Archiv des Autors: glamourdick

SORROWS

Dieses zu früh aufwachen ist nicht senilitätsbedingt, sondern steht in Zusammenhang mit Sorgen. Heute wachte ich zu dem Zeitpunkt auf, an dem das Patenkind ins Flugzeug stieg. Ich weiß, in einem Teenagerleben lauern größere Gefahren als ein Flug nach England, aber besser, ich bin besorgt als teilnahmslos.
Am Wiedereinschlafen störten mich Gedanken an die Steuer. (Ich ärgere mich immer, wenn ich in Blogs das Wort „Steuer“ lese, weil ich mich sofort ertappt fühle. In einer WG einer ehemaligen Mitbewohnerin gab es eine Verhaltensregel: „wer „Votze“ sagt, zahlt fuffzich Mack.“ So sollte man das mit Blogs und Steuern auch handhaben, nur hätte ich dann bald gar kein Geld mehr, was ja auch jetzt schon der Fall ist, befindet sich doch der Betrag auf meinem Konto weit jenseits der Null.) In den Schlaf hinein, bzw an ihn heran zog mich ein junger Mann, fiktiv, mit dem ich ein Theaterstück besuchte, in dem es sehr industriell zuging. Um uns zu schützen versteckten wir uns unter einer Decke, bis mir einfiel, dass ja zu Hause eine Party für mich gegeben wird. Aber als ich dort ankomme grüßt mich fast miemand. Die haben sich offenbar alle mit der bösen L. solidarisiert, egal, sollnse sich gehackt legen. Und gerade alsich wieder im Theater mit dem jungen Mann kuschele leckt die Märzsonne über mein Gesicht und weckt mich. Der Frühling ist da. Soll er ruhig reinkommen.

IKEA/ BABY/ AUFBEWAHRUNG

LEKSVIK.

Nein. Du kannst es nicht einfach weglecken. Du kannst das Schätzelchen aber in die Kiste tun, wenn´s stört. (Ist doch kein Wunder, dass die überforderten Oscht-Muddis ganz durcheinander kommen, wenn sie eine Tiefkühltruhe sehen. Blame it on Ikea.)

GOD IS NOWHERE GOD IS NOW HERE

„And then there´s me, sad little me, living in a dream, staring out the window, never again to find love. With Jason I thought I´d finally played my cards right, and now I´m just one more of those broken, sad people out there, figuring out a year in advance where they can have Easter and Christmas dinner without feeling like a burden or duty to others, cursing the quality of modern movies because it´s so hard to fill weeknights with movies when they´re all crap, and waiting, just waiting, for those three drinks a night to turn into four – and then, well, then I´ll be applying my make up in the morning, combing my hair, washing my clothes, but it´s not really for anyone. I´m alive, but so what.“

Hey, Nostradamus, Douglas Coupland.

BARRYMORE RISING

The pair spent most evenings together, sipping wine in each other’s hotel room as they watched dance musicals from the Thirties and smoked cigarettes. “We fell in love. When we’re together, we hold hands and sit really close,” says Barrymore, who appeared to be practically entwined with Lange at the Golden Globes in January. Lange recognizes aspects of Edie in Drew. “For all of her strengths, resilience and tenacity,” Lange says, “there’s also something incredibly tender and vulnerable and childlike about her.“

Can´t wait.

THE GARGOYLE

Durchaus so geschrieben, dass man es ausliest. Was jetzt aber auch nur ein Kriterium ist, dass die ärgerlichen von den belanglosen Büchern trennt. Durchaus ein paar schöne Sätze zum Unterstreichen drin. Ein toller Titel. Aber, so sehr der Autor sich auch bemüht – es mangelt an Gothicka. Bei dem Titel schwingt soviel Atmosphäre mit – wenig davon wird geliefert. Dasselbe gilt für die Liebesgeschichte. Eigentlich sollte die mich zu Tränen rühren, doch meine Augen bleiben trocken. Bei aller Liebe und Wertschätzung für überzeichnete Charaktere: Marianne Engel funktioniert für mich nicht, die wäre in einer Graphic Novel besser aufgehoben.

Eines muss man indes anerkennen: alle deutschen Zitate sind fehlerfrei geschrieben. Das hat man ja auch nicht oft.

ALICE LEBT HIER WIRKLICH NICHT MEHR LANG

Vor ca 14 Tagen: diverse Hin- und her-Mails zwischen Alice und mir, in denen es mal wieder darum geht, mit mehr als einem Mac Zugriff auf mein Wlan zu bekommen. Bevor man eine Antwort bekommt, erhält man erstmal eine Mail folgenden Inhalts: „Innerhalb der nächsten Tage erhalten Sie von uns eine E-Mail, in der wir Ihre Fragen gerne beantworten.“ Die Antwortsversuche, die dann vier Tage später folgen, haben selten mit den gestelllten Fragen zu tun, es ist als ob man im Laden eine Tafel Schokolade erbittet und man bekommt eine Flasche Duschdas, da zählt dann wenig, ob sie gern oder ungern verfasst wurden: „Wir stellen jedem Kunden kostenfrei ein DSL-Modem zur Verfügung.Daher ist immer nur eine Einwahl möglich. Welches Gerät allerdings verschickt wird, ist abhängig vom Lagerbestand zum Versandzeitpunkt. Dies kann aus organisatorischen Gründen leider nicht beeinflusst werden.“ Wenn sie manchmal ganz nah an die Antwort herankommen, dann liest sich das so: „Die Drahtlosverbindung mit mehreren PC ist gleichzeitig möglich, die Einwahl ins Internet muss jeder Rechner selbst durchführen. Laut AGB ist nur eine Einwahl zulässig. Um unseren Anschluss mit mehreren PC über eine Einwahl gleichzeitig nutzen zu können, ist ein Router notwendig.“ Darauf folgt in der Regel ein nutzloser Textbaustein wie dieser: „Unser persönlicher Tipp für Sie: Nehmen Sie Optionsänderungen bequem über die Alice Lounge vor. Melden Sie sich dazu einfach in der Alice Lounge an, klicken Sie oben auf Mein Alice und dann auf Mein Produkt. Hier können Sie zum Beispiel die Anzeige der eigenen Rufnummer ändern oder Ihren Tarif komplett mit ausführlicher Preisliste ansehen.“ Gerne irgednwann mal. WENN ICH ENDLICH MIT DEM ZWEITEN RECHNER ONLINE GEHEN KANN, VIELLEICHT.

„Welcher Router kommt für meine Mac-Rechner in Frage?“ war dann meine letzte Email-Frage, auf die ich zunächst keine Antwort kam, bis am Sonntag ein freundlicher Herr von Alice anrief (!) und mir erklärte, dass er mir gern das passende Gerät kostenfrei zusenden würde.
„Ist die Installations-Software auch für Mac OSX dabei?“
„Ei freilich! Und falls nicht – rufen Sie einfach die Kollegen von der Hotline an.“ Da rührte sich das Haupt der Schange des Pessimismus, der hielt ich etwas Poppers vor die Nase/gespaltene Zunge und sie schoss pflitzebogenartig davon.

Ich hatte Hoffnung. Ich hab´s mir eingeredet und schöngeredet. Dieses Mal wird alles gut. Alice hat sich bestimmt in Höchstform gebracht, mit tiptop geschulten Mitarbeitern, die mit leistungsstarken Headsets und Nerven aus Stahl ausgerüstet sind. Sie hattes es doch sogar geschafft, das neue blitzweiße Modem an eine von der Rechnungsadresse abweichende Lieferanschrift zu versenden, normalerweise ein garantierter, vorprogrammierter Stolperstein!

Well. Immerhin: keine von den vier männlichen Alicen, die ich in den nächsten ZWEI Stunden verschliss, fing an zu weinen. Das Höchstmaß an Pampigkeit war
„Da kann ich Ihnen nicht helfen, da müssen Sie zu Apple gehen.“
„Apple verkauft Computer und keine Modemkonfiguration, da müssen schon SIE Ihren Job beherrschen.“
Oder der Kollege, der am Längsten ausgehalten hatte, dessen Vorgesetzten ich gerne sprechen wollte, nachdem er nicht mehr ein noch aus wusste – ich meine, ich war tough drauf, ich würde nicht aufgeben, bis die kleine Torte oben rechts am Kopfmenu in stolzem Schwarz sämtliche Verfübkarkeits-Symbolbalken präsentierte. „Das geht nicht. Ach, warten Sie – ich habe hier noch ne Nummer für besondere technische Probleme!“ Eine 98-Cent/Minute-Nummer, in der ein Kollege abnahm. der mir erklärte, dass er mir auch nicht helfen könne, seine Hotline befasse sich mit Alice-Kunden mit Fremdgeräten. Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass der Alice zuvor der Annahme war, ein Mac sei ein „Fremdgerät“.

Aber er tippt doch im Internet! Was hat er denn und regt sich auf? fragen Sie sich. Nun. Er hat was ganz dolles entdeckt. So eine Art Plastikschlauch, durch die jetzt mein Wlan fließt. Mein Ethernet-Kabel! Wer sagt denn, dass das Internetz durch die Luft kommen muss, wenn man eine sexy Steckverbindung herstellen kann?! Einen Hotline-Anlauf werde ich noch in Angriff nehmen. Ich meine, Sie lesen hier einen Mann, der in einer Woche seine Steuerschulden bezahlt hat! (Es dauerte wegen meines Überweisungslimits pro Tag tatsächlich so lange und dass ich keine Steuerschulden mehr habe heißt auch nur, dass ich jetzt anderswo Schulden habe, aber immerhin – der Mut morgens diese Überweisungsformulare auszufüllen, diese Summen zu sehen, Geld, das man für so schöne Dinge ausgeben könnte und dann tippt man Finanzkasse in die Empfängerzeile, ich kann Ihnen gar nicht sagen, wie fertig mich das macht und doch auch stark.) Und wenn das nicht klappt, dann schick ich Alice ihre ganze verschissene Elektronik zurück und geh zurück zur Telecom, wo die Inkompetenz wenigstens einen Traditionshintergrund hat und nicht auf Sparmaßnahmen beruht.