Archiv des Autors: glamourdick

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Neonnweste und Parkscheibe gab´s dann bei dem unfreundlichen Ersatzteilladen um die Ecke. Beim Vorbereiten des Wagen für den TÜV fand ich dann auch die verloren gegangene Parkscheibe, jetzt schwelge ich also im Luxus. Die faire Werkstatt meines Vertrauens meint, dass ich mit 200 Euro hinkomme – ich hatte schon befürchtet, dass der Jahres-Bonus dafür draufgehen würde.

Die Viren mit Ingwer und Sanddorn attackiert. Viel geschlafen, viel gelesen. „American Elsewhere“ – noch unentschlossen, wie ich das finde. Freak Show 10 angeschaut – herzzerreißend schön – Peppers back story und atemberaubend schöne Elsa-Flashbacks, sowie eine finale Einstellung, die Hoffnung darauf macht, dass es eine glückliche überlebende Lieblingsfigur geben wird.

Und im Januar geht es so weiter:

NOT A DAY GOES BY or IS IT THE MEDICATIONS?

Für Saison habe ich mich bislang ganz passabel gehalten, dazu noch viel Bewegung und frische Luft dank Lana und dann – zack – schießt es mich doch ab. Erkältung. Offenbar zuviel Kontakt mit Menschen. Die Tatsache, dass ich ein Radiator bin und soviel Hitze abstrahle, dass ich mich unverletzlich fühle – just an illusion. Schwitzend durch die Kälte ist wohl doch keine gute Idee, mein Immunsystem ist kein powder keg, giving off sparks, sondern jetzt doch Opfer eines banalen Virus.

Gestern Abend so ein Scheitern-Gefühl, erkältet im Nieselregen unterwegs mit dem Hund, der Sitz Platz Küsschen und High Five 1A beherrscht, aber an Straßenkreuzungen nicht warten möchte und nicht neben dem Auto sitzen bleibt, während ich Einkäufe auslade, sondern den es auf die Straße zieht, ungeachtet der Autos. Sie ist es nicht gewohnt, meist hat sie zwei Leute, die sich um sie kümmern, und wenn sie mit einem allein unterwegs ist, dann ist der 100% auf sie eingestellt. I love her dearly, aber diesen Service kann ich nicht bieten. Ein eigener Hund müsste sich in mein Leben einpassen, nicht ich mich in seines. Aber die Süße ist nicht meine und ich habe keine Erziehungsberechtigung und ich klinge auch nur so leidig wegen des blöden Hustens und Schniefens und nicht wegen ein paar Tagen an der frischen Luft.

Die D. sagt, ich soll ein Angst-Buch schreiben, das würde laufen. (Das hatte ja auch schon der Erst-Lektor meiner allerersten Veröffentlichung angedeutet.) Der Psychiater erzählt von einem Foto, das Simmel zeigt, oder lass es Konsalik gewesen sein, im Monaco-Apartment, overlooking the ocean. Jetzt weiß ich nicht, ob ich die Welt verzerrt sehe oder die anderen. Wie erklären, dass ich für den nächsten Roman im deutschsprachigen Raum kein Publikum sehe und für das Angst-Buch keine Kraft habe? „In der Saison will ich mir nicht noch zusätzlichen Druck auferlegen“ erzähle ich dem Psychiater und der stimmt mir zu. Teilweise richtig, aber ich spüre, dass es nicht allein Mangel an Kreativität ist, der mir zu schaffen macht, sondern die schiere Überforderung, nach so langer Zeit einmal wieder wissenschaftlich zu arbeiten. Ich könnte doch so Hilde-Marlene-mäßig sagen read my blog. Und möchte ich ein Buch dieser Angelegenheit widmen, die mich so schon viel zu sehr belastet? Denn trotz Medikamenten ist die Angst vor der Angst ein Thema, das mich jeden Tag Dutzende von Malen befasst. Ein middle age man, der mehr an Angst als an Sex denkt. In jeder Situation, die früher Anlass zur Attacke gewesen wäre, bin ich mir bewusst, dass es pure Chemie ist, die mich da hindurchträgt. Die beschissene Angst ist nach wie vor Lebensthema. Cesspool. „Und wir haben ja jeden Anlass, uns zu fürchten, schau nur, wie das Leben mit einem umgeht!“ Hat sie recht.

Und was ist das überhaupt für eine Welt, in der ich an der Tankstelle Pizzabrötchen, Sonnenbrillen und die französische Vogue bekomme aber keine Parkscheibe oder Neon-Weste? Hä?!

Lana

Noch vorm Wecker klingelt das Handy – die Schokomaus-Lieblingshündin hat Aua, der Papa auch, aber Kaffee ist schon fertig und den nehm ich ungeduscht und mit Cavalli-Brille und dann marschieren die amerikanische Nachbarin und ich und Lana-Banana zum Tierarzt und es ist doch alles gut, nur ne Prellung, und im Görli schließt Lana eine neue Freundschaft, und Nachbarin und ich trinken Coffee-to-go und stehen in der Kälte mit anderen Menschen-die-zu-Hunden-gehören und Polizei fährt um uns herum, tolle Sache, die Dealer dealen jetzt nicht mehr im Park, aber drum herum, ich habe beschlossen in Zukunft einen Alien-Schrei auszustoßen, wann immer man mir Drogen anbietet, es wird also laut werden hier in Xberg. Aber so aus dem Bett gerissen zu werden, mit einem Anliegen, das ist doch auch mal was, und Lana-Banana mal richtig wild aufgedreht zu sehen, im Spiel mit anderen Hunden, ist ein Spaß und eine Freude, und ich sag zur Nachbarin „Besser als Kino“ und so ist es.

hanging on the telephone

So Tage, wo man Tori Amos auf shuffle hört und sich nicht mal schämt. Dagegen hilft nur eins – Telefonverträge optimieren. Ich will Aktion! Ich will RABATT! (So weit isses…)

(Scheint nicht nur mir so zu gehen: in der Studi-WG gegenüber wird seit Neuestem auf dem Balkon geraucht.)

AM ENDE BOLLERN WIR MIT GOLD oder NACH DEM FEST

Nach 5 Stunden lebensgefährlicher Autofahrt (Stau, spontane Überholmanöver polnischer LKWs, Nebel, Glätte) im Harz angekommen. Die Eltern sind bereits im Ausnahmezustand. Am Donnerstag vor 50 Jahren haben sie standesamtlich geheiratet, am Freitag kirchlich. Freitag vormittag kommen die Vertreter des Schützenvereins und der Freiwilligen Feuerwehr (sowohl als auch in Uniform), die Ortsbürgermeisterin und der Gemeindebürgermeister (die haben keine Uniform). Keine Vertreter der Partei, in der meine Mutter 20 Jahre Kommunalpolitik gemacht hat – dafür ist sie zu überzeugt ausgetreten. Mit der Tante L. koordiniere ich Kaffee, Bier, Schnaps und Platten mit Hausmacherwurscht, Schinken und Aufschnitt. Kaffee bleibt bei einer Kanne, Bier und Schnaps laufen gut. Über dem Esszimmer liegt der Duft herben After Shaves gemischt mit Altherren-Testosteron und Schlachtfleisch. Die L und ich teamworken ganz prima und gönnen uns einen trockenen Sekt schon vorm Frühstück. Das Frühstück zieht sich bis in den Nachmittag. Mit Nichte fahre ich in die Kreisstadt, um mir noch schnell eine Anzughose zu kaufen, als Ersatz für die, die ich in Berlin vergessen habe. In einer Buchhandlung empfiehlt man mir das Buch eines Autoren, mit dem ich schon sehr lustig gefeiert habe und es freut mich, dass seine Fähigkeiten sich bis in den Harz herumgesprochen haben. Ich lästere ein wenig über „Kruso“, den die Buchhändlerin toll fand. „Vor dem Fest“ fand sie so wunderschön wie ich und so lege ich ihr den Hischmann ans Herz und kaufe den „Trafikant“, weil sie ihn so heftig anpries. Bei H&M finde ich in 5 Minuten drei Bekleidungsstücke, die ich mir vornehme komplett aufzukaufen, damit ich diese bis zum Ende meines Lebens im Kleiderschrank-Repertoire habe.

Am Samstag bin ich der erste Gratulant. Ich muss dazu auch nur aus dem Bett in die Küche gehen, und vor 8 ruft man sich selbst in einem ehemaligen Handwerkerhaushalt nicht an. Wir umarmen uns, die Eltern erzählen noch ein paar Anekdoten, von denen ich mir wünschen würde, dass sie sie auch vor den anderen erzählen würden. Meine Mutter drohte an, abzuhauen, mein ziemlich unliebenswerter Großvater konterte „Aber das Kind bleibt hier!“ Sonntags fuhr sie mit meiner Schwester, mir und unserem Hund zu ihrer Mutter, fest entschlossen, nicht mehr in den 3-Generationen-Haushalt zurück zu kehren, in dem ihr das Leben schwer gemacht wird, am Abend aber hatte meine Oma Sofie sie aber wieder soweit beruhigt, dass sie den Kampf mit den drei Hausdrachen wieder aufzunehmen bereit war. Mein Vater, der einen Tag vor der Hochzeit den Brautstrauß in Auftrag gibt und am Tag der Eheschließung mit Nelken kommt, weil Rosen aus waren. (Die nächsten 50 Jahre gab es dann aber Rosen galore.) Wie mein Großvater sie beauftragt, eine Rechnung auszuliefern und auf den Briefumschlag schreibt „durch Boten“. „Das kannst Du selbst wegbringen, ich bin NICHT Euer Bote!“ Wie mein Einzelkind-Papa in die mütterliche Großfamilie aufgenommen wird, während die Mum sich mit der Familie väterlicherseits einen Behauptungskampf nach dem andern liefert.*

Um halb 11 fahren sie in die Kirche, wo Familie und Freunde sich versammeln, außer Glammy, dem das ein bisschen übel genommen wird, aber er mag den Pfarrer noch weniger als die Kirche und selbst ein auf der Orgel vorgetragenes Paul-Lincke-Medley ist zwar eine Versuchung, aber so arbeiten eben Kirchen und Austritt ist Austritt.

Im Dorfgasthof neben dem Elternhaus sind 50 Gäste auf 4 große Tische verteilt. Freunde des Ehepaares, Familie der Braut, die Verwandtschaft meines Vaters, von der ich immer noch nicht verstehe, wie sie verwandt sind – Cousinen von Groß-Cousins oder ähnlich; dann der Tisch mit dem Brautpaar, den Kindern, deren Nachwuchs und die Schwiegerfamilie schwesterlicherseits.

Reden, Gesangseinlagen, Tante E.s berüchtigte Sketche. Erinnerungen – sentimentale, wie auch lustige, und, tatsächlich, meine Mutter spricht es aus – „wenn ich sonntags mit den Kindern zu meiner Mutter gefahren bin, wollte ich manchmal nicht zurück kommen.“ Solche Ehrlichkeit wäre an einem solchen Tag vor ein paar Jahren nicht möglich gewesen – denke ich. Andererseits hatte ich mir auch nicht vorstellen können, wie sehr sich meine Mutter gegen die Front alter Leute im Haus immer wieder hatte auflehnen müssen. Als „Vertriebene“ sollte es ihr nie so recht gelingen, die hartnäckigen Senioren auf Abstand zu halten. Die Gespenster-F. lebte, trotz leerstehenden Eigenheims, bis zu ihrem Tod im Haus meiner Eltern.

Es ist schon längst dunkel draußen, und meinen Eltern bauen ab – ihnen fehlt ihr Mittagsschlaf schon den zweiten Tag, also fangen meine Schwester und ich auffällig an, zunächst übrig gebliebenes Essen im Einkaufswagen abzutransportieren. Darauf folgen die Geschenke. Mit einem vollen Wagen voller Sträuße und glitzernder Gestecke bollern wir über den Bürgersteig nach Hause. Als wir ein letztes Mal den Gasthof betreten, ist die Party in Auflösung. Selbst die hartnäckigsten Gäste, die für ihr Sitzfleisch bekannt sind, sehnen sich danach, die Beine hochzulegen. Eine Graue irgendwie-mit-meinem-Vater-verwandte fragt mich, ob ich es war, der im überheizten Saal das Fenster zum Lüften aufgemacht und ihr so den ganzen Tag vermiest habe. Ich kann das bejahen, sage „Ach hätten Sie doch was gesagt!“ und denk nur „Leck mich, Ingeborg.“

Meine persönliche Familiengeschichte ist geprägt davon, Bestandteil einer Großfamilie zu sein. Teil eines Drei-Generation-Haushalts, in dem die Stimmung oft eisig war und wo Gefühle meist eingleisig gefahren wurden. Dass sie uns Kinder ganz entzückend finden, hat uns nicht dazu verleitet, die Großeltern zu mögen. Auch wenn der Kampf nicht immer offen ausgefochten wurde – gespürt haben wir schon, dass sie unsere Mutter nicht mochten. Dann aber die Familie meiner Mutter, das Aufwachsen mit unzähligen Cousins und Cousinen, die Besuche bei den Tanten. Das zeichnet sich auch Samstag auf dieser Goldenen Hochzeit ab, wo der Tanten-Tisch der Lustigste ist. Tante E hat extra für mich den Kirschkuchen gebacken, den sonst ihre Schwester W für mich mitgebracht hat. Die W ist nicht mehr mit uns, sie ist im vergangenen Jahr gestorben.

Ich will nicht noch einen Absatz mit einer Down-Note beenden. Bei einer Goldenen Hochzeit sitzt der Tod mit an jedem Tisch. Aber es ist schön auf dieses Leben meiner Eltern zu schauen, dem ich entstamme, und zu sehen, wie wir alle die Person geworden sind, die wir sind. Oft eine Soap Opera, ein Heimatroman, eine Klamotte, ein Bergmann-Film, a little Shakespeare, eine Prise Doktorroman, Regionalkrimi, wie das eben so ist, wenn die vielversprechende Oberschwester einer psychiatrischen Anstalt den örtlichen Schmiedemeister ehelicht und gemeinsam die elterliche Schmiede in eine Firma für Metallbau verwandelt.

Und wie kommt es eigentlich, dass mir erst dieser Tage auffällt, dass mein Vater, genau wie ich, immmer immer immer die Pulloverärmel nach oben schiebt, außer wenn es ganz extrem kalt ist? Und meine Mutter auch diese kleine Stelle an der Unterseite der Unterlippe hat. Glamily.

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*diese Geschichten noch einmal zu hören nimmt mir die leise Scham dafür, meine Großeltern väterlicherseits, mit denen ich im selben Haus aufwuchs, niemals wirklich auch-nur-gemocht zu haben. Dasselbe gilt für die Gespenster-F., die mit den anderen Frauen im Haus quasi um mich buhlte und nachts im Wohnzimmer meiner Eltern saß und und fern schaute, wenn meine Eltern mal von einer Party nach Hause kamen und gern mal etwas Zeit für sich gehabt hätten.

Nur mal so

Zahnarzt, Steuer, TÜV, Hauptsaison, Herzschmerz. Es gibt eigentlich keinen Anlass dafür, dass ich mich gut fühle und nicht zerstört. Dafür, dass so ein Menschenleben nicht einmal die Spur eines Fliegenschisses in der Gesichte der Evolution ist einerseits. Dass es auch im reifen Alter noch zu tiefen, guten, unschuldigen Gefühlen kommt, die wie im Teenie-Alter von einem Moment auf den nächsten umkippen und statt des guten Gefühls seelisches Heimweh Einzug hält und ein paar Tage, Wochen, Monate verweilt, andererseits. Es ist alles messbar und es ist alles schon viel viel schlimmer gewesen. Druck kann man beispielsweise mit Humor sublimieren. Der fällt böse aus, aber es ist diese Zeit im Jahr, wo die Weihnachtshyänen kreischen, weil sie verdammtescheißenochma ein schönes Fest und einen Coca-Cola-Truck-Xmas-Winter wollen, um´s Verrecken, aber doch bitte nicht koste-es-was-es-wolle (gibt´s das noch?), sondern am Liebsten mit Groupon-Aktion oder ADAC-Rabatt. Amüsierzwanghaftigkeit hoch Geiz-ist-geil – selten sind das nette Kandidaten.

So definiert Waldorf „Inklusion“

Nicht in eigener Sache, sondern in der einer guten Freundin, Tanja.

„Einer meiner Söhne ist Inklusionkind und hat Anspruch auf Nachteilsausgleich in der Schule. Bis zur 6. Klasse wurde er von seiner Klassenlehrerin an einer Waldorfschule toll gefördert, ab der Mittelstufe gab es Probleme. Die Schule weigerte sich, natürlich nicht offiziell, aber durch fiese Tricks, meinen Sohn inklusiv zu beschulen. Sehr überraschend wurde dann für ihn ein Platz an der Waldorfschule R.straße frei (durch das Betreiben der alten Schule). Es hieß, es seien Inklusionsplätze frei geworden. Es gab gute pädagogische und psychologische Gründe, ihn im Waldorfsystem zu lassen, deshalb wechselten wir. Dann mauerten die Lehrer, es gab keine Gespräche, keine Förderstunden, und ich fand heraus, dass mein Sohn schon das 8. Inklusionskind in der Klasse war. Vor ein paar Tagen wurde ich zu einem dringenden Gespräch in die Schule gebeten, wo man mir mitteilte, dass mein Sohn sich nicht bemüht hätte und deshalb die Probezeit nicht bestanden hätte. Netter Weise würden sie ihn noch bis Weihnachten beschulen. Damit erlischt sein rechtlicher Anspruch an einer Waldorfschule inklusiv beschult zu werden. Jetzt brauchen wir jede Info zu einer professionell arbeitenden Inklusionsschule, 30 Minuten Fahrzeit von Kreuzberg sind ok. Kennst sich jemand aus im Schulrechtlabyrinth? Ich warte noch auf ein Antwortschreiben von der Schule, wenn es ausfällt wie ich es befürchte, möchte ich an die Presse gehen. Hat jemand Kontakte? Danke fürs Lesen und jede Info! Tanja“

Der Schüler habe sich nicht bemüht! Ganz offenbar sind es doch die Lehrer, die ihrer pädagogischen Fähigkeiten nicht ausüben wollten oder konnten. Ein wenig mehr „Bemühung“ von dieser Seite wäre das Geringste gewesen. An einer staatlichen Schule wäre ein solcher Rausschmiss nicht möglich, eine Privatschule darf offenbar tun was sie will, wenn Pädagogen vor ihrer Verpflichtung auf die Knie gehen. Ein Kind mit Lernschwierigkeiten zu inkludieren, um es dann deswegen vor die Tür zu setzen. Geht´s noch???

Wenn jemand Schul-Tipps/ Presse-Kontakte hat, bitte mail an glamourdick at aol dott com, ich leite dann an Tanja weiter.

Who´s on the left? Who´s on the right?

Ich wach ja im Herbst/Winter beim Frühaufstehen schon ohne äußere Umstände mit Depressionen auf. Nicht, dass die äußeren Umstände in diesem Fall tröstlich wären, weil sie immerhin eine offizielle Berechtigung liefern. Nein, und um mein Lieblings-TV-Zitat neben „Versuchung ist wie Schuppen…“ anzubringen – „das sind nur Worte, Schatten von Gefühlen. Sie bilden nicht den geringsten Trost.“ Am Montag die Arbeit nach 30 Minuten verlassen, weil nichts mehr ging. Am Dienstag Schonschicht, am Mittwoch der Ballbreaker dieses Arbeitsjahres und vermutlich nur ein Vorgeschmack darauf, was die Saison noch zu bieten hat. Das ist alles nur dank Psychopharmaka auszuhalten, glaube ich. Auch, weil sie ja mitunter zu Fadenrissen führen – ich habe keine Erinnerung an das demütigende Gespräch. Davor, danach – alles klar. Den Vorwurf, mir etwas vorgemacht zu haben, mache ich mir indes nicht – ich habe Signale, die eindeutig schienen (und bei jedem anderen auch gewesen wären), missdeutet. Kann schon mal passieren. Blödes timing. Und ganz ganz schade in diesem besonderen Fall.