13.
„Obviously doctor, you´ve never been a 13 year old girl.“
13.
„Obviously doctor, you´ve never been a 13 year old girl.“
„Los, knutscht noch, schnell!“ sagt sein Kumpel, während das Taxi vorfährt, und dann ist er auch schon weg, mit seinen schönen Boots, seinem pechschwarzen Haar, seinen Koffern ohne Rollen, ich hab ihm noch mein 2000er Buch in die Provianttüte gesteckt, sein Deutsch entpuppte sich als ziemlich fließend, was uns nicht davon abhielt, Englisch zu sprechen. Wenn er jetzt seine Rivella aus der Tasche zieht, dann kann er meine Klugscheißerei von vor über 10 Jahren lesen. Als alles noch anders war und sicher, und nicht, wie jetzt, umbrüchig, aufbruchmäßig. Dennoch: Brüchig.
Es wird wohl gestattet sein, ein wenig zu trauern, bevor morgen das Leben wieder mit anderen Themen schwappt. Ich hab schon um 4 ne Flasche Wein geöffnet, auch wegen gestern, weil der Hangover einfach anders nicht zu bekämpfen war. Seit ein paar Monaten spielt mein Leben wieder Filme. Einige sind Big, andere Low-Budget. Dies war ein Kurzfilm, der mir sehr ans Herz geht. Vom Schwanz ganz zu schweigen. I´ll miss my Faerie fuckbrother. Und verspüre eine Diane Keaton´sche Dankbarkeit. Ach, was sag ich. Kate Bush.
For maximum effect beide gleichzeitig abspielen. Schon wird ein Duett draus. (Und, um es mit Simone zu sagen, wenn det umdrehst – n Schuh!)
Natürlich würde ich ihn am Liebsten nicht wieder hergeben. Aber soll „etwas so Schönes nur einem gefallen? Die Sonne, die Sterne – gehör´n doch auch allen…“ Weiter mit Meret.
gewöhnt man sich daran, täglich mehrmals rumzknutschen und Arm in Arm einzuschlafen. Mal sehen, wie es sich mit der Abgewöhnung verhalten wird.
Als ich gestern abend meinen Briefkasten öffnete fand ich eine Postkarte von D., mit dem ich im Sommer einige wunderbare Tage und Nächte verbracht hatte (platonisch). Und hielt es für eine poetische Gerechtigkeit, ausgerechnet an dem Tag ein Lebenszeichen von ihm zu erhalten, an dem der andere (nicht platonisch), wieder abgereist ist. Und als ich dann die Wohungstür aufmache sehe ich als Erstes seine Schuhe. Und da sitzt er in der Küche hinter seinem Mac und fragt ob es okay ist, wenn er bis Sonntag bleibt. Und dann lächeln wir beide ne Runde.
„Normally we can´t see fairiefolk and trolls. They generate a cloaking aura called GLAMOUR.“
(Hellboy 2)
Und ich möchte als Erfahrungswert hinzufügen, dass ihre Kommunikationsform auf einer ganz reizenden Frequenz stattfindet, die man als Sex ohne Fortpflanzungswunsch bezeichnen kann. Stellen Sie sich die funkelnde Regenbogensupernova vor, die die Beteiligten umgibt. That´s Glam. Fairiefuckorama. Mmmmmmm. Mehr!
Wir trinken Tee, jeder sitzt hinter seinem MacBook und tippt, so wie Ehepaare früher beim Frühstück hinter Tagezeitungen saßen. Dann schlendern wir durch Mitte, gehen Kaffee trinken und Salat essen, genießen die Sonne auf dem Gendarmenmarkt. Zwischendurch kommt ein kleines Schuldgefühl auf, dass ich heute einen Tag blau mache. Aber es ist gerade zu schön, um sich die Stimmung davon vermiesen zu lassen. Im Auto geben wir uns zum Abschied einen Kuss auf die Wange, dann verrutschen wir, dann wird es ein Kuss auf den Mund, so zwangsläufig und selbstverständlich, zärtlich und wertschätzend, wie es bei Millionen anderer Menschen auch ist. Ich denke „das hab ich vermisst“, aber auch „so genieße ich es viel mehr“. Und wenn er morgen wieder weg ist, dann werde ich mich noch lange daran erinnern, wie es war, als im Jahr 2010, von einem Februartag auf den anderen, der Frühling Einzug gehalten hatte.
…und auch noch 30 Jahre nach seiner Erstauflage uneingeschränkt empfehlenswert.
