Archiv des Autors: glamourdick

DRUM MERKE, BUBE:

Wenn Du Deinen Erfolg auf Gayromeo optimieren möchtest, nehme die Harry-Potter-Film-Bildbände und die Steuer-Software aus dem Möbel-Höffner-Regal. Und lächle. When you´re smiling the whole world smiles at with you.

THE SCANDAL THAT WASN´T oder I WAS GORGEOUS AND HORNY ist das Neue „Ich war jung und brauchte das Geld“

Jetzt sind also von unserem Vorzeige-Role-Model-Homo Dustin Lance Black (Oscar für´s beste Drehbuch für „Milk“) skandalöse Sexfotos aufgetaucht und ein wirtschaftlich orientierter ehemaliger Bekannter versucht, einen privaten Sexfilm teuer zu verkaufen. Und die Auswirkungen dieses Skandals – Applaus. Eigentlich wollte jede Schwuchtel Dustin ganz gerne mal nackt sehen und in der Tat ist es ein appetitlicher Anblick. Einige versuchen aus der Tatsache, dass er sich ohne Kondom ficken und dabei auch noch filmen lässt ein Skandälchen zu basteln, aber mag ja sein, dass Justin und sein Stecher in einer monogamen Beziehung waren, als das Filmchen entstand. Möglicherweise sind auch beide HIV-positiv und haben sich einvernehmlich auf das Risiko einer Mehrfachinfektion eingelassen. Und vielleicht waren sie auch brachial unvernünftig und haben das Kondom vergessen. Auf den Fotos, die gestern noch kurisierten, sieht es jedenfalls aus, als hätte er Spaß gehabt. Und dann ist er auch noch sehr ansehnlich. Der einzige Skandal ist meines Erachtens, dass die Fotos nicht mehr online sind und vor allem, dass wir das Video nicht zu sehen bekommen.

Da wir Schwulen ja bekannterweise an jeder Ecke und zu jeder Tages- und Nachtzeit unsere Piller in fremde Popos stecken, dürfte dieser Skandal Dustin keinerlei Schaden zufügen, man hat ja nichts anderes erwartet. Anders, wenn er irgendwo Marc Jacobs-Klamotten hätte mitgehen lassen, die arme Winona büßt bis heute.

Via Caliban.

JUMP!

Nochmal tief durchatmen, gemähtes Gras, den Vögeln lauschen, dann die Zündkabel auf Marder-Frühstück überprüfen und zurück in den Moloch.

(Vielleicht vorher noch aufs Trampolin.)

FAR FAR AWAY

Die Alpträume der vergangenen Wochen, vorher. Basierend auf konkreten und diffusen Ängsten. Kaputt und krank, wie es sich für die Stadt gehört, Berlin Dein Gesicht hat Erbsenbreikotze am Kinn. Und kaum einen Tag raus, nach dem üblichen Klimatisieren auf Familie, wo meine Ängste und meine Sorgen nur ein Teil des Gesamtbildes sind, wie es für sie korrekt ist. Mein Gesamtbild umfasst nicht viel mehr, als meine direkte Umwelt, und vor der schließe ich abends die Tür, und von unten auf der Straße kommt nur das Hupen von Eingeparkten hoch.
Aber dann in dem alten Haus, das jetzt fast leer steht, dem Garten sieht man es auch an, dass er fast ein Jahr ohne jemanden ist, der sich um die Details kümmert. Den Dachboden nochmal anschauen, bevor sich vielleicht doch ein Käufer gefunden hat, den Keller. Den Weg zum Badesee spar ich mir lieber, hier oben im Sommer ist es noch viel schöner als 50 Kilometer weiter unten, wo ich aufgewachsen bin. Totale Stille. Duft von Wald und Wiese, der Bach, der so ruhig fließt, dass man nicht einmal von Plätschern sprechen kann. Und da, am Sumpfteich entspringt der Fluss, an dem entlang man hoch in die Berge fährt. Ich mag solche Strecken – immer an der oberirdischen Ubahn lang, oder eben hier – immer am Fluss lang, dann kann man´s nicht verfehlen.

Jedes Mal spiele ich mit dem Gedanken. Spiele. Nicht ernsthaft. Aber ein gegenteiligeres Leben zu dem, das ich in Berlin, Deutschland lebe, ist kaum vorstellbar. Aber dann rede ich mir zu: der Winter hier oben dauert einen Monat länger als unten. Im Kaff gibt es nicht einmal einen Supermarkt (geschweige denn Karstadt Hermannplatz). Das Bergvolk ist bockig, hier lernst Du als Zugereister niemanden kennen, denn selbst wenn ein Teil Deiner Familie hier schon seit 300 Jahren lebt, wärst Du niemand der dazugehört oder dazugehören wollte. SCHNEEKETTEN. Das Haus ist so verbaut, man weiß nicht wo man mit renovieren anfangen sollte. Aber dennoch, der Gedanke lässt sich nicht abwimmeln. Aber so ist es ja mit ihnen, den Gedanken. Du kannst sie nicht wegsperren. Sie sind ja bekanntlich frei.

FAY´S BOOK

Und es gibt Seiten auf Facebook, von Freunden und Bekannten, da kann ich nicht lesen, weil´s schlimmer ist, als in den Blogzeiten, wo sich irgendwelche Parasiten in den Kommentaren festgesetzt hatten und mit ihren Baggerversuchen langweilten. Hinzu kommt ja noch, dass das Mittel der Schreibsprache ein vielschichtiges ist, das zu Missinterpretationen einlädt – ich sage nur Ironie und Dummheit gehen ungut Hand in Hand, trotzdem findet man beides zuhauf in Facebook-Kommentaren. Um so mehr schätze ich dann die Möglichkeit des Bloggens, wo nicht jeder Depp, mit dem man mal auf der Schule war, sich breitmacht und einem das Poesiealbum mit stümperhaft ausgeführten Blümlein verunstaltet. Da gebe ich doch glatt der Dicktatur den Vorzug gegenüber der Demokratie.

WHEN YOU´RE SMILING

Mein erster Gedanke, als ich Louise gesehen habe war – die sieht ja aus wie mein Patenkind! Patenkind angerufen:
„Schau Dir mal diesen Clip auf Youtube an.“
„Die sieht ja aus wie ich!“
Und seitdem sind wir beide Fans, nicht wegen der Ähnlichkeit, sondern wegen Louise, 17, dänische Sängerin, an sich.

Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal etwas so sprichwörtlich herzerfrischendes gesehen und gehört habe. Ein Mädchen mit Zahnspange, das sich unbefangen einem Fernsehpublikum stellt, mit Liedern, die Gitte Haenning in den 60ern in Dänemark berühmt gemacht hat. Ohne jeden Bruch, ohne distanzierende Ironie, wenn auch mit einem Augenzwinkern. Mit Inbrunst, Selbstbewusstsein und Überzeugungskraft. „Übercute“ konstatierte einer der Juroren in der Talent-Sendung, die Louise zwar nicht gewann, aber – much better – die ihr einen Plattenvertrag mit Sonymusic einbrachte. Und über ein paar Umwege, auf die ich jetzt nicht eingehen brauche, bin ich in der Danksagung des CD-Booklets gelandet, was mich mit Stolz erfüllt. Denn irgendwie ist – und jetzt komme ich auf das eingehend erwähnte Telefonat mit meiner Nichte zurück – Louise für mich jetzt auch so eine Art Patenkind um drei Ecken, musikalisch. Ich mache mir Gedanken, um jemanden, der 17 ist und in einer aggressiven, selten gnädigen Branche gelandet ist, wo sie sich behaupten muss. Aber sie hat ein paar gute Menschen um sich und im Hintergrund, und ich bin zuversichtlich, dass sie den Support hat, den man braucht, um in dieser Liga erwachsen zu werden.

Wenn Sie sich ein Lächeln ins Gesicht zaubern lassen möchten und ein Leuchten ins Auge, dann geben Sie bei Youtube „Louise Talent 2008 Denmark“ ein.