Und weiter geht´s mit Sally. Und Shirley und Dolly und Julia und der wunderbaren Olympia Dukakis, die den Part der besten Nebenrollendarstellerin straight von Thelma Ritter übernommen zu haben scheint. „Steel Magnolias“ ist zuckersüßer Kitsch, eine Ode an die Familie und mehr – an die Freundschaft. Wieder so ein Film, wo man sich wünscht, es gebe einen Ensemble-Oscar. (Der Clip ist leider ne halbe Minute zu kurz, es fehlt der schöne Satz von Dolly Parton, dass Lachen und Weinen gleichzeitig ihr Lieblingsgefühl ist.)
Archiv des Autors: glamourdick
BYE BYE MRS DARLING… I´LL MISS YOU
HAPPY BIRTHDAY NORA, ÄHH- SALLY!
Hätt ick nie jedacht, dass wir uns mal zusammenraufen würden, und nu kann ich mir dit jar nich mehr vorstellen ohne Dir.
DIE SONNE, DIE STERNE – GEHÖREN DOCH AUCH ALLEN
Nach der Therapiesitzung kommt es mir gerade ganz gelegen, dass die Autos vor mir alle maximal 35 fahren. Es regnet und es ist dunkel, da fahre selbst ich vorsichtig. Bei diesem langsamen Rumkutschieren ist Zeit und Raum für Flashbacks. Und ich höre mir noch mal ihre Fragen an und meine Antworten, groove mich wieder in diesen Therapiemodus und glaube schließlich daran, dass alles besser werden kann, auch wenn es momentan nur anderthalb Sicherheiten in meinem Leben gibt, und, machen wir uns nichts vor, eigentlich gibt es keinerlei Sicherheit, nur das Gefühl davon, der Rest ist Eventualität von Schlammlawine (siehe vorheriger Beitrag.)
Ich fühle mich sicher in meinen sozialen Kontakten. Nicht in dem Maße, dass ich der Annahme bin, dass alle meine Freundschaften ewig halten werden. Wo viel Liebe ist, da entsteht auch Hass; eine enge Verbundenheit führt auch zum Clash. Es ist eine Frage, wie man sich davon irritieren lässt und man kann eben leider bei anderen nicht beeinflussen, wie sehr sie etwas verletzt. Nur sein Bestes geben, die Waagschale wieder in die korrekte Balance zu bekommen und die Daumen drücken, dass der andere die Geduld mitbringt, abzuwarten, bis die Stimmung wieder stimmt.
Sie will ja immer, dass man in einer Beziehung ist, weil das wohl auch zur Sicherheit beitragen soll. Ob ich mir denn mit der Latinofalle eine Beziehung hätte vorstellen können, und wie es jetzt ist, wo ich weiß, dass er als Pornodarsteller arbeitet. Realistisch betrachtet bin ich für den aber nur einer von vielen. Den Job macht er sicherlich nicht, weil er so gut bezahlt ist sondern weil er zu ihm passt. Er ist nun mal ein sehr sexueller Mensch und einer oder zwei oder drei werden ihm nie genug sein. Er ist Sternbild Matrose, Aszendent Big Dick. Außerdem ist er das Chaos und Akribie gleichzeitig in Person, lässt einen warten, textet einen manchmal derart zu, dass man ihn mit einem Kuss stoppen muss. Und seine Gabe ist es, dass man sich ihm nahe fühlt und dass diese Nähe selbstverständlich ist, wenn man ihm nahe ist, wenn er weg ist, verschwendet er keinen Gedanken mehr an einen, dann erzeugt er vermutlich die nächste Nähe. Also nein, ich kann mir keine Beziehung mit ihm vorstellen, entscheiden ist hier nicht sein Beruf, sondern seine Berufung. Und das tut nicht (mehr) weh, mittlerweile kann ich tatsächlich drüber lachen. Er verdient halt mit dem Geld, was er am Besten kann, sage ich und dann schmunzeln wir beide. Und natürlich werde ich mit ihm wieder Nähe spielen, sollte es sich ergeben, mit dem added bonus, dass er von mir kein Geld bekommt, sondern – Nähe.
Noch schnell zur Ärztin, Konsiliarbogen ausfüllen lassen, 20 Minuten Wartezimmer, zack, Stempel, nach Hause. Ein bisschen lesen, eine Folge Damages. Und dann bleierne Müdigkeit, wie sie im Buche steht. Ärmel-Kanal-Durchschwimmende Müdigkeit. Ich schau auf die Uhr und lass mich nicht davon irritieren, dass es erst kurz nach 21h ist und mache das Licht aus und schlafe 11 Stunden.
SORRY FOR HIMSELF
Ich seh das Geld nur so aus meinem Portemonnaie fliegen, während ich versuche, zu genesen. Keine gute Grundvoraussetzung. In meiner Unzufriedenheit dann auch noch einen Streit vom Zaun gebrochen, so dass zur Frustration sich jetzt auch noch Scham und Selbsthass gesellen. Nicht schön, was geschieht, wenn ich mich mit mir selbst lasse. Wenn ich mich schon selbst nicht ertrage, wie sollen das dann andere? Es ist keine gute Zeit, gerade. Ich bin schwer zu ertragen, aber glauben Sie mir, das ist mein Leben auch gerade.
Yes. Words are powerful, and when you need them to be, they´re not.
EKLIGER ALS NOVEMBER:
Eigentlich nur Februar.
POSTCARDS TO THE EDGE
Lieber Herr Coupland,
vielen Dank für die Sätze aus „Eleanor Rigby“, die diese Seite oben rechts zieren. Wenn es danach geht, dann bin ich gerade sehr sehr interessant. Leider auf die falsche Art und Weise. Zu gerne würde ich mich nicht schämen, aber das fällt mir schwer, weil ich mit meinem Verhalten etwas Böses ausgelöst habe und nun mit den Konsequenzen leben muss. Ein Anteil Schuld gebe ich dem Leben, der ollen Schlammlawine, das scheinbar, wenn alles eh schon schief läuft, noch ein bisschen Extradosis Drama braucht, als Ballast für eine erfolgreiche, mitreißende Talfahrt. Manchmal, lieber Herr Coupland, würde ich mir wünschen, mein Leben wäre weniger interessant, mehr so ein Waschmaschinenzyklus, das gibt natürlich weniger Stoff, aber der wäre dann wenigstens sauber.
Mein liebes Leben,
entschuldige, dass ich mich erst jetzt bei Dir melde, aber ich bin mal sehr gespannt, was Du als Nächstes so für Pläne hast. Ich weiß, dass Du Dir immer wieder was Verrücktes einfallen lässt, aber kann es irgendwas in der Richtung „surreal but nice“ werden? Ich wäre Dir sehr verbunden. Wenn Du schon mal dabei bist – ach nein, ich frag jetzt doch nicht, ob Du ein paar Stunden zurückspulen kannst.
Liebe Seele,
ich werde ein bisschen ungeduldig mit Dir. Du kannst nicht ständig mit dem alten Quatsch kommen. Reiß Dich bitte ein wenig zusammen, wir sollten zusammen arbeiten, nicht gegeneinander.
Liebes Gewissen,
Du bist heute schlecht und hast es nicht anders verdient.
Liebes innere Kind,
nein, keine Angst. Du brauchst nicht erwachsen werden. Aber Du musst lernen, mir zu gehorchen. Vor allem wenn ich sage „Halt´s Maul“.
Hey Angst, Zweifel und Sorge,
go fuck yourselves.
XXXYZTUBE.COM IS THE NEW DRAWING ROOM oder BURNING ROCKET MEN
Vielleicht ist es ja mittlerweile auch nur ein zeitgemäßes Stadium in der schwulen Entwicklung, der Lieblings-Affäre über den Weg zu laufen. Auf einer Internetseite, die sich auf Unterhaltung spezialisiert hat. Was soll man tun? Das gleiche, wie die anderen, die den Clip sehen. Sich einen runterholen.
(Darf man eigentlich Porno verlinken?)
(Und nein, ich finde nichts daran schlimm, mit seinem herausragenden Talent Geld zu verdienen. Aber wenn man so stolz darauf ist, dann darf man darüber auch reden, mit mir.)
PRIDE, PREKARIAT UND ZOMBIES oder GLAMS TANTE MILDRED
Es ist schon viel darüber geschrieben worden und eigentlich hätte ich es schon vor vielen vielen Jahren tun sollen, dissertierenderweise – das Sequel zu meiner Magisterarbeit wäre, ganz logisch und noch ungemein viel wissenschaftlicher, eine Abhandlung über die Bedeutung des Zombie in der westlichen Gegenwartskultur gewesen. Der Zombie ist sehr viel weniger spannend als der Vampir, insofern als dass er weniger Charaktermerkmale hat. Gar keine, eigentlich. Eine schwärende Hülle, die hungrig auf Menschen ist. Der Vampir wurde über die Jahre immer weiter entwickelt, persifliert, neu erfunden, der Zombie bleibt was er ist – erst seit ein paar Jahren wird mit ihm ein wenig experimentiert, indem man ihn in Jane Austen Romane steckt. Dabei bin ich der Anglist, der mit Jane Austen nichts anfangen kann, also verschonen sie mich mit „Pride & Prejudice and Zombies“.
Allein in diesem Jahr habe ich (mindestens) drei Zombie-Filme gesehen, weil ich der Annahme war, das benötige ich kulturell: „Carriers“, „Legion“ (ich hatte mich so auf ENGEL gefreut, STRAFENDE ENGEL – und was krieg ich – Zombies, toll.), „The Crazies“. Nicht einer der Filme schafft es, an den wirklich guten Zombie-Roman „Cell“ von Stephen King heran zu kommen oder einen der wenigen intelligenten und spannenden Filme des Genres – „28 Days“. Trotzdem bieten sie etwas kathartisches – ein paar leidlich Vernünftige und ein paar Unvernünftige setzen sich den sinnlos hungrigen Zombies zur Wehr, vernichten möglichst viele davon, und überleben gegebenenfalls. Sehr simple Struktur, aber, ehrlich gesagt für mich gerade interessanter, als was die Cullens so treiben.
Warum? Die Zombies stellen einen Defekt der Gesellschaft dar, eine Bedrohung, die auf die wenigen Gesunden zustapft. Das Schlimmste, was Dir passieren kann ist, dass Du arbeitslos, marktuntauglich, masseninkompatibel angefressen wirst und Dich selbst in ein ausschließlich von Hunger getriebenes seelenloses Monster verwandelst. Dabei haben die es gar nicht mal so schwer. Sie lassen etwas apathisch ihrer Bestimmung freien Lauf. Halt ein Prekariat, wie es im Buche steht. Anstatt zu arbeiten oder mit Arbeitslosigkeit beschäftigt zu sein (in vielen Fällen natürlich auch arbeitssuchend), besteht ihre einzige Arbeit in der Ernährung. Und wenn satt sein glücklich macht, dann hat es der Zombie gar nicht mal so schlecht, nur dass er das nicht wertschätzen kann, weil er dazu zu blöd ist und sich in die Zombie-Gesetze fügt.
Wieso muss ich bei Zombies immer an den Arbeitsmarkt denken? und bin ich in dieser Analogie nun Zombie oder Flüchtling? Was würden die Helden sagen? Anyway, hol den Vorschlaghammer.
Wenn nächstes Jahr um diese Zeit mein Buch in den Handel kommt, das völlig ohne Zombies auskommt, dann sollte ich idealerweise den Nachfolger schon zu 2/3 fertig geschrieben haben. Um an das zu veröffentlichende Buch anzuknüpfen sollte es Genre-verwandt sein. Ich hab mir Gedanken gemacht, über Zombies, aber nicht sehr lange. Sie sind unsexy, sie haben keinen Glamour. Sie taugen nicht wirklich für einen Glam-Roman. Aber möglicherweise wird es eine Randfigur geben, die keiner mag, die jeder meidet, es handelt sich um Tante Mildred. Und ich denke, Tante Mildred besetze ich mit einem Zombie. Aber sie wird keine Beute machen. Und das ist dannmein Statement zur kulturellen Bedeutung des Zombies in meinem Kosmos.
(Und, jetzt mal ehrlich: beißt Dich ein Vampir wirst Du unsterblich und glitzerst neuerdings sogar im Sonnenlicht. Beißt Dich ein Zombie, dann faulen Dir die Ohren ab, Deine Haut suppt und Du stinkst nach Verwesung. Braucht noch jemand eine Entscheidungshilfe?)
different kind of porn cycle
Wenn es wenigstens geiler schöner wilder Porno wäre, fantasievoll und ausgerastet, aber es ist das stupide, schlecht gefilmte 0815-Zeug, wo drei Typen (zwei davon immer wechselnd) auf einer ätzenden Plastik-Leder-Couch das exakt gleiche Programm abziehen. So Cazzo-mäßig-mäßig. Und nur einer von denen ist sexy. Der, you know who. Je mehr ich sehe, desto weniger Ständer. Call me a prude, aber ich mochte den Sex mit ihm, wo noch ne Bettdecke oder Kaninchenfelle involviert waren und die Weingläser vom Nachttisch gefegt wurden, alles ohne Rücksicht auf Flecken und Abwaschbarkeit. Abe das versteht kein Porno-Regisseur.