Archiv des Autors: glamourdick

GUNST KOMMT VON GÖNNEN

Ich muss mich diesbezüglich korrigieren. Sie hustete nicht einfach feucht – Hilde kotzte. In vielen Passagen, in denen sie sich über die Deutschen und die Kritiker verausgabt, geht es nicht um Romy, sondern um die immer wieder von-Deutschen-missverstandene Filmkünstlerin Hildegard Knef – die herausragende internationale alleskönnende Granate. Am Schönsten folgender Vorschlag: „Im Grunde sollen Künstler – wenn überhaupt – ausschließlich von Künstlern bewertet werden.“ Ja klar. Am Besten die Kinos und Theater alle dicht machen, damit nicht der Plebs auf den Gedanken kommt, sich eine Meinung zu leisten, geschweige denn, diese kund zu tun.

Schade, dass oft nur Hass, Vorwurf und Missgunst übrig bleiben, wenn jemand seine eigene Karriere um Jahre überlebt.

Ein schöner Satz jedoch: „Es gibt keine Intensivstation für Liebeskummer.“

TANTE GISELA

Vermutlich, weil meine Mutter sich nicht vorwerfen lassen wollte, die Schwiegereltern (zu denen sie kein gutes Verhältnis hatte) als Babysitter zu missbrauchen, bekamen meine Schwester und ich eine Babysitterin. Ulrike, die damals noch zur Schule ging. An Ulrike als Babysitterin kann ich mich nicht erinnern, denn irgendwann übernahm den Job ihre Mutter, die Tante Gisela. Babysitterin ist eigentlich nicht die richtige Bezeichnung, aber damals gab es wohl den Begriff der Tagesmutter noch nicht. Wir wurden ein paar Mal die Woche bei (Nenn-)Tante Gisela abgeliefert, dort entertaint, spielten im Garten, fütterten Gänse, bekamen hausgemachte Pommes Frites.

Wie sehr wir Familienmitglieder wurden begriff ich erst vor 10 Jahren, als ein Bekannter meiner Eltern bei Tante Gisela zu Besuch war, und dort an der Wand hingen immer noch Kinderfotos von meiner Schwester und mir. Der Kontakt zu ihr war längst abgerissen, wie fast alle Kontakte, die mit dem Dorf zu tun hatten. Dumm, denn viele der schönsten Erinnerungen an die Kindheit verbinde ich mit ihr.

Am Freitag ist die Beerdigung und ich schäme mich zu sehr, hinzugehen. In den letzten Jahren war sie erblindet, erfahre ich jetzt, aber, wie ich sie einschätze hingen die Fotos von Glam mit sechs und der Schwester mit neun noch immer an der Wand im Wohnzimmer.

Liebe Tante Gisela. Es tut mir Leid. Mach´s gut! Ich hab Dich lieb.

WAS HILDE NICHT WUSSTE

Auf Marlene Dietrichs Ausgabe des Buches, „Romy – Betrachtungen eines Lebensweges“, das Hildegard Knef 1982 ausgehustet hatte, (zusammen mit einem Häufchen verteerten Bronchialschleims, stell ich mir vor) – Romys Leiche war damals noch lauwarm, steht in Filzstift geschrieben: „I hope she doesn´t write about me. She didn´t know her.“

Dafür allein hat sich der Gang in die Romy-Ausstellung im Filmmuseum gelohnt. Übrigens verlängert bis zum August.

Ich fordere ein Marlene-Museum.

THANK YOU – et puis, du caramel.

Glam dankt Herrn R. für einen fantastischen neuen Duschkopf. Duschkopf. Warum heißt noch keine Band so? The Fantastic Shower Heads. (Trip Hop)

Überhaupt – (was ja eigentlich auch ein Duschkopfwort ist), – überhaupt ist dies eine Woche der Dankbarkeit. Wenn ich nicht vor 5 Jahren mit dem Bloggen begonnen hätte, wenn ich den Quatsch dann nicht so lange durchgezogen hätte, dann wäre ich ohne die Agentin. Die Agentin nun hat es möglich gemacht, dass mein liebstes, schmuckstes, mein unbiografischstes most tender hearted Projekt realisiert wird. Wo ganz viele Stränge meiner Existenz zusammenfinden und zu einer feinen Schleife gebunden werden. Dasselbe gilt für den Plan B. Ich wäre allein nicht drauf gekommen, die B. aber. People who need people. United kann das wunderbar klappen. Was für eine phänomenale Elipse das ist – wie Lebenslinien sich begegnet sind und sich die Linien Lebenden dann begegnen, es ist so schön, noch staunen zu können. I´m in awe.

Die Danksagung ist eines. Vorgestern kam mir die Widmung. Und die ist so schön, dass ich Freudentränen weinen könnte.

22052010111

the new OPTIMISM

„If Photoshop can turn Madonna into 30 year old Madonna, why shouldn´t it be possible to turn you, Glam, into Greta Garbo´s stand in?“ he asks with much sincerity. And I? I believe him! It´s the new optimism! Repeat: The new OPTIMISM. You should get some of that, too. It´s a little insane, but delicious.

IT´S COMING FOR ME THROUGH THE SLEEP! (Help me Darling, help me please!)

Auf die massiv gute Nachricht von gestern noch immer keine emotionale Reaktion, so wenig war ich darauf vorbereitet, so sehr hatte ich mich gewappnet, das Gegenteil zu hören. Vielleicht familiär-bedingt: meine Familie hat auch nicht besonders emotional reagiert, als ich ihr mitteilte, dass ich von nun an den Namen meines Vaters, mit meinem kombiniert, als Quasi-Pseudonym verwenden würde. Dann aber, im Schlaf, bzw Schlafwandel: gestern abend im richtigen Bett eingeschlafen, heute morgen im falschen Bett aufgewacht. Froh, dass die Mitbewohnerin, von der ich so wenig schreibe, weil alles wunderbar läuft, gerade nicht in der Stadt ist.

Beim Schreiben der Überschrift (immer nach Verfassen des Beitrags), setzt dann plötzlich etwas ein.