Archiv des Autors: glamourdick

HOSTAGE SITUATIONS

Einzuschlafen, während der Gast sich was zu Essen holt… Aber es war eine harte Woche, es waren drei Flaschen Wein und es galt auch, ein Drama zu verarbeiten, in dem Entführung, Flucht und Zukunftspanik eine Rolle spielen. Airen, wo soll ich Dein Telefon abliefern?

WELLEN STATT WLAN

Das war jetzt so der Arbeitstag, nachdem man wirklich von Urlaubsreife sprechen kann. Zwei Stunden Zeit gehabt, die Dinge zu erledigen, für die ich sonst 6 Stunden Zeit habe. Aber all das mit der Aussicht auf vier Tage Ostsee, das pushte.
Ein paar Tage raus aus den elektrischen Netzwerken und Zeit, die Gedanken mal analog zu ordnen. Es war eine intensive Woche mit Ausschlägen nach oben unten rechts links. Jetzt werden die Energien des Sommers noch einmal gebündelt und etwas nachgespürt. Ich merke, wie durch ich bin und werde Sie jetzt ein paar Tage in Ruhe lassen und mal in mich hineinhören, wenn das Rauschen der Wellen und die Gesänge des Herrn Strike dies erlauben. Ich wünsche mir und Ihnen ein Sommerwochenende voller Zauber! Oder Sie ficken einfach mal wieder, das wär doch sicher auch was.
Einstweilen Ahoi!

Ihr Glam

ANOTHER AMERICAN DEATH

Nachdem Vanity Fair das Horoskop agbeschafft hatte, gab es noch anderthalb Gründe für ein Abo. Ein halber ist nun auch weggefallen. So long, Dominick Dunne. I´ll miss your diary terribly. You brought us a whiff of glitz and doom, class and class-trophobia, sex, scandal and – of course – crime. There is noone quite like you, so incredibly well-connected in times when „network“ was just another name for a tv-station. You were a gentleman in every sense of the word, and if there´s a hope I have for you now, it´s there´s a heaven where you get to see your daughter again.

I SEA

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Zwei Arbeitstage noch, dann gehts zurück an das Wasser, das mir im Winter 1998 die vergessene Liebe zum Meer wiederbrachte. Damals die Düne hochgestiefelt, kalten Wind im Gesicht und den Duft der Ostsee in der Nase, der gleiche wie im Herbst 21 Jahre früher, als ich mich ein paar Kilometer weiter von einer schweren Krankheit erholen sollte. Kinderkrankheiten. Rilke hatte auch zu diesem Thema viel zu sagen.

Oben auf der Düne der Blick aufs, übers Meer und dann ein intensives warmes Gefühl und glasierte Augen. Dann bin ich zu dem Mann hin, der mich hergebracht hatte, nahm ihn in den Arm, damit er meine sentimentalen Tränen nicht sah, wir küssten uns und der Hund sprang uns an. Der Mann hatte sich immer darüber amüsiert, dass ich nicht ein Naturbursche war wie er und mich mit Kates Winslet in „Titanic“ verglichen: „You´re not the outdoor type“. Das konnte ich nicht auf mir sitzen lassen und so begann eine Veränderung, für die ich heute noch dankbar bin. Mein Leben, so wie ich es jetzt führe, wäre unvorstellbar, wenn es nicht die Ereignisse von 1998 gegeben hätte. Eine Art vorher-nachher-Show, für die es Zeugen gibt.

Ich freue mich darauf, wie die See sich mir 2009 präsentieren wird.

STAR LAKE

Und dann klingelt das Telefon, es ist die G. Sie ist ja manchmal etwas verhuscht und es dauert eine Weile bis sie ein Anliegen formuliert hat. „Glammy – Ihre Handynummer, können Sie mir die bitte per SMS schicken? Ich hab die nicht dabei ich bin grad nicht in Deutschland.“
Eine viertel Stunde später immer noch keine Nachricht von ihr, dann klingelt wieder das Telefon.
„Glammy, ich habe versucht Ihnen eine SMS zu schicken, aber es klappte nicht. Das Iphone. Ich weiß auch nicht. Also sag ich´s jetzt am Telefon. Ich wollte mich bei Ihnen für den wunderbaren Tag auf dem Schlachtensee bedanken. Es hat mir sehr sehr gut gefallen – Sie haben wirklich wunderbare Freunde und insbesondere der Herr Strike ist ja wirklich ein ganz ganz toller Mensch!“
„Ja, für den leg ich meine Hand ins Feuer.“
„Das war wirklich einer schönsten Tage in diesem Sommer.“
„Für mich auch – und es hat mich gefreut, zu sehen, dass Sie sich wohlfühlen.“
„Und es ärgert mich, dass ich das nicht schriftlich schicken konnte, es hat ja doch immer mehr Gewicht.“

Und wenn mir als Kind jemand gesagt hätte, dass ich mal mit der G. zusammen auf dem Schlachtensee oder auch sonst irgendwie im selben Boot sitzen würde, dem hätt ich einen Vogel gezeigt.

MARILYN´S FAVOURITE BOOK or LETTERS TO A YOUNG TRAVELLER

Drei Tage in einer Pippi Langstrumpf-Bubble der Glückseligkeit geschwebt. Mit alten Freunden, neuen Freunden – das Glam-Herz war in Overdrive. Schlimm, wenn ich jetzt denke, dass das auch ein bisschen wie Drogenmissbrauch war? Is Glam a love-junkie? Der Sommer hat sich noch einmal richtig verzweifelt in die Ruder gelegt, und sich ganz erfolgreich gegen den um die Ecke schielenden Herbst durchgesetzt. Am Montag war ich herausgefordert, der Jewish Princess ein Abschiedsfest aus dem Hut zu zaubern. Nach 4 Stunden Schlaf und einem fetten Arbeitstag mit einer Idee zu kommen. Und alles was mir einfiel, war, den Abschied dort zu feiern, wo vor wenigen Wochen die packendste Begegnung dieses Sommers stattgefunden hatte – im Minki-Garten. Die Idee schien ganz nett, aber nicht besonders fabulous. Also ging ich in mich – was ist das Schönste, was ich von Berlin zeigen kann. Es muss doch etwas Bessres geben als den Minki Garten. Was ist für mich das Beste an diesem Leben hier – und da fiel mir ein, das sind meine Freunde, die Menschen um mich. Und die wollte ich gerne dabei haben und von jedem und jeder einen Satz Europa. Oder Berlin. Auf einer Postkarte, die den Weg über den Atlantik nehmen würde.
Der Tag war dann so stressig, dass ich prompt vergaß, meine eigene Postkarte zu schreiben. Das tat ich erst tags darauf, als die Prinzessin ihren exquisiten Karo-Koffer packte. Saß genau hier, wo ich jetzt gerade tippe und suchte nach den passenden Worten, die all das ausdrücken sollten, was bemerkenswert an unserem Zusammentreffen war und, mehr als das, ein Stück Philosophie mit auf die Reise schicken sollte. Und bevor eigene Worte kamen, flog mir das Zitat zu, das ich mit 15 zum ersten Mal gelesen hatte und das mich Zeit meines Lebens begleitet, aus Marilyn Monroes Lieblingsbuch. In simplen Worten wird da etwas beschrieben, das mir damals mysteriös vorkam, und das mir erst jetzt begreiflich ist – dank der Verhaftung in einem Kreis von Menschen, die mir – und so kann ich auch einmal diesen Ausdruck in seiner kompletten Wucht und Wichtigkeit verwenden – die mir die Welt bedeuten.

Und dann geb ich ihm die Karte, und während er liest bekomm ich das erste Mal an diesem Tag so Tränendinger in den Augen, und er liest und schnieft und sagt – „Whoa, this is going to be a tough day.“

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„I can´t imagine not having met you“ schreibt er aus dem Zug nach Paris und besser kann ich es selbst nicht zusammenfassen.

NEVER CAN SAY GOODBYE

Vorm Lausitzer Platz dann beinahe noch vom Auto überfahren worden. Die Ampel war grün, ich also rüber, nicht ganz registrierend, dass es grün für Autos war, ich aber ausnahmsweise Fußgänger war. Einen weiteren Tag in Berlin überlebt. Als der Ipod „Well I wonder“ shufflet kommt mir eine Obdachlose, zeitgleich auch Irre entgegen, die furchtbar schluchzt.

Die feierliche Verabschiedung der Jewish Princess verließ ich kurz nach dem Aufschlagen im Monster Ronson´s. It´s one of the places where I need eye shadow. Ich war noch ganz zerstört vom Vortag, Energielevel nicht der Rede wert, und plötzlich angefasst und musste schnell raus, weil es mit einem Mal nicht mehr feierlich war, sondern der Abschied ins Haus stand, steht, and yes, Baby, it´s awfully hard to let go of something so beautiful. The days with you were amazing. The laughter and fun. The depths. Das ist die Downside des Couchsurfing – Du lässt die Leute rein und lässt sie wieder gehen, und so einmal im Jahr hast Du jemanden, den Du wirklich ins Herz schließt. David, Pavel – you guys are amazing. And it was really really awesome and, like, touching to experience you in this phase of your life. I have the highest hopes for both of you and I´m certain, we´ll meet again.

BYE BYE BABY

So, it´s his last night in Europe. So he´s my Jewish Princess. And he´s like the person who like says „Like, tomorrow´s my last night in Europe. I bet you come up with, like, a gorgeous idea to make that memorable, like.“ So I want to make a wonderful Abschieds-Event. AND I DON´T HAVE A FUCKING CLUE HOW TO ARRANGE SOMETHING. Ich arbeite bis 20h. Ideen, bitte! Ideen…