Archiv des Autors: glamourdick

ICH DENK AM KARFREITAG IMMER MEHR AN SYBILLE SCHMITZ

Zwischendurch macht alles immer wieder einfach gar keinen Sinn, es könnte aufhören und es und man wäre egal, Sandra Bullock tut Dir fast so Leid wie Du Dir selbst, (Oscar-Vanilla Gorilla) . Dann wieder fährst Du durch den Sonnenschein, die Straßen sind leer, denn Jesus ist tot, und aus dem Kopfhörer singt Dich Judy in Gestalt von Rufus an – forget your troubles, come on, get happy! und es zaubert Dir direkt ein Grinsen ins Gesicht, das noch eine Spur black Glitzergloss von gestern Nacht trägt, so wie es sich gehört, wenn man einen Edie Sedgwick-Pulli trägt. Nach drei Tagen Nahrungsverweigerung ist endlich der Zeitpunkt gekommen, Curry 36, einmal und mit Pommes rotweiß. Und der Gedanke an eine Pizza später am Abend, drei Tage frei ab 19 Uhr, dem Komponisten gefällt das neue Lied und er trägt es vielleicht jetzt schon in der South Glendon Avenue vor. Westwood Memorial. Das Gespräch mit der G. und die chinesische Lampe. Meine Stimme hört sich heute an wie Marlon K. im „Sommersturm“, aber das ist ja auch nicht verkehrt, sehr schwul halt. Und ich passe heute farblich so gut zu meinem Blog, schade, dass Sie´s nicht sehen können. Währenddessen googelt Bomec Madonna, weil ich einen Zettel auf dem Küchentisch hinterließ: Jesus is dead! Today!

„Geben Sie mir bitte das hässliche Feuerzeug mit dem Golden Retriever.“
„Das geht nicht.“

HAROLD, MAUDE, KIM, GLAM

Die wunderwunderbare Kim Morgan wird mich jetzt leider verachten, weil ich den Film unerträglich finde, trotzdem ist ihr Text über ihn das Schönste, was ich heute in den Blogs zu lesen bekam.

„So, fall in love. Fall in love hard and fall in love fast and fall in love with the wrong person. If they love you back, it’s always worth it. Down with the consternation of society!“

Sowas schreibt auch nur ein Junimädchen, das den Geburtstag mit Marilyn (und Glam) teilt.

UND DURCH

Wie over the edge mich die Wohnsituation hinterlassen hat merke ich erst, als das behinderte Kind das Büro verlässt und mir so Leid tut, dass ich heulen muss.

(Und daran, dass mir das erste Mal seit Jahren nach poetry writing ist.)

GOOD RIDDANCE IN THE MAKING

„Oh, und Glam?“, sie steht da in der Tür, mit einem herausfordernd-beleidigtem Blick im Gesicht, „Deine Gäste haben meinen Zucker verwendet! Den habe ich mir extra für den Auszug gekauft.“
Ich muss atmen. Ganz tief. Atmen.
„Nein. Astrid*. ICH habe MEINEM Gast DEINEN Zucker gegeben, da MEIN Zucker von DIR aufgebraucht und nicht wieder ersetzt worden war. Und entschuldige, wenn ich hyperventliere, aber wenn Du Dir vielleicht einmal die Mühe machen könntest und DREI STÜCK WÜRFELZUCKER dem gegenüber zu stellen, was Du hier aus meinem Warenbestand ungefragt konsumiert hast? Hast Du eigentlich EINmal Klopapier gekauft oder bist Du noch in dem Alter, wo Du nicht willst, dass die Kassiererin an Scheiße denkt, wenn sie Dir ins Gesicht schaut?), Waschmittel – übrgens hast Du die ganze Zeit nicht mit Waschmittel sondern mit Weichspüler gewaschen, dies nur am Rande,-„
„Ich kann die fremdsprachigen Etiketten nicht lesen!“
„Schon mal die Begriffe Internet und Wörterbuch in Zusammenhang gebracht?
„Ich-„
„Nein, ICH. Fassen wir zusammen. 10 Wochen. Eine Teekanne.“
„Die habe ich bezahlt!“
„Eine nicht mehr hergestellte Teekanne, unersetzbar.“
„Hast Du NIE einen Fehler gemacht?“
„Bitte?“
„Hast Du NIE einen Fehler gemacht?“
„Doch, und ich stand dafür gerade!“
„Ich-„
„Hier: Eine Teflonpfanne, zwei Kristallgläser, ein billiges Weinglas, eine wertlose aber ebenfalls unersetzbare Glasschüssel. (Von der zu erwartenden monströsen Strom- und Gasrechnung ganz zu schweigen) Da: DREI STÜCK ZUCKER.“
„Deine Nichte hat von meinem Kaffee getrunken!“
„Meine Nichte trinkt gar keinen Kaffee!“
„Du hast gesagt, die Lebensmittel seien Gemeinbesitz!“
„Dieses Wort existiert nicht einmal in meinem Sprachgebrauch und weshalb sollte ich DIR MEINE Lebensmittel freiwillig zur Verfügung stellen und DU DICH über drei Stück Würfelzucker echauffieren, – leg mir gefälligst keine Worte in den Mund!“ (Da bin ich, zugegeben, sehr empfindlich.)

Die nächsten zwanzig Minuten Schreierei erspare ich dem Leser (und dem Übersetzer, der kann sie an der Quelle beziehen.)
Der beste Gedanke an dem Abend war – nur noch ein Tag bis zum Auszug. Bis gerade eben und dem Zettel auf dem Küchentisch.

„Glam, sorry, dass ich meinen Plan ändern musste. Ich ziehe jetzt doch erst am Donnerstag um.“

Selten sehe ich mich veranlasst, jemandes Nachtruhe zu stören, selbst um 8.00 Uhr morgens.

„Astrid. Um 10.30 Uhr bist Du raus. Guten Morgen.“

Ich wünschte gerade, Herr Nack wäre an meiner Seite, so als Ausrufezeichen.

*Name, Sie wissen schon.

THÜRINGER-MAD – LET A GIRL DREAM… oder DIE WAHL VIEL MICH

„Deshalb gibt es seit dem 600. Geburtstag der Thüringer Rostbratwurst, der 2004 auf dem Erfurter Domplatz gefeiert wurde, eine Thüringer Bratwurst-Botschafterin. Die Wahl viel mich. Ich bin sehr stolz darauf, seit nunmehr drei Jahren für die vielleicht älteste Thüringer Berühmtheit unterwegs zu sein – bei Stadt- und Traditionsfesten, Messen und Ausstellungen im In- und Ausland.“

Inspired by Alternativen2.

(Ursprünglich entdeckt by Herr Strike!)

AUF DIE LAMPE GEGOSSEN

Und dann hab ich mich grad so richtig schön abgeschossen – müde, ohne schlafen zu können, wach genug, aber nicht wach genug für Konversation, da klingelt das Telefon und ich geh ran, und es ist eine der Bekannten, die man bundesweit am Vornamen erkennt, und trotzdem sagt sie „Hallo Glam, hier ist“ (Name geändert): „Gloria“ und fügt überflüssigerweise auch den Familiennamen hinzu: (Name geändert) „Swanson“. Sie fragt sich und mich, ob jetzt nicht der ideale Moment wäre, für mich die chinesischen Lampen abzuholen, die sie in der neuen Wohnung nicht einsetzen kann und deshalb mir zugedacht hat. Und ich schäme mich klitzekleines bisschen für meinen krokuskomatosen Zustand und lüge ein klitzeklein wenig – lange Nacht, nur 2 Stunden Schlaf – und denke – Schade dass ich nicht mehr Autofahren kann sollte. Mit der G. jetzt einen Wein trinken und Lampen kieken, das wär´s eigentlich gewesen. Aber noch ein Wein und ich würde einschlafen. Danach ruft Deutschlands ebenfalls nur mit einem Decknamen bekannter Jungautor und Blogger an, weil er sich alleine fühlt. Er wäre derjenige, der für meinen etwas breiten Zustand noch am meisten Verständnis aufbringen würde, entscheidet sich dann aber doch um, auch nicht verkehrt. Dann eine Message von dem jungen Mann mit meinem quasi Lieblingsnachnamen, der aus einem viktorianischen Roman stammt; er ist wohlbehalten in der Wahlheimat angekommen. Mit Nena live auf DVD werde ich wieder etwas wacher und schwalle die Facebooker mit schönen Einzeilern zu, als Rache für die Farmville-Updates, die meine Seite spammen. Vom „Gloomy Sunday“ hatte die G. gesprochen, Carmen MacRae meinend, ich mag aber die Faithfull-Fassung lieber. Und so richtig gloomy war´s eigentlich nicht. Aber ich bin ganz froh, dass jetzt Montag ist und ich dem System Tee und Rivella light zuführe, vielleicht schaffe ich es ja heute sogar, mal wieder etwas zu essen.