Archiv des Autors: glamourdick

WE WON!

Ca drei Minuten vorspulen. Und dann!

Sie machen sich keine Vorstellung, wie sehr mich das berührt. Oder doch, wenn Sie schon ein paar Jahre mitlesen. Dann wissen Sie wie mich die Maysles-Brüder Doku „Grey Gardens“ erwischt hat, und dass ich die Verfilmung mit Jessica Lange und Drew Barrymore zitternd herbeisehnte, seit das erste Gerücht über die HBO-Produktion die Runde machte. Es war ein langes Zittern, das in diesem April mit einem wohligen Schauer beendet wurde. „Grey Gardens“ von Michael Sucsy setzte der Dokumentation ein würdiges Denkmal. Ich habe den Film mittlerweie vier oder fünf Mal gesehen. Zuletzt mit meinem wunderbaren amerikanischen Gast, der zu Tränen gerührt war. Und dass es er war, der mir die Neuigkeiten an die Facebook-Pinnwand schrieb, während sie stattfanden, das macht das alles rund und gut. Selten hat man so etwas – eine langjährige Begeisterung, die zu so einem wunderbaren Finale kommt. Ich gehe heute mit einem innerlichen Leuchten in den Tag.

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http://glamourdick.twoday.net/stories/5951253/ (And here we are.)

Es fällt mir sehr schwer, mir ein Leben ohne „Grey Gardens“ vorzustellen.

BERICHT AUS DER ZWISCHENZEIT

Fühlt sich gerade bisschen an wie Schleudertrauma, dabei schleudere ich noch und bin gespannt, wie sich das tatsächliche Trauma anfühlen wird.
Neben der Arbeit findet zwar noch Leben statt, aber lediglich vorm Fernseher. Die Walkers, Staffel 3, sind eingetroffen. Thank Amazon for that. Der Energiehaushalt erinnert an fossile Brennstoffe – irgendwann aufgebraucht. Ich hake die Tage ab bis zum 2.10., dann geht´s für mich aufs Land und für den Film ins Mastering. Wenn alles klappt.

VERLEGEN oder DER TON MACHT DIE MUSIK

Meine Schreibaktivitäten der vergangenen Tage waren hauptsächlich darauf beschränkt, die letzten Verträge für Musiklizenzen für eine Filmproduktion einzuholen. Dieser Job, der sich tatsächlich als Arbeit erwies, brachte allerdings nicht nur einige Erkenntnisse über die aktuelle Situation der Musikverleger in Deutschland (auch die Preise für Musikverwertung im Rahmen einer Filmproduktion sind tief gefallen), sondern auch die eine oder andere bloggenswerte Korrespondenz.

Von allen angeschriebenen Verlagen hielt ein einziger an Konditionen fest, wie sie Mitte der 90er noch üblich waren. Dieser Verlag forderte das fünffache dessen, was momentan marktüblich ist. Zähneknirschend willigte die Produktionsfirma, die ich vertrete, ein. Um den Breakeven der Produktion in der Erstauflage zu gewährleisten, beschlossen wir, die Auflage zu erhöhen.
Keiner der anderen Verträge für die Produktion ist auflagegebunden – die Verträge räumen dem Filmproduzenten das Nutzungsrecht für eine gewisse Auswertungsdauer ein. Die Beteiligung des Textdichters und Komponisten an der Anzahl der verkauften DVDs wird über die GEMA geregelt. Der Verleger kassiert in der Regel 60% für seine Tätigkeit – sowohl bei der Lizenzzahlung durch die Produktion als auch an der GEMA. Das belässt 40% der Royalties beim Urheber oder dessen Erben.

Auf meine Mail, in der ich den Verlag über die Erhöhung der Auflage informierte, da er als einziger vertraglich die Lizenz an die Auflagenhöhe koppelte, erhielt ich die folgende Antwort.

„Sehr geehrter Herr Dick,

wir alle beherrschen den Dreisatz, so dass sich bei einer Auflage von XX.000 Exemplaren auch einen Lizenzgebühr in Höhe von XX.000,– € zzgl. MwSt. ergibt.“

Hallo? Contenance?? Der Markt ist nicht Dreisatz. Wenn ein Kilo Äpfel 2 Euro kostet, dann heißt das nicht, dass man nicht zwei Kilo für eins fuffzich kriegen kann.
5 Jahre Melrose Place hinterlassen Spuren. Erst überlegte ich, was Sydney tun würde. Zu krass und zu aufwändig in so kurzer Zeit. Amanda Woodward an einem schlechten Tag. Dito. Amanda Woodward an einem guten Tag? Passt. Und so recherchierte ich den Dinosaurier, der mir diese Zeilen schickte. Ein Anwalt, der auf Kongressen die Ansicht vertritt, dass Royalties oft nicht gezahlt werden, weshalb man sie von vorn herein großzügig ansetzen müsse. Bei kleinen Produktionsfirmen könne man sich allerdings flexibler geben. Was mir auffiel, war die Tatsache, dass ständig von Geld und nie von Kunst und Künstler die Rede war. Lizenz Lizenz Lizenz – aber nie „Werk“.

Vielleicht muss man bei der „Auswertung“ von Kunst tatsächlich mathematisch und nicht idealistsch denken. Meine Auftraggeberin bat mich, die drei Tage, die noch bis zum Endschnitt verbleiben, ein wenig zu streiten. Und so komponierte ich die folgende Note, die voraussichtlich den Film um zweieinhalb Minuten verkürzen wird.

„Sehr geehrter Herr XXX,

vielen Dank für die kleine Nachhilfe in Mathematik. Als Gegenangebot könnte ich nun mit einer Lizenz in Höhe von 157 Euro kommen, 100 Euro pro Sekunde – so wie manch andererer Verlag die Lizenz berechnet, aber ich bin kein Zyniker, sondern vertrete ein kleines Label mit hohem künstlerischem Anspruch und wenig Kapital und bin, wie Sie, der Überzeugung, dass für ein hochwertiges Produkt auch ein entsprechender Preis gezahlt werden sollte.
Kein anderer Verlagsvertrag für diese Poduktion ist auflagengebunden – alle anderen sind fristgebunden, weshalb ich Sie bitten möchte, noch einmal zu erwägen, die Lizenz bei XX.000 Euro in einem Verwertungszeitraum von 5 Jahren (anstatt 10) anzusetzen. Wie Sie wissen, sind schon XX.000 Euro weitaus mehr, als der Markt momentan diktiert.

Die Funktion eines Verlages ist meiner Auffassung nach, ein Werk zu verlegen, im Sinne von „ zu marktüblichen Konditionen verfügbar machen“. Im Interesse des Urehbers und seiner Erben. Und nicht im Sinne von „es irgendwo liegenlassen und dort zu vergessen.“ Eine Verhandlung über die Verwertung eines Kunstwerks sollte nicht in eine Zockerei ausarten. Man sollte den künstlerischen Aspekt, die adäquate Umsetzung des Werks, dessen Darbietung und Veröffentlichung nicht aus den Augen verlieren.

Ich würde mich freuen, wenn Sie diese Ansicht teilten, und es uns ermöglichten, „XXXX“ von XX/XX in unserer DVD-Produktion zu verwenden.

Mit freundlichen Grüßen,

Dick“

Ich freu mich schon auf die Anwort.

WANTED: GLAM´S OWN PERSONAL TIFFANY

„… kennen Sie die Tage, wenn Sie das rote Grausen gepackt hat?“
„Ist das das gleiche wie die blaue Melancholie?“
„Nein“, versetzte sie langsam. „Nein, die kriegen Sie, weil Sie dick werden, oder auch wohl, weil es zu lange regnet. Da ist man traurig, das ist alles. Aber das rote Grausen ist grässlich. Sie fürchten sich und schwitzen wie in der Hölle, aber Sie wissen nicht, wovor Sie sich fürchten. Außer dass etwas Schlimmes geschehen wird, nur wissen Sie gar nicht, was. Haben Sie das schon mal gehabt?“
„Ziemlich oft. Manchen nennen es einfach: Angst.“
„Na schön: Angst. Aber was tun Sie dagegen?“
„Tja, trinken hilft.“
„Das habe ich versucht. Auch mit Aspirin habe ich’s oft versucht. Rusty meint, ich solle Marihuana rauchen, und das habe ich eine Weile getan, aber da fange ich nur an zu kichern. Was mir, wie ich herausgefunden habe, am allerbesten tut, das ist: Eine Taxe nehmen und zu Tiffany fahren. Das macht mich umgehend ruhig. Die Stille dort und der prächtige Eindruck; nichts sonderlich Schlimmes kann einem dort passieren, nicht mit diesen liebenswürdigen Männern da in ihren feinen Anzügen und mit dem herrlichen Geruch nach Silber und Krokodillederbrieftaschen. Wenn ich im wirklichen Leben einen Ort finden könnte, der mir ein Gefühl wie Tiffany gibt, würde ich mir ein paar Möbel kaufen und dem Kater einen Namen geben.“

„Breakfast at Tiffany´s“, Truman Capote.

SLOWBURN DELUXE

Heute vor vier Jahren habe ich auf dieser Seite an eine Frau erinnert, die sich ihren Platz in der Geschichte Hollywoods sicherte, indem sie in einer Kloschüssel ertrank. Ihr zweiter großer Verdienst war ein Auftritt in dem Hilm „Hollywood Party“, und den entdeckte ich soeben ganz entzückt und möchte ihn mit Ihnen teilen:

RETURN TO ASHBY HOUSE

Der Samstag ist immer nur die Erschöpfung wegstecken, Stresssymptome beobachten, obwohl der Stress nun hauptsächlich im Kopf ist. Dabei die Wohnung in einem Zustand bringen, die einen entspannten Sonntag ermöglicht, wo alles etwas abklingt. Soll das Wetter morgen ruhig schlecht werden, ich werde im Bett bleiben und lesen. Gossip Girl 2 zu Ende schauen. Ich liebe die Storylines von Lily. Kelly Rutherford, altvertraute Melrose-Schickse.
Alphabetisch kommt auf dem Ipod schon kurz nach „Wuthering Heights“ „Yesterdays“ von Guns n Roses. Passt.
Ich sehne die erste Oktoberwoche herbei. Eine Woche allein auf dem Land. Mit zwei Frauen im Schnee auf dem Mac. Schöpferische Tätigkeit. Tage, an denen man kein Wort spricht und um so mehr zu Papier bringt. Ein Wiedersehen mit alten Bekannten, einer davon ist ein Werwolf. Oder doch ein Hound of Love? Und Steerpike. Auf Steerpike freu ich mich besonders. Last night I dreamt I went to Ashby House again…

A DIFFERENT KIND OF COCK

Gerade eine Geflügelboulette gegessen. Dabei an ein Huhn gedacht. Ob dieser quietschige Knorpel wohl ein Schnabel oder ein Hühnerfuß gewesen ist. Oder dieses schlabbrige eklige Ding, das die am Hals haben. Gerade eine Geflügelboulette gekotzt.