Archiv des Autors: glamourdick

PALE SHELTER

Eingeschlafen bin ich noch recht gut, was an den Spätfolgen vom Sonntag lag, beim Fernsehen fielen mir die Augen zu, was aber vielleicht auch auf den nicht vorhandenen Sog des schwedischen Spielfilms zurück zu führen war, den ich auch nur deshalb zu Ende angeschaut hatte, weil Andreas Wilson mitspielte. Den gleichen Fehler hatte ich zuvor mit Julianne Moore und Jonathan Rhys Meyers gemacht – schauen Sie sich niemals „Shelter“ an – selbst wenn Sie glauben, Sie hätte ein Gespür dafür, welche Filme Perlen sind, auch wenn sie straight-to-DVd gegangen sind. „While she was out“ scheint eine ganz seltene preziöse Ausnahme darzustellen.

Aber, verlässlich für die neuen Montage, wachte ich frierend und verschwitzt auf, was sich durch die ganze Nacht zog. Und beim Aufwachen so um 5.00 wurde ich auf einmal etwas paranoid – ist Nachtschweiß nicht häufig ein Hinweis auf eine frische Infektion? Und warum macht mein Körper sowas, wenn ich ihm doch gerade mal was Gesundes angedeihen lasse? Und dann fiel mir ein Satz ein, der kürzlich in einem Gespräch gefallen war und der nun seine ganze Entsetzlichkeit entfalten konnte, diese dumme Retard-Wirkung immer. Es war keine schöne Nacht.

Als der Wecker klingelte kam das als Schock und ich traf mit dem Zeigefinger kaum den Aus-Schalter. Zum Tee dann eine dieser pflanzlichen Tabletten, von der man aufstößt und Lavendel schmeckt, ein bisschen wie wenn man eine kleine Gästeseife schluckt. Würde es doch wenigstens Seifenblasen machen!

DRUNK DIET

Als ich aufwache und mein erster Gedanke Kirschjoghurt gilt, der zweite einem frisch dampfenden Toast mit klebrig süßem Honig, fällt mir ein, was ich gestern vergessen habe. Essen.

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Hier schließe ich mich an.

DESCENDING oder TOTE ROSEN

Die Strahlung stimmt nicht. Ich steh nicht vier Stunden in der Küche um Koksopfer zu versorgen, deren Geschmacksknospen abgetötet sind. Als letzter Gast dann, nach einem wunderschönen Dinner, möchte ich allerdings selbst Chemie, deshalb hat´s mich so genervt, ich bin so simpel. Neid-issues, u.a. Ins XY also. XYZ begrüßt mich mit einem zu tiefen Kuss, alle sind am Anschlag, ich trinke ein spendiertes Becks Gold. Der 50-jährige, mit dem XYZ manchmal knutscht, weil er immer gratis rüberreicht und manchmal ein kleines Briefchen dazu tut, entpuppt sich als ABC, ein Fan der zweiten Stunde, der mir vor ein paar Jahren den magischen Satz sagte „Ich kenne Dich von der Bühne“ und seitdem einen Platz in meinem Herzen hat. Er ist weit unter 40 und hat den knackigsten Arsch der Stadt, mittlerweile sind seine Haare auch etwas länger, was hab ich verpasst – er ist auf einmal ein Hottie, gleichzeitig Barmann, also das Gegenteil von Dating material. Und erst recht nicnt, wenn er mit XYZ knutscht, für den er 50 ist, aber Chemie auf Tasche. Er hat keine Chemie dabei, heute, fuckyou. Ich schaue der Kuppelei zu, der tiefen Trunkenheit, immer mal wieder kommt XYZ oder sonst jemand und küsst, ich halte meine Tasche die ganze Zeit sehr fest, und es ist nicht einmal nach dem, sondern während dem zweiten Getränk, dass ich raus muss. Nicht wegen Angst sondern wegen dem Ort, der wirklich teuflisch sein kann, heute ist. Es kann nichts gutes geschehen, heute, hier. Auf dem Heimweg schaue ich aus vile violet Augen niemandem in dieselben und zerscheppere eine Flasche Becks Gold und hoffe, dass ein Radfahrer ohne Licht sich die Reifen dran aufschlitzt und krass auf die Fresse fliegt. Ich merke, ich möchte mich shreddern, damit ich mehr werde. Oder einfach die Stadt verlassen, aber sie bleibt ja doch in einem, man ist sie ja, seiend, fuckit.

24102010212

EIN SCHÖNER JUNGE SETZT DIE SONNENBRILLE AUF UND WEINT

Der Sturm rattert an meinem Auto und kurz kommt es mir vor, als ob er den Wagen gleich in die Luft reißt. Die Queen kommt auf Stöckeln und der Wind rauft ihre toupierten Haare. Immer wieder in all den Jahren, 10 sind es jetzt, sitzen wir in einem schrottigen Auto und werfen uns Fetzen aus unseren sehr unterschiedlichen Leben um die Ohren. Jetzt kennen wir uns allerdings so lange, dass wir auch über gemeinsam erlebtes reden und lachen können. Wir fahren, die Helden laut, Blätter klatschen gegen die Windschutzscheibe, die Stadt ist leer, die wenigen Autos, die unterwegs sind, fahren zu lahm. Es ist alles vertraut, aber auch alles neu. Seltsam ist, dass alles um uns rum so leer ist, normalerweise sind wir in Menschenmengen, es ist der Tag, der auf den Aszendenten folgt, der erste Tag des Skorpions. Ich sage etwas, das mich erschreckt, weil ich es noch nicht über die Lippen gebracht habe, es geht auch nur, weil es ihr nicht egaler sein könnte und weil der Skorpion gerade loslegt. Dann ist es ausgesprochen und wir können wieder über Sachen mit weniger Belang reden. Menschen, die wir nicht mochten auf Anhieb, AIDS, Allergien.

Im Café genieße ich die Aufmerksamkeit, die einen ereilt, wenn man mit ihr unterwegs ist. Früher hat mich das eher verunsichert, jetzt gefällt es mir, die Überraschung in den Augen der Menschen zu sehen, es ist als ob man ein Einhorn spazieren führt, aber man hat eh eine Einhornfarm und ist mit ihnen vertraut. Später sitze ich wieder mit dem Einhorn und Frankie im schrottigen Wagen, der Sturm tost ungebremst, die beiden steigen aus und gehen Einhornsport machen, ich fahre weiter, die Stadt ist immer noch wundersam leer, die Blätter klatschen, die Helden singen auf shuffle, mein Hals macht ein lachendes Geräusch und unter der Ray Ban lugt eine einzelne Träne hervor, weil ich ich mich gerade mal wieder sinn- und grundlos verlassen fühle und Sie wissen, was das bedeutet.

GEM GEMINI

„Und, was machst Du heute, Glam?“
„Ich wollte mich eigentlich heute nachmittag mit Dir sinnlos betrinken.“
„Ah – das ist eine schöne Idee, aber es geht leider nicht, ich hab die Kinder. Warte mal Zwilling 1 will mit Dir reden.“
„Hallo Glam?“
„Ja?“
„Wann kommst Du denn mal wieder zu uns?“
„Bestimmt ganz bald.“
„Das würde mich sehr sehr sehr freuen.“
„Das ist ja süß von Dir!“
„Du bist so lange nicht mehr hier gewesen, dass ich gar nicht mehr weiß, wie Du aussiehst.“
„Na ja, ich bin der mit den langen blonden Haaren, der immer so blöd geschminkt ist.“
„Das stimmt gar nicht, Du bist immer sehr schön geschminkt! Du, Glam, mein Bruder will Dich auch noch sprechen.“
„Hallo Glam!“
„Hallo Zwilling 2!“
„Du, Glam, warum hat Zwilling 1 eben „sehr sehr sehr“ gesagt?“
„Er hat gesagt, er will mich sehr sehr sehr gern mal wieder sehen.“
„Ich will Dich auch sehr sehr sehr gern mal wieder sehen.“

Das ist wohl die süßeste Familie, die ich kenne. Zucker!

STARLIGHT STAR BRIGHT oder LET ME HEAR YOU SAY „HOE“!

Also, „Paranormal Activity“ brauchense auch nich kieken, außer Sie fanden dit „Blair Witch Whatever“ spannend. Ich muss aber dazu sagen, dass ich ständig abgelenkt wurde von Telefonen und Menschen. Und dann kam die Idee auf, den Geburtstags-Vodka zu verköstigen, den, den die Bee mir im Juni brachte, oder war es Maggie? Schenker bitte melden, denn der Skyy ist ja sowas von köstlich, der brennt nicht, der flimmert, Danke Danke. Eine halbe Flasche, viel Gesang und eine ganze Nacht später ist heute Aszendententag. Wie jedes Jahr um diese Zeit, verlässlich. Und deshalb, für die unholy Trinity eine quietschfidele blutjunge fickfitte Disco-Hoffnung. Lucky, Skailight, Dolly – love you!

Und ne Zugabe:

Happy birthday you 3!

IN UNEIGENNÜTZIGER SACHE

Suche ich für einen Weltreisenden auf Zwischenstation ein bezahlbares Apartment oder ein WG-Zimmer, gerne in Kreuzberg, voraussichtlich von November bis März.
Und für die beste Mitbewohnerin der Welt (nicht eifersüchtig werden, Roomie – Du bist der beste Mitbewohner, männlich) auf Dauer ein WG-Zimmer oder eine Wohnung in München. Aline ist ein wunderbarer Mensch und verdient ein schönes Zuhause.

Vorschläge hier oder an glamourdick at aol dot com.