Archiv des Autors: glamourdick

WEDNESDAY NIGHT WAS A BITCH

Wenn man berücksichtigt, dass die komplette erste Staffel des ursprünglichen Melrose Place nicht besonders originell war, dann hat die Neufassung einen passablen Start hingelegt. Nur, dass heute eine Serie, die nicht knallt, sich nicht abhebt, die erste Staffel nicht mehr überlebt. Melrose hatte einen Trend bedient, der über die Jahre zu Tode getreten wurde. Spätestens der OC hat alles was mit Beverly Hills 90210 begann ausgelatscht und platt gemacht. Das ganze war auch nur erträglich durch eine satte Dosis Ironie. Das gleiche Prinzip wird nun beim Gossip Girl weiterverwendet, eine Frage der Zeit, wann denen die Fick-Konstellationen ausgehen, ich jedenfalls kann bald nicht mehr lachen, wenn Serena sich ein weiteres Mal verliebt. Sie ist beliebiger als Paris Hilton und, ich gestehe, ich vermisse Larissa noch immer, also scheint Serena nicht wirklich zu funktionieren.
Das Problem beim neuen MP ist seine Ironiefreiheit. Sie haben es geschafft, selbst Sydney in eine tragische Gestalt zu verwandeln, ihr ihren Lebensmut und ihre Perkyness zu rauben. in einer einzigen Szene tauchte eine Spur davon auf und mein kleines Herz loderte auf, um nur kurze Zeit später von den stereotypen Larissa-Serena-Summer-Blair-Seth Cohen-Chuck Bass-Kopien gelöscht zu werden. Sydneys Leiche im Swimming Pool am Anfang verdeutlicht, wie lebendig der neue Melrose Place ist. Was eigentlich ein MP-klassisch camper Ausflug ins Hollywood der Glanzzeit hätte werden können, war lediglich ein Trick, die alten Fans zu mobilisieren um sie sofort wieder zu verprellen. PR PR Darlings. Wenn Amanda Woodward so mit Lindy Toys umgegangen wäre, dann wären Amerikas fiktve Kinder ohne Spielzeug aufgewachsen.
Ja, der Look ist cool. Aber der Inhalt ist so hohl wie die Probleme der Protagonisten lächerlich. Einzig die Reminiszenz an wahre Größe – die Sunset Boulevard-Referenz und Sydneys entschlossene Verdorbenheit, haben das Vehikel ein klein wenig zum Funkeln gebracht. Aber. Hallo. DU KANNST DOCH IN DEINEM SUNSET BOULEVARD NICHT NORMA DESMOND TÖTEN, STUPID!!! Wenn es bis zur dritten Episode nicht anzieht bin ich raus. Ist Syd ja auch. In a zip lock body bag.

GLÄMME DILEMMATAS

Wenn man einen Entwurf bekommt, der einem nicht gefällt. Und dann aus einem Dutzend Variationen desselben Entwurfes eine Auswahl treffen muss. Kann man da die richtige Wahl treffen? Und wenn man dann noch gesagt bekommt, dass man den denkbar schlechtesten Entwurf gewählt hat, und zwar von demjenigen, der ihn entworfen hat. Hm.

(Ja, Ihr Kreativen wisst es – Kunden haben immer einen fragwürdigen Geschmack und viel zu hohe Erwartungen.)

(Und nein, das ist nicht böse gemeint. It´s just the facts. Dass Menschen mit ausgezeichnetem Geschmack und Background der Entwurf bonfortionös gefallen hat, das habe ich ganz einfach überhört und nicht als Beleidigung empfunden.)

TELEGLAM AGAIN

Rufus-CDVD nicht in Post. Egal, weil Abend eh viel schöner mit bestem Lucky und Tod Spango. Schon wieder keine Trennkost. Das Amrit kümmert sich immer noch gut um seine Gäste, wenn auch die Taj Mahal Kofte schon einmal schmackhafter waren. Vormittag 2 einhalb Stunden über´s eigene Schreiben gesprochen und man fühlt sich fett und eitel wie ne lethargische Kröte. Aber auch irgendwie okay. Gesprächspartnerin hat Louise Brooks-Frisur, kann also nur guter Mensch sein. Mantel und Tasche ebenfalls aus einem Guss. Raucht auch viel, und erst dachte ich, das wäre eine Tinker Bell, die an ihrem Feuerzeug hängt. War´s aber nicht. Aber fast.
Schwester sagt, Babykleidung weitestgehend an Cousinen verteilt. Niemals erwartet, dass Bruder sie nach Babykleidung fragt. Siehstemal. Aufruf: Glam benötigt Baby-Ausstattung für 3 Monate alten Säugling. Gern auch für den 4., 5., 6. Monat. Nein, weder gekauft, noch gekidnappt, geschweige denn gezeugt.

Arbeit, wieder two for one im Erstjob, die Saison hat sowas von angefangen. Kaum Zeit für Zweitjob, Drittjobauftraggeberin mal wieder verschollen. Ziel heute: für den Viertjob, der eigentlich der Allererstjob ist, Zeit und Raum schaffen. Bei der Trägheit der Leser auch kein Problem, das Blog mal etwas zurück zu schrauben und die Schreibenergie anderweitig zu channeln.

EXPRESS DATING slash GLAM BANGING

War das eigentlich wirklich ich, der da gestern auf dem Heimweg noch im gefährlichen Restaurant vorbeiging, wo das Schätzchen Kassenabschluss machte, gänzlich allein im Laden, von den Köchen abgesehen, und der beste Spruch, der mir einfiel war „Ich würde so gerne öfter kommen, aber ich bin doch auf Diät.“ (Wegen DIR!! hätt ich sagen sollen.) Wegen DIR!!! Und eh er groß was Originelles hätte antworten können, tanzte ich schon wieder aus dem Etablissement hinaus. Sie dürfen mir eine knallen, wenn Sie mich auf der Straße treffen.

LIKE A BLOG TO WATER

Just reading my early early blog entries, and I must say – like a duck to water. My medium. Und irgendwann, kulturhistorisch, werden sie gerade diese crispyness und Unbefangenheit als Auszeichnung hervorheben, während es damals nur Internettagebuch war und niemand glaubte, dass das irgend einen Wert haben könnte.

TELEGRAM GLAM

Dreieinhalb Stunden heavy work, Job 2 bringt Erfolgserlebnisse. Sorgen legen sich – ich kann´s noch. Eine termingerechte Abwicklung scheint möglich. Pornoqueen calls und berichtet von erfolgreicher Vernissage. (Heute vermutlich in allen Boulevardmedien.) Pornoqueen grüßt Liebesliedstar, Liebesliedstar freut sich, dass alles wieder im Lot ist. So do I. Einen 11 Jahre alten Mobilfunkvertrag gekündigt, weil die Scheißer mir das N97 nicht hinterher schmeißen. Brief an die Steuer mit Bitte um Verständnis mit Argument „vertrauensbildende Maßnahme – Dauerauftrag“. Termin mit Steuer-Hilfs-Frau klargemacht. Junge Familie besucht, Baby bestaunt. Das erste im näheren Freundeskreis. Trick vorgeführt, weil die Ehefrau des Freundes mal sehen wollte, wie man sein Bein hinter den Kopf legt. Bendier than Madonna. Unbeantwortete Anrufe von unbekannter Mobilfunknummer. Neugieriger Rückruf landet auf Mailbox. Termin mit Agentin gemacht. Gerätselt, um was es in dem Meeting in Copenhagen gehen soll und nicht wenig vorgefreut. Schwester angerufen, Neffen am Ohr gehabt. Gespräche mit Neffen immer von hohem Unterhaltungswert. Häufiger mit Neffen telefonieren! Neffe Goldjunge mit Zähnen von Jürgen Vogel. Essen mit den Besten und ein gehaltvoller Primitivo dazu. Anruf von verschollen geglaubtem Blogger, Treffen für Monatg abend klargemacht. Neuen Opera-Browser installiert. Neuer Opera-Browser nervt mit (vermutlich) englischem Rechtschreibkontrollprogramm und irgendwie klobiger Tab-Optik. Dann noch eine Folge Gossip Girl. Viele Handlungsstränge mit OC verwechselt. (U.a. Summers Mutter vermisst, wo doch aber Summer in Gossip Girl Blair heißt und ihre Mutter aussieht wie die zwei identischen Schauspielerinnen in Weed.) Vorfreude auf die in Kürze eintreffende Rufus-CD/DVD. Leise Zweifel ob Milwaukee-Konzert an VolksbühnenErlebnisheranreichen kann.

STROBO VERITÉ oder WIR KINDER VOM BERGHAIN

Schon etwas weird, am Strand zu liegen, das einzige Geräusch Wellenrauschen und Möwengeschrei, und dazu Airens Strobo zu lesen. So ab Mitte des Buches kannte ich die Texte bereits aus seinem Blog, aber die erste Hälfte war mir neu. So, wie es aufgebaut ist, beschreibt das Buch eine Drogenkarriere, aber mehr und nicht weniger. Es beginnt mit Bongrauchen, dann kommt die Partysucht, zu der zwangsläufig, so liest es sich, der Partydrogengebrauch hinzukommt. Das Partyleben und der damit in Verbindung stehende Konsum, beginnen das Arbeitsleben zu beeinflussen und hier wird der Absturz zum scheinbar freien Fall. Aber der wird immer wieder gebremst, irgendwie geht es immer weiter.

Was Airen beschreibt, ist mir, von der Partysucht mal abgesehen, nicht unbekannt. Bei Airen ist nur alles etwas krasser. Selbst ohne ihn persönlich zu kennen, dürfte klar werden, dass es sich hier nicht um einen Roman handelt – hier ist nichts erfunden – sondern um einen Bericht. Airen hat in seinem Schreiben die Gabe der Beobachtung und die Distanz zur Scham – die ist ihm nicht fremd, aber er wagt, sie zu thematisieren. Seine Sprache ist packend. Schonungslos. Noir.

Für manche mag das Leseerlebnis ein Aufgeilen am fremden Erlebten sein und die Sehnsucht kitzeln, etwas zu tun oder geschehen zu lassen, was einen von der Masse abhebt. Sich dem Rausch hinzugeben. Christiane F. hat sicherlich auch einiges für die Popularität von Heroin-Gebrauch getan. „Strobo“ ist ganz sicher ein gefährliches Buch. Gefährlich, ehrlich und sehr sehr gut.

Frau Koma kommentierte während der Lektüre: „Wenn ich so ein Kind hätte – ich würde durchdrehen“. Was mir zu denken gab. Airen hat in mir eher einen Impuls ausgelöst, ihn vor seinen Eltern beschützen zu wollen. Er hat jetzt selbst eine Familie, die Abstürze sind weniger geworden, und dennoch ist sein Weg durch die Welt von einer Intensität, die Angst machen, aber auch inspirieren kann. Er ist ein extremer Mensch, daran wird sich nichts ändern, und ich hoffe sehr, dass er weiter schreiben wird, denn was nach der Lektüre des Buches für mich klar wird, ist, dass es nicht so sehr die Geschehnisse in „Strobo“ sind, die Eindruck hinterlassen, sondern die nüchterne Fähigkeit, den Rausch in klare Worte zu fassen, mit der er auch ganz andere Erlebnisse oder Geschichten in Worte kleiden könnte.

Wie die G. mir kürzlich in ganz anderem Zusammenhang veranschaulichte, sind geschriebene Worte ja von größerem Gewicht, als gesprochene. Ähnlich verhält es sich mit gebloggten und gedruckten. Ein Buch kannst Du in der Hand halten. Ein Blog kannst Du offline stellen. Was als Aufschreiben von Erlebnissen und der Veröffentlichung in der Flaschenpost Internet begann, hat nun seinen Weg in die (vermeintlich) echte Literatur gefunden. Insofern ist Airens Buch auch richtungsweisend für Verlage. Gebloggtes Wort ist nicht minderwertig, nur weil das Medium den Buchdruckern merkwürdig vorkommt. Airens Literatur hat es jetzt zwischen Buchdeckel geschafft. Ich hoffe, dass das der Beginn einer langen Karriere für ihn als Autor und ein Startschuss für andere bloggende Literaten ist.

BEACH GLAMPRESSIONS

Das ist so klar und irgendwie architektonisch das Bild, klar, dass das noch in Berlin entstand. Airens „Strobo“ an Bord. Ne Kiste Hausmarke. Sonst keine Pillen.

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Pink Champagne. Tiffany Playing Cards. Beach Pingpong. Das oft erwähnte Garland-Monopoly, weil immer wieder Zweifel angemeldet wurden, ob dieses überhaupt existiere. So lernte Kitty K. nun spielerisch den Kapitalismus. Glam stieg aus, als er nach der Einkaufsrunde nur eine Straße (Aunt Annie´s Apple Orchard?) und a Brain und a Heart hatte. Die Straße vertickte er, Brain und Heart und Cash legte er in den Pott.

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Cha Charaden.

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Buttpic.

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On the beach with Peggy Pocket ashtray. Es gab auch eine Art Peggy-Pocket-Fotowettbewerb. Am Ende steckte Peggy den Kopf in den Sand und ich war nicht wenig entsetzt, als man mir berichtete, sie sei am Ende des Tages entsorgt worden, denn ich hatte eine Beziehung zu ihr und ihrem kleinen Pony aufgebaut.

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Bubble butt bottle goes boom box while bare breasted blog-Lady reads Strobo-book.

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Back in Berlin entdecke ich eine blinde Passagierin und ihr fabelhaftes Miniatur-Pony. Sie hatte die brutale Tortur durch die Blogger überlebt. So wie ihr fabelhaftes Miniatur-Pony. Erleichtert seufzte Glam auf. (Das war ein Marcel Feige-Satz.)

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BACK FROM THE BEACH

Na Leserin! Na Leser!

Missed me a little? Schon bisschen langweilig gewesen ohne die drei Glücklichen Blogger (und Frankie), die auszogen, mal paar Tage nicht zu bloggen und sich auszuziehen zwecks Bades in der schönen Ostsee, oder? Langeweile herrschte bei uns keineswegs, wir waren auch analog ganz reizend und hatten ja das Entertainment (in, respektive, eigener Gestalt) dabei.

Aber nun sind wir ja wieder da, die Frau Koma und ich, nur Herr Strike ist noch paar Tage am Urlauben, der jlückliche Käfer!

Zusammenfassend vorweg: Also, wenn schon die Hinfahrt, trotz Stau, eine große Freude ist und auch noch die Rückfahrt, trotz Stau, eine große Freude ist und Sie sich vorstellen, dass es in den Tagen dazwischen keinerlei Stau gab, dann können Sie sich auch vorstellen, dass der Aufenthalt in dem charmanten, leicht wrackigen Haus auf der Düne kaum schöner hätte sein können. Ich werde die Morgentasse Kaffee mit Koma vermissen.