Archiv des Autors: glamourdick
JACK
http://hotelmama.twoday.net/stories/6437392/
Ich wollte es nicht im vorherigen Beitrag unterbringen, denn es ist ein Vorfall, der losgelöst von allen anderen gestrigen Ereignissen steht. Es hat mich sehr erwischt, zu erfahren, dass Jack tot ist. Jack ist der Hund einer Freundin, der einzige Hund in meiner Blogroll. Zu sagen, er sei der Hund der Familie ist zu wenig, mehr als andere Hunde war Jack ein Familienmitglied und, in seiner Rolle als Diabetes-Spürhund, ein auf´s Engste mit seiner Besitzerin verbundener Vertrauter. Ich habe die Zeiten, die ich mit dieser Familie verbracht habe, sehr genossen. Zu sehen, wie der Familienneuzugang sich auf alle auswirkt. Aber besonders den wunderbaren Charakter Jacks zu erleben, der ein unglaublich süßer Welpe war, dann ein wilder und trotzdem verlässlicher, präzise geschulter Junghund. Als ich ihn zuletzt sah war er gerade ausgewachsen. Eine Schönheit. Und es tut weh, dass die Familie nicht mehr Zeit mit ihm hatte. Bye, Jack. Doro, my heart goes out to you and the boys.
22.07.2010 oder AT LAST
9.30 Uhr. Der Tag hat noch gar nicht richtig begonnen, aber das Thermostat hat sich schon hochgepegelt. Der Aufwachgedanke – Mmmmmmmmh, ich könnte jetzt im Büro sein, aber nein, ein Tag Urlaub. Der zweite Gedanke ist Schwitzen. Wenig später trifft die SMS von T. ein. Mein aktuell anreisender Couchsurfer liegt im Görli und fragt, wann er vorbei kommen kann. Anytime, Dear, anytime.
Instant sympathy. „If you don´t have any other thing planned, I´d like to show you my favourite part of Berlin, and it´s a place most tourists don´t see. Not Berghain, though.“
Und so pumpen wir die Boote auf, gehen ins Wasser, es ist diesig überm See, angenehm, noch zeichnet sich kein Unwetter ab. Und schippern und reden, liegen im Wasser, er erzählt von seiner Reise, die bereits ein halbes Jahr andauert und noch lange nicht vorbei ist. Einmal mehr bin ich ein Routenpunkt im Leben eines eigentlich Fremden und fühle mich wohl in dieser Rolle. Irgendwann erzählt der von Kate Bush´s „The Line, the Cross and the Curve“ – praktischerweise muss ich ja noch beim Strike gießen und kann die DVD ausleihen. Ein Bier im Minki, dann Balkonzeit. Frankie kommt vorbei, der Mitbewohner setzt sich dazu, und als der Regen zu vehment wird gehen wir rein und schauen Kate, dann Cyndi.
Im Laufe des Nachmittags ereilt mich eine schreckliche Nachricht. Ich habe sie emotional verpackt und in eine Ecke verschoben, aber irgendwann, Frankie ist weg, T. schläft, entfaltet sie sich ungefragt. Aber da sitze ich mit dem neuen Mitbewohner und seinem Problem, das einer Lösung bedarf. Also wird weiter geredet, ich tue mein Bestes, seine Aufregung zu lindern, denke währenddessen den ganzen Tag nochmal, die Schönheit, der Mut, der mir begegnet ist, und auch wenn ich längst schlafen sollte merke ich, wie gut das alles ist, wie ich mir ein Umfeld kreiert habe, das genau so wie es ist richtig ist.
20.07.2010 Teil 2
Noch immer hat mir niemand verraten, was es mit der Rauchwolke auf sich hatte. Indes – es ist mir auch lieber, die Berliner Feuerwehr löscht Brände, als ihre Homepage zu pflegen.
Anderthalb Stunden des gestrigen Tages wurden darauf verwendet, Blumen zu gießen. Die des Herrn Strike, die dessen langjährigen Mitbewohners und am Abend die eigenen. Nach den vormittäglichen Begegnungen, die mich sonnig stimmten, dann die abendlichen, ebenso sonnig. Bomec ruft pünktlich zum Arbeitsschluss an, weil er ein Geschenk für mich hat und bringt es vorbei. Es handelt sich um ein Badelaken in meinen Lieblingsfarben, auf dem nicht Marilyn Monroe, sondern eine andere Dame abgebildet ist. Wenn wir die Schlampenverkäuferin in Brüssel ausfindig gemacht haben, gibt es schlimm auf die Fresse. Sie hat eine elaborate „Ah mais oui, la fameuse Marilynne Monreux-Coca Cola-Werbungs-Legende“ erfunden, nur um ein auch ohne Marilyn zauberhaftes Badelaken an den Mann zu bringen. Times is hard, aaaaaber bei Marilyn-Legenden hört der Spaß auf. Auf die Fresse also.
Später am Abend kam dann noch der neue Mitbewohner dazu und wir tranken den üblichen spanischen Chardonnay und redeten Leben und Tod zu schöner Musik. Es gibt ja so Tage, wo alles schön ist und man gesellig, und plötzlich ist es zu viel und man muss dringend allein sein. Gestern war das Gegenteil davon.
Ich trau mich noch nicht, ihn wieder aktuell zu verlinken, weil ich nicht weiß, ob er´s durchzieht, aber im intimen Kreis verrate ich – Bomec hat sein Blog wieder in Betrieb genommen.
21.07.2010
Wo denn die Stars beim Schlagerfestival auftreten. Andrea Berg? Aufm Berg. Tony Marshall? Gendarmenmarkt. Judy Winter? Erst im Dezember. Mary Roos? Botanischer Garten.
Aus dem Mitbewohnerzimmer klingen die Stimmen der Beales, auf dem Weinglas bilden sich Kondens-Perlen, morgen ist frei, what a Glam wants, what a Glam needs. Patenkind wohlbehalten zurück aus Hollywood. Lindsay eingeknastet – I love this summer! Und wer mit will – morgen so ab 12. Der übliche See. Anrufen. Boats galore.
20.07.2010

In 36 sitzen die Herbergskinder abends vorm Spätkauf, morgens vor der Bäckerei.
Das Finanzamt Kreuzberg ist eingerüstet, doch hinter der Folie wird emsig gearbeitet. Im Eingangsbereich liegt einer der bezauberndsten Junghunde, den ich je gesehen habe. Ein blondes Baby mit bernsteinfarbenen Augen.
Vor der Bäckerei in der Großbeerenstraße steht ein Obst-Stand. „Wir waren auch in Erdbeer´n und Kirschen“, begrüße ich meine Verabredung. Während wir reden bringt die Bäckereiverkäuferin der Dame, die das Obst verkauft einen Espresso und zwei feine Stück Kuchen. Die Obstverkäuferin bedankt sich zuvorkommend.
Die Bäckereiverkäuferin kommt heraus, setzt sich und raucht eine Zigarette.
Durch die Straßenschlucht der Großbeerenstraße sieht man am Himmel den Ausflugsballon, der täglich in Mitte aufsteigt. Jetzt zieht eine kleine schwarze Wolkenfahne in seine Richtung. Wenige Minuten später sind es große schwarze Wolkenberge. Sie hüllen den Balkon zeitweise vollständig ein.
Den ganzen Vormittag konzentriere ich mich darauf, Menschen mit Manierismen zu studieren, die man vielleicht irgendwann einmal literarisch verwenden kann.
In der kleinen Grünanlage, die die Yorckstraße teilt, nahe an der Ampel, steht ein attraktiver schlanker Schwarzer mit Glatzkopf. Er trägt Sonnenbrille und Kopfhörer und seinen Schwanz aus der Hose, während er mit einem Ausdruck größtmöglicher Zufriedenheit in die Rabatte pisst.
FADE AWAY AND RADIATE oder UND GERADE NOCH HATTE MAN GEDACHT…
… das längste Elend sei Lindsay Lohan. Und dann kommt schon die nächste Pest um die Ecke und präsentiert ihre Verstrahlung. Strengt Euch an Crazies – der Nachwuchs arbeitet hart.
But, really. Zsa Zsa Gabor aus dem Bett gefallen. Was für ne Schlagzeile. Ich vermute, das Bett hat sie geschubst.
dringende rueckrufaktion
‚big fish‘ bitte sofort zurueck!!!! SO-bitte-fucking-fort.
thank you
Ich kann mich an keinen Regen erinnern, den ich mehr begrüßt hätte als den heutigen. Die ganze Woche war ein öliges Schleichen zwischen Computern und Telefonen, der Höhepunkt des Tages das Sprengen der Terrasse (und der Flora und Fauna, die sich zu diesem Zeitpunkt dort aufhielt. Die Ameisen hatten jeden Abend eine Sonderaufführung „Titanic“.)
Das Arbeitszimmer hat immer noch knapp 30° und ich lass mich vom Durchzugs-Wind streicheln, während es draußen prasselt. Ach, schön!
LANG GEHEGTEN SPIESSERTRAUM
… erfüllt.