Archiv des Autors: glamourdick

FEEN LAUERN VOR CARACAS oder RIM vs TAN

Wache mit Ständer auf. Die Art Ständer, die nur sagen will „Geh pissen“, was ich dann auch tue, denke beim Pissen an die Steuer und den Tan-Block, was für ein blödes Wort, so TAAAAAN, pisssss, dann leise zurück ins Schlafzimmer, Bett, Halbschlaf, schon hell draußen, aber noch frühmorgenhell, das Bett ist warm, schon wieder Ständer, aber zu müde, um mich darum zu kümmern, schade, denn hinter geschlossenen Augen sehe ich den M. in einer ganz bezaubernden Verrenkung, wie ich ihn greife, an mich heranziehe, lecke, das ging gefühlte Stunden und es war kein Ende abzusehen, natürlich kam es irgendwann, wir kamen, aber dieser lange lange Moment des Eindringens, nachfühlen, das Spüren, meine Hände, die seine Unterseite Oberschenkel massieren und dann zum Arsch wandern, das Atmen, Zunge, Finger, sein fetter Schwanz (sorry, aber so ist es – unverschämt dicker Schwanz, aber nicht überdimensioniert lang, ein echter Charakterschwanz) mit einem Tropfen fast durchsichtigen Faerie-Spermas oben drauf, im Sein sein. Der Unterschied zwischen Sex und Liebe machen. Unforgettable.

Jetzt aber Steuer zahlen.

GREY SLUSH HUSH

Um 19h für ne Stunde hingelegt, um 2.00 aufgewacht, putz ohne munter, Nudelreste gegessen, gute Idee mit der karamelisierten Pastinake, Grey Gardens geschaut und dann Sehnsucht nach Jessica in schön, „Hush“, spanischer Chardonnay, und so die Nacht rumgekriegt und gerade noch so im Dunkeln schlafen gegangen, aber die Vögel hatten schon ihr monströses Geschrei begonnen. Kein Mann im Flur kollabiert, keine Pulskontrolle, keine nächtlichen Anrufe. Fast ein bisschen langweilig.

MANCHMAL KLAPPT´S

„Und bei ihm lese ich: „Warum lernen wir uns jetzt erst kennen?, frage ich mich. Eigentlich wars doch schon vorher klar, dass wir uns so gut verstehen.“ Und ich denke natürlich, Recht hat er, ich dachte ja das gleiche, aber „Wir haben vielleicht keine lange Vergangenheit, aber das wird durch die Zukunft kompensiert.““

Das stand hier heute vor zwei Jahren. Dass die Prognose sich bewahrheitet hat, freut mich. Während ich schreibe schlummert der Bomec im Gästezimmer und wird am Nachmittag wieder auf Wohnungssuche gehen. Eine andere Wohnungssuchende fand sich gestern auf meinem Balkon ein. Aus den üblichen 30 Minuten „Ich bin so… und mache so…“ wurde drei Stunden intensiven Gesprächs über Gott und die Welt. Die zukünftige Mitbewohnerin weiß viel, auch von Teflon und Metall, studiert Dokumentarfilm und hat auch sonst eine seelische Verwandtschaft mit der Spreepiratin, ist also der Haupttreffer in der Lotterie-Ausspielung „Menschen, mit denen man gern die Wohnung teilt“. Drei Stunden vorher noch Fremde verabschiedeten wir uns mit einer Umarmung und ich freue mich auf den Tag, an dem sie einziehen wird.

NEUKOELLN, NEUKOELLN

„Das Gebäude ist mit einer schönen Außenanlage ausgestattet,
Teppich im Hausflur, neue Briefkästen und einer Gegensprechanlage mit Balkon. (…)

Die Gegend besticht durch dicht besiedelte Altbauten. Die Verkehrsanbindung wird abgedeckt durch den U-Bahnhof. (…) Die Einkaufsmöglichkeiten befinden sich in der Karl-Marx-Strasse
und am Hermannplatz, wo sich ein reichhaltiges Angebot tummelt. (…) Aber auch in der näheren Umgebung der sich
befindliche Britzer Garten, dient den Neuköllnern als Entspannung
und zum Abschalten.“

SUZANNE COLLINS: THE HUNGER GAMES oder BELLA, FUCK OFF

Das Land Panem liegt auf dem nordamerikanischen Kontinent, da wo sich jetzt noch die USA und Kanada befinden. Es besteht aus 13 Distrikten und einer Hauptstadt, dem Capitol. Von den 13 Distrikten sind nur noch zwölf besiedelt, da Distrikt 13 nach einer Revolte, ca 75 Jahre bevor die Handlung einsetzt, dem Erdboden gleichgemacht wurde. Alljährlich werden seitdem, als Warnung vor den Folgen einer Revolte, in der Hauptstadt die „Hunger Games“ inszeniert – eine Reality-TV-Olympiade, zu der jeder Distrikt zwei Jugendliche ins Rennen schickt. Ziel des Spiels: alle anderen Mitstreiter zu töten, denn nur dem Gewinner winkt ein Leben im Luxus.
Die (zugegeben unglücklich benannte) Katniss, die im ärmsten der Bezirke lebt, tritt als Freiwillig vor, als ihre kleine Schwester berufen wird.

Mehr muss man von der Handlung nicht wissen. Nur, dass der Autorin Suzanne Collins eine mächtige, finstere Dystopie gelungen ist, die in schlankem schmucklosem Präsenz dem Weg der Protagonistin durch die (Spiel-)Hölle folgt. Nach Teil eins der Trilogie zweifelte ich daran, dass eine Fortsetzung dem Opener gerecht werden könnte. Nach 30 Seiten merkte ich, dass Teil 2 dem ersten noch weit überlegen ist. Dass diese Pageturner als Jugendliteratur promotet werden, sollte niemanden davon abhalten, sie zu lesen. Teil 3 erscheint im August diesen Jahres und es wird mir schwer fallen, die Zeit bis dahin zu überbrücken. Kaufen!