Archiv des Autors: glamourdick

SEXY BY PROXY

„Ich akzeptiere eigentlich nur Freundesanfragen von Leuten, die ich kenne: aber ich kann Dich gerade gar nicht einordnen.“
„Wir haben mal telefoniert.“

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„Ich fand Dein Blog schon immer so toll, aber ich melde mich erst jetzt.“

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„Glam, dieser Airen, das bist doch sicher Du, stimmt´s?“

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„Du Alphablogger!“

NOTES ON A ROADKILL

Es war eine bizarre Woche, in der ich mich schwerpunktmäßig mit einer Kröte zu beschäftigen hatte, die ansonsten spurlos an mir vorüber gehüpft wäre – no roadkill at all. Als ich am Montag von dem Plagiatsvorwurf hörte, begann für mich ein Schlitterkurs, der im Feuilleton der FAZ endete gipfelte. Nicht schlecht für mich. Ich konnte meinem verehrten Englischprof einen Ausdruck des Artikels schicken, weil er sich sicher über die Erwähnung von Wordsworth und Coleridge freuen würde.
Auch Airen profitiert, ganz materialistisch betrachtet. Aber die ganze miese Angelegenheit hat ihm und seiner Familie auch zugesetzt. Er hat keine Amphibienhaut, keine Medienerfahrung. Das, was die Kröte braucht wie die Kröte die Fliege, Aufmerksamkeit, ist etwas, das in Airen größtmögliche Panik auslöst. Soll ich sagen, dass er sich vermutlich etwas —- überfahren vorkam? Es war eine Erfahrung, den beiden Interviews beizuwohnen, die mehr waren als Informationsaustausch. Airen hatte das Glück, hier an zwei Journalisten zu geraten, die ihn als das erkannten was er ist: eine ganz rare Spezies in dieser Kultur – jemand, der keinerlei Interesse an Medienwirbeln und Selbstpromotion hat, das Gegenteil der Hegemann also. Sowohl Tobias Rüther von der FAZ als auch Thorsten Schmitz von der Süddeutschen waren respektvoll mit jemandem, der Respekt verdient.

Heute ist ein bisschen Schleudertrauma-Tag. Es war eine wilde Achterbahnfahrt der Gefühle – Entsetzen, Verachtung, Wut, Empörung und dann noch einmal die andere Seite im Spektrum. Besorgnis, Empathie, Wärme, Aufgehoben-sein. Dass Airen ein Freund ist, ist mir nicht neu, aber die Erfahrungen dieser Woche haben diese Freundschaft noch einmal auf ein anderes Level gebracht, in dem zerbrochene Gläser, blaue Flecken und die Tatsache, dass ich mich am Donnerstag abend beinahe elektrokutiert hätte, was garantiert an den lodernden Auren lag, keine Rolle spielen.

Die Antwort auf eine Interviewfrage, die leider nicht in Print endete, fasst diese Woche sehr treffend zusammen.
„Airen, sind Sie jetzt angesichts des Erfolgs Ihres Buches nicht Helene Hegemann auch ein bisschen dankbar?“
„Nein. Ich bin Deef Pirmasens dankbar.“
Ich auch.

AIREN

spricht.

(Und die Kröte Hegemann möge man bitte mitsamt Opa Witzig Harald Schmidt an Désirée Nick verfüttern. Und kann man ihr vorher einen Kamm reichen? Vogelnester im Haar sind MEIN Look, zertifizert. Fernsehen, Schätzchen. Nicht Kantine. Copy. Paste. Over.

My favourite copy-job by a 17 year old:

Because she´s wirklich subversiv, the wonderful Louise.

TOADKILL OVERKILL oder „Diese Kröte muss man schlucken“

und Nein. Es war ein Beitrag zum Schulreform-Volksentscheid in Hamburg.

Ob mir „das Mädchen“ nicht ein bisschen Leid tut? Eine charmante Kollegin von mir hat im Real Hausverbot, weil sie keinen Einkaufswagen verwendet hat, sondern ihr Einkaufsgut in eine mitgebrachte Tüte gepackt hat. Sie hat die Waren aus der mitgebrachten Tüte zum Bezahlen aufs Band gelegt, aber das Eintüten an sich war für Real schon ein no-go. Sowas ist ärgerlich.

Aber den Handel an sich, die Pflicht, für konsumierte Waren zu bezahlen, feuilletonistisch in Frage stellen zu lassen, das ist wirklich grottig. Hier wurde geistiges Eigentum eines anderen nicht nur konsumiert und verdaut sondern auch noch ausgekotzt und mit einem Preisschild versehen.

Teenager Hegemann hat jetzt ein paar harte Tage. Ich kann durchaus ihre Qual beim Zeitungsaufschlagen nachvollziehen. Und halte sie für gerechtfertigt. Glaube allerdings nicht, dass das Mädchen lernen wird. Mein Mitleid hält sich in eng abgesteckten Grenzen. Copy. Paste.

GEBRAUCHSHINWEIS

Meet me where my brain´s so sucked, I don´t know my languages anymore. Too scatterbrained to read, watch a film, go to sleep. No. No drugs involved here.
Eine Zigaretten-erlaubende-Bar-verlassen-habend-weil-Äuglein-vom-Rauch-tränten, im Auto erst einmal eine in Frischluft rauchen. Vielleicht liest das jetzt eine Brigitte-Leserin mit Papa, der irgendwo mal dozierte und veröffentlicht einen diesbezüglichen Chick-Lit-Sucht-Roman bei Ullstein oder Goldmann (gibt´s Goldmann noch oder ist das Random House, was ja eigentlich ein viel coolerer Name ist.) Baby Hegemann studiert derweil Heroin-Clips auf Youtube, wegen des Echt-Seins. So. Alta. Och, (und wirklich nur „Och“ mit nem Komma, nicht Och! oder OCH!) postneofolkpunkbeatnicke ich mich noch ne Runde durch die Neo-Hippie-Porno-Asia-doch-nichtwirklich-Hippie-Blogs, versuchen Sie mal „japanese swimmers“ bei gaytube, hat was. Bonne fucking nuit!

ROADKILL BRAIN oder CHARLOTTE ROCH, HELENE STINKT

DIE WELT: Hast Du mit Airen inzwischen persönlich gesprochen?

Hegemann: Ich bin gerade aufgestanden und hab‘ 100 Anrufe in Abwesenheit auf meinem Telefon, keine Ahnung, ob da einer von ihm dabei ist. Aber ich wäre sehr froh darüber.

(Und ich, als Blogger, verrate sogar die Quelle und share Sie mit Ihnen!)

Auf den Punkt gebracht. (Oder „Licence to cheat“.)

Belletristik: 29.

KLEINE VOTZE mit EXTRA GROSSEM V

Ich weiß ja, dass er gut ist, aber deshalb muss man ihn doch nicht gleich abschreiben…

Und an diese Stelle gehört eigentlich ein Youtube-Clip mit Blandine Ebingers Darbietung von Hollaenders „Wunderkind“.

„Mein Vater machte mir zum Wunderkinde
Fürn Rummelplatz und fürn Verjnüjungspark.
Ick arbeit ohne Apparat und Drahtjewinde
Bekleidet nur mit eine seidne Magenbinde
Mein Eintritt kostet zwee ne halbe Mark.“

Edit: Sehr erfreulich, Airens Strobo is climbing up the Amazon charts… Und man munkelt, dass Deef zwar schon äußerst gründlich recherchiert hat, aber die Anzahl geklauter Passagen noch deutlich höher ausfalle, als man bislang annahm.

Edit: And climbing and climbing!

Edit: Entering the Top 100. (Und ich habe gerade mein Date für heute Abend abgesagt und fahr wohl mal mit ner Flasche Schampus bei den Airens vorbei.)

Platz 40 in Belletristik.