger Straße.)

I´M STILL HERE oder THE VIRGIN SUICIDE

Wenn man danach doch noch irgendwie steht, dann heißt das nicht, dass es einen Neuanfang gibt. Es heißt nur, dass man noch steht.

Amelie H. war auschlaggebend. Sie war die einzige Freundin, die ich hatte, und als sie weggezogen war, war ich nicht nur allein, sondern ausgeliefert. Ich war anders, fiel auf, unangenehm. Meine Schulnoten verschlechterten sich und ich war überfordert mit allem. Entwickelte ein paar Ticks, die mich noch auffälliger machten. Konnte nicht mehr mithalten. Am Schlimmsten war der Schulsport, wo ich mich mit den anderen Jungs messen sollte und immer nur verlor. Im Sport wurde es am Deutlichsten, dass ich nicht dazu gehörte. Und ich hatte keinerlei Vision, wie sich das ändern ließe, keinen Schimmer. Ich wachte morgens auf und hätte nur heulen wollen. Es half auch nicht, dass ich bei meinen Eltern nur auf Unverständnis stieß. Die konnten nicht nachvollziehen, warum mir alles so schwer fiel. Das Lernen. Überhaupt den Weg in die Schule zu finden. Ich war immer häufiger krank, bzw „krank“.

Ich frage mich bis heute, wie Eltern ihre eigene Pubertät vergessen können. Wie ihnen das Nachempfinden komplett abgeht, wie sie einen allein lassen und nicht sehen, dass dieser Kampf in einigen Fällen nicht zu gewinnen ist.

Ich wollte die Schule wechseln, dahin wo Amelie war. Das wollten sie nicht. Sie wollten, dass ich es allein schaffe, mich durchzusetzen, mich zu behaupten. Aber jeder Tag war für mich ein Meerjungfrauenspaziergang und es wurde immer klarer, dass es nur einen Ausweg gab. Meinen Selbstmordversuch plante ich methodisch, es war nichts überstürztes dabei. Es dauerte fast ein halbes Jahr, bis ich den Mut zusammen hatte. Ein Dienstag im August 1982, was nichts mit Marilyns 20tem Todestag zu tun hatte, ich war so in meinem Plan, dass es keine andere Ebene des Bewusstseins gab, außer es endlich zu tun. Die Pillen hatte ich über Monate gesammelt. Ich setzte mich eines Nachmittags, als die Eltern aus dem Haus waren, aufs Bett, schluckte die Tabletten und

Blank.

Meine Erinnerung setzt ein paar Wochen später ein, ich gehe im Dorf spazieren und jemand fragt mich, wann ich wieder zur Schule kommen werde. Dort wissen alle bescheid, jetzt ist mein Outsider-Status überhaupt nicht mehr zu leugnen. Das ist Fluch und Segen zugleich, denn als Selbstmörder geoutet lerne ich endlich Menschen kennen, die mit der Welt, wie sie ist, auch nicht klarkommen, die in der Teenagerhölle gestrandet sind und es genau so wenig aushalten können wie ich. Und wie das Kunstseidene Mädchen fliehen wir alle drei nach Berlin, kaum dass der Kater der Abifete ausgeschlafen ist. Und, nein, leicht waren auch die jahre von 14 bis 18 nicht. Aufgrund des Selbstmordversuches glaubten meine Eltern nun, mehr Kontrolle über mich ausüben zu müssen, es gab mit einem mal Verbote, Hausarrest, Streit und Brüllerei. Immer wieder kam ich an den Punkt, es noch einmal zu tun, aber dank meiner neuen Freunde gab es auch immer einen Grund, weiter zu machen, diese Jahre des Erduldens zu überleben, um endlich frei zu werden. Ohne jede Ahnung, was man mit dieser Freiheit anfangen sollte. Ich hatte vergessen, mir ein Ziel zu setzen, weil ich so sehr mit dem Überlebenskampf beschäftigt war.

Rückblickend wundert es mich, dass ich kein Psychotiker geworden bin, sondern nur extrem neurotisch bis ca Anfang 30. Der Selbstmordversuch mit 14 war keine Folge einer Neurose, sondern eine Reaktion auf meine Umwelt, die ich heute noch als vollständig rational einstufe. Sollte sich jemals wieder eine solche Finsternis über mich legen, durch äußere Umstände, ich würde es wieder tun. Ich war in all den Jahren danach ein paar Mal wieder an der Stelle, wo man abwägt. Wenn man es einmal versucht hat, dann bleibt es eine Option. Auch das ist Freiheit.

Bleibt stehen und achtet darauf, dass auch die anderen noch stehen. Es gibt nichts beschisseneres als sich alleine mit einer Sache zu fühlen. Wer neben einem steht in schlimmen Momenten, der wird es morgen auch noch tun und kann sich gewiss sein, dass man für ihn da ist.

DON´T DREAM IT. BE IT.

rad

Durch die Stadt an einem Samstag. Die Sehenswürdigkeiten kennt sie schon, deshalb können wir uns aufs wesentliche konzentrieren. Shopping. Sie hat sich für das Alexa entschieden. 10.000e andere auch. Durch Rauchwolken am Eingang tragen uns die Massen in die Gänge der Mall, schieben uns nach vorn, rechts und links, drängen uns in Läden. In allen Läden wird das gleiche angeboten, ich merke, wie ich mich in Folge der Globalisierung und des schlechten Dollars leergekauft habe. Es gibt nichts, was ich möchte. Ich hab alle DVDs, Bücher CDs und wenn nicht, dann sind sie bereits auf dem Postweg. Ich greife nach Filmen, nur weil sie unter 10 Eur kosten – ist ja bald Weihnachten, man braucht ja Geschenke, lege sie dann wieder weg. Dem Patenkind geht es ähnlich. Ihr Taschengeld-Budget ist eingeschränkt und ich darf es mit dem Schenken nicht übertreiben, sonst wirkt es als müsse ich irgendeinen Mangel kompensieren. Sie probiert Kleider an, die ihr nicht passen, bzw. die für den Ort an dem sie wohnt nicht gehen.
„Wenn ich hier wohnen würde, dann könnte ich sowas anziehen, aber nicht zu Hause.“
„So darfst Du gar nicht anfangen zu denken.“
Gern würde ich ihr sagen, geh nicht so krumm, aber das wird sie von ihren Eltern schon oft genug hören. Stattdessen ziehe ich ihr die Kapuze über den Mantel, damit sie nicht bucklig wirkt. Sie ist so groß wie ich und empfindet das natürlich als zu groß, sieht noch nicht den Vorteil darin.

Den ganzen Tag mache ich mir ein bisschen Sorgen und denke gar nicht über mich und meine Befindlichkeiten nach. Während wir nach 4 Stunden Einkauf erschöpft auf einer Bank sitzen und auf ihren Zug warten wünsche ich mir, ich könnte ein Foto von ihrer Gefühlswelt bekommen, in diesem Moment. Das sehen, was man mit 14 nicht verbal kommunizieren kann. Dass ihr der Besuch gefallen hat weiß ich, aber wie sie ihn in ihre Erlebniswelt einrichtet, das wüsste ich gern. Wie erlebt man die „Rocky Horror Show“, wenn man noch den Entscheidungen von Erwachsenen ausgeliefert ist – Eltern, Lehrern.

An disem Wochenende habe ich alle Entscheidungen ihr überlassen. Limo oder Red Bull, Friedrichstraße oder Einkaufszentrum, zu Fuß oder im Auto, Italienisch oder Indisch. Einzig den Wunsch, nach dem Mediamarkt noch den Saturn aufzusuchen habe ich ihr abgschlagen, aber stattdessen den Virgin Store am Bahnhof vorgeschlagen.

Und als ich ihr einen Abschiedskuss auf die Wange drücke und sie in den Zug einsteigen sehe, zwischen all den Fremden, da reißt es mir ein bisschen das Herz, ich denke an die Abschiede von meinen Eltern, wieviel schwerer die für sie waren, als für mich, der in der Stadt seiner Entscheidung zurück blieb, während sie wieder in ihr Zuhause zurück fuhren, um sich anhaltende Sorgen über meine fragwürdigen Entscheidungen zu machen.

Als ich die Treppen vom Gleis herabsteige fühle ich mich erleichtert. Alles ist gut gelaufen, alles war harmonisch, wir haben das Wochenende gut gemeistert. Kurz will eine Erinnerung zurückkommen, ich mit 14, aber ich merke, das ist eine andere Geschichte, und die gehört nicht zu ihr.

MANDY UND ROXANA ERÖFFNEN EIN BISTRO-CAFÉ IN MITTE

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„Ja, ein Neustart ist eine gute Idee, Frau Roxana. Aber meinen Sie nicht, dass der Name des Lokals eine gewisse Schwere hat? Dass Sie durch die Namensgebung unbewusst Ihren Pessismismus angesichts der Existenzgründung Ausdruck verliehen haben?“
„Dit is ja voll falsch jedacht. Ick hab det doch als Treffpunkt für Austherapierte konzipiert. Hab da bei Bonnie n janz jewieften Macka kennjelernt. Ronny. Sozialpädagoge aus Lichtenberg. Der hat jesacht – Roxy: Roxy durfte der zu mir sagen, die coole Sau, jedenfalls hat er jesacht: Roxy – mach Gruppentherapiestammtische. Berlin is voller Frustis, die keene Therapieverlängerung kriegen und trotzdem wat brauchen, wo se sich auskotzen könn.“
„Mandy, Sie wirken etwas zögerlich?“
Ertappt, entknüddelt Mandy ihr Zewa Softi unter Roxanas warnendem Drohblick.
„Tja also. Ick ick ick ick hab der Roxy jesacht, dit is vlei doch zuuu düster mitte Melancholie und ma will ja nich lauter Depris den janzen Tach um sich sieben Tage die Woche und auch an Feiertagen und et wär doch schau, wenn man jlobalisiert denkt – so, wie wenn ick jetzt Curry 36 wär, denn würd ick doch soooofort ne Filjale auf Malle uffmachen. Und lass et uns Melacholie EINS nennen, denn wissen doch die Leute, det ma mit uns echt rechnen muss! So, als wenn et ooch Melancholie 2 und 3 gebe. Und wer weiß. Kann ja ooch noch.“
Roxana nickt anerkennend und Mandy weiß, dass es eine Zukunft für die beiden geben wird. Zwei Jahe Gruppentherapie haben selbst Roxy ein kleines bisschen ausgehöhlt. Der Vorschlag zu einem Kompromiss hätte noch vor einem Jahr zu einem Satz heißer Mandy-Ohren geführt.

GOD BLESS THE GLAM

Wenn man so drüber ist. Mal (im Sinne von les fleurs du) übernächtigt und dann von einem Bühnengeschehen angefixt. Und wie es das Patenkind glücklich gemacht hat! Und man dann nicht schlafen kann. Und noch schnell laut die Megapuss-CD durchhören muss, in der das süße Penisbild von Devendra doch nicht abgebildet ist, hätte man also auch bei Itunes kaufen können. Egal. Schöne Nacht. Außer, dass das Patenkind bestimmt nicht gut schlafen kann, wenn der PatenGlam laut Megapuss hört. Aber sie braucht glaub ich mal dieses Programm, dass es ein Erwachsenenleben gibt, dass nicht Wetten dass und danach Licht aus ist. Weshalb wir auch die Friedrichstraße erst mal zu Fuß runter, Nigtlights Bright Lights sind, bis zum Taxistand vorm Westin. Und dann ruft auch noch eine Prominente an und das Patenkind hat dann jetzt wirklich Gesprächsstoff für die nächste Woche, denn die Freundinnen sind heut beim Laternenfest in IxÜpsilonburghausen. Keene Transen, keene Promis, keen Glam. Und morgen hat sie einen Stapel Vanity Fair Photobücher, die sie durchwälzen kann, bevor sie mich weckt. Und sie liebt sie, die Fotobände, von denen ich immer dachte, dit wird mal Feuerholz für Fremde. Und sucht immer Meryl. Leser – ich hab ein Patenkind, auf das ich sehr sehr stolz bin. Next thing: ihr Jessica nahe bringen.

Das erste mal allein in Berlin, da war ich auch 14 und schaute mir „Frances“ im Kino an. It stayed with me ever since.

ZU FRUH FUR UBERSCHRIFT, selbst der Umlaut schlaeft noch

6.30 Uhr ist schon hart. 5.30 Uhr geht eigentlich nur, wenn es um einen Abflug an ein schönes Reiseziel geht. Heute leider nicht, da ist es nur ein Zahnarzttermin um 8.00 in Schöneberg. Vielleicht schaff ich noch ein Stündchen Schlaf zwischen Zahnarzt und Arbeit einzuschieben. Von der Arbeit geht´s dann direkt an den Hauptbahnhof, das Patenkind abholen, das seine erste Alleinreise nach Berlin unternimmt. Dann schnell was essen und weiter mit ihr zu Rocky in den Admiralspalast. Die Mundwinkel des Herrn Strike umgibt jetzt schon seit Tagen ein süffisantes Grinsen, wenn ich vom Besuch der Nichte erzähle. Jungen Menschen Berlin zeigen. Prinz Platin, Sie wissen, lesen, worauf Sie sich einlassen.

GLAM BLUSHES

„Truth is I am a better speaker than I am a writer and if I were given the chance to tell you then perhaps I could explain what makes Glam so special but here, well, the best I can do is to say that he is one of the sweetest guys you could ever hope to meet. There is a bit of mystery and a sense of romance about him as well as a deep feeling that comes only from a caring soul that makes me so happy to have met and count him as one of my newest friends.“

Nein, nicht was Ihr denkt. Das schreibt ein heterosexueller Freund. Jetzt fühl ich mich wie eine Romanfigur.

GLAM DOES OFFICE

Einer der Briefe war von der Künstlersozialkasse, bei der ich versichert bin. Denen muss ich alljährlich meinen voraussichtlichen Jahreseinnahmen mitteilen, damit sie meinen Monatsbeitrag ermitteln können. Hatte ich auch gemacht, aber der kam zurück, meine Angaben seien nicht korrekt gemacht. Rief ich also an.
„Aber ich habe doch geschrieben, dass es voraussichtlich monatlich soundsoviel euro fuffzich sein werden.“
„Ja, Herr Dick, aber wir brauchen das Jahreseinkommen. Bitte schicken sie uns das erneut und korrigiert.“
„Sie meinen, ich soll das jetzt nochmal mal 12 nehmen?“
„Genau. Anders gildet nicht.“

Das habe ich jedenfalls noch nicht nachgereicht (nicht etwa, weil die Rechnung mir Kopfzerbrechen bereitet hätte, ich hab´s einfach bislang verpeilt.) Und dachte, der Brief sei eine freundliche Erinnerung an die Abgabe. War´s aber nicht. Mir wurde mitgeteilt, dass sich aufgrund einer Gesetzesänderung ein Bestandteil meiner Krankenversicherung quasi abspaltet. Der Zusatz, der die Auszahlung eines Tagegeldes nicht erst nach sieben Wochen sondern dem 15. Tag der Arbeitsunfähigkeit regelt. Das musste ich nochmal nachlesen. Nach dem 15. Tag? Sowas pfiffiges gibt´s? Und ich hatte mich dafür entschieden mehr zu zahlen, um so abgesichert zu sein? So weise war ich gewesen?? Teil meiner mehrjährigen großen Sorge als Selbständiger war nämlich der Krankheitsfall gewesen. Was, wenn ich krank bin und keine Einnahmen mehr habe? Wie soll ich mehrere Wochen ohne Einkünfte überleben? Jahrelang umsonst gesorgt. Siehstemal.