Archiv des Autors: glamourdick

DOG DAY

Eine strangely unbefriedigende Therapiesitzung. Sie forscht und forscht und es kommen immer wieder Fragen, die ich nicht beantworten kann. Wenn es eindeutige Antworten gebe, dann wäre ich nicht in Therapie. Das ganze wird nicht einfacher durch die leichte Schizoidie eines Menschen im Umbruch. Mit 30 hatte ich mal geschrieben „Was gestern gut und wichtig war ist heute null und nichtig“ und darauf gereimt „Du tickst ja nicht mehr richtig“. Da bin ich also gerade. Und man kann mich nicht mal abholen, weil ich in Bewegung bin. Ich habe das Gefühl, ich spalte mich, so dass jeder eine andere Portion Glam bekommt. Und mancher gar keine, ist nicht bös gemeint.

Nach der endlosen Autofahrt im Schritttempo durch die Autoverpesteten Straßen immerhin ein vier-Komponenten-Dinner. Und dann den Abend richtig ruiniert mit „Eat Pray Love“. Im Kino wäre ich raus gegangen. So hab ich einfach ausgeschaltet. (Nicht mal „Dog Days“ abgewartet.) Ein Film mit Julia Roberts und Tuva Novotny (!!!!) von Ryan Murphy (!!!!) und sooooooo schlecht.

Mein Aufwachen koinzidiert mit Roomie´s return, so gibt es jetzt ein Foto von uns im Sonnenaufgang, einer trunken, einer schlaftrunken, einer mit Prada, einer mit Cavalli-Brille.

SHUT YOUR TRAP

Stelle dezent den Bauhaus-Einkaufskorb aufs Band, muss ja nicht jeder sehen, dass darin zehn Mausefallen sind, weil ja auch nicht jeder wissen kann, dass fünf davon für den Haushalt Strike sind. Fünf ist ne realistische Zahl. Zwei sind schon tot, lass es noch drei sein – und dann zwei Fallen auf Vorrat. Zehn Mausefallen sieht so Grey Gardens aus, so komplett versüfft und Katzenpisse überall. Die knorke 60jährige mit der kessen Frisur schüttet den Korb aufs Band aus.
„Na? Unerwünschter Besuch, oder wie?“
„Ja. Das Nachbarhaus ist wieder eingerüstet worden.“
„Quittung schreib ick Dir, schickste dem Vermieter. Und am Besten die letzte Falle noch jefüllt beilegn.“

Erinnerte an die Woolworth-Episode, als ich mal nen Besen kaufte.
„Na? Ooch ma putzen, wa?“

GLEE, Season 2, Episode 9: PERSONAL EDUCATION

Keine neue Lieblingsfolge aber auch lange nicht so schlecht, wie die ersten Blogrezensionen schreiben. Kurt ist in Hogwarts gelandet, also an einer Schule, die J.K. Rowling gemeinsam mit einem entfernten Cousin von Tom Ford ausgestattet hat. Dort wird er von den uniformierten Scientologen erst einmal in seine Schranken verwiesen. Tolle Idee bei jemandem, der seine Individualität braucht, weil sie zwar mitunter Fluch aber hauptsächlich Segen ist. Ich mag weder die Schule, noch die Dalton Warblers, bei denen er sich jetzt unterordnen muss. Und der Schirmherr seiner neuen Karriere, Blaine, ist ein bisschen spookie in a Stepford-kind-of-way. Der einzige touchy moment – Blaines Blick auf Kurt, als der die Evita macht – wird gleich wieder ruiniert, als er ihm gestikuliert, die Arme unten zu behalten. It´s fucking Evita man. Balkon. Arme. Evita. Get it? Parallelmontiert die Rachelbeere auf dem Gitterbalkon des Mc Kinley Auditorium. Immerhin. Natürlich singt Kurtie das viel schöner.

Die anderen Glee-Kids kommen zum Leuchten, weil endlich einmal die Solos und Duette fremdbesetzt werden. Nicht Rachelbeere und Finn, sondern Barbie und Ken (Quinn und der Neue Blondie, dessen Namen ich mir noch nicht gemerkt habe, Sam, sagt IMDB.) Quinn – habe ich schon mal gesagt, dass ich ein großer Fan von ihr bin? Ich liebe ihre Singstimme und ich liebe, was sie aus ihrem Part macht. Brittany und Mike Chang dürfen bei Santanas (!) großer Gesangsnummer von der Schwäche des Liedes („Valerie“) ablenken – durch eine fantastische Choreographie. Aber die beste Choreographie, und eine wirklich angenehmst überraschende – was die Kids zu Florence´s „Dog Days“* tanzen. Spontan, wild, unkontrolliert – es sieht aus, als haben sie mächtigen Spaß gehabt, and that´s what Glee is all about, innit?

(Der Vollständigkeit halber, der aktuelle Paarstatus: Rachel und Finn: off, Brittany und Artie: off and on again, Kurt und Blaine: immer noch züchtig, Schuester und Pillsbury: off, Pillsbury und Zahnarzt: married! Sectional-Status: Sowohl Warblers als auch New Directions kommen in die Regionals. Sue-Status: war Sue in dieser Folge überhaupt dabei?)

Gespannt, was Kollege Brett Berk nachher im VF schreiben wird.

*Fehlt unverschämterweise auf der neuen CD.

WHILE HE WAS OUT or IS GOD AN EVIL DWARF?

Asks Brittany S. Pierce and the answer probably is „Yes.“ Or it´s like Coupland wrote, God has probably (and obviously) lost interest in us. Kurt thinks he´s probably a jerk – creating gays and followers who think they´re not supposed to be on the same planet. And is there a season where people are worse – even more evil and stupid – than in preparation for God´s son´s birthday? I´ve never been one of those christmas haters but I´m turning into one. Really, the only fun about christmas was the presents and now that there´s the no-presents-policy (I find it equally bad not to buy presents as not to receive any) I just can´t be much bothered. Christmas means a three hour car ride on slippery streets in a car that I´m continually afraid will fall apart any time soon. Traffic jams. Then two tense days filled with stupid tasks, one day of too heavy food and no presents, another heavy-food-day and then back to work, pretending it´s just any Sunday. Oh yes – I´m totally getting into the spirit. Fuck Christmas, fuck Jesus and fuck you, Evil Dwarf with your stupid sense of humour. If any.

My favourite christmas movie is „While she was out“, where Kim Basinger gets into a bit of trouble (aka killing spree) because she thinks she needs to go out and buy some gift wrapping paper. Goes to show.

NO VEMBER

Gerade mal eben so ein Schrei-Moment. Toughest day at work this year, so far. Da reicht die Energie am Abend nicht mal mehr für Veronica Mars, Staffel 3. Geschweige denn Essen zubereiten. Glee Vol 4 und nachdenken über die Sachen, die ich nicht blogge. Ja. Die gibt´s. Und die Kälte, die mich freakt, und es ist erst November. Und, nein, Leserin, Leser – ich hab kein Mitleid mit Ihnen, dafür, dass Sie das mitlesen müssen. Hat mit mir ooch keener. Fuck you and good night.

NOTHING EVER HAPPENS

„Machts Dir was aus bar zu zahlen – dann kann ich Dir 30% geben.“
„Kein Problem, super!“
Ich nehm den Flakon und kann jetzt endlich billig riechen.
Dann auch noch auf Parkgebühren verzichtet, also richtig was gespart. Vor dem Laden rauchen wir eine und gerade als sie mich auf mein Sozialleben in Zeiten der Hochsaison anspricht kommt es vorbei. Introducing Roomie to oldest friend.
Weiter die Friedrichstraße runter, frierend; für den richtigen Xmas-Shopping-Overkill ist es noch zu früh, die Straßen sind nur leidlich verstopft. Bisschen Dussmann, wo ich auf der Showtreppe einen Scarlett O´Hara-Moment lebe (it´s a great staircase, but you´re NOT Scarlett), komplizierte Oberteile bei H&M und vergebliche Suche nach bunten Skinnies – alles ist grau, blau oder schwarz, argh. Der blöde Geldautomat in der Skalitzer gibt mir kein Geld und zur Strafe lade ich mir Musik gratis aus dem Internet, Gott sei Dank ist der Kühlschrank voll, u.a. mit Baked-Beans-und-Porree-Pizza. Glee-Marathon. Sexten mit horny Italian, der mir den Link zu einem Porno schickt, in dem niemand mitspielt, den ich persönlich kenne. Als der Zigarettenmann kommt habe ich kein Geld, was ihm egal ist. Dann wird noch das Duette-Programm um „Maybe this Time“ ergänzt, nachdem der totgeglaubte Mitbewohner nur ein bisschen zombiesk wieder aufgetaucht ist. Und schon war es wieder rum, das Wochenende, ohne dass ich im Roses war. Aber ich hatte es am Telefon. Und, ja, natürlich weiß ich, dass „Maybe this Time“ kein Duett ist, aber man nimmt auch nicht einfach zwei oder drei Lieder und macht eins daraus. Ach, macht man doch? Siehste?!