Archiv des Autors: glamourdick

BESTE GESICHTSHAARENTSCHEIDUNG, EVAH

Braun gebrannt, muskulös, knapp bekleidet, tropfnass verschwitzt, funkelnd blaue Augen, schlohweiße Zähne. Typischer Fahrradkurier halt. (Ja, SOLCHE Waden. SONN Kreuz.)
„Ey Mann – Du hast ja nen krass coolen Schnauzer! Ich will ja auch. Aber meine Freundin findet das Scheiße. Die denkt da immer an Polizisten. Aber ich seh diese coolen Mitte-Amerikaner und auch in der Schwulenszene. Sieht voll geil aus.“
„Ja, ne? Porno.“

A SINGLE MAN

Meine kleine glämme Seele ist dankbar, so so dankbar und raucht eine fliederfarbene Sobranie, nackt auf einem hochflorigen Teppich in einem eckigen, beschatteten Haus. Dankbar, dass Tom Ford „A Single Man“ verfilmt hat, und nicht Francois Ozon. Warum hätte Francois Ozon sollen? Weil er mitunter gern kleine Geschichten auf große Zeit(verschwendung) dehnt.
„Tom Ford?“
„Das ist der Typ, der Gucci aus dem Nichts gezerrt und wieder nach vorn gebracht hat!!“
„Ach. Der Modemacher.“
„MODEmacher??? Das ist kein MODEMACHER, das ist ein VISIONÄR!“

Und so ist jede Einstellung in „A Single Man“ ein Bild, eine Komposition. Eine Huldigung an den Film an sich. Als ob Kubrick und Sirk sich genau abgesprochen hätten, bei einem Tanqeray auf Eis. Es ist aber nicht die Bildgewalt, die pure Ästhetik, die Schönheit des Gezeigten, die berührt, sondern vor allem das Buch und die Regie. Die feinen Abgrenzungen, die Zäune, hinter denen Colin Firth agiert, kontrolliert, ganz gezügelt zulässt, existiert. Die Szene mit dem Hund im Auto. Julianne Moore. Nicholas Hoult. Und jede noch so kleine Nebenfigur ganz exakt gezeichnet. Erinnern Sie sich an den Namen der Putzfrau in einem Film? Hier hieß sie Alma*. Ich hatte Angst vor diesem Film. Dass er dem Trailer nicht gerecht wird. Dass er zu dramatisch ist. Dass er möglicherweise hohl ist. Nicht gerechtfertigt. Die Ästhetik dient nicht der Abgrenzung, sondern ist als das zu begreifen, was Schönheit eigentlich ist – eine Ode an das Leben. „A Single Man“ ist bildschön. Zart. Bitter. Ein FILM. Tom Ford. Visionär.

Ich konnte danach nicht einschlafen. Need I say more?

Out on DVD in the UK.

* All right all right. Alva. AlVa.

GAYLORD KRUEGER

Kollege Caliban berichtete kürzlich über den schwulen Subtext in „Nightmare on Elm Street 2“ und da wurde ich natürlich neugierig und bestellte mir gleich die 7DVD-Edition. Teil 1 ist unglaublich schlecht gealtert. Ich kann mich erinnern, vor ca 15 Jahren erfreut gekrischen zu haben, vorgestern aber schlief ich ein (und wachte völlig intakt wieder auf.)
Gestern dann, nach einem angeschickerten Tag auf dem See und einem üppigen mexikanischen Mahl, beides mit Herrn Strike, Teil 2 angeschaut. Ich bin aus dem Lachen nicht rausgekommen. Von einem Subtext kann man nicht sprechen. Freddy 2 ist so schwul wie das gestrige Bloggerboot auf dem Schlachtensee, wenn nicht gar schwuler. Mein persönliches Highlight ist die Tanznummer mit dem Disco Stick. Der Moment wo die Tür aufgeht und die Mutti ins Zimmer kommt, da ist es für einen kleinen Augenblick zu sehen, der give-away, spätestens zu dem Zeitpunkt, an dem er ein historisches Kate Bush-Plakat (1978, aus der Lionheart-Session) an seine Jugendzimmertür hängte, hätten die Eltern bescheid wissen müssen. Der folgende Clip ist schlampig kompiliert, dumm untertitelt und essentielle Szenen werden ignoriert – mir fehlt die Rauferei der zwei Disco-Jungs in der tatsächlich Arsch und Jockstrap freigelegt werden. Der Ausflug in die New Wave Schwulenbar!! Ach, es war ein Fest. „Nightmare on Elm Street 2“ bekommt hiermit einen Ehrenplatz in der Rubrik „Movies from HELL!!!“. Fußballmüde, schart Euch um mich – ich muss den diese Woche noch mindestens 8 Mal sehen!

GLAM´Z IN DA HOOD und falls es noch niemand mitbekommen hat: THE DOG DAYS ARE OVER

And just when I thought, dass der Transgeniale Christopher Street Day in meiner hassgeliebten Oranienstraße (seit einiger Zeit 30er Zone) vermutlich nicht ohne die ganzen Pride-Touristen auskommen würde – es war knackiger und voller, bunter und lustiger als in den vergangenen Jahren, wo alle schon hackedicht waren, wenn man am Nachmittag mal flanieren ging, und nicht mal mehr die Augenlider geschweige-denn-den-Disco-Stick hochbekommen hätten. Goes to show, dass die letztwöchige große Kommerzveranstaltung Berlin Pride-Day, die insofern ihre Berechtigung hat, als dass Friseure aus Neubrandenburg auch mal in Stilettos losstiefeln können, ohne auf die Fresse zu bekommen, völlig losgelöst stattfindet von unserem Faerie-Anarcho-Krawallschachtel-Stolz. Bin ich. Mächtig. IKAKDM.

P.S.: Lucky, nicht erschrecken. Alle Karten und der Autoschlüssel – chez
moi.

Off topic.
Fuck you Florence, komm endlich nach Berlin. Es ist SOMMER!

Hier nochmal in nüchtern und mit einem atemberaubenden Diana-Blick ganz zum Schluss. Heart you, Florence!