Michael von der Heide: Macht nichts
Archiv des Autors: glamourdick
HINTERFOTZIG…
…könnte ja „arschig“ bedeuten. Scheint mir aber doch eher der Begriff für das übliche Verhalten der hinterletzten Fotze zu sein. Jetzt wünschte ich mir, es wäre doch kein Zweier- sondern ein Gruppengespräch gewesen, dann wäre nicht nur meine Kinnlade gefallen.
Und ich hoffe, dies wird das letzte sein, was ich über die Alte zu protokollieren habe. Bye bye bitch. Fuck with someone else. I know you´ll love it. But not with Glam.
LA MARCHESA CASATI




„Wenn das Leben der Marchesa auch ebenso ausschweifend wie wertlos gewesen sein mag – man kann nichts mitnehmen aus dieser Welt, und solange sie in ihr lebte, funkelte sie wie eine wundersame Libelle. Das ist viel wert in einer Welt, die ansonsten so eintönig ist.“
Woodrow Wyatt, „Confessions of an Optimist“.
Aus „Die göttliche Marchesa: Leben und Legende der Marchesa Casati“ von Scot D. Ryerson und Michael Olando Yaccarino. Und ja, das Buch gibt es wirklich, auch wenn Titel und Autoren ein wenig klingen, als kämen sie in einem Roman von mir vor.
GLAM HEARTS DUSSMANN

JAGDSAISON IM STREICHELZOO
Vielleicht floppt Melrose Place ja auch, weil niemanden eine Bürointrige mehr interessiert, da der Alltag schon voll ist von sowas. Ich merke gerade, wie wenig ich noch Lust auf so etwas habe – Unterstellungen, Sachen in den Mund gelegt bekommen, „Ich hab Dir doch gesagt“ (was nicht der Fall war) – am Besten noch vor Zeugen. Das Wort im Mund herumgedreht bekommen, Kommunikation auf Kommunikationswegen, die nicht funktionieren. Ich hab das bislang bei Kollegen beobachtet und jetzt selbst erlebt, es war eine Frage der Zeit. Jemand, der mit der Axt im Streichelzoo unterwegs ist und bislang jeden seiner Mitarbeiter in diesem Projekt dermaßen unter Druck gesetzt hat, dass ein konzentriertes Arbeiten gar nicht mehr möglich war. Es ist ruckzuck in den roten Bereich gegangen, wo man das Problem mit nach Hause nimmt, wo es eine Wichtigkeit bekommt, die die Lebensqualität beeinträchtigt. Ich muss mir nichts mehr beweisen. Mach das noch ein paar Tage mit und, da sich nichts ändern wird, arbeite ich gern noch einen Nachfolger in diesem Arbeitsbereich ein und konzentrier mich wieder auf die angenehmen Kollegen, dann sinkt vielleicht auch die Mordlust wieder. Es kann nicht angehen, dass meine Arbeitsenergie dafür draufgeht, mich beherrschen zu müssen.
SERIAL-KILLERZ
Jetzt haben sie Amanda an Bord und wohl auch ein leises Gespür, was das für eine Figur ist. Und was machen sie? Nüscht. My hopes were high, dass der neue Melrose Place jetzt vielleicht doch ein bisschen durchstartet, aber er bleibt flügellahm.Wenn ich eine Figur wie Amanda habe, dann muss die in der ersten Episode ihres Erscheinens ein Erdbeben auslösen, das 70% der Cast in den Grundfesten erschüttert. Stattdessen pöbelt sie nur ein bisschen rum und man wünscht sich, sie würde die blöde Mieze Ella nicht nur aus der Woodward-Firma sondern auch aus ihrem Apartment kicken, bloß raus aus der Serie. Ich hätte Amanda gern mit Michael gesehen, in einem Flashback mit Syd, meine Güte, sogar ein Catfight mit der langweiligen Jane hätte ein bisschen Dampf gemacht. Aber offenbar sind die Schreiber von MP immer noch überzeugt, dass die banalen Storylines um ihre selbstkreierten seriensterotypen Teenies („get al life god damnit“ – möchte man ihnen minütlich zurufen) interessanter sind als die saftigen, überdimensionalen Original-Charaktere, denen die hochgradig bizarrsten Storylines nur so um die Ohren gehauen wurden. Oder sie können sich immer nur einen Oldie pro Folge leisten. Ich weiß es nicht. Die Produzenten erklären sich den Misserfolg mit der düsteren Stimmung der Show, es soll jetzt alles etwas heiterer, lockerer werden. NOCH banaler? Demnächst sehen Sie Ella beim Picknick, Riley beim Wäsche bügeln und whats-his-name beim Topfschlagen.
Anstatt aus Fehlern zu lernen und den miesen Quoten mit dem Rausschmiss der Schreiber entgegen zu wirken, die es offenbar immer noch nicht auf die Reihe bekommen haben, sich mal ein paar Folgen des Originals anzuschauen und vor Scham ob der eigenen Fähigkeiten in Weinkrämpfe auszubrechen, haben sie immer noch nichts begriffen. Nurse Benson, können Sie bitte den Lobotomie-Pickel reichen?
The verdict is in: „The CW needed Heather Locklear back, for the sake of ratings, but the creative team behind „Melrose Place“ didn’t have any real use for her. (…) Since Locklear can’t do subtle expressions, she should have been given broad actions. If she’s going to be Amanda Woodward, she might as well have flown into the episode on a broomstick, cackling and detonating tiny grenades along the way.“
Übrigens ebenfalls in Planung: ein Revival von „Charlies Angels“. Bitte, bitte. Nicht.
REMEMBERING BATES MOTEL
Die Polizistin war eine Super-Badminton-Partnerin, aber auf so ne Kindergartenmäßige Tour besitzergreifend, die wollte dass ich am Liebsten mit niemandem sonst zu tun habe, ging ich also auf Distanz. Die anderen beiden Verbündeten, Menschen, die mir emotional und intellektuell verwandt waren, fingen irgendwann eine Affäre an und da brauchte ich mich gar nicht distanzieren, das erledigte sich von selbst. Und später wollte ich dann auch keinen Kontakt mehr, als ihre Affäre sich erledigt hatte und wir alle wieder in unseren Leben angekommen waren. Die Polizistin war ein paar Wochen später wieder auf Antidepressiva und hörte sich betrunken an, als ich sie am Telefon hatte. (Who am I to judge – wir feierten meine Rückkehr mit einem Koksgelage.) Der weibliche Teil des Ex-Kurschattenpärchen heim in der Familie. Ihn treffe ich noch manchmal zufällig, wenn die Narcotics Anonymous-Gruppe paar Häuser weiter zum Rauchen auf die Straße geht.
Für Neuleser: Die ganze Geschichte hier. (Müssen Sie rückwärts lesen, beginnt mit dem letzten Tagebucheintrag.)
TUESDAYS ARE A BITCH bzw. DIE TOTE SPINNE
unter dem Kopfkissen zu finden ist doch um Längen besser als darauf. Dienstag, ich komme! (Apropos – ist vielleicht der Moment kurz nach dem Kommen (mit dem man ja seinen evolutionären Auftrag erledigt hat), wo man so gar nicht mehr sexuell fühlt, sondern Sex das Letzte ist, was einen interessiert, wo man sogar etwas auf Distanz geht, ist das vielleicht der Augenblick, wo man am Nächsten am Urzustand dran ist, hormonell undeterminiert? Kein feiner Gedanke.
GLAM, 2012 oder AM FENSTER FLIEGT EINE ELEFANTENKUH VORBEI (da kommt jede Hilfe zu spät)
Und natürlich denkt man zwischendrin mal – och nee, jetzt nicht auch das noch! – und natürlich funktioniert er deswegen und trotzdem, und man ist krawummfortionös durchgeschaukelt, es ist eine Filmfreude durch und durch und pur. Man muss das Genre halt mögen, which I absokrawummmäßig do, und dann hat man einen saftigen Kinonachmittag voller sinnlicher hochglamouröser Zerstörungswut. Wut, was sag ich – Koller! Emmerich geht für mich in die Hitchcock-Richtung: man weiß eigentlich, dass man es mögen wird, man braucht keine Kritik lesen. (Und ich könnte mir kein größeres Lob vorstellen, denn, wenn ich meine DVD-Regale entlanglaufe und zähle, dann ist Hitchcock der Regisseur, der von allen Regisseuren am Zahlreichsten vertreten ist.)
Hat sich der Vatikan eigentlich schon beschwert?
BACK IN BITCHNESS
Now we´re talking…
I love the look of fear in their eyes. Wenn alles klappt, feuert Amanda die ganzen Kinder und entwickelt im Kautschuklabor von Lindy-Toys eine magische Haarkur, die wirklich kaputte Spitzen kittet und Sydney und Kimberley von den Toten auferstehen lässt.