
Archiv des Autors: glamourdick
gLam-TRYPTOPHAN
Woche rum, thank God. Nicht wegen Arbeitsstress „thank God“, sondern weil jeder Tag, der mich von den katastrophalen Ereignissen entfernt, zählt. Day by day.
Vor ein paar Tagen fiel mir ein, dass eine Freundin vor einiger Zeit ebenfalls von Ängsten geplagt war und eine Aminosäure zu sich nahm, die alle guten Seiten von Psychopharmaka (angsthemmend, stimmungsaufhellend) und keine der schlechten hat – anstatt Potenzverlust und Gewichtszunahme: Ausschüttung von Wachstumshormonen, Appetitlosigkeit. Und dann fiel mir ein, dass sie mir damals, als sie es hinter sich hatte, eine halbe Packung davon da gelassen hatte. Fand sich im Nachttisch neben Poppers und sonstwelchem Unaussprechlichen. Ich teste noch die für mich perfekte Dosierung, aber ich habe den Eindruck, that it has taken the edge off a little. Und weder macht mich das Zeug schläfrig, noch fuckt es sonstwie mit dem Brain.
Gerade eben ein Interview über meine Porno-Vergangenheit gegeben, und der Journalist fragte mich, ob ich jemals wieder was in der Branche arbeiten würde wollen. Und dann fiel mir ein, dass der Set-Decorator und ich damals wirklich sicher waren, dass wir die Vision für den Film mit Leichtigkeit umsetzen könnten – dem damaligen Regisseur war das nicht gelungen. Vielleicht sollte ich mich mal mit der Porn-Queen zusammen setzen und an einen uralten Gesprächsstrang anknüpfen, der an die rechts im Menue aufgeführte Rubrik „Pornsville“ anknüpft.
D-GLAM oder MAKES YOU WONDER WHEN…
… es schon das dritte Mal passiert, dass jemand, mit dem Du schon Champagner getrunken hast, ins Dschungel-Camp geht. (Und Du weißt, dass es sich bei einem weiteren Wettbewerber um einen Hobbie-Kleptomanen handelt.)
ARISTO-TV and ROSE´S (RE)TURN
Eigentlich ist „Downton Abbey“ die perfekte Serie, um sie mit den Eltern anzuschauen. Nicht zu aufregend, nicht zu sexy, nicht zu rasant. Dass sie trotzdem spannend ist, ergibt sich aus der Fallhöhe der Personenkonstellation – und die erinnert stark an eine Lieblingsserie meiner Kindheit: „Upstairs, downstairs“ („Das Haus am Eaton Place“), in der ebenfalls das Schicksal einer upper class Familie dem ihrer Dienstboten gegenübergestellt wurde. „Antiquiert“, könnte man urteilen, oder, vielleicht noch böser „nostalgisch“, aber ehrlich gesagt handelt es sich schlicht und ergreifend um aufwändig produziertes Feelgood-Fernsehen, dargestellt von Schauspielern, die ihre Rollen liebevoll gestalten und sich in Sets bewegen, die dem Auge gut tun.
April 1912. Der Nachfolger des Earl of Grantham (Hugh Bonneville), den die Tochter desselbigen zwecks Erhaltung des Familienbesitzes zu heiraten verordnet war, geht mit der Titanic unter (oder doch nicht?). Next in line ist ein Cousin dritten Grades, der sich als Arzt seine Lebensunterhalt verdient. Die Familie wähnt ihren Besitz schwinden und muss sich wohl oder übel mit dem zukünftigen Earl (und dessen Mutter) arrangieren. Dies fällt zunächst allen schwer. Zeitgleich stellt der Earl einen neuen Butler ein, einen ehemaligen Militär-Kameraden, der aufgrund einer Beinverletzung nicht wirklich für den Job geeignet zu sein scheint und sich gegenüber der restlichen Dienerschaft durchsetzen muss. Insbesondere der intrigante und tückische (und schwule und attraktive) Hausdiener Thomas macht ihm das Leben zur Hölle. Dann wären da noch Maggie Smith als dragonische Matriarchin, Elizabeth McGovern als amerikanische Gattin des Earl, sowie drei Töchter – die mutige Hübsche, die unhübsche Verschlagene, die knospende Suffragette, und natürlich der Rest der Dienerschaft: eine erblindende Köchin, eine dumme Haushaltshilfe (2010 heißt Ruby nun Daisy), und noch paar Gestalten, die alle recht gut mit storylines* versehen sind.
In der ersten halben Stunde denkt man noch – wer ist jetzt eigentlich wer und verliert ein wenig den Überblick, doch schon ab Folge 2 ist man mit der Cast vertraut – und das ist der Verdienst klaren Schreibens, insbesondere, was Charakter-Zeichnung angeht, routinierter Inszenierung und virtuosen Spiels aller Beteiligter.
„Downton Abbey“ ist nach „Brideshead revisited“ die erfolgreichste in der Historie angesiedelte TV-Serie Englands. „Upstairs, downstairs“ ist 2010 neu aufgelegt worden, die DVD erscheint im Februar:
Ich bin neugierig. (I missed Jean Marsh and my heart skipped a beat, seeing her in the trailer.)
* Die storylines lesen sich banal, aber es ist dramaturgisch so ähnlich verpackt wie in „Prison Break“, wo Michael Scofield in der ersten Episode eine Schraube sieht, die er gebrauchen kann, in der zweiten sich an die Schraube heranbewegt und in der dritten die Schraube ergattern kann. „Hausdiener stiehlt Rotwein“ hört sich jetzt erstmal völlig unspektakulär an, aber, verwoben in die anderen über- und untergeordneten Stränge, ist der Rotweindiebstahl dann schon wieder brisant.
DO YOU WANNA DIE HAPPY?
„Rudi Carrell wollte keine öffentliche Beerdigung, weil er befürchtete, die Jacob-Sisters würden dort auftauchen und „jede Atmosphäre zerstören“.“
DAS KANN MAN EINFACH MAL SO STEHEN LASSEN*
10 Tage zu Hause, die letzten beiden gekrönt von einem Vorfall, der dem Horror von Weihnachten und der Notaufnahme in nichts nachsteht und mich wieder an den Nullpunkt bingt.
Der Weg zur Arbeit – Tellerminen von Angstschüben, Rescue Remedy hilft erstmalig, arbeitend festgestellt, dass die Saison definitiv vorbei ist, der arbeitsverbundene Stress damit auch. Bleibt der eigene, private. Der Gang zur Therapeutin, zur Ärztin. „Versuchen wir´s doch mal mit was Pflanzlichem.“ Ich bin dabei.
*Mit dem Satz bin ich heute aufgewacht.
DEALING WITH IT
„So, I had this boyfriend who kept saying „I can´t deal with this – I can´t deal with this“ when we were havig an argument. And that really makes it hard to find the solution for a problem or just discuss an issue.“
„He left you?“
„Yeah.“
„And you had to deal with that.“
„Yeah.“
„Sometimes it IS hard to deal with it.“
„Yeah. True.“
WHILE WAITING FOR DOWNTON ABBEY
(Ich bin mir übrigens ziemlich sicher, dass es sich bei der Dame mittlinks im Bild um Marilyn handelt.)
IT AIN´T OVER TILL IT´S OVER
Die kleine Frau, die zu langsam geht, die von hinten schon sehr italienisch aussieht und dann ganz mediterran strahlt, als ich ihr die Tür aufhalte, nachdem ich sie überholt habe. Das „Bitte nicht rauchen“-Schild im Markthallen-Aldi und die Tatsache, dass dort der 6-Euro-Chablis immer noch vorrätig ist, weil´s wirklich die cheapste Hood ist. „Bitte nicht trinken“-Schilder gibt es keine. Auf dem Rückweg kauf ich einen stylishen Ramsch-Hocker für 15 Euro, der in meiner Wohnung plötzlich viel zu maskulin aussieht. (Chrom, schwarzes Leder, Rrrrramon! Rrrrraaaamonnnnnnn!) Aber jetzt müssen Dinner-Gäste in der abschüssigen Küche nicht mehr Richtung Regal wegrollen, weil es eine Alternative zum Leo-Bürostuhl gibt. Wobei das eigentlich immer ganz süß war, wenn die plötzlich vom Tisch wegrollten.
Kurz vor der Feuerwehr, nur so aus dem Augenwinkel, ein Mann mit Hund, der telefoniert, der Mann, mit fire-engine-rotem Nagellack, der Mann, an dem Vorne seiner Finger. Nein, ich weiß natürlich nicht, mit wem der Mann mit dem Hund und dem Nagellack telefoniert, ich habe keine Röntgen-Ohren.
Ich bekomme ganze zwei bewundernde Blicke für den Hocker. Kann aber auch sein, dass denen meine Doggie-Bag gefällt, in der sich Aldi-Chablis mit Aldi-Soja-Schnitzeln aufhält und mit Aldi-Erbsen-und-Möhrchen-sehr-fein. Ich hab Erbsen und Möhrchen wiederentdeckt. Konserven! Erbsen: hatte ich aus Faulheit vor kurzem in die Mausefalle gegeben. Wochenlag blieb die Erbse unangerührt. Heute schaue ich – Falle heil, Erbse weg. Und schau so den Boden entlang, und da liegt vor der Spüle die völlig vertrocknete Erbse, am Besten hätte die olle Scheißmaus noch nen Zettel dazu gelegt: „Nicht mit mir, nicht. Nicht mit mir“.
Im Flur so´n – funky smell. Roomie hat gefeiert. Ich weiß nicht, ob Sie das kennen, aber ich find das sehr beruhigend, wenn man die funky smells von jemandem okay findet. Es gibt ja Leute, wo einen das zum Kotzen bringt.
Belinda singt immerzu „Hey, girl – listen up – no use drinking from that broken cup“, und ich versteh´s ja. Aber Belinda war ja auch mal ne ganz schlimme Koksnase, und dann muss ich das ja nicht Ernst nehmen. Mal kucken, ob der Chablis schon kalt ist.

JOLLY GOOD TRAILER
Freu!