Archiv des Autors: glamourdick

WHY GLAM LOVES GLEE MORE AND MORE

brit-alien

Look at Brittany´s* GaGa-outfit (far right – the alien has landed.) Darauf ist nicht mal die Lady gekommen!**

*Ich freue mich sehr über Brittany´s Präsenz in der zweiten Hälfte der ersten Staffel. Die besten one-liner ever. The coolest dumb Blonde in TV right now. I say that with maximum respect.

„You are such a misogynist!“
„I once saw a massagoniste when I sprained my ankle.“
Oder so ähnlich.

**Oder vielleicht doch. Who cares?

EAT LOVE GÄHN oder DIE ÜBERBRIGITTE

Nach der Lektüre von „Eleanor Rigby“ kann man eigentlich nichts anderes lesen als noch einmal „Eleanor Rigby“ oder mit dem Lesen ganz aufhören, a hard act to follow, aber dann war „Eat Pray Love“ in der Post und ich dachte, das könnte vielleicht klappen. Aber nein, denn der erste Satz stimmt einfach. Das schönste Buch aller Zeiten, da kann keine übersaturierte, unterfickte, koptzepfiffige Miss Gilbert mithalten. Teils schöne einzelne Passagen, die die Begegnung mit Fremden beschreiben, die zu Freunden werden, können das belanglose Geschwafel über eine überentschlossene Sinnsuche nicht retten. Selten bin ich von einem Buch so zugetextet worden. Selten habe ich soviel von jemandem erfahren, vom dem ich eigentlich, so merke ich während der Lektüre, gar nichts wissen will (das ist vermutlich die Rache für 5 Jahre bloggen, ohne Rücksicht auf Verluste.)

Als Film mit Julia Roberts in der Hauptrolle könnte das ganze allerdings schon wieder interessant werden. Wenn man Julia erlaubt, das mit den Augen und dem Lachen zu spielen und man nicht per voice-over zugeschwafelt wird. Und Regie Ryan Murphy – I´m definetely neugierig. Aber das war ich auf das Buch auch.

GRANNY-BARBIE AND THE DESERT

Warner Brothers hat neun Teaser für „Sex and the City 2“ veröffentlicht. Man führe sich beim Betrachten vor Augen, dass eine TV-Folge 28 Minuten dauerte. 28 Minuten, in denen es sprudelte, kochte, zwitscherte, glimmerte, 28 Minuten Lachen, Weinen, emotionale Beschwingung pur. Und sogar sexy! Sehen Sie jetzt 9 Szenen, 8 Minuten, in denen vier bunt gekleidete, dem Alter verzweifelt entgegenkämpfende Ex-Ikonen Schaufensterpuppen eine Verkaufs-Show liefern, für die sie bei HBO und selbst beim RTL-Shopping-Kanal einen Rausschmiss kassiert hätten und keine Millionengage. Here. Now. Das filmische Äquivalent zum Konzert-Comeback von Whitney Houston: The End of a Myth: The Insurmountably Tedious Boredom that is SATC 2:

9 Movie Clips from SEX AND THE CITY 2 from ColliderVideos on Vimeo.

Um diesen todbringenden Natreen-Cocktail zu verkraften, möchte man mal kurz im Hals kotzen.

THE APOCALYPSE ACCORDING TO GLAM

Wie das mit der Apokalypse aussah, daran kann ich mich noch weitestgehend erinnern, die Sache mit der Hölle anschließend aber – keine Ahnung mehr. Dabei hatte ich mich mehrfach gezwungen, die Erinnerung festzuhalten, dreimal, und hätte schwören können, dass ich das Bild fest eingebrannt hatte in meiner Erinnerung, aber – nichts. Weg. Aber warte mal – da war noch was. Genau. Außer, dass die Hölle was von einem Schneckenhaus hatte, wobei der Sinn dieser Metapher sich mir jetzt nicht mehr erschließt.
Die Apokalypse jedenfalls kam nicht in Gestalt einer Naturkatastrophe, wie man erwartet oder der Mensch es sich bei dem jahrhundertelangen Raubbau an der Erde verdient hätte (und ehrlich gesagt hat sich der Rest der Schöpfung auch nicht gerade dagegen gestemmt), die Apokalypse kam in Gestalt einer Invasion von Außerirdischen. Diese hatten der Erde ein Forschungskommando geschickt, das unbeobachtet, in Gestalt von Sporen, die geschickt die Form einer Blattlausbrut imitierten, Zitronenbäume und Oleanderpflanzen auf der ganzen Welt besiedelt hatte. So geschickt nachgebildet, und Ameisen-süchtig-machenden Honigtau ausscheidend, dass Ameisen weltweit die Sporen genau so liebevoll pflegten, wie die echte Blattlausbrut. Durch die Junkie-Ameisen perfekt beschützt lieferten die Sporen auf einem nicht mehr nachvollziehbaren Weg (die Forscher, die das klären könnten gibt es nicht mehr) Informationen über das Leben auf der Erde an die Antennen der kosmischen Nachbarn. Ich denke, das lief so schon seit Jahrzehnten. Arrogant könnten wir annehmen, dass die Sporen über den Umweg der Ameisen mit kritischen Augen (oder sonstigen Sinneswahrnehmungsorganen) schauten, was der Mensch so mit seinem Planeten trieb, ich denke aber, dass sie zunächst spannende Berichte über die Symbiose von Ameisen und Blattläusen ins All funkten. Dann das weitere Feld betrachteten – die Gartenpflanze und ihre Symbiose mit dem Menschen. Der Mensch gegen die Ameise. Am Ende sind es die Ameisen, die das Schicksal der Welt besiegelten, denn, wenn die Ameisen so freundlich waren, die blattlausbrutartigen Sporen mit ihren Antennen zu kitzeln, der Mensch aber mit Gift gegen die Ameisen vorging, dann war klar, wer der Feind war.

Ameisen. Bei allem Respekt. Ich habe sie nie ausstehen können.

Als es soweit war befand ich mich in einem gut besuchten Ausflugslokal im Harz. Es war ein warmer Frühlingstag, die Bäume waren satt grün, es duftete nach Waldboden, schwer, erdig und ein bisschen wild und nach Erleichterung – ein harter, langer Winter hatte sich endgültig verabschiedet. Auf der Terrasse hinter dem Gasthof waren Tische und Stühle aufgestellt worden, die Sonne schien durch die Baumwipfel auf weiße Tischdecken und unbequeme Klappstühle. Von Säuglingen über Kleinkinder, quengelnde Teenager, junge Paare, Rentner bis zu Greisen war jede Altersschicht in diesem Garten vertreten. Man trank Kännchenkaffee, Frühschoppenbier und Sekt auf Eis.

Der Schrei eines Säuglings war der Vorbote dessen, was passieren würde und dann brach das Chaos auch schon los. Ich befand mich zu diesem Zeitpunkt im Innern des Gebäudes, ich weiß nicht mehr warum, vermutlich hatte ich Zigaretten gekauft oder war auf dem Klo gewesen. Ich schaute durch ein Fenster nach draußen auf die Idylle, als ein Schlag, begleitet von einem wuchtigen Brummen durch die Szenerie ging, als habe ein Titan oder Gigant in einiger Entfernung kräftig mit dem Fuß gestampft – Gläser stürzten um und rollten von den Tischen. Auf Stühlen geparkte Handtaschen rutschten zu Boden und gaben klirrend, klimpernd ihren Inhalt auf dem gefliesten Terrassenboden preis. Ein weiterer stampfender Schlag brachte Lippenstifte, Schlüsselbunde und Pillenschachteln auf dem Boden zum Tanzen. Die Gäste schauten sich bestürzt an, dann um, um den Ursprung der Erschütterung auszumachen. Vergeblich. Als der dritte Schlag niederging, erhoben sich die Menschen, die es konnten, von ihren Stühlen und standen leicht gebückt, mit gespreizten Armen, um die Balance nicht zu verlieren, Kinder begannen, zu weinen und sich an ihren Eltern festzuklammern. Doch auf die war kein Verlass, sie gerieten ins Wanken, fielen, rissen die Kinder mit, schlugen hart auf dem Boden auf. Zu dem beunruhigenden sonoren Brummen kamen nun einsilbige Äußerungen der Verwunderung und Bestürzung hinzu. Ohhs, Ahhs, ja, und auch Uhhs.

Ich hielt mich an einem Treppengeländer fest, das bei jedem Schlag gefährlich knirschte, als würde das Holz ausgewrungen. Das Vibrieren ging mir durch den ganzen Körper, so dass das Bild, das sich mir präsentierte, zeitweise zitterte und flirrte. Beim nächsten Schlag war mir klar, dass das, was da dieses Erdbeben veranstaltete, sich unserem Standort näherte. Auch die Gäste, die das Geschehen draußen erlebten, begriffen und ihr Instinkt trieb sie in das Gebäude. Ich sehe noch die Menschen an mir vorbeidrängen, mit Gesichtsausdrücken, in denen sich Furcht, Entsetzen und Erkenntnis spiegelten. Zu keinem vernünftigen Gedanken fähig, da es keine Möglichkeit gegeben hatte, sich auf die Apokalypse vorzubereiten, Du musst mitten drin sein, um sie zu begreifen, verbarrikadierte ich mich in einer kleinen Kammer, weil irgend etwas in mir sich Sicherheit von der Dunkelheit versprach. Und dann brach die Apokalypse aus und schon war alles vorbei. Keine Zeit für Schmerzen oder letzte Gebete. Darauf folgte dann die Hölle, aber, wie gesagt, ich kann mich nicht mehr an sie erinnern, nur dass sie irgendwas mit einer Schnecke zu tun hatte.

FUCK IN THE AFTERNOON

Italians DO do it better. (Ein paar sürdamerikanische Länder nicht mitgerechnet. Aber für einen Europäer – WOW.)

Eigentlich waren wir ja für morgen verabredet gewesen, zum Kennenlernen. Aber dann sahen meine Haare heute so gut aus‘ wie ich das morgen nie hinkriegen könnte und so schrieb ich ihm, ob ein sleazy fuck vorm Kennenlernen nicht vielleicht auch fein wäre. War’s!

(Und eigentlich säße ich jetz in den Sophiensälen, aber ab Mitte 30 muss man genau abwägen – Sex oder Kultur, und Kultur wird’s sogar noch geben wenn es mich nicht mehr.)

RYAN MURPHY´S LAW oder UND SIE HABEN WIRKLICH GEDACHT, GLEE SEI EINE HARMLOSE KLEINE SHOW ÜBER SINGENDE SCHÜLER?

Dass die schwulste Show im amerikanischen Fernsehen gleichzeitig die erfolgreichste ist war mir schon viele Einträge und Youtube-Clips wert. Dass wir dennoch in einer weitestgehend homophoben Kultur leben und mitunter die Schwestern selbst am homophobsten agieren brach vor einigen Tagen auf, als Newsweek einen Artikel veröffentlichte, in dem der Autor, Ramin Setoodeh, sich über das Unvermögen schwuler Schauspieler in Heterorollen auslässt und als Beispiel Jonathan Groff aus „Glee“ anführt (von dem ich nie gedacht hätte, dass er schwul ist). Vorgestern äußerte sich Kristin Chenoweth und kritisierte Newsweek, gestern veröffentlichte Serien-Genie Ryan Murphy (Nip/Tuck, Glee und Regsisseur von „Eat, Pray, Love“) einen offenen Brief, der mir sehr sehr gut gefällt. Unter anderem ruft er zum Boycott von Newsweek auf, bis sich das Magazin entschuldigt.

„I extend an open invitation to Mr. Setoodeh to come to the writers room of our show, and perhaps pay a set visit. Hopefully then he can see how we take care to do a show about inclusiveness…a show that encourages all viewers no matter what their sexual orientation to go after their hopes and dreams and not be pigeonholed by dated and harmful rhetoric…rhetoric he sadly spews and believes in. Hopefully, some of the love we attempt to spread will rub off on Mr. Setoodeh — a gay man deeply in need of some education — and he not only apologizes to those he has deeply offended but pauses before he picks up his poison pen again to work through the issues of his own self loathing. Give me a call, Ramin…I’d love to hear from you. I’ll even give you a free copy of our Madonna CD, on which we cover “Open Your Heart,” a song you should play in your house and car on repeat.

Ryan“

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LUFTZEICHEN

Es ist so eine Zwischenzeit, in der es sich schwebt, während Entscheidungen getroffen werden oder auch nicht, man weiß es nicht, man kann es auch nicht beeinflussen, also bleibt es einem, nichts zu tun, als zu schweben. Nicht das Schlechteste, wenn man im Schweben sich aufs Fliegen freut und auch vor dem Boden keine Angst hat, nicht, dass es einen da wieder hinzieht.