Der Typ, der Kate Bushs offizielle Facebook-Seite betreibt, hat mich heute beinahe umgebracht. „Kate Bush posted new songs“ hieß es da und mein Herz zerfisselte sich in tausende kleine Fleischfetzen, gespickt mit Pailletten, diamond dust, finsterstem Herzbluttropfengeglitzer und Alraunewurzelpartikeln, geboren aus dem Sperma unschuldig erhängter Matrosen. Mir wuchsen mitternachtsschwarze Schwanenflügel feinster schillerndster Feder. Meinem Hals entrang sich der Schrei einer Krähe. Zitternden Zeigefingers klickte ich auf das Schallplattensymbol.
Die neuen Songs heißen „Wuthering Heights“, „Hammer Horror“ und „Babooshka“. Vielleicht ist Kates Entschleunigung und Verlangsamung mittlerweile so überbordend, dass sie rückwärts geht?
Darüber konnte mich nicht einmal Cyndi Lauper hinwegtrösten, die ihre Euro-Tourdaten veröffentlicht hat und im Juli im Admiralspalast auftreten wird, und jetzt sitz ich hier mit Flügeln, na toll.
Kate Bush releases an unusual new album “Director’s Cut” on May 16 on her own label Fish People, in conjunction with EMI.
On “Directors Cut” Kate revisits a selection of tracks from her albums “The Sensual World” and “The Red Shoes”, a process that presents a fascinating portrait of an artist in a constant state of evolution. She has re-recorded some elements whilst keeping the best musical performances of each song – making it something of a director’s cut but in sound, not vision.
A new version of “Deeper Understanding” will be released as a single in April. Although written some twenty years ago, the song may be more relevant today than ever…
Kate is currently working on new material although no release date has been set for this.
“Director’s Cut” will be released in the following formats:
Digital Album, Standard CD in a case-bound book, Deluxe CD (three disc package, including Director’s Cut, The Sensual Word and re-mastered The Red Shoes) in a case-bound book and two-disc vinyl.
Other digital and vinyl formats will be made available on katebush.com. Details will be published shortly.
Der Kollege, der im Intranet sein sofortiges Ausscheiden bekannt gibt und es gibt nur einen Abschiedskommentar, und den, so vermute ich, nur aus Höflichkeit aufgrund guter alter Kinderstube.
Betrete verschlafen den Bioladen und stelle mich bei den Backwaren an. Die hübsche Rothaarige vor mir in der Schlange hat mich beim Reinkommen beobachtet. Sie dreht sich zu mir um.
„Wow – das ist ja ein wunderschöner Schal!“
„H&M Mädchenabteilung, 4 Euro.“
„Das darfst Du doch nicht sagen! Hey – sag, es ist Escada!“
„Ich kann den nicht so als Schal ernst nehmen, der lag den ganzen Sommer über als Tischdecke auf der Terrasse.“
„Meine Jacke hat auch nur 39,- gekostest, aber pschscht.“
„Echt? Diese aufwändige Stickerei für nur 39 Euro, wow!“
Und so waren es zwei Kreuzberger, die gestern die Farbe in die Stadt trugen und die vermutlich dafür verantwortlich sind, dass die Sonne sich auf ihre zweite Funktion besonnen und endlich auf den Heizungsschalter gedrückt hat.
– Étonnant!
Let’s see how far this goes!
Look behind you. NOW!
– i dont dare turn around!
– You shall!
– and what will i see? is it something scary?
– Yes. Peak! Turn around.
– or, as kate once sang, „is it gonna hurt? is it gonn get me down?“
– 3 2 1
0
– i see a man in a black hoodie lookin at a computer screen.
– I just wanted to see if you turn left or right. I turned left.
– i turned right.
– I´m wearing your socks, too.
– wow – it would have been creepy spooky if we´d both turned right, right?
.
Haben Sie sich heute schon mal umgedreht? Wer weiß, was da gerade hinter Ihnen abgeht. Na los, schauen sie mal. Da. Hinter Ihnen. Direkt hinter Ihnen. 3. 2. 1. 0.
Das Kinderzimmer direkt ins Wohnzimmer zu integrieren, das hat Klasse, das hat Pfiff und schafft ein cooles Ambiente. (Außerdem spart man sich die anstrengende Buddelei auf dem Platten-Balkon und den strengen Geruch, vor allem wenn die Sonne drauf steht.)
Ich habe es bis heute nicht begriffen, wie Paarbildung funktioniert, wie Menschen von einer Beziehung in die nächste stolpern und größtmögliche Angst vor dem vermeintlichen „Allein“-sein haben. In meinen 20er fühlte ich mich ständig im Defizit, weil mir Paarbildung als logisches Endziel vorschwebte, aber entweder die Typen, die ich wollte, hatten an mir kein Interesse oder umgekehrt. In den wenigen Versuchen an Beziehung, die ich unternommen habe, habe ich mich nicht bereichert oder vervollständigt gefühlt, mitunter sogar in meiner Individualität bedroht. Natürlich kenne auch ich eine gewisse Sehnsucht, von Zeit zu Zeit, aber das reißt kein Loch in meine Mitte. Manchmal ist es schön, mal wieder ein bisschen verknallt zu sein und ich male mir aus, was wäre, wenn. Wenn dieser Trip zu sadistisch wird, schaue ich mir Paare an. Auf der Straße, im Restaurant, Im Freundes- und Bekanntenkreis. Ich habe selten das Gefühl, dass die mir was voraus haben. Das sage ich ohne jeden Zynismus, ist einfach so.
Ist aber vielleicht auch ein bisschen so, wie jemand, der sagt – „Ich schaff mir doch keinen Hund an!“ und dann siehst Du ihn oder sie ein paar Monate später mit einem Welpen und das Leben vorher, ohne Hund – unvorstellbar, und vielleicht hatte man sich gegen den Hund einfach nur gesträubt, weil man wusste, dass man ihn überleben wird und mit dem zukünftigen Verlust nicht würde umgehen können.
Wenn ich versuche, mir meine bedeutungsvolleren Affären der letzten Jahre zu erklären – was jemand mitbringen muss, um mich sprichwörtlich aus der Reserve zu locken: charismatische Chaotiker, die mich in Grund und Boden reden, am Besten unter ganzem Körpereinsatz. Kokser, nicht Kiffer. Running with scissors. Männer, die kriegen, was sie wollen – da hatte Heidi recht. Und da ist es logisch, dass das nichts Bleibendes sein kann, denn, wer alles kriegen kann, der nimmt es sich auch, da ist man halt eines von vielen Blümelein am Wegesrand, aber eine schöne, duftende, wilde Blume, nicht ganz ohne Dornen. „You´re an acquired taste“ sagte Edie zu Edie. Und so seh ich mich auch und schließe nicht aus, irgendwann mal wieder einem chaotischen Charismatiker mit außergewöhnlichem Geschmack zu begegnen und eine Weile an seiner Seite zu galoppieren.
Carrie Bradshaw had ecxactly the right words for it:
Dass man sich unter jemandem wiederfindet, dem man eigentlich gerade Tschüss sagen wollte, und dann hatte man schon ein Schlückchen getrunken und schwupps schwuppt einen der Abschiedsknutscher auf den Boden und dann, ja – dann liegt man da und lacht. I love my life.