Archiv des Autors: glamourdick

2ND CHANCES

Gegen die Langeweile „Black House“ eingesetzt, der Roman mit dem vielleicht schrecklichsten ersten Kapitel, evah. Aber dann irgendwann wird´s. Überlegt, was man Sinnvolles tun kann, wo man sich nicht anstrengen muss. Beckenbodentraining beispielsweise. Verworfen. Stattdessen Datensicherung des Computers – der letzte Backup, stelle ich fest, war 2007. Ooops. Das gleiche für den Blog gemacht, exportiert und ein 2000-Seiten Word-Dokument gespeichert.

Viele Gedanken zum Thema Krankheit und Ansteckung gemacht. Von kleinen Malaisen wie meiner Erkältung bis zu Epidemien. Vermutete 10% der europäischen Bevölkerung werden mit einem Gen-Defekt geboren, der zur Folge hat, dass die Andockstation für bestimmte Viren unterhalb der Zellwand verbleibt, so dass die Viren verwirrt drum herum kreisen, aber nicht ankoppeln können und sich die Träger nicht mit HI- oder beispielsweise Pestviren infizieren können. Warum man das nicht eintüten kann als Medikament?

Und am Abend noch einmal „All about Steve“ angeschaut, aus der gleichen Motivation wie „Black House“. Kann der wirklich sooo schlecht sein? Antwort: Nein. Sandra macht das schon alles sehr gut.

Und nun noch ein Styling-Tip von Profis für Profis:

– Smoky eyes mit Glitzergel-Lidschatten lenken auch von der rötesten Schnupfnase ab.
– Der Wagenradhut ist zurück. Tragen Sie ihn immer dann, wenn die Sonne am Höchsten steht. Ach was. Tragen Sie ihn immer.

WAYLAID oder WEHLEID?

„Hunger Games: Mockingjay“ zu Ende gelesen. Leider das Schwächste in der Trilogie, dennoch unterhaltsam genug. Nach „Big Fish“ „Blue Sky“, gefolgt von „Cousin Bette“. Gibt es eine Regel, die besagt, dass alle Zwei-Wort-Filme mit Jessica Lange gut sind? Nein. „King Kong“. „Prozac Nation“. Dann aber wieder „Cape Fear“ und „Grey Gardens“. Wie ich „Music Box“ fand, weiß ich leider nicht mehr, und „Frances“ heißt nur „Frances“, nicht etwa „Frances Farmer“. Ja, solche Gedanken macht man sich im fiebrigen Hirn.

Zwischendurch immer mal wieder weggedämmert oder auch richtiggehend geschlafen. Pizza-Lieferant und Zigaretten-Lieferant schauen mich mitleidig an. Als ich spreche wird aus Mitleid Bestürzung. Lauren Bacall nach drei Schachteln Luckies.

Draußen täuscht die Sonne. Es hilft nichts, ich muss Fruchtsaft kaufen. Der letzte Versuch, einzukaufen endete in Kreislaufkollaps und Schweißausbruch.

Ein Schuldgefühl, nicht arbeiten zu gehen – es fühlt sich an wie Schule schwänzen, vom Einkommensverlust mal abgesehen, aber Fakt ist, dass ich als Bakterienschleuder unzumutbar bin. Ich frage mich, wie es kommen kann, dass in der langwierigen Geschichte der Menschheit und der Medizin kein Mittel gegen eine verfickte Erkältung gefunden werden konnte. Ist doch unlogisch, oder?

A-TISSUE, A-TISSUE

Es fühlt sich an, als ob alle Erkältungen, die ich in den vergangenen Jahren nicht hatte, sich verabredet hätten und mich nun auch endlich mal besuchen wollten. So verbrachte ich den Großteil des Tages (und die Nacht sowieso) im Bett oder der Hollywoodschaukel. Vielleicht bin ich durch meine ansonsten strotzende Gesundheit auch verwöhnt und bin leidiger als andere Erkältungsopfer. Und wenn es sich am ersten Tag noch luxuriös anfühlt, im Bett zu liegen, zu lesen und Filme anzuschauen, so nervt mich dieser Zustand schon am zweiten Tag gewaltig. I´m bored. I´m ansteckend. I hate it.


Nina Hagen – Hatschi Waldemar 1975 – MyVideo

FIRE IN THE PRIORY

Das ist ein bisschen, wie wenn ein bester Freund kommt und Dich charmant anlächelt und sagt
„Ich habe gerade mein Haus in Brand gesteckt.“
Und eine Reaktion erwartet wie
„Ach super – hat sicher hell gebrannt? War´s denn auch schön heiß?“

Es tut mir Leid, dass ich Dich als dummes Arschloch bezeichnet habe, aber Du hast eine so schöne Wohnung und es wäre keine Freude, die abbrennen zu sehen.

PHONE HOME

„Hi. Ich suche Glam.“
Strahle freundlich. „Das bin ich.“
„Ich wollte mein Handy abholen.“
„Hier. Ist aber platt.“
„Äh, Danke.“

Und geht.

„Der hat aber auch noch nichts von Finderlohn gehört“, befindet Herr Strike und auch das Skailight meint
„Dem hast Du doch jetzt drei Tage hinterher telefoniert. Also weeßte…“

Eine halbe Stunde später Lunch mit dem Skailight, nur wenige hundert Meter entfernt. Die freundliche Bedienung bringt uns unser Essen und die Getränke.

„Die Getränke sind auf´s Haus.“
Skailight und ich schauen erfreut/irritiert/fragend.
„Na, Ihr seid doch die Typen, die das Telefon gefunden haben, oder?“

(Yeah, well – eigentlich war´s doch mein Roomie.)

EHRLICHE FINDER, EHRLICH RATLOS

Das Fremdhandy klingelt. Auf dem Display steht Laurent.
„Hey Laurent, hier ist immer noch Glam, Michael hat das Handy noch nicht abgeholt.“
„Ach, hatte ich total vergessen. Alles klar. Bye.“

Einige Stunden später. Das Fremdhandy quengelt. Es will entweder andere Akkus oder sofort Strom. Da die einzige Verbindung zu Michael via Fremdhandy via Laurent geht, rufe ich dort nochmal an, bevor das Handy den Geist aufgibt.

„Hi Laurent, hier nochmal Glam. Michael war immer noch nicht da und vielleicht hat er sich meine Nummer oder die Adresse falsch notiert, ich geb sie Dir nochmal durch.“
„Okay – ich hol mir mal nen Zettel.“

Eine Stunde später. Das Fremdhandy klingelt – ich überlege ob ich mich mit Sekretariat Michael melden soll, es ist Laurent.
„Du, ich hab den Zettel mit Deiner Nummer verlegt, kannst Du sie mir bitte nochmal durchgeben?“

Heute morgen ist das Fremdhandy platt. Keine Nachricht auf dem Glam-Handy. Ich brauch eigentlich gar kein Zweit-Fon. Vielleicht hat er das absichtlich liegen gelassen?