Archiv des Autors: glamourdick
BEAUTY
HIGH SCHOOL MUSICAL WITH A TWIST oder FAIRYFAX HIGH oder GLAM MACHT EINEN HOFKNICKS
„“At one time, prom may have been a big popularity contest where the best-looking guy or girl were crowned king and queen. Things have changed and it’s no longer just about who has the most friends or who wears the coolest clothes,“ Garcia told the crowd of seniors. „Sure, I’m not your typical prom queen candidate. There’s more to me than meets the eye.“
And guess who´s Prom Queen now!
Meine glamouröse Hochachtung, Sergio Garcia!
(Was Miss California wohl dazu sagt?)
COME WHAT JUNE

Diese kleinen weichen weißen Wattebäuschchen haben in ihrer Neugierigkeit ausgefloatet, Regentropfen lecken die blühenden Rosen, eine angenehme Kühle hat sich über die Stadt gelegt, was mir einerseits einen geplanten Tag auf dem See vereitelt, andererseits rede ich mir ein dass das gegenwärtige Wetter ein Zeichen dafür ist, dass der Sommer sich irgendwo hochgradig ambitioniert vorbereitet, so wie meine reizende kleine Kollegin, die es geschafft hat mit ihrem Wissen und Wesen einen der heiß begehrten Ausbildungsplätze im Regie-Studiengang der DFFB zu ergattern. Hut ab, Janin, Hut ab kommender Sommer! Ich glaub an Euch. Das Haupthaar ist eine Kidman-Hommage, ein paar Einkäufe stehen noch an. Jetzt ist es gerade Samstagsstill im Haus, kein Laut aus dem Hinterhof, Autos schlafen auch noch. Nur ab und an fliegt ein Knatterflugzeug durch das Blaugrau. Morgen wird die Wohnung dann wieder bevölkert sein, es wird Musik geben, Essen, Trinken, der Samstag ist jetzt auch so ein Abwarten und Vorbereiten, fühlt sich gut an, relaxt.
Ich liebe den Frühling, Erinnerung an die lachsfarbenen schwer duftenden Rosen meiner Kindheit, das Auferstehen der Geister vergangener Parties. Den Tag im Jahr, an dem man etwas anziehen muss, das funkelt – so oder so.
IM FLUSS oder EIN STÜCK WEIT ÜBERFORDERT
Na endlich mal keene Tiefkühltruhe
Und wenn gerade kein Fluss oder Freezer zur Hand sind: Methode Mowgli.
4

(Pic: G. Barris, July 1962)
ICH WILL ALLES
Eine Sache, von jemandem zu wissen, dass er vor ein paar Jahren sein 50. Bühnenjubiläum begangen hat. Eine andere, die Karriere dann bewegt und bebildert zu sehen. Die G. mit 10 im Duett mit ihrem Vater, die G. mit 20. Mit 30, 40, 50 und auch mit 60 noch im Geschäft. Ein Leben, das sich in Interviews entblättert, in Film- und Fernsehausschnitten. Diese steifen schwarzweiß-Shows der 60er, wo graue Männer rauchen und schwarz auftoupierte Damen den Blick verschämt nach unten senken und an ihrer Perlenkette nesteln. Da wirbelt dann auf einmal eine Blondine rein und scheucht die Kollegen auf. Wenige Jahre später wird sie dann zum Spießeridol zementiert, man sieht es schon an den Haaren – nicht mehr wild und im freien Fall, sondern ein Doris-Day-Häubchen. Nach einer ungewollten beruflichen Verpartnerung strampelt sie sich frei und singt das was sie am meisten liebt – Jazz. Und sie ist gut, aber das will die Masse nicht hören. Die wollen das freche Mädchen. Und dann erfindet sie sich ein weiteres Mal neu und landet in den Charts. Als erwachsene Frau, die vor allem durch ihre Stärke auf sich aufmerksam macht. Dass sie sich nie sonderlich stark gefühlt hat sondern lediglich Projektionsfläche für einen Schlagertexter war, sei´s drum. Ihre Karriere ist erneut beflügelt für ein paar Jahre. Wenn nix mehr geht – geht Jazz. Mit 50 muss man nicht mehr in die Charts – lern dazu, Madonna!
Ihre Unsicherheit stammt vermutlich aus der Kinderzeit, in der sie wochenlang auf Tournee war, keine vernünftige Bildung erfahren hat, sondern nach einem Singwochenende mit Nachhilfelehrern vor den Büchern saß, verzweifelt:
„Hast Du´s denn jetzt begriffen?“
„Nein.“
Das wusste man nicht von der G. (dass sie in einer skandinavischen Filmproduktion eine Nacktrolle hatte, in aller entzückenden Natürlichkeit; dass sie schon als junges Mädchen auch in dramatischen Rollen Erfolg feierte, nicht nur als Hupfdohle.) Das war in einer fernen Generation. Und doch ist sie jetzt hier und eine Zeitgenossin. In ihrem Geburtsland Dänemark zählt sie noch immer zu den bewundertsten Sängerinnen – vermutlich auch, weil man sie hier eher mit Jazz in Verbindung bringt, als mit Schlager. Und nächste Woche reist sie nach Kopenhagen um die 17jährigen Louise Espersen dabei zu unterstützen, ihr Gitte-Hommagen-Album zu promoten. Da steht sie dann neben dem jungen Mädchen, das ihre Songs aus den 60ern mit unglaublichem Charme und voller Aufrichtigkeit über die Bühne schmettert. Und ich frage mich, wie sich das wohl anfühlt, wenn man den Luxus einer solchen Zeitreise in Anspruch niehmen kann.
Wenn Sie Gelegenheit haben, schauen Sie sich die Doku „Ich will alles: Die Gitte Haenning Story“ von Marc Boettcher an. Das außergewöhnliche Dokument einer Ausnahme-Karriere.
COLD COLD COLD
Totes Baby in Tiefkühltruhe gefunden
„Um die Aussagen der Mutter zu überprüfen, müsse man eine Obduktion der Leiche durchführen, sagte ein Sprecher der Erfurter Staatsanwaltschaft am Mittwoch. Diese könne aber aufgrund des gefrorenen Zustands frühestens morgen vorgenommen werden.“
Hat sie keine Mikrowelle? Rabenmutter.
ELLERKONGE oder MISS VERSTÄNDNIS
Der ELFENkönig. Nicht der ERLkönig. Überetzungsfehler aus dem Dänischen ins Deutsche! Elfenkönig macht natürlich gleich Sinn. Missgünstige männliche Killer-Fee. Das wäre überhaupte die beste aller Miss-Wahlen. Miss Günstig!
MOTHER AND SON
„Und was macht Ihr heute noch?“
„Deine Neffen sind jetzt noch da, Deine Schwester holt sie nachher ab. Und dann das Übliche. Abendessen und Fernsehen. Und hast Du noch etwas vor?“
„Ich hab ein neues Buch angefangen und -„
„Ach?!“ Und ich höre ihre gehobene Stimmung und Achtsamkeit und weiß genau was sie denkt (obwohl es mich überrascht).
„Zu lesen. Angefangen zu lesen.“
„Ach.“
Und ich höre die Enttäuschung und verspüre sie selbst.