Aufwachen, Musik vermissen. Durchatmen. Hm. Riecht gut draußen. Dann holt Dich das Wissen ein und der neue Tag ist immer noch der alte. Und Du suchst das richtige Lied, und es ist natürlich längst geschrieben. O.U.T. Out. Ketamin?
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DELETE
Ich hab immer noch nicht genug getrunken, um das wegzustecken. Ich kann schlecht rausgehen und dort so gegen die Wände hauen, wie gerade hier, dann werde ich verhaftet. Rigips tut beim Draufschlagen nicht so weh wie Beton. Adrenalin, wo ich am Liebsten schlafen würde. Ipod spielt Gaga´s „Teeth“. Ich möchte Kokain. Aber dann wäre Berlin in Gefahr. Aggro-Glam. Und das um diese Uhrzeit. Es war ja angekündigt. Fuckityfuck. FFUUUUUCCKK!
(Latinofalle nun in allen sozialen Netzwerken gelöscht.)
REGINA GIDDENS
TWENTYSOMETHINGS or JUDGE MENTAL
Und dann, nach den Gedanken über diversity und das Füllhorn, das sich ausschüttet, wenn man die Vorurteile mal sausen lässt, ein hässlicher Kleinkrieg im Freundeskreis – „wenn Du nicht so bist wie ich Dich will, dann will ich Dich gar nicht.“ Da bin ich dann sehr erleichtert über mein Alter und die kleinen Weisheiten, die es mit sich bringt. Wie schon Joan Crawford in einem hellen Moment formulierte – „If you want the girl next door – go next door.“ Wenn man schon meint, jemanden verändern zu müssen, sollte man sich doch lieber gleich jemanden suchen, der so ist, wie man das gern hätte und nicht an anderen herumpfuschen. Der Andere ist Gott sei Dank pfiffig und hat bereits die nächsten 5 Kerle aufgelistet.
GLAMOUR-MUM
„Und was machst Du am Wochenende?“
„Meine Affäre aus dem Frühjahr kommt übers Wochenende – der Venzuelaner.“
„Ach, das ist schön. Da freust Du Dich sicher.“
Dieses Gespräch mit meiner Mutter wäre vor 15 Jahren schlicht unmöglich gewesen und auch unvorstellbar. Es hat sich was getan.
GLAM HEARTS ANNE RICE
STRANGERS WHEN WE MEET
Am Anfang war für mich das Couchsurfen eine Methode, Menschen kennen zu lernen, die auf meiner Wellenlänge sind. Die Erfahrung mittlerweile – einige, die durch ihr Profil verwandt schienen, entpuppten sich als ganz anders, nicht unbedingt inkompatibel, aber – anders, als erwartet. Was lehrte mich dies? Dass ich in den Selbstdarstellungen und Mails der anfragenden Surfer mittlerweile nach einer Art Strömung spüre. Wenn das Bauchgefühl sagt – „strange, someone completely different, aber warum nicht?“, dann wird es meist eine großartige Begegnung. Als Profi-Host, der auf zwei Jahre der Unterbringung von Fremden zurück blicken kann, und der auf diesem Weg einige Freunde gefunden hat, ist es für mich mittlerweile viel interessanter, Menschen zu beherbergen, die ganz ganz anders sind als ich. Das ethnische Mix-Pärchen aus Südafrika, das sonntags in die Kirche geht und seine Reise ein Jahr im voraus plant, beispielsweise. Der schwule afroamerikanische Navy-Officer. Die machen mich neugierig, weil sie so anders sind, und weil ich nicht meinen Lebensentwurf als den einzig Richtigen betrachte und es mich interressiert, wie sie zu ihrem gekommen sind. Es ist schön, im eigenen Geist zu erleben, wie Vorurteile von einem abfallen können, von denen man gedacht hätte, dass sie völlig vernünftig seien. Aber sagen Sie was, wenn ich einen Taliban unterbringe.
SCHNAPPI
Uneventful days. Gestern Power-Shopping mit Herrn Strike. In unter einer Stunde einen Anzug gefunden und gekauft, der sitzt wie maßgeschneidert und so billig war, dass man billig sagen muss und nicht preiswert. Sorry, AmApp – aber die Schweden und Chinesen müssen auch was verdienen. (Und schneidern eine 48 mit ausreichend langen Ärmeln.) Havaianas außerhalb von Mitte gefunden. Ein Shirt mit einem verschwommenen Jesus. „I love“ steht noch drauf, aber da kann man ja ne Brosche drüber machen*.
Nach der Arbeit mit dem Mitbewohner gekocht, ein bisschen Terrasse, eine Joan Crawford-Doku.
Heute morgen festgestellt, dass sich mein Internetverhalten geändert hat. Die erste Seite jeden Morgen bleibt diese, aber noch vor Spiegel Online musste ich Facebook checken, da P. aus Neuseelamd – der Schönste aller Faerie-Couchsurfer, dem ich leider noch nicht in Person begegnet bin, einen Kommentar hinterlassen hatte. T. aus Seattle schreibt über seine Erfahrung in Auschwitz und ein blöder Depp kommentiert „That sounds so sad. Why travel to these depressing places, when there is so many lovely places?“ Ich schreibe einen Kommentar darauf und lösche ihn umgehend – mit solchen Menschen möchte ich gar nicht erst in Dialog treten. Erst nach Facebook, bzw parallel dazu dann Spiegel, IMDB, Wesmirch, Dlisted. Privatblogs, das weiß ich mittlerweile, braucht man um diese Uhrzeit noch nicht zu checken. Bei den meisten wird eh nur noch alle 3 Tage oder seltener veröffentlicht. Ausnahme die wunderbare Kitty, die es durch ihr Tagebuchbloggen schafft, dass man sich ihr immer nahe fühlt, was sich creepy lesen würde, wenn man sich ihr nicht tatsächlich nahe fühlen würde und was, so vermute ich mal, erwidert wird.
Jetzt liegt der Mittwoch vor mir, das Unangenehmste, was ich heute zu erledigen habe, die junge Verwandte anrufen, deren Besuch ich um drei Tage verkürzen musste, weil sich ein Besucher angekündigt hat, dessen Anwesenheit seltener stattfindet und wo bereits die Ankündigung des Besuches dazu führte, dass ich seit Tagen mit einem Grinsen im Gesicht durch die Gegend laufe. Momentan wandert er nackt durch österreichische Berge. Die Latinofalle schnappt nach wie vor einwandfrei. I do believe in Faeries. I DO Faeries. Schnapp. Schnapp.
*Mit fällt gerade was viel Besseres ein – ich kauf mir einen Textil-Stift und schreibe „Dick“ unter das „I love“! Oder gibt es hier einen stillschweigenden Leser, der seit Jahren gratis mitliest, sich endlich einmal revanchieren möchte und des Kreuzstichs mächtig ist? Melden Sie sich bei glamourdick at aol dot com.
DONKEY PAN PETER PUNCH
Zunächst „Donkey Punch“ – der intelligenteste Terror-Horror-Film in Jahrzehnten, in dem es eigentlich nur eine Ungereimtheit gibt, aber das verrate ich jetzt nicht, ist zu nahm am Ende. Jede Figur stimmig und rund, jede Handlung motiviert, alle Ereignisse nachvollziehbar. Die einzige Distanz-schaffende Abstraktion ist das Setting auf einer Yacht. Aber wenn Sie ein paar Party-People einladen würden, mit dem Versprechen von Champagner, Drogen und Sex – würden Sie nein sagen?
Dann, weil der Mitbewohner eigentlich kein Blut sehen kann und wir Alpträumen entgegenwirken müssen – P.J. Hogan´s „Peter Pan“, dessen Maxfield Parrish-Szenarien immer noch traumhaft schön sind, ganz zu schweigen von Ludivine Sagniers Performance als Tink. I do believe in Fairies – I do, I DO! P.J. Hogan dreht zu wenig Filme. Ich will mehr!
Heute vielleicht was Kitschiges. „Love actually! – und lachen, wenn Emma Thompson erfährt, dass sie von ihrem Alten betrogen wird und im Spießerschlafzimmer Joni Mitchell hört.
MUSCHIG
„Im Pussystübchen wird gebastelt, gestaunt, gelesen und geplaudert: von Orgasmus bis Intimpiercing, Menstruation und Masturbation, Pilzen und Pillen, von Frisuren bis Vorlieben – hier geht’s um Vaginales! Mit viel Glitzer und Heißklebepistolen brechen Gäste und Veranstalterinnen Tabus und haben Spaß dabei. Man kann Cocktails schlürfend in Comics blättern oder mutig einen Beitrag zum Pussy Polaroid Projekt beisteuern. Sehenswert ist auch die gesammelte Pussy Art, die in den Räumen der Bastellerie ausgestellt ist.”
Nein nein, das ist wohl doch nichts für Glamourdick. Aber Danke für die Einladung. Ich warte, bis die Penisbasteln anbieten. Bringe auch meine eigene Heißspritzpistole.