Das T-Shirt vom Skailight ist jetzt mit 98er Bordeaux gebatikt. „That happened when you were dancing“ kann sich Roomie erinnern. Ja. Da war Song and Dance. Geregnet hat´s zwischendurch. Paar Tränen sind geflossen. Es wäre schön, das ganze Wochenende so weiter zu machen, mit dem Lichtblick, der es geschafft hat, dass ich einen Lebenstraum formuliert habe, der mir nicht bewusst war, aber als er sagte – „das kannst Du doch machen, das ist doch alles möglich“, da traf´s mich wie ein Schock, ja, er hat recht. Ich meine, wenn Behinderte mit Delfinen schwimmen, Pferde vom Hubschrauber baumeln. Warum nicht? Es ist noch kein Plan. Aber eine hartnäckige Idee. Und wenn die comfort zone keinen comfort mehr bietet, it should be easy stepping out.
Archiv des Autors: glamourdick
JONATHAN SAFRAN SPAETER
Everything is eliminated.
(Rubrik: Anglistenwitze.)
IN TOO DEEP
Und dann läuft „In too Deep“, das ich ja seit meiner Selbsteinweisung nach Weihnachten irgendwie nicht mehr aus dem System bekomme – whooh hooo – und ich denke an Heidi, wie sie mich fragt, ob sie sich Sorgen machen muss um mich, jetzt, und ich sag „Nein, brauchen Sie nicht“, und denke so übers Sterben nach, rein theoretisch, also wirklich keine Sorgen machen, und denke, wie schön das wäre, wenn eine hundertjährige Belinda Carlisle das Lied auf meiner Beerdigung singen würde, das wäre perfuckingfect, notfalls darf es auch vom MP3-Player oder dem technischen Gerät der Zeit dann kommen und die Krönung aber wäre, wennn schon ein Grabstein, dann mit der gleichnamigen Aufschrift und einem Pfeil nach unten. (Und darunter in Klammern: Whoo-hoo.)
THE WISDOM OF THE HEART
Kate Bush hören geht noch nicht. Stattdessen weiter mit „Sons of Anarchy“, das endlich die Kurve zu kriegen scheint, ca Folge 9, und sich auf die Frauen konzentriert. Festgestellt, dass die Dialoge der Männer komplett irrelevant sind. Also ganz prima, wenn man im Kopf eh beschäftigt ist und es nicht so auf die Handlung ankommt. Katy Sagal kann man förmlich dabei zuschauen, wie sie ihre Rolle auf den Emmy zugroovt, eine große Freude. Langsam kann ich mir auch vorstellen, Staffel 2 anzuschauen, in der Hoffnung, weniger Crime, more Intrigue.
Vorm Einschlafen noch ein bisschen „Water for Elephants“ – die anfängliche Begeisterung wächst, da wird wirklich eine Welt gezaubert, eine schmuddelig sepia-glamouröse Zirkuswelt, dass es eine plastische Freude ist, und ich bin noch nicht mal bei den Elefanten angekommen. Sehr froh, den Film nicht gesehen zu haben und so nicht Robert Patsywhatever und Reese Havisham vor Augen zu haben, sondern Kopfgeister.
Der umgelegte Schalter ist noch funktionstüchtig, keine Bubble. Er lässt aber genug Raum für das angemessene Bedauern, will sagen, nach Tanzen ist mir gerade nicht zumute. Ich wollte gerade schreiben, „es fühlt sich sehr erwachsen an, so damit zu dealen“, aber das ist Quatsch, es hat nichts mit dem Grad von Reife zu tun, sondern mit dem Herz, mit der Weisheit des Herzen, keine Altersfrage, eher etwas ganz Frühes, seltsamerweise Unverdorbenes. That is why.
Wenn ich der Lieblingsdänin erzähle, welches Lied ich heute noch vor 8 gehört habe, wird sie lachen. Und dann die Stirn runzeln. Und mich dann in den Arm nehmen. Eine Bitte an die Welt: bitte gerade jetzt nicht schubsen. Verfahren Sie mit mir wie die Lieblingsdänin es tun würde. Some hugs and pampering would be nice. I´m just a boy. Asking the world to love him.
JILLIAN WUNDERLICH FOR PRESIDENT
Should evolution be taught in school?
(Ca. 4.25)
Nach 10 Minuten ist man etwas ermattet, Sie müssen das also nicht wirklich zu Ende anschauen.
WATER FOR ELEPHANTS
„Water for Elephants“ angefangen. Furioses Opening. Danke, Mlle Modeste! Das mit den Augen wird sich also in den nächsten Tagen vermutlich nicht regulieren.
AND EVOLVING AND EVOLVING
Ich frag mich, wann die Augen mal wieder normal aussehen, oder ob die jetzt so bleiben. Aber sonst geht´s so. Ich hab irgendeinen Schalter umgelegt, vielleicht ist es aber auch ein Schutzmechanismus. Ich tippe auf beides. Die Betrachtungsweise ändern. In früheren Fällen klappte das, wie erwähnt, über Dämonisierung. Das ist ein probates erfolgsversprechendes Mittel, das allerdings zur Folge hat, dass man sich endgültig distanziert. Dann ist Schluss wirklich Schluss. Das geht in diesem Fall nicht. Dazu ist er mir zu wichtig. Und so wirkt die Erkenntnis, dass wir uns nicht verloren haben, lediglich den Status verändert, dem Schmerz und dem Bedauern entgegen. Vielleicht kann ich nachher sogar mal versuchen, Kate Bush zu hören.
THE WORKINGS OF THE HUMAN HEART
Auch irgendwie durch den Montag gekommen. Sendungen über Menschen geschaut, denen es dreckiger geht. (Danke, RTL.) Die berechtigte Hoffnung, dass wir nicht alles vermasselt haben und irgendwann wieder Freunde sein werden, wahrscheinlich schon ziemlich bald. Quatsch. Das sind wir noch. Wir waren zwischendurch nur was anderes, wofür es halt kein Wort gibt. Dann kann man vielleicht diese Wochen irgendwann als verrückten Trip verbuchen, als mutigen Irrtum (der sich für mich heute aber immer noch nicht falsch anfühlt).
Bestätigt zu bekommen, dass es nicht nur mir so geht, ist tatsächlich ein Trost. Wir zeigen beide gerade eine Größe, die mir in so einer Situation zum ersten Mal begegnet.
DEFINITIV KEIN TAG FÜR „NOTTING HILL“
Durch den Sonntag zu kommen war nicht ganz so leicht. Ein kleineres Familientreffen brachte mich nicht wirklich auf andere Gedanken. Irgendwann das Gefühl, mich nicht mehr weiter zusammenreißen zu können vor Melancholie. Mich verabschiedet. Achtlos im Auto den Ipod angemacht und glauben Sie mir – „Director´s Cut“, so sehr ich hin liebe, ist nicht die richtige oder gerade die richtige Platte, wenn man ein heftiges zwischenmenschliches Erlebnis hatte und die Wunde noch frisch ist.
Leichter wird es auch nicht, wenn man den Co-Auslöser des heftigen zwischenmenschlichen Erlebnisses nicht einfach dämonisieren kann, weil es sich um einen fabelhaften Mann handelt, dem man im Grunde nix zum Vorwurf machen kann. Es wäre soviel einfacher, wenn er ein Arschloch wäre, ist er aber nicht, was immerhin belegt, dass mein evolvierendes Herz ein guter Wähler ist/war.
Die Tage sind geprägt von großem Bedauern.
PULVERISÉ
Das der Selbstzerstörung ähnlichste Verfahren ausgewählt und „Grey Gardens“ angeschaut, weil Darling Thomas mich darauf hinwies, dass dieser gerade auf Arte liefe, nur empfängt mein Satellit Arte nicht, also die DVD gewählt. Ich brauchte Bekannte im Raum, und die Beales waren diejenigen, die noch wach waren. Kein Geschirr zerschlagen, aber auch nur, weil alles Krisen-Geschirr bereits zerschlagen ist und ich den Rest echt brauche.
Auch jetzt, wenn ich das Gespräch rückverfolge – ich kann eine Insel sein, selbstverständlich, das bin ich für viele, ich bin der mit den Parties, wo sich alle wohl fühlen, man sollte Glam Gardens zur Naturschutzzone ausrufen, aber dann pisst man doch nicht auf die Insel. Sorry, ich war derjenige, der Ehrlichkeit ausgerufen hatte, aber wenn die beinhaltet, dass man erfährt, dass das Gefühl nicht reicht (das habe ich nicht wirklich oft gehört, drei mal, auch schon zu viel, aber immer aus den Mündern, aus denen es zu hören, sehr sehr weh tat) dann hätte ich mir eine andere Ehrlichkeit gewünscht, oder – ich weiß nicht – Geduld? Oder doch besser so, als vielleicht in 6 Monaten? Wenn diese Distanz erzeugt wird, dann kann man nicht im gleichen Bett schlafen, oder doch? Ich kann´s nicht.
Was Lutin schrieb, das stimmte leider. Wüssten Sie um die Hintergründe, was da auf´s Spiel gesetzt wurde – oh me oh my. Das ist vielleicht das, was am Meisten schmerzt, dass wir alles andere als leichtfertig in diese Situation gegangen sind. Ich hatte gedacht – wer so weit geht, der meint es ernst. Und konnte so relaxt die Insel sein. Es war KEINE Affäre, es war KEINE Beziehung, es fehlte tatsächlich die Bezeichnung. Insulation?
Das Leben ist kurz. Ich bin eine Insel. Ich kann nichts dafür. Ich möchte nur nicht den Inselkoller sehen, wenn ich jemandem ins Gesicht schaue. Das hatte ich zu oft. Dafür bin ich zu alt, der älteste Teenager in der Welt. Satan hat ein Lied darüber geschrieben.
Fuck you, Madonna. Und natürlich hab ich ihn noch lieb. Lesen Sie doch einfach mal, wenn sie viel Zeit haben, Dorothy Parker´s Two-Volume Novel.
Das wirklich Blöde: Es gibt zu dieser Insel eine regelmäßig verkehrende Fähre und notfalls irrsinnig viel Treibholz, falls man sich mal ein Floß bauen muss.