Archiv des Autors: glamourdick
RAINDROPS
Dem Sommer noch einen Besuch am See abgerungen. Das Gewitter zog links an uns vorbei, und im Falle unseres Gastes tobte es innen. Ein paar Regentropfen, dann wieder gleißende Sonne, ein paar Tränen im Nachbarboot, Dämmern, dieser Moment, in dem man gerade einschläft und wieder zurück geholt wird. Gegen Regentropfen und auch Tränen kann man wenig tun. Höchstens aussitzen. Im Fall der Regentropfen hat das geklappt.
Als ich im Wäldchen stehe und das Boot auf Kofferraumformat präpariere ist es schon ziemlich dunkel und noch nicht mal 20 Uhr. Gaga singt laut, ich fliege die Stadtautobahn entlang auf meine Terrasse.
Kurz vorm Einschlafen höre ich draußen den Regen und steh noch mal auf, lege mich unter den Baldachin der Hollywoodschaukel und lasse mich vom Klang der Tropfen auf das Dach in den Schlaf träufeln.
STREET LIGHTS, PEOPLE
Und irgendwann war es endlich so weit abgekühlt, dass ich auch das Sakko anziehen konnte und dann ging ich durch die leeren Straßen und fühlte mich wie eine frohe Krähe und alles war perfekt. Ein schöner Tag, ein schöner Abend – das unglaublich glückliche, strahlende Mädchen, die vielen Gespräche, Begegnungen; die Nacht brauchte ich dann aber für mich. Mit dem Taxi heim und mich über jedes bunte Licht gefreut.
MAGGIE MAGGIE, MARRIED LADY!
Gestern stand ich so am Fenster und rauchte meine Pausen-Zigarette und dachte „Oh my. Morgen um die Zeit ist die Maggie schon eine Sadie.“ Und ich krieg nen kurzen Flash und bin ganz bewegt und muss dann gleich drüber lachen. Und heute wache ich auf, und sie ist wahrscheinlich auch schon wach und gerade gar nicht so cool und souverän wie sonst (aber genau so sexy und schön und schlau) und sie hat gerade wahrscheinlich jemanden da, der ihr die Haare macht und sie schminkt, Verwandte und Freunde sind in Bewegung, das Kleid liegt bereit, Fritzi wird auch schon aufgeregt sein.
Und in anderthalb Stunden ist Standesamt. Ich könnte mir kaum ein anders Paar vorstellen (eines fällt mir gerade ein), für das ich mich so freuen würde. Und für das ich mich bei 29 angekündigten ° bereitwiliger in den schwarzen Anzug werfen würde.
Maggie, Fritzi – ich wünsche Euch beiden ein wunderbares Leben zusammen. Und ein wunderschönes Fest an diesem britzelnd schönen Sommertag. Ich freu mich so! Bis gleich!
Euer Glämmie
GAGA´S GLASSES
Watch my friend David return Gaga´s glasses to her. Of course he never mentions how he got into their possession…
MY GIFT IS MY SONG
Ganz schön hell schon. Hm . Weil es auch schon 8 ist und nicht 6.20 Uhr. Der Nokia-Wecker liegt angeschaltet auf dem Kopfkissen – das Schlaf-Selbst hat entschieden. Jump-Start. 23 Minuten inklusive Make-up (exclusive Dusche, aber bestäubt mit Givenchy pour Homme).
Eigentlich war ein Abend „Gossip Girl“ geplant, dann aber wurde gekocht, aus dem Kochen entwickelte sich Sitzen und Trinken, woraus dann Trinken und Liebesduette singen wurde (Vogueing nicht zu vergessen). Mitten im Elephant Love Medley eine SMS aus München – „Du fehlst mir“. Die wunderbare ehemalige Mitbewohnerin. Wie gern hätte ich sie jetzt gerade dabei, in der Küche beim Singen mit dem neuen Roomie, sie würde ein fantastisch rohes Musikvideo vom uns drehen. Überhaupt würden die zwei sich verstehen, also wir uns zu dritt, vielleicht sollte ich anbauen.
Der Tag, der vopr dem Abend lag, war nicht so song-and-dance. Zwischenzeitlich stellte ich nicht nur mir sondern auch Beteiligten und Unbeteiligten die Frage, ob ich nicht vielleicht doch ein bisschen manisch-depressiv bin, allerdings schon fragend wissend, dass meine Gefühlslage von außen bestimmt wurde, nicht von innen. Bei Lebensumständen wie am Wochenende würde wohl jeder derangieren. Über den hämischen Beitrag bin ich nicht ganz so schnell hinweg gekommen, weil ich von jener Seite nicht mit Vitriol gerechnet hätte. Auf Miss- und/oder Unverständnis zu stoßen kommt in den besten Familien vor, genau deshalb gründet man sich ja, wie mir immer deutlicher wird, eine Familie aus Freunden. Und wenn da dann jemand plötzlich aufgrund Überforderung die Reißleine zieht – dann passiert siehe oben: man hinterfragt und überprüft sich. Prüfung bestanden, eine Freundin verloren. Aber gestern bewiesen bekommen, dass ich selbst für Leute, die meine Wohnung teilen, keine Zumutung oder Überforderung darstelle. Und die das Leben so leben wie ich – a laugh, a cry, and a tap to the foot.
And they don´t call it „Diva“, they call it a word that should not be mentioned outside a kennel.
THE FINE PURPLE, THE PUREST GOLD
Mit der C., der ich mal ein wunderbares Lied geschrieben habe, das blaue Flitzer, Cocktails und betrunkene Autofahrten zum Thema hatte, Katzen kamen auch drin vor und Mozzarella, am Landwehrkanal. Wir sprechen über Couchsurfing, Flatsharing, Verwandtenbesuch.
„Du warst doch sonst eher immer ein ganz zurückgezogen lebender Mensch.“
„Ja, das ist Gott sei Dank vorbei.“
„Ich kann mich erinnern, dass ich Dich besucht habe, als Du in der Reha warst. Hat die Dir was gebracht?“
„Das einzig Gute, was ich da bekommen habe war die Telefonnummer von Heidi. Meiner Therapeutin. DIE hat geholfen.“
Zwei Stunden später mit der beloved Bee auf der Terrasse.
„Aber stört Dich das nicht manchmal, wenn ständig jemand da ist?“
„Nö, eigentlich nicht. Manchmal, wenn ich allein in der Wohnung bin denke ich – huch. Ganz schön ruhig. Und das kann ja durchaus auch ganz schön sein, aber das ist kein Zustand, nach dem ich mich sehne.“
(…)
„I look at those stars and I pluck them from the sky, and flick them at you like diamonds, like seeds.“
(Douglas Coupland)
LARGER THAN LIFE

Naomi Watts. Michelle Williams. Und nun auch noch Angelina Jolie in dem dümmsten der drei aktuellen Marilyn-Filmprojekte, das auf dem Buch basiert, das Marilyns letzten beiden Lebensjahre aus der Perspektive ihres Hundes (!) erzählt. Ladies, Ihr werdet alle auf die Fresse fliegen. Von einem geschätzten Dutzend Marilyn-Filmbiographien gibt es einen einzigen Film – „Marilyn & Norma Jeane“, der nicht völlig hohl besetzt ist. Und selbst wenn Mira Sorvino und Ashley Judd einen ordentlichen Job machen – Marilyns Geist ist hartnäckig und schiebt sich immer wieder vor´s innere Auge, wenn man eine Schauspielerin sieht, die sich bemüht, Marilyn zum Leben zu erwecken.
Viel schöner als ein Biopic sind die unzähligen Hommagen an Marilyn, die nicht versuchen, ihre Lebensgeschichte zu erzählen, sondern mit Figuren arbeiten, die an Marilyn angelehnt oder von ihr inspiriert sind. Schauen Sie sich Michelle Pfeiffer in „Love Field“ an, Jessica Lange in „Blue Sky“ oder Nicole Kidman in „Moulin Rouge“. Das sind die wirklichen Marilyn-Hommagen, woran sich nichts ändern wird, denn die Tatsache, dass 48 Jahre nach ihrem Tod drei Filme über sie im Development sind beweist, dass wir es hier mit einer Ikone zu tun haben, die so hartnäckig einzigartig ist, dass niemand das Zeug hat, sie glaubhaft darzustellen.
Edit:
Angelina beweist Vernunft. Aber aus vertraulicher Quelle habe ich erfahren, dass Lassie für die Rolle des Hundes vorspricht.
ROLLERCOASTER oder ANOTHER ONE BITES THE DUST
So entstehen in diesem Sommer seltsame Alliancen, andere vergehen. Die Quintessenz: die kleinbürgerliche Welt, die ich vor zwei Wochen erlitt, die brauche ich nicht hier in meiner Heimat. Werturteilen Sie was Sie wollen, vielleicht ist das ein schöner Lebensweg für Sie, mein Leben ist dann doch ein anderes, für das es manchmal, von außen, Abstraktionsvermögen verlangt, es sei denn – easy – man fragt nach. „With friends like these, who needs enemies?“ I know who my friends are. So long.
P.S.: Sie können ruhig zu Ihren Beiträgen und Kommentaren stehen, Sie müssen die nicht löschen.
GLAM KALIBRIERT SEINE PERSÖNLICHKEITSMATRIX oder RUBBERBAND GLAM
Der ganze Tag war dann wieder sehr „Sex and the City“ – jedes Gespräch wichtig, richtig und pointiert, die Menschen um mich schön und smart, die Stadt pittoresk mit ihrem angeberischen Wolkenhimmel. Ich habe so ein Glück mit meinen Nachbarn, der amerikanischen und Herrn Bomec, und vor allem mit meinem Roomie, vor dem ich am Sonntag morgen geflüchtet bin, weil er sah, wie es mir ging und genau die richtigen Worte sagte, die mich aber bei ehrlicher Beantwortung die Fassung gekostet hätten. Die Fassung ist abbezahlt, gerade, aber Fassung ist ja eher eine Miete als ein Kauf, eine mobile Immobilie. Ein schöner Tag gipfelte in einen schönen Terrassenabend und endete mit dem Präsentieren von Tagebüchern – also fast wie Bloglesen, musikalisch untermalt von Björk und Kate, mit Weißwein und viel zu vielen Zigaretten.
Intensiv, dieser Sommer, sehr intensiv. Und jede Diva in meinem Leben ist genau am richtigen Platz. (Nur Miggi könnte etwas näher wohnen, vielleicht hätten wir weniger Drama (oder ständig), wenn wir uns häufiger sehen.) Ich habe das Gefühl, ich readjustiere gerade meine Erwartungshaltungen auf eine sehr gesunde Art und Weise und widme diesen Prozess Heidi. Emotionale Überrumpelung ist eine Sache, das Sortieren des Chaos, das sie hinterlässt, mit einem Mal sehr viel leichter. Whatever happens. What really matters. And if you haven´t noticed yet – I´m under the spell of the Red Shoes: Rubberband Glam. (Strecken, Dehnen, Schöpfen, Streuen.)