Archiv des Autors: glamourdick
NEW ARRIVALS

GLAM TREE HILL
Und wenn Sie mich heute sehen, sprechen Sie mich nicht auf meine verquollenen Augen an, nix Ernstes. Nur hatte Lucas einen schweren Autounfall, am Steuer saß sein Onkel, der wollte eigentlich seine Schwägerin, also Lucas´ Mutter vom Flughafen abholen, sechs Wochen Kochkurs in Italien, die hatte sie sich verdient, und der Onkel hatte paar Bierchen gezischt, weil nervös, weil verschossen in Lucas seine Mutti, jedenfalls KNALLTE dann ein Wagen rein, und Lucas – Blut überall, ohnmächtig, zufällig war sein echter Vater vor Ort – der, der den Sohn nie anerkannt hat, wächst über sich hinaus und bringt die beiden rechtzeitig in die Klinik. Kurz Herzstillstand, aber dann wird alles noch. Wird er je wieder Basketball spielen können? Oh my. Die arme Peyton. Was die mitmacht. Und dann noch jeden Tag die Locken so hinkriegen! Versuchen Sie das mal zu Hause!
TAKE A BOW
Jemand der nicht sollte weint am Telefon. Eine Stunde später, die gleiche Geschichte, diesmal im Radio.
„How ‚bout a round of applause (yeah)
standing ovation
ohhhh
yeah yeah yeah yeah mhh
You look so dumb right now
Standing outside my house
Trying to apologize
You’re so ugly when you cry
Please,
just cut it out
[Chorus]
Don’t tell me you’re sorry cause you’re not
Baby when I know you’re only sorry you got caught
But you put on quite a show
really had me going
but now it’s time to go
Curtain’s finally closing
That was quite a show
Very entertaining
But it’s over now (but it´s over now)
Go on and take a bow
Grab your clothes and get gone
You better hurry up
before the sprinklers come on
Talkin’ ‚bout, girl, I love you, you’re the one
This just looks like the re-run
Please, what else is on
[Chorus]
And don’t tell me you’re sorry cause you’re not
Baby when I know you’re only sorry you got caught
But you put on quite a show
really had me going
but now it’s time to go
Curtain’s finally closing
That was quite a show
Very entertaining
But it’s over now
Go on and take a bow
ohhhhhhh And the award for the best lies goes to you
For making me believe
that you could be
Faithful to me
Let’s hear your speech out
How bout a round of applause ( laugh)
standing ovation
[Chorus]
But you put on quite a show
really had me going
but now it’s time to go
Curtain’s finally closing
That was quite a show
Very entertaining, eyyyyeahhh
But it’s over now
Go on and take a bow
But it’s over now……“
HIGH HEELS
Und das, wo ich dachte, Sandra könnte mir nicht noch sympathischer werden.
BYE BYE SCHUERMI oder DAS SCHWEIGEN HAT EIN ENDE
Jetzt hat Eva Herman nur noch einen Telefonkumpel – das Freizeichen.
AND THE GLOOM GLOOMS ON
Es hört überhaupt nicht auf. Berlin im Winter trägt nicht dazu bei, an der Stimmung etwas zu ändern. Ich hoffe, dass die da draußen, auf deren Mails und Messages ich nicht antworte, es mir nicht übelnehmen. Aber die Erschöpfung hat die Dimension eines Schwarzen Lochs angenommen. Zu Sweat and Tears kam gestern dann noch Blood hinzu – poetische Gerechtigkeit. Wenn man nicht weiß, wohin mit dem Gefühls-turmoil, dann ist das gerade richtig, wenn man plötzlich aus Nase und Mund blutet. Der eingeweihte urbane Leser sitzt jetzt einer völlig falschen Fährte auf. „It´s not the side effects of the cocaine“. Aber es fühlt sich an wie der schlimmste aller Koks-Hangover. And it just doesn´t seem to stop.
GOLDJUNGE
GLOOM
Aufgewacht und festgestellt, rien ne va plus. Am Besten einfach liegenbleiben. Liegenbleibend so umgeschaut. Die Stapel mit Büchern. Die Stapel mit DVDs, die Stapel mit Zeitschriften. Dann mal so ein Blick an die Decke. Weiß kann man dazu auch nicht unbedingt mehr sagen. Gerade noch unzufrieden, ist man ruckzuck am Boden zerstört, und das als Luftzeichen, und noch nicht einen Fuß vors Bett gesetzt. Den Rest erledigt eine halbe Stunde später der Blick in den Spiegel. Es ist ja leider so, dass man nicht ungestraft weinen kann, sonst täte man das noch viel häufiger. Wenn man es aber dann auch noch einfordert, indem man sich mit einer Heulvorlage 8 Stunden einsperrt – selbst Schuld. Dann siehste halt aus wie zwei aufgeplatzte Kissen, verloren auf einer zu hohen Stirn. Und wenn Du keine emotionale Musik verkraften kannst, dann schau halt nicht „Glee“.
Und dann rufst Du im Büro an und faselst was von einsetzender Grippe, die Du endlich mal gründlich auskurieren müsstest, schämst Dich, dass jetzt ein Kollege für zwei arbeiten muss, legst auf, schaust ins Weiß und fragst Dich, was das jetzt für eine Erholung werden soll, in diesen Grauen Gärten auf denen Dein Name steht, und stellst die Uhr – wann fängt der Körper wieder an zu sprechen, wann setzen die Stress-Symptome ein?
Am Schlimmsten ist es im Arbeitszimmer. Da fällt es Dir am Wenigsten auf, weil der Blick meist auf die Egowand gerichtet ist, auf die Mac-Screen, manchmal in den Hinterhof schweifend. Aber da hinten links vorm Regal, vom Regal ganz zu schwegen, da pferchst Du nur immer Bücher in dritter Reihe ein, von den wenigen, denen Du diese Lagerhaltung nicht zumuten willst abgesehen, die liegen auf dem Nachttisch, auf dem Boden vor der Balkontür, damit Du ihre Cover sehen kannst, vor dem Regal also liegen Stapel von Zeitschriften, Briefen sowohhl geöffnet als auch nicht, was man so als Unterlagen versteht und was wohl noch alles? Drei Müllsäcke später weißt Du es. Die Vanity Fair Jahrgänge 2004 und 2005. Jetzt hats Du auch eine zeitliche Orientierung, wann in dieser Gegend zuletzt ein Staubsauger aktiv war, toll, bezeichnend, ist das doch irgendwie das Gehirn Deiner Wohnung, und die Regale – greif mal rein, ach schau, stimmt, ich hatte mal nen schwarzen Joop-Rucksack, und vorm Wegwerfen ziehst Du noch ein paar alte Quittungen raus und zwei Euro. In den alten Gucci-Schuhkarton sortierst Du die paar Dokumente, die aus Sentimentalität augehoben gehören. Postkarten von Cora. Fotos, die man Dir geschickt hat, die Du längst vergessen hast. Auf denen Du nicht verzehrt und verloren aussiehst sondern asketisch und dramatisch. Briefe, die Du gerade nicht die Kraft hast zu lesen. Bilder verloren gegangener Lieben. Irgendwo in der Welt ist es 18 Uhr und Du machst eine Flasche Wein auf. Vielleicht doch vorher frühstücken? Ach was, ist ja eh schon fast dunkel draußen.
Auf dem Fußboden sitzt Du zwischen Töpchen und Kröpfchen und überlegst, wie es wäre, wenn Du jetzt arbeiten gegangen wärst, anstelle hier in Grey Gardens die Erde umzugraben. Gelächelt hättest Du, gescherzt. Nicht so schlimm, hättest Du geantwortet, wenn man Dich auf Deine verheulten Augen angesprochen hätte. So wie Du auch freundlich und optimistisch Emails beantwortest, in denen Dir Absagen erteilt werden.
Willst Du es dann noch ein bisschen schlimmer machen, Du hast ja noch fünf Folgen „Glee“. Junge Menschen an den Crossroads ihres Lebens. Es ist nicht einmal die Musik, die Dich so emotionalisiert, bei „One Tree Hill“ musstest du auch ständig weinen. Es ist die Feststellung, damals so viel so falsch gemacht zu haben, mangels Vision, mangels Ideen, getrieben nur von dem Gefühl, die Kindheit hinter Dir zu lassen. Unwiderruflich. Und jetzt bist Du alt. Du schaust Dir Deine Handschrift von vor zwanzig Jahren an und schmeißt sie in die dritte Mülltüte.
Wenigstens ist das Arbeitszimmer aufgeräumt.
C´EST CHIC, LE FREAK or GLAM GOES GLEE
It´s everything I hoped for and then some. Acht Episoden am Stück sind mein privater Serienrekord. (SATC nicht mitgezählt, aber das waren ja auch Halbstünder.) Und ich freu mich auf die nächsten fünf. Thank you Lucky!