Auf der Dachterrasse im Hof: drei Mädchen Anfang 20 pflanzen emsig. Drei gleichaltrige Kerle stehen derweil rauchend und wichtig in der Gegend herum und beratschlagen, was man denn sonst noch so nicht tun könnte.
Archiv des Autors: glamourdick
WE WERE YOUNG TOGETHER oder NEW WAYS TO DREAM
Ganz abgesehen von der Serenade, die ihm Blaine verehrt, bleibt Glee für 5 Minuten stehen, um Kurts Rückkehr zu zelebrieren. Mit einer Showtune Deluxe, „As if we never said Goodbye“. Barbra, geh putzen. Clip ist ein bisschen cheesy, but listen….
So inszeniert, war es wieder einmal klar, wer die Seele und das Herz der Show ist. Auch, wenn alle anderen im Club Outsider sind – Kurt ist das Sinnbild des gequälten Teenies. An ihm wird veranschaulicht, wie krank und entsetzlich bullying ist. Und so passt leider auch Gaga sehr gut ins Konzept.
Ja, das war eine der Highlight-Folgen. Keep it up like that!
LE MYSTERE DES VOIX BULGARES
Was mir am Besten gefällt beim Trio Bulgarka auf der „Sensual World“ – Kate ist ja immer so sehr kontrolliert, aber bei denen hat sie den Gesang eingesetzt wie Vogelgezwitscher. Es war völlig egal was die da singen. Scheißegal die Lyrics. Und wenn wir „Deeper Understanding“ hören, singen die da wahrscheinlich „Oliver kam auf seinem prächtigen grünen Traktor auf den Marktplatz gefahren und brachte literweise Wodka, und Väterchen musste gar freudig lachen! Wir danken Dir Oliver, Dir, dem erstklassigsten Landwirt der Kolchose!“
Off topic. Wenn Sie heute mal die „Schnee vom vergangenen Jahr“ Taste rechts im Menue aktivieren und dann oben in der URL immer ein Jahr rückwärts eingeben. Oh me oh my. Essence of this blog, kind of.
DIE BESCHEIDENHEIT DER MODESTE
„Ich könnte nie einen Roman schreiben über die Unterschicht*, weil ich die nie erlebt habe.“
Eigentlich denke ich gerade – sie liest in der U-Bahn oder schaut Filme auf dem Iphone. Dann, Karl May kannte auch keinen Indianer und Jules Verne war nie auf dem Mond. Stephen King war nie ein Mädchen mit telekinetischen Fähigkeiten und die Verfasser von historischen Romanen haben keine Zeitmaschinen. Eine Sonnenbank oder einen Senseo vielleicht, ja, aber keine Zeitmaschinen. RTL 2 schauen, schlägt Strike vor, aber sie hat keinen Fernseher. Ich schlage Recherche vor. Einfach mal in Erdgeschoss-Wohnungsfenster schauen.
„Manchmal schreibt man ja Charaktere, die man sehr gut kennt und sie sind dann sehr plastisch, und dann wieder erfindet man andere und denkt – ob die jetzt echt rüberkommen?“
„Und die sind dann wie aus Pappe.“
„Nein. Die sind genau so plastisch. Man hat es sich nur nicht zugetraut.“
*Ich verwende das Wort einfach mal so, wie es sich zugetragen hat. Völlig wertfrei.
HAGRID AND THE MAGIC MAC
PORCELAIN´S BACK!
Besonders schön: Quinn Fabrays Blick ca. 1.09 und natürlich der brother-hug mit Finn.
OSTERN 11
Im Schlaf die sehr geliebte Kette vom Hals gerissen, ein Geschenk von Dolly. Gucci mit dem Flügelanhänger. Vielleicht will der Rabe alleine sein. Dem Lieblingselefanten (Geschenk vom Skailight) ist ein Ohr abgebrochen. Wann? Wie?
Zwei wunderschöne Tage mit harmonischenBegegnungen und trotzdem sägt etwas in mir.
Ich stehe auf meinem Flur und schreie ein Mädchen an, das mir in dieser Nacht bereits drei Mal den Schlaf geraubt hat. Sie steht da, eingewickelt in eine Elefantentagesdecke, und ihre Augen werden immer größer.
Auf dem Weg zum Auto kommt mir ein Jogger entgegen, er hat den exakt gleichen Gesichtsausdruck wie das Wesen in Munchs „Schrei“.
Ein Mann mit Beinen, die falsch anmontiert aussehen. Mehr so wie bei einer Stoffpuppe. Gott, ein Pfuscher.
Ich sitze zwischen Müllbergen auf einer Bank im ziemlich leeren Görlitzer Park und telefoniere und wundere mich, wie positiv meine Stimme klingt.
Eine Gruppe von ziemlich fertigen Mitt-50ern mit Gläsern mit klarer Flüssigkeit darin. Vor einer dieser übrig gebliebenen Kneipen zwischen Park und Schlesischer.
Sehr feine, frisch gewaschen und gebügelte Menschen stellen Stühle und Tische vor den Bars und Cafés auf.
Die Ahnung, dass noch mehr kaputt gegangen ist, als eine Halskette und ein Elefant.
Sowie Gedanken an Veronika Voss. Ostern eben.
AVAILABLE
„Kuckma – Glammy ist ganz rot geworden!“
Und tatsächlich sitze ich da vorm PC, auf dem das Foto eines Menschen sichtbar ist, den ich persönlich nicht kenne, aber in dessen Privatsphäre ich als unsichtbarer Fisch herumschwimme, rot. Es ist mir peinlich, dass ich mehr weiß, als er. Dass dieser wunderschöne Mensch es ist, den sein Freund mit mir betrügen möchte. Peinlich ist es mir.
Und dann sinniere ich so – die beiden haben alles, was ich mir für diese Phase meines Lebens immer gewünscht hatte: eine Partnerschaft, einen schönen Hund, keine finanziellen Sorgen. Dann sehen sie auch noch ausgesprochen gut aus dabei. Das einzige, was dieses Licht ein bisschen dimmt ist eben die Tatsache, dass (mindestens) einer der beiden ein bisschen ausbrechen möchte. Mit mir.
Am frühen Abend sitze ich am Landwehrkanal, mir gegenüber die schönste Frau, die ich kenne, die zugleich meine Agentin ist. Wir reden über unsere Herkunft, unsere Arbeit, unser Berlin-Erleben. Und ich stelle fest, dass mir auf dem Weg, den ich gerade gehe, außer Geld nichts fehlt. Dass ich den nächsten Schritt der Laubahn alleine tätige, das gehört sich so, das passt. Ich könnte mich als „Single“ bezeichnen und mir damit schlechte Laune machen, aber viel zutreffender ist, dass ich für alles offen bin, wenn der richtige Zeitpunkt kommt.
Als ich John Grant sah, wurde mir klar, dass in der Außenwahrnehmung jemand, der gerade in keiner Beziehung ist, nicht etwa als einsam rüberkommt, sondern als verfügbar. So sehe ich mich auch, selbstwahrnehmend. Wenn ich das Heidi erzähle, wird sie stolz sein. Mit Recht.
AUS DER RUBRIK „THIS IS ONE OF THOSE MOMENTS“
So Gespräche führen, die, säße man am Nebentisch und lauschte, einen neidisch machen würden.
Stadtflucht? Runterkommen? Abschalten? Safari Marke Brandenburg.

Perfektes Product Placement, heute im Tagesspiegel.